

Börsenkurse verlaufen zyklisch – sprich Auf- und Abwärtstrends wechseln sich regelmäßig ab. Das beste Beispiel sind der DAX und der S&P500. Als zentrale Indizes bilden sie deutsche und US-amerikanische Unternehmen ab. Bis Ende Februar 2026 entwickelten sich die Kurse solide im Rahmen eines Megazyklus.
Mit dem Angriff der USA und Israels auf den Iran, die folgende Blockade der Straße von Hormus und den Preisschocks bei Energierohstoffen hat die Unsicherheit an den Börsen massiv zugenommen. Das aktuelle Beispiel ist in seiner Ursache zugegebenermaßen ein etwas extremer „Ausreißer“.
Geopolitische Spannungen dieses Umfangs sind nicht an der Tagesordnung. Mit den richtigen Werkzeugen sind Anleger in Lage, mit diesem Druck an den Märkten zurechtzukommen – und nutzen fallende Kurse als Renditechance. Die Herausforderung besteht darin, Trendwechsel zu erkennen und im Vorfeld sich die richtigen Strategien zurechtzulegen.
Das Wichtigste im Überblick:
Historische Kurscharts zeigen sich abwechselnde Trends: Auf jedes Hoch folgt eine Phase sinkender Kurse. Diese triviale Gesetzmäßigkeit ist aus Anlegersicht aus mehreren Gründen interessant:

Wenn dir Kurse an den Börsen fallen stehen auch die Trader unter Druck (Foto: Shuttertsock/ QQMinh88)
Alle drei Aspekte sind von zentraler Bedeutung für die Reaktion als Trader auf den Druck, dem Märkte ausgesetzt sind.
Der Faktor Zeit beeinflusst die Instrumente, mit denen gehandelt wird. Kurzfristige Trends sind für das Daytrading relevant und spielen unter anderem bei den Rohstoffen oder Währungen eine Rolle. Sektor- oder branchenübergreifende Entwicklungen entstehen oft aufgrund von fundamentalen Risiken. Anhaltend hohe Energiepreise setzen beispielsweise stark von Energie abhängige Branchen unter Druck. Genauso sind neue technische Entwicklungen in der Lage, Sektoren stark unter Druck zu setzen.
Periodizität bezieht sich auf Aspekte wie die Berichtssaison (rund um die Bilanztermine reagieren die Kurse oft sehr sensibel) oder zyklische Nachfrageveränderungen. Letzteres ist etwa beim Heizöl der Fall, das gerade nach der kalten Jahreszeit stärker nachgefragt wird. Auf der anderen Seite sind es gerade politische Krisen, die sich willkürlich und ohne erkennbares Muster entwickeln.
Besonders wichtig ist für das Handeln und Phasen, die Märkte unter Druck setzen, der eigentliche Auslöser. Reagieren die Börsen nur auf einige schlechte Bilanzen oder fällt ein Zinstermin der Europäischen Zentralbank bzw. Fed anders aus als erwartet, verfliegt der Druck häufig nach einigen Tagen wieder. Tiefgreifende Absatzkrisen, grundlegende Veränderungen der Verbrauchernachfrage oder anhaltende politische Spannungen haben eine ganz andere Qualität.
Das Wichtigste im Überblick:
Bauen sich in den Orderbüchern mehr Verkaufspositionen auf, nimmt die Spannung auf dem Parkett zu, der Markt wird volatiler und die Kurse geraten branchenweit unter Druck. Kein außergewöhnliches Szenario, sondern eine Situation, auf die sich jeder Trader vorbereiten muss. Es braucht klare Strategien und Werkzeuge, um mit einem Abwärtstrend umzugehen.

Trader können mit hilfreichen Instrumenten auf die fallenden Kurse reagieren (Foto: Shutterstock/ Lee Charlie)
Ein Instrument für Märkte, in denen sich zunehmend Druck aufbaut, sind sogenannte Short-ETFs. Deren Besonderheit liegt darin, dass sie einen Index wie den DAX nicht 1:1 wie klassische ETFs nachbilden, sondern auf eine inverse Replizierung setzen. Heißt im Klartext: Der Index bewegt sich ein Prozent nach oben, der Short-ETF verändert sich in die genau entgegengesetzte Richtung.
Drehen die Kurse am Markt ins Minus, steigt der Wert des Short-ETFs. Wer sich als Anleger dieses Instruments bedient, erreicht eine Rendite, wenn die Vorzeichen an der Börse tiefrot sind. Ein Beispiel für einen solchen ETF ist der Xtrackers S&P 500 Inverse Daily Swap UCITS ETF (ISIN LU0322251520). Bevor hier investiert wird, müssen einige spezielle Punkte klar sein.
Short-ETFs replizieren über Derivate: Klassische ETFs bilden einen Index häufig über einen realen Aktienkorb nach, einige Fonds nutzen auch Derivate wie Swaps. Um einen Short-ETF aufzubauen, setzen die Fondsgesellschaften in der Regel auf derivative Instrumente – mit denen ein Emittentenrisiko verbunden sein kann. Dieser Aspekt spielt für die Risikobewertung eine Rolle.
Volatility Decay als Renditekiller: Eine Besonderheit der Short-ETFs ist das Zurücksetzen nach jedem Handelstag. Steigt der Index an Tag 1 um fünf Prozent und fällt an Tag 2 um fünf Prozent, ist das Depot nicht ausgeglichen, sondern steht mit 0,25 Prozent im Minus. Der Grund: Die fünf Prozent Korrektur beziehen sich auf 105 Prozent vom Vortag. Diese Situation wird als Volatility Decay bezeichnet und macht sich bei einer langfristigen Exposure bemerkbar.
Trading mit Hebel erhöht den Risikofaktor: ETFs werden inzwischen auch als Hebelprodukte angeboten. Damit haben Anleger die Chance, ihre Rendite zu optimieren. Der Hebel (Leverage) kann aber auch gegen die Position laufen, indem Verluste gehebelt werden.
Contracts for Difference (CFDs) sind Derivate, die auf den Kurs eines Basiswerts gehandelt werden. Dieses Underlying können einzelne Aktientitel, Rohstoffe oder Indizes sein. Letztere bieten sich in Situationen an, wenn die Börsen unter Druck geraten. Der Grund: CFDs eignen sich sowohl für Long als auch für Short-Positionen.
Mit den Index-CFDs – zum Beispiel auf den DAX, Nasdaq oder S&P 500 – lassen sich die schwierigen Phasen am Markt als Renditechance nutzen. Warum nicht einzelne Aktien-CFDs? Ein Differenzkontrakt auf einen Indexwert kann mit einem höheren Hebel von 1:20 ausgestattet werden, bei Aktien reden wir von 1:5. Diese Hebelwirkung ist auch der Unterschied zu Short-ETFs. Letztere sind damit nicht standardmäßig ausgestattet, bei CFDs ist der Hebel essenzieller Teil des Finanzprodukts.
Hebel ist neutral: Die Hebelwirkung bei CFDs ist ein zweischneidiges Schwert, da sie grundsätzlich neutral ist und die Position des Traders nicht favorisiert. Läuft alles nach Plan, werden Gewinne gehebelt. Erlebt der Kurs einen positiven Rücksetzer, sorgt der Hebel für Verluste.
Spread im Auge behalten: Für CFDs fallen bei den Brokern in der Regel keine klassischen Ordergebühren an. Stattdessen muss der Spread (die Spanne zwischen dem Geld- und Briefkurs) beobachtet werden. Die Differenz kann je nach Asset und Marktsituation schwanken.
Overnight-Gebühren: Ein weiterer wichtiger Punkt betrifft das Halten der CFDs über einen längeren Zeitraum. Für das Offenhalten nach Börsenschluss werden Gebühren erhoben. Solche „Übernacht-Kosten“ müssen über die Rendite refinanziert werden, weshalb sich CFDs eher als kurzfristiges Instrument etabliert haben.
Put-Optionsscheine – kurz Puts – verbriefen das Recht, einen Basiswert zu einem festgelegten Kurs zu verkaufen. Fällt der Kurs des Basiswerts unter diesen Preis, steigt der innere Wert des Puts. Für erfahrene Trader, die einen Kursrückgang bei einer bestimmten Aktie oder einem Index erwarten, sind Puts ein gängiges Instrument zur Portfolioabsicherung. Der Effekt, den das Instrument hat, ist durch den Hebel umso größer, je stärker der Kurs sinkt. Da für die Puts keine Nachschusspflicht besteht, ist das Verlustrisiko auf das eingesetzte Kapital begrenzt.

Trader haben verschiedene Möglichkeiten ihr Portfolio bei fallenden Kursen abzusichern (Foto: Shutterstock/ VideoFlow)
2026 entwickelt sich zu einem schwierigen Jahr für Anleger. Nachdem 2025 die Märkte den ersten Schreck des US-amerikanischen Zollhammers verkraftet haben, wird der US-Iran-Konflikt zu einer starken Belastung für die Börsen. In vielen Portfolios hat die Farbe Rot trotz einer kleinen Entspannung dominiert.
Der Handel mit CFDs über den Broker Pepperstone bietet die Chance, diese Phase auszunutzen. Warum gerade dieser Broker? Pepperstone überzeugt mit einem komfortablen, digitalen Onboarding, bietet eine breite Auswahl im Handelsangebot (womit sich verschiedene Strategien abbilden lassen) und setzt auf eine Plattform mit hoher Performance.
Für uns sprechen genau diese Erfahrungen mit Pepperstone für den Anbieter. MetaTrader 5, ein Demokonto für Börsenneulinge und erfahrene Anleger (die neue Strategien testen wollen) sowie der gut erreichbare Support runden das Paket ab.
Wie Anleger auf Börsen reagieren, an denen der Druck deutlich zu spüren ist, hängt vor allem an der gewählten Strategie ab. Ein zentraler Aspekt ist der Wechsel von einem offensiven, auf Wachstum ausgerichteten Fokus, in einen defensiven Modus. Dies bedeutet nicht automatisch, sich von allen Derivaten und Hebelprodukten zu verabschieden.
Es braucht eine Verschiebung des Fokus auf Strategien, die gezielt mit den richtigen Instrumenten als Absicherung arbeiten. Puts oder CFDs lassen sich in dieser Situation als Instrumente zum Hedging einsetzen. Jedem Trader muss dabei aber klar sein, dass auch solche Instrumente keine „Selbstläufer“ sind, sondern Risikomanagement gerade in Phasen, die den Markt unter Druck setzen, eine zentrale Säule der Anlagestrategie sein muss.
Dafür ist eine kontinuierliche Marktbeobachtung mit verschiedenen Indikatoren erforderlich. Diese analysieren den Chart, um anhand bestimmter Parameter den weiteren Verlauf zu antizipieren. Zu den wichtigsten gehören der gleitende Durchschnitt (Moving Average) oder der RSI. Zusätzlich sollten Anleger denVIX-Index für die Volatilität und den Fear & Greed Index im Auge behalten.
Dafür stehen Optionen wie Stop-Loss-Orders zur Verfügung. Diese werden im Bereich des letzten lokalen Hochs platziert. Erreicht der Kurs dieses Niveau wieder, wäre die Short-Thesis widerlegt. Trailing-Stops sichern aufgelaufene Gewinne automatisch ab, ohne den Trade zu früh zu schließen. Zusätzlich braucht es eine klare Vorstellung davon, wie hoch die Positionsgröße pro Trade maximal sein darf, um die Liquidität nicht zu stark zu belasten.
Die Initial-Margin ist die Sicherheitsleistung, die beim Eröffnen einer CFD-Position hinterlegt werden muss. Die Maintenance-Margin ist der Mindestbetrag, der dauerhaft im Konto verbleiben muss, damit der Broker die Position offen hält. Unterschreitet das Guthaben diesen Wert, folgt der Margin Call.

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Finanzielle Differenzgeschäfte (sog. contracts for difference oder auch CFDs) sind komplexe Instrumente und gehen wegen der Hebelwirkung mit dem hohen Risiko einher, schnell Geld zu verlieren. Der überwiegende Anteil der Privatkundenkonten verliert Geld beim CFD-Handel. Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie CFD funktionieren, und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren.