

2025 hat am Forex-Markt teilweise sehr unterschiedliche Trends gesehen, was die Strategien vieler erfahrener Trader maßgeblich beeinflusst hat. Besonders im Vordergrund stand der Wechsel im Weißen Haus. Auch 2026 dürfte sich in besonderer Weise entwickeln. Die Einflussfaktoren auf die verschiedenen Währungen bleiben sehr heterogen.
Die USA haben 2025 deutlich werden lassen, dass es in den kommenden Jahren im Bereich der Warenströme und Lieferketten zu Veränderungen kommen wird. Gleichzeitig sorgt die US-Dominanz im Tech-Sektor weiter für eine Dynamik, die sich aufgrund verschiedener Faktoren aber verschieben kann.
Dank wirtschaftlicher und geopolitischer Herausforderungen entsteht am Währungsmarkt ein starkes Zinsgefälle, das Anleger für sich nutzen können – über Carry-Trades. Die Frage bleibt, welche Währungspaare für diese Strategie in den kommenden 12 Monaten besonders empfänglich sein werden.
Carry-Trades basieren auf einem vergleichsweise einfachen Grundprinzip. Anleger nutzen die Zinsdifferenz zwischen Währungspaaren als Hebel, um eine Rendite zu erzielen. Dabei wird eine Niedrigzinswährung gegen eine Hochzinswährung getauscht.
Aus der sich ergebenden Zinsdifferenz entsteht der Gewinn, den das Handelsgeschäft einfährt. Gleichzeitig kann durch die Wechselkursbewegung eine verstärkende oder dämpfende Bewegung einsetzen. Ein Carry-Trade ist deshalb immer eine Kombination aus Zinsstrategie und Währungsrisiko.
2026 könnte sich als besonders interessantes Jahr für Carry-Trading entpuppen, da sich am Devisenmarkt einige Währungspaare entwickeln, bei denen niedrige Zinsen auf einen deutlich höheren Leitzins auf der Gegenseite treffen.

Carry-Trades könnten 2026 Tradern besondere Chancen bieten (Foto: Shutterstock/ SWKStock)
Welche Mechanismen die Zinsdifferenzen am Währungsmarkt auslösen, lässt sich unter anderem am Beispiel EUR/USD exemplarisch sehr gut herleiten. Im Zuge der Finanzkrise sind die Leitzinsen in beiden Wirtschaftsräumen von einem Hochzinsplateau deutlich abgerutscht und in Richtung einer Null-Zins-Phase gerutscht.
Während die EZB zwischen 2017 und 2022 an diesem Zinskorridor festhielt, hob die Fed den Leitzins auf bis zu fast 2,50 Prozent an (ein erstes lukratives Zeitfenster für Carry-Trades). Mit dem Ukraine-Krieg 2022 stiegen die Zinsen in der EU und den USA an. Aber: Während die Europäische Union bereits in einen Lockerungszyklus eingetreten ist, liegen die USA immer noch an der 3,50-Prozent-Schwelle.
In 2025 hat die Fed unter Jerome Powell zwar die lange von Trump geforderten ersten Zinssenkungsschritte unternommen. Allerdings über eine vergleichsweise geringe Spanne. Die Fed lässt zudem offen, ob es mit diesem Trend weitergeht. 2026 werden gerade beim EUR/USD zwei Effekte offensichtlich besonders wichtig: Inflation und Konjunktur.
Während die Inflation in der Eurozone bereits den Zielkorridor von zwei Prozent erreicht hat – und damit der EZB einen gewissen Spielraum ermöglicht – sieht die Situation in den USA anders aus. Hier liegt die Teuerungsrate nach wie vor deutlich über der von der Fed gesetzten Zielmarke. 2026 besteht aufgrund der Zollpolitik zudem das Risiko für eine wieder steigende Inflation.
Gleichzeitig sorgen:
für eine erhebliche Unsicherheit bei Unternehmen und Investoren. Gerade in Bereichen der kleinen und mittleren Unternehmen hat sich die Arbeitsmarktdynamik erheblich verschlechtert.
In Kombination entsteht ein Spannungsfeld für die Fed, das 2026 deren Zinsentscheidungen maßgeblich beeinflussen wird. Für eine Stärkung der Wirtschaft und des Arbeitsmarktes braucht es Zinssenkungen, die allerdings nicht von den Inflationszahlen gedeckt werden.
Herausforderungen für die US-Zentralbank:
Für das Carry-Trading kommen 2026 verschiedene Währungen infrage, die alle eine wichtige Gemeinsamkeit verbindet: Sie bewegen sich aktuell in einem vergleichsweise niedrigen Zinsumfeld.
Der Yen gehört mit einem aktuellen Zinssatz von 0,50 Prozent nach wie vor zu den Finanzierungswährungen im Carry-Trading. Auch wenn für den 19. Dezember 2025 die Bank of Japan – so die Einschätzung vieler Analysten – einen Zinsschritt nach oben machen wird, dürfte der Yen auch 2026 interessant bleiben.
Herausforderungen wie eine hohe Staatsverschuldung, das Thema Deflation und die Demografie limitieren den geldpolitischen Spielraum. Die Attraktivität der Währung für Carry-Trades liegt auf der einen Seite in seiner hohen Liquidität und auf der anderen Seite in niedrigen Finanzierungskosten.
Allerdings können Risiken entstehen – zum Beispiel durch plötzliche Liquiditätsbewegungen in Krisenphasen, wenn Investoren ihre Portfolios umschichten und dieser Trend den Yen stark aufwertet. Anleger, die ins Carry-Trading einsteigen, müssen die Risk-off-Stimmung am Markt intensiv beobachten und aktives Hedging ins Auge fassen.
Seitens der Schweizer Notenbank werden die Zinsen auch Ende Dezember 2025 niedrig gehalten. Mit 0,00 Prozent liefert der SNB-Leitzins ganz klar ein Signal, dass der Franken als Finanzierungswährung für einen Carry-Trade infrage kommt.
Hinzu kommt der besondere Status des Franken, der allgemein für die Stabilität der Schweizer Wirtschaft steht. Daher gilt er auch bei Anlegern als sicherer Hafen, wenn es in anderen Währungsmärkten eher ungemütlich wird.
Carry-Trades in Franken werden besonders dann lukrativ, wenn der FX-Markt vergleichsweise stabil reagiert. Damit lassen sich die Wechselkursrisiken ausschalten, die für diese Strategie an den Devisenmärkten durchaus ein gewisses Risiko darstellen.
Für den Euro hat die EZB den Trendwechsel beim Zinssatz deutlich früher als die Fed vollzogen. Dieser Vorsprung macht die Gemeinschaftswährung zu einer Alternative bei den niedrigverzinslichen Finanzierungswährungen. Zwar steht die EZB durch das Wirtschaftsklima geldpolitisch unter Druck, kann aber bei der Inflation durchaus Spielräume ausnutzen.
Gerade die wirtschaftliche Schwäche einiger EU-Mitglieder kann der EZB Raum für weitere Zinssenkungen liefern – gerade im Hinblick auf höhere verzinste Währungen im Bereich der Emerging Markets. Auf der anderen Seite entstehen auch Risiken durch Krisendynamiken innerhalb der Währungsunion, die positive Renditeeffekte bremsen können.

Der Yen hat große Chancen 2026 für Carry Trades infrage zu kommen (Foto: Shutterstock/ Pixels Hunter)
Hochzinswährungen lassen sich für das Carry-Trading in 2026 in verschiedenen Regionen ausmachen. Es handelt sich häufig um Schwellenländer, die von einer hohen Inflationsdynamik geprägt sind. Um diese Effekte zu kontrollieren, greifen die Zentralbanken oft zu hohen Zinsanpassungen.
Der mexikanische Peso liegt Ende 2025 im Bereich der sieben Prozent (etwas darüber) und ist damit als eine klassische Hochzinswährung einzustufen. Die Zentralbank des Landes hat im März 2024 erste Zinsschritte unternommen und senkt die Leitzinsen weiterhin langsam ab.
Zum Ziel der Zentralbank ist eine starke Inflationsorientierung geworden, die das Vertrauen der Märkte zurückgewinnen will. Wirtschaftlich hat sich das letzte Jahr schwierig entwickelt. Zwar ist Mexiko mit den USA wirtschaftlich sehr eng verbunden. Unter Donald Trump hat das Verhältnis aber Risse bekommen.
Brasiliens Wirtschaft wird aktuell mit sehr hohen Zinsen belastet. Die Banco Central do Brasil hält diesen (noch) auf einem Stand von 15,00 Prozent und verfolgt an dieser Stelle das Ziel, die im Land hartnäckige Inflation zu bekämpfen. Für Carry-Trader ergeben sich damit Renditechancen, die einige Aspekte nicht ausblenden dürfen.
Politische und fiskalische Risiken bleiben präsent, die Haushaltsdisziplin Brasiliens gilt als verbesserungswürdig. Zusätzlich belastet auch politische Unsicherheit das Vertrauen. Der Real zeigt am Markt immer wieder eine hohe Volatilität und reagiert sensibel auf Faktoren wie Rohstoffpreise und die globale Risikostimmung.
Beim Argentinischen Peso handelt es sich um eine lateinamerikanische Währung mit einem sehr starken Zinsgefälle zu den klassischen Finanzierungswährungen. Mit 29 Prozent hat die Zentralbank den Leitzins auf einem extrem hohen Niveau zementiert, das die wirtschaftlichen Herausforderungen des Landes unterstreicht.
Allerdings steckt die Wirtschaft des Landes auch in tiefen Problemen. Bei der Inflation liegt das Land im Jahresvergleich mit über 30 Prozent in jedem Fall auf einer Spitzenposition. Gleichzeitig hat der Sparkurs der Regierung Milei zwar die Inflation schon senken können – allerdings zulasten struktureller Probleme, die jetzt offensichtlicher werden.
Der Devisenmarkt wird auch 2026 für Anleger spannend bleiben – gerade, wenn Trader einen Broker wie Pepperstone nutzen. Die Einrichtung des Handelskontos läuft komfortabel online ab. Über den Tradingdesk kann direkt von den Entwicklungen der Währungen als Reaktion auf Zinsveränderungen reagiert werden – egal, ob aus einer Long- oder Short-Position heraus gehandelt wird.
2025 haben verschiedene Einflussfaktoren den Devisenmarkt bewegt. Besonders viel Interesse haben der Dollar und Euro erfahren – aufgrund der Auseinandersetzungen um die US-Zölle. Allerdings schauen sich viele erfahrene Anleger auch bei anderen Währungspaaren um und suchen nach Investmentoptionen rund um das Carry-Trading. 2026 bleibt dieses Segment interessant, da unter anderem Argentinien oder Brasilien weiterhin mit hohen Zinssätzen agieren.

2026 wird für Trader interessante Carry-Trades bringen (Foto: Shutterstock/ SFIO CRACHO)
Sehr hohe Zinsdifferenzen ergeben sich zum Beispiel bei den Währungspaaren JPY/BRL oder JPY/MXN, die im Bereich zweistelliger Prozentpunkte liegen. Für den Euro sind die Differenzen etwas geringer, die Währungspaare bieten aber immer noch Potenzial für einen Carry-Trade.
Zinssenkungen in Hochzinswährungen reduzieren die Carry-Erträge und können zu Kapitalabflüssen führen, was die Währung letztlich schwächt. Zinssenkungen in Finanzierungswährungen verbessern hingegen die Differenz. Trader müssen Zentralbankentscheidungen antizipieren und ihre Positionen entsprechend anpassen.
Carry-Trades erfordern Erfahrung im Devisenhandel, ein grundlegendes Verständnis für makroökonomische Zusammenhänge und setzen voraus, dass Anleger ein aktives Risikomanagement betreiben können. Für Einsteiger ist ein Carry-Trade daher ein komplexes Asset und birgt ein gewisses Risiko.
Tritt eine hohe Volatilität im Markt auf, erhöht sich damit das Risiko für Wechselkursverluste – die am Ende den Zinsertrag übersteigen. Carry-Trades funktionieren am besten in stabilen Marktphasen. Bei steigender Volatilität sollten Positionen reduziert oder abgesichert werden.

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