

Es gibt eine ganze Reihe Gebühren, die beim Brokervergleich immer im Fokus stehen. Dazu gehören natürlich die Entgelte der Anbieter für die Verwaltung des Wertpapierdepots. Gerade bei Neobrokern wird gern auf solche Depotführungsgebühren verzichtet. Im Fokus stehen natürlich auch die Orderkosten für den Wertpapierhandel.
Hier sind zwischen den einzelnen Brokern große Unterschiede zu erkennen. Verschiedene Anbieter halten nach wie vor am klassischen Provisionsmodell mit einem Grundentgelt und variablen Provisionssätzen fest. Andere Wertpapierbroker setzen inzwischen auf das Flatrate-Modell. Beide Modelle haben ihre Vor- und Nachteile.
Dass Trader gerade bei den Order- und Depotgebühren so genau hinschauen, hat natürlich einen Grund: Je niedriger die Kosten ausfallen, desto mehr bleibt letztlich auch von den Erträgen übrig, die eine Aktie oder ein Finanzderivat erwirtschaftet. Auf der Suche nach einem Broker muss auch auf Entgelte geachtet werden, die nicht sofort offensichtlich sind.
Wie hoch die Gebühren für das Trading sind, ist bei einem Broker mit Provisions- oder Flatrate-Modell einfach herauszufinden. Im Zusammenhang mit Handelsarten und Anbietern, die mit Spreads arbeiten, ist dies schwieriger. Hintergrund: Als Spread wird die Spanne zwischen dem Geld- und Briefkurs bezeichnet.
Verbreitet werden Anleger im Handel auf Derivate und Devisen oder bei CFD-Broker mit dem Spread konfrontiert. Die Herausforderung besteht darin, den Spread als Gebühr zu erkennen, die quasi in den Kurs für das gehandelte Asset „eingepreist“ ist. Wie hoch der Spread ausfällt, variiert von Broker zu Broker.
Besonders schwierig ist die Bewertung in Situationen mit variablen Spreads, wenn sich diese beispielsweise in Abhängigkeit vom Orderzeitpunkt ändern. Gerade nach Ende der offiziellen Handelszeiten kann sich der Spread im OTC-Trading (Over the Counter) spürbar verschieben.
Auch Aktien und ETFs können Spreads aufweisen, insbesondere bei Handelsplätzen mit geringer Liquidität oder in Phasen hoher Marktvolatilität. Hier sollten Anleger besonders auf die Spreads achten, um versteckte Kosten zu vermeiden.

➡️ Trader sollten die Broker-Kosten vor Augen haben/ Shutterstock/ Prostock-studio
Broker bieten Anlegern einen Zugang zu verschiedenen Börsen, sind meist aber selbst keine Marketmaker. Für das Trading auf Aktien, ETFs oder Anleihen fällt seitens der Broker die im Preisverzeichnis niedergelegte Gebühr an. Wenn eine Order teurer gehandelt wird, liegt dies unter Umständen an Fremdspesen bzw. Handelsplatzgebühren.
Diese Entgelte werden individuell von den einzelnen Börsen festgelegt. Bei einem guten Broker werden solche zusätzlichen Handelsentgelte direkt im Preisverzeichnis ausgewiesen – für jeden einzelnen angebotenen Handelsplatz. Wo Wertpapierbroker eine Fremdspesenpauschale erheben, ist die Vergleichbarkeit mit Konkurrenten leider schwierig, da die tatsächliche Preisspanne bei den Handelsplatzgebühren in der Praxis sehr deutlich ausfällt.
Einige Broker übernehmen Handelsplatzgebühren für bestimmte Orders, insbesondere Neobroker bei ausgewählten Partnerbörsen. Das kann ein Vorteil sein, wenn bevorzugt über diese Plattformen gehandelt wird.
Wer sich als Anleger für einen auf Finanzderivate spezialisierten Broker interessiert, muss in einem Punkt im Preisverzeichnis besonders genau hinschauen. Hier werden zum Handelsschluss noch offene Positionen mit einer Overnight Fee oder Übernachtgebühr belastet. Diese Finanzierungskosten dienen dem Offenhalten der Position in den Büchern der Broker und können als Zinszahlung verstanden werden.
Bei einer Long-Position handelt es sich um einen negativen Zins, der Anleger zahlt die Overnight Fee an den Broker. Im Rahmen einer offengehaltenen Short-Position entsteht unter Umständen ein positiver Zins, der Broker leistet eine Zahlung an den Anleger (wenn der Abschlag den Referenzzinssatz nicht übersteigt). Die Höhe der Übernacht-Gebühren ist bei qualitativ hochwertig aufgestellten Brokern über das Preisverzeichnis ausgewiesen.
Die Höhe der Overnight-Gebühr orientiert sich häufig an einem Referenzzinssatz wie dem EURIBOR oder LIBOR, zuzüglich eines Broker-Aufschlags. Anleger sollten diesen Wert regelmäßig überprüfen, da er je nach Marktlage schwanken kann.
ETFs (Exchange Traded Funds) spielen mittlerweile für breite Anlegergruppen in den Tradingstrategien – auch wegen der Möglichkeit zum Aufbau von Sparplänen und einer inneren Risikostreuung – eine Rolle. Was in diesem Zusammenhang nicht vergessen werden darf: Für ETFs und aktiv verwaltete Investmentfonds fallen Verwaltungsgebühren an.
Die TER (Total Expense Ratio) wird als Prozentsatz auf den Fondswert angegeben und fließt nicht an den Broker, sondern wird durch den Fonds-Anbieter einbehalten. Im Vergleich schneiden ETFs an dieser Stelle günstiger ab als die aktiv verwalteten Fonds.

➡️ Ein Broker-Kosten Check lohnt sich immer/ Shutterstock/ Lemonsoup14
Wer in volatile Märkte investiert, muss Verluste in der gewählten Strategie berücksichtigen und entsprechende Hedging-Features einbauen. Die Risikostreuung ist ein wichtiger Ansatz, um mit dem Schwankungsrisiko umzugehen. Anleger können aber auch Maßnahmen wie den Stop Loss oder einen Trailing Stop Loss verwenden.
Damit schließt die Handelsplattform eine Position, sobald der eingestellte Kurswert erreicht ist (um Gewinne zu realisieren, wird eine Take-Profit-Marke gesetzt). Leider besteht im Tradingalltag immer die Gefahr, dass zwischen dem Stop-Loss-Kurs und dem realisierten Verkaufskurs eine Differenz entsteht – das Slippage-Risiko.
Besonders gravierend kann dies in sehr volatilen Marktsituationen ausfallen. Inzwischen bieten einige Broker (unter anderem beim Handel auf Hebelprodukte) den garantierten Stop Loss an. Damit wird Anlegern zugesichert, den Verkauf zum eingestellten Preis auszuführen. Im Gegenzug kann eine zusätzliche Gebühr anfallen oder als Alternative der Spread auf die Position steigen.
Nicht alle Broker verlangen Gebühren für Orderzusätze – einige bieten sie kostenlos an. Hier lohnt sich ein detaillierter Vergleich der Preislisten.
Eine versteckte Gebühr, die schnell von Anlegern übersehen werden kann, sind Entgelte für inaktive Anleger. Diese werden bevorzugt von Brokern im Ausland erhoben, wenn über einen festgelegten Zeitraum keine Handelsaktivität stattfindet. Sowohl der zu berücksichtigende Zeitraum als auch die Höhe der Inaktivitätsgebühr legen Broker individuell fest. Hierin ist einer der Gründe zu sehen, nach einem Anbieterwechsel dem alten Wertpapierbroker gegenüber die Kündigung auszusprechen.
Inaktivitätsgebühren sind vor allem bei CFD- und ausländischen Brokern verbreitet, während klassische Aktienbroker diese Gebühr oft nicht erheben.
Überweisungen auf das Verrechnungskonto sind die Voraussetzung, um bei einem Broker überhaupt Wertpapiere zu handeln. Erfolgt die Einzahlung mit einer Kreditkarte oder über verschiedene E-Wallets, belasten einige Broker das Handelskonto mit einer Transaktionsgebühr. Kosten können zusätzlich auch für Auszahlungen anfallen. Aus Anlegersicht verringern sich hierdurch die Erträge aus dem Wertpapierhandel, weshalb Transaktionskosten kritisch zu sehen sind.
Banküberweisungen sind meist kostenlos, während alternative Zahlungsmethoden oft mit Gebühren verbunden sind. Anleger sollten daher bevorzugt die kostenfreien Zahlungsmethoden nutzen.
Im Brokervergleich geht es um die Auswahl an Assets, wie gut sich die Handelsplattform bedienen lässt und wie teuer das Trading ist. Den Blickwinkel an dieser Stelle nur auf die Orderkosten und Depotverwaltung zu richten, ist als erster Impuls nachvollziehbar. Bei vielen Anbietern werden Gebühren außerdem als Handelsplatzentgelte, Overnight Fee oder für spezielle Orderzusätze erhoben. Angesichts dieser Tatsache sind Anleger aufgerufen, den Blick ins Preisverzeichnis nicht zu vernachlässigen – um bei der Anmeldung für einen Broker die richtige Entscheidung zu treffen.


Finanzielle Differenzgeschäfte (sog. contracts for difference oder auch CFDs) sind komplexe Instrumente und gehen wegen der Hebelwirkung mit dem hohen Risiko einher, schnell Geld zu verlieren. Der überwiegende Anteil der Privatkundenkonten verliert Geld beim CFD-Handel. Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie CFD funktionieren, und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren.