Medienkooperation

Bitcoin-ETFs im Härtetest: Besser in BTC-ETFs oder direkt in BTC investieren?

Datum: 20.03.2025
Inhaltlich geprüft durch: Ruben Wunderlich
Wesentliche Punkte
  • Über Bitcoin-ETFs können Anleger auch ohne Account bei einer Krypto-Exchange am Kurs des Kryptogelds teilhaben.
  • Die Exchange Traded Funds werden börsliche gehandelt, stoßen in Deutschland aber auch eine strenge Regulierung
  • Direktinvestments geben Anlegern die maximale Kontrolle über die gehaltenen Bitcoins.

Krypto-Coins erreichen eine steigende Marktkapitalisierung

Der Bitcoin liegt aktuell (Stand 20. März 2025) unter 80.000 Euro. Gegenüber dem Allzeithoch ein deutlicher Abschlag. Im Vergleich zum Vorjahreskurs liegt der Bitcoin aber immer noch um mehr als 27 Prozent höher. Einige Analysten sehen für Kryptowährungen nach wie vor ein hohes Wertsteigerungspotenzial.

Gehandelt werden die Coins über spezielle Marktplätze – da ein Trading über Devisenbörsen nicht möglich ist. Mit dem Hype um Kryptogeld sind Bitcoin und Co. nicht nur in den Fokus von Investoren geraden. Fondsgesellschaften und andere Finanzmarktteilnehmer nutzen die Nachfrage, um diverse kryptobasierte Wertpapiere am Markt zu platzieren. Darunter sind Krypto-ETFs.

Bitcoin-ETFs im Härtetest Besser in BTC-ETFs oder direkt in BTC investieren

💡 Der Bitcoin erreicht eine steigende Marktkapitalisierung/ Shutterstock/ ddRender

Was sind Krypto-ETFs?

Der Begriff des Krypto-ETF bezieht sich auf sogenannte Exchange Traded Funds (im deutschen Sprachraum als Indexfonds bezeichnet), deren Fokus auf der Nachbildung eines Indexwerts ausgerichtet ist. Im Zusammenhang mit Kryptowährungen ist der ETFs an den jeweiligen Coin gekoppelt. Ein Bitcoin-ETF ist also ein börsengehandelter Fonds, der die Wertentwicklung des Bitcoins nachbildet.

Am Markt werden unterschiedlich strukturierte ETFs gehandelt. Sind Fonds Spot-basiert, werden diese von den Gesellschaften (Emittenten) mit einem Pool realer Coins hinterlegt, was die Entwicklung des ETFs sehr stark an den Bitcoin koppelt. Im Fall eines ETFs, der über Terminkontrakte strukturiert ist, kommt es eher zu Unterschieden. Diese ergeben sich aus dem Einsatz der Futures zur Nachbildung des Bitcoin-Kurses.

Die Vorteile der Bitcoin-ETFs sind unter anderem darin zu sehen, dass Anleger damit eine Partizipation an der Entwicklung der Kryptowährung realisieren – ohne sich direkt bei einem Krypto-Broker oder einem der spezialisierten Handelsplätze anzumelden. Damit einher geht die Tatsache, dass die Sicherheitsrisiken zu den Emittenten der ETFs verschoben werden.

Hintergrund: Für ein Direktinvestment muss anlegerseitig eine Möglichkeit zur sicheren Verwahrung der Coins geschaffen werden. Der Einsatz von softwarebasierten Wallets mit einer Verbindung ins Internet ist an dieser Stelle – durch das Cyberangriffsrisiko – kritisch zu sehen. Sicherer sind Cold Wallets, die als physischer Speicher ohne direkte Datenverbindung fungieren.

Vorteile der Bitcoin-ETFs im Überblick:

  •     Regulierung und Zugänglichkeit über Börsen.
  •     Notwendigkeit zur Einrichtung einer Krypto-Wallet fällt aus.
  •     Einsatz verschiedener ETFs ermöglicht Portfoliodiversifikation.

Ein weiterer Vorteil: ETFs werden von regulierten Anbietern aufgelegt und börslich gehandelt. Ein Teil der Anleger fühlt sich vor dem Hintergrund, dass es in der Vergangenheit immer wieder zu Cyberangriffen gegen Krypto-Börsen gekommen ist, mit dieser Konstellation einfach wohler. Aber: Bitcoin-ETFs bringen Einschränkungen mit, denen man sich als Anleger bewusst sein muss.

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Nachteile der Bitcoin-ETFs

Anleger, die sich mit verschiedenen Möglichkeiten für den Einstieg in den Krypto-Handel beschäftigen, dürfen nicht nur die Vorteile der ETFs sehen. Zu den Nachteilen gehört die Tatsache, dass keine Coins gekauft werden. Die Fondsanteile spiegeln lediglich deren Wertentwicklung wider. Es fehlt an dieser Stelle ein intrinsischer Wert.

Zudem besteht ein Emittentenrisiko, welches Fondsanteile im Worst-Case-Szenario wertlos werden lässt. Insofern sind Anleger dazu aufgefordert, sich mit dem Asset intensiv auseinanderzusetzen. Nicht vernachlässigt werden dürfen außerdem die Gebühren, welche im direkten Vergleich zwischen den einzelnen Angeboten erheblich schwanken können.

Was in der Bewertung der Bitcoin-ETFs nicht unterschätzt werden darf: In Deutschland findet kein aktives Angebot dieser Anlageklasse statt. Der Grund sind die UCITS-Richtlinien, welche von den ETFs für eine Zulassung ein gewisses Maß an Diversifikation verlangen – dass den Krypto-ETFs fehlt.
Bitcoin-ETFs im Härtetest

▶️ Bitcoin-ETFs haben nicht zu unterschätzende Nachteile/ Shutterstock/ Nichcha

Ist das Bitcoin-Direktinvestment die bessere Alternative?

Im Hinblick auf den Einstieg in Kryptowährungen sind Assets wie ETFs oder ETPs das Tool, mit dem Anleger von der Kursentwicklung profitieren, ohne sich intensiver mit den technischen Rahmenbedingungen der Verwahrung und des Hedgings zu beschäftigen. Auf der anderen Seite entwickelt das Direktinvestment eine gewisse Anziehungskraft – da hier Coins ins Eigentum der Anleger übergehen, was Tradern die volle Kontrolle über die erworbenen Bitcoin sichert.

Im Rahmen des Direktinvestments lassen sich weitere Vorteile realisieren. Dazu gehört einerseits die Chance, über Akzeptanzstellen den Bitcoin auch als Zahlungsmittel zu verwenden. Da die Coins selbst nicht als Währung im klassischen Sinn gelten, unterliegt der Handel mit Bitcoin auch nicht der Abgeltungssteuer. Unter bestimmten Rahmenbedingungen lassen sich steuerliche Vorteile realisieren.

Was zeichnet das Bitcoin-Direktinvestment aus?

  •     Besitz und Verfügungsgewalt über die gehaltenen Bitcoin.
  •     Ohne Management- oder Verwaltungsgebühren winkt ein höheres Renditepotenzial.
  •     Unabhängigkeit von den börslichen Handelszeiten, welche das Trading mit Bitcoin-ETFs einschränken.

Zudem fallen bei einem Direktinvestment in den Bitcoin keine Verwaltungsentgelte an, die im Vergleich von Fondsgesellschaften für die ETFs erhoben werden. Wie sieht es mit den Grenzen aus, an die Anleger stoßen?

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Einschränkungen im Direkthandel

Im Hinblick auf das Direktinvestment ergeben sich für Anleger gewisse Herausforderungen. Diese liegen einerseits im hohen technischen Aufwand für die sichere Verwahrung, das Wallet-Management und die Implementierung von Backup-Lösungen. Um allen Risikobereichen in ausreichendem Umfang Aufmerksamkeit zu widmen, ist technisches Know-how erforderlich.

Parallel bringt das Direktinvestment Sicherheitsrisiken mit. Krypto-Börsen und Wallets werden immer wieder zum Ziel von Hackerangriffen. Als Anleger wird das Verlustrisiko bei einem Einbruch in die Wallet vollständig selbst getragen. Je nach Umfang des Diebstahls können die wirtschaftlichen Folgen erheblich sein. Hinzu kommt, dass nach wie vor regulatorische Fragen beantwortet werden müssen. Hierdurch entsteht eine Unsicherheit, die aus regelmäßig wechselnden Vorgaben entsteht und auch die Kurse an den Kryptobörsen beeinflusst.

Besser in BTC-ETFs oder direkt in BTC investieren

💡 Die Anlageentscheidung hängt vom eigenen Risikoprofil ab/ Shutterstock/ Roman Samborskyi

Fazit: Bitcoin-ETFs vs. Direktinvestment – klarer Sieger

Wie sieht die Entscheidung für den Einstieg letztlich aus? Eine pauschale Antwort ist in diesem Fall schwierig, da Finanzprodukte auf Basis des Bitcoins durchaus Vorteile versprechen. Allerdings muss hier auch klar auf die Risiken verwiesen werden, die sich einerseits aus der Abhängigkeit vom Emittenten ergeben, aber auch von der Frage, ob die einzelnen Assets den regulatorischen Rahmenbedingungen entsprechen.

Auf der anderen Seite bietet ein Direktinvestment die Möglichkeit, auch langfristig von der Entwicklung des Bitcoins zu profitieren – und diesen auch als Zahlungsmittel online einzusetzen. Der Preis dafür ist eine hoher Anspruch an die Sicherheit der Wallets und das Risiko, bei einem Angriff einen erheblichen wirtschaftlichen Schaden zu erleiden. Wofür sich Anleger letztlich entscheiden, hängt stark vom eigenen Risikoprofil ab und welches Anlageziel hinter dem Einstieg in den Kryptomarkt steht.

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