

Der Bitcoin liegt aktuell (Stand 20. März 2025) unter 80.000 Euro. Gegenüber dem Allzeithoch ein deutlicher Abschlag. Im Vergleich zum Vorjahreskurs liegt der Bitcoin aber immer noch um mehr als 27 Prozent höher. Einige Analysten sehen für Kryptowährungen nach wie vor ein hohes Wertsteigerungspotenzial.
Gehandelt werden die Coins über spezielle Marktplätze – da ein Trading über Devisenbörsen nicht möglich ist. Mit dem Hype um Kryptogeld sind Bitcoin und Co. nicht nur in den Fokus von Investoren geraden. Fondsgesellschaften und andere Finanzmarktteilnehmer nutzen die Nachfrage, um diverse kryptobasierte Wertpapiere am Markt zu platzieren. Darunter sind Krypto-ETFs.

💡 Der Bitcoin erreicht eine steigende Marktkapitalisierung/ Shutterstock/ ddRender
Der Begriff des Krypto-ETF bezieht sich auf sogenannte Exchange Traded Funds (im deutschen Sprachraum als Indexfonds bezeichnet), deren Fokus auf der Nachbildung eines Indexwerts ausgerichtet ist. Im Zusammenhang mit Kryptowährungen ist der ETFs an den jeweiligen Coin gekoppelt. Ein Bitcoin-ETF ist also ein börsengehandelter Fonds, der die Wertentwicklung des Bitcoins nachbildet.
Am Markt werden unterschiedlich strukturierte ETFs gehandelt. Sind Fonds Spot-basiert, werden diese von den Gesellschaften (Emittenten) mit einem Pool realer Coins hinterlegt, was die Entwicklung des ETFs sehr stark an den Bitcoin koppelt. Im Fall eines ETFs, der über Terminkontrakte strukturiert ist, kommt es eher zu Unterschieden. Diese ergeben sich aus dem Einsatz der Futures zur Nachbildung des Bitcoin-Kurses.
Die Vorteile der Bitcoin-ETFs sind unter anderem darin zu sehen, dass Anleger damit eine Partizipation an der Entwicklung der Kryptowährung realisieren – ohne sich direkt bei einem Krypto-Broker oder einem der spezialisierten Handelsplätze anzumelden. Damit einher geht die Tatsache, dass die Sicherheitsrisiken zu den Emittenten der ETFs verschoben werden.
Ein weiterer Vorteil: ETFs werden von regulierten Anbietern aufgelegt und börslich gehandelt. Ein Teil der Anleger fühlt sich vor dem Hintergrund, dass es in der Vergangenheit immer wieder zu Cyberangriffen gegen Krypto-Börsen gekommen ist, mit dieser Konstellation einfach wohler. Aber: Bitcoin-ETFs bringen Einschränkungen mit, denen man sich als Anleger bewusst sein muss.
Anleger, die sich mit verschiedenen Möglichkeiten für den Einstieg in den Krypto-Handel beschäftigen, dürfen nicht nur die Vorteile der ETFs sehen. Zu den Nachteilen gehört die Tatsache, dass keine Coins gekauft werden. Die Fondsanteile spiegeln lediglich deren Wertentwicklung wider. Es fehlt an dieser Stelle ein intrinsischer Wert.
Zudem besteht ein Emittentenrisiko, welches Fondsanteile im Worst-Case-Szenario wertlos werden lässt. Insofern sind Anleger dazu aufgefordert, sich mit dem Asset intensiv auseinanderzusetzen. Nicht vernachlässigt werden dürfen außerdem die Gebühren, welche im direkten Vergleich zwischen den einzelnen Angeboten erheblich schwanken können.

▶️ Bitcoin-ETFs haben nicht zu unterschätzende Nachteile/ Shutterstock/ Nichcha
Im Hinblick auf den Einstieg in Kryptowährungen sind Assets wie ETFs oder ETPs das Tool, mit dem Anleger von der Kursentwicklung profitieren, ohne sich intensiver mit den technischen Rahmenbedingungen der Verwahrung und des Hedgings zu beschäftigen. Auf der anderen Seite entwickelt das Direktinvestment eine gewisse Anziehungskraft – da hier Coins ins Eigentum der Anleger übergehen, was Tradern die volle Kontrolle über die erworbenen Bitcoin sichert.
Im Rahmen des Direktinvestments lassen sich weitere Vorteile realisieren. Dazu gehört einerseits die Chance, über Akzeptanzstellen den Bitcoin auch als Zahlungsmittel zu verwenden. Da die Coins selbst nicht als Währung im klassischen Sinn gelten, unterliegt der Handel mit Bitcoin auch nicht der Abgeltungssteuer. Unter bestimmten Rahmenbedingungen lassen sich steuerliche Vorteile realisieren.
Zudem fallen bei einem Direktinvestment in den Bitcoin keine Verwaltungsentgelte an, die im Vergleich von Fondsgesellschaften für die ETFs erhoben werden. Wie sieht es mit den Grenzen aus, an die Anleger stoßen?
Im Hinblick auf das Direktinvestment ergeben sich für Anleger gewisse Herausforderungen. Diese liegen einerseits im hohen technischen Aufwand für die sichere Verwahrung, das Wallet-Management und die Implementierung von Backup-Lösungen. Um allen Risikobereichen in ausreichendem Umfang Aufmerksamkeit zu widmen, ist technisches Know-how erforderlich.
Parallel bringt das Direktinvestment Sicherheitsrisiken mit. Krypto-Börsen und Wallets werden immer wieder zum Ziel von Hackerangriffen. Als Anleger wird das Verlustrisiko bei einem Einbruch in die Wallet vollständig selbst getragen. Je nach Umfang des Diebstahls können die wirtschaftlichen Folgen erheblich sein. Hinzu kommt, dass nach wie vor regulatorische Fragen beantwortet werden müssen. Hierdurch entsteht eine Unsicherheit, die aus regelmäßig wechselnden Vorgaben entsteht und auch die Kurse an den Kryptobörsen beeinflusst.

💡 Die Anlageentscheidung hängt vom eigenen Risikoprofil ab/ Shutterstock/ Roman Samborskyi
Wie sieht die Entscheidung für den Einstieg letztlich aus? Eine pauschale Antwort ist in diesem Fall schwierig, da Finanzprodukte auf Basis des Bitcoins durchaus Vorteile versprechen. Allerdings muss hier auch klar auf die Risiken verwiesen werden, die sich einerseits aus der Abhängigkeit vom Emittenten ergeben, aber auch von der Frage, ob die einzelnen Assets den regulatorischen Rahmenbedingungen entsprechen.
Auf der anderen Seite bietet ein Direktinvestment die Möglichkeit, auch langfristig von der Entwicklung des Bitcoins zu profitieren – und diesen auch als Zahlungsmittel online einzusetzen. Der Preis dafür ist eine hoher Anspruch an die Sicherheit der Wallets und das Risiko, bei einem Angriff einen erheblichen wirtschaftlichen Schaden zu erleiden. Wofür sich Anleger letztlich entscheiden, hängt stark vom eigenen Risikoprofil ab und welches Anlageziel hinter dem Einstieg in den Kryptomarkt steht.


Finanzielle Differenzgeschäfte (sog. contracts for difference oder auch CFDs) sind komplexe Instrumente und gehen wegen der Hebelwirkung mit dem hohen Risiko einher, schnell Geld zu verlieren. Der überwiegende Anteil der Privatkundenkonten verliert Geld beim CFD-Handel. Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie CFD funktionieren, und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren.