

Das Konzept eines 3-Säulen-Depots aus Aktien, Krypto und Gold verfolgt laut chatGPT die Idee, ein robustes, breit diversifiziertes und zukunftssicheres Langzeitportfolio aufzubauen, also eine Art „Portfolio für die Ewigkeit“. Jede der drei Säulen übernimmt eine eigene Rolle im Vermögensschutz und -aufbau. Wir haben uns einmal näher angeschaut, wie das von chatGPT vorgeschlagene 3-Säulen-Depot aussieht und uns mit den Stärken und Schwächen beschäftigt.
Zur Säule 1, die aus Aktien und ETFs besteht und für Wachstum sowie Dividenden steht, schreibt chatGPT Folgendes:
| Rolle im Depot |
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| Empfohlene Strategie |
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| Anteil im Depot | 50–70 % |
| Im Konzept des „3-Säulen-Depots“ nimmt der Aktien- und ETF-Anteil mit einer Gewichtung von 50 bis 70 Prozent eine zentrale Rolle ein. Er soll für ein gutes Wachstum (Ertrag) sorgen. Der Vorschlag, auf breit gestreute ETFs, Branchenfonds und ergänzend auf dividendenstarke Einzelwerte zu setzen, wirkt auf den ersten Blick ausgewogen. Wir nehmen diesen Vorschlag unter die Lupe und zeigen auf, was dafür spricht, aber auch, wo Fallstricke lauern können. | |

▶️ Im 3 Säulen Portfolio von chatGPT nehmen Aktien einen prominenten Anteil ein/ Shutterstock/ photoviriya
Die Empfehlung, auf ETFs wie den MSCI World oder MSCI ACWI zu setzen, ist zweifellos zeitgemäß und vernünftig. Diese Produkte bieten mit einem einzigen Investment Zugang zu mehreren Hundert bis Tausend Unternehmen weltweit: kostengünstig, transparent und liquide. Dafür sprechen:
Allerdings gibt es aus unserer Sicht auch kritische Punkte. Der MSCI World ist zu über 65 Prozent in den USA investiert. Auch der ACWI bringt es auf rund 60 Prozent. Damit hängt die Performance stark von der Entwicklung der US-Technologieriesen ab. Was passiert, wenn diese Blase platzt oder die US-Wirtschaft schwächelt?
Ein weiterer Kritikpunkt sind fehlende Small Caps. Die zuvor genannten Indizes enthalten fast ausschließlich Großkonzerne. Mittelständische, wachstumsstarke Unternehmen, zum Beispiel aus Europa oder Asien, kommen kaum vor. Hier verschenken Sie unter Umständen Renditechancen. Wenn Sie eine echte Diversifikation haben möchten, sollten Sie daher ergänzend beispielsweise Small Cap ETFs, Emerging Markets oder Smart-Beta-Strategien in Erwägung ziehen.
Die Idee, gezielt in Trendbranchen wie Technologie, Gesundheit oder Nachhaltigkeit zu investieren, klingt verlockend. Diese Sektoren haben in den letzten Jahren überdurchschnittlich performt. ETFs auf den Nasdaq 100, Clean Energy oder Biotech erfreuen sich daher großer Beliebtheit. Für Branchen-ETFs sprechen aus unserer Sicht folgende Punkte:
Allerdings gibt es auch für diesen Investmentteil eher negative Punkte und Risiken wie die folgenden zu beachten:
Wenn Sie also Branchen-ETFs beimischen, sollten Sie deren Anteil im Depot begrenzen und regelmäßig hinterfragen, ob der zugrunde liegende Trend wirklich intakt ist.
Als dritte Komponente schlägt das Modell nach chatGPT „Dividendenstarke Einzelaktien“ wie Coca-Cola oder Microsoft vor. Das klingt solide und entspricht dem Wunsch vieler Anleger nach kalkulierbarem, passivem Einkommen. Die Vorteile sind zum Beispiel regelmäßige Ausschüttungen. Dividenden wirken wie ein Puffer in schwachen Marktphasen und ermöglichen Reinvestitionen. Zudem sind viele Dividendenaristokraten etablierte Konzerne mit stabilen Geschäftsmodellen.
Eine Schwäche ist aus unserer Sicht hingegen die Konzentration auf „reife“ Unternehmen: Dividendenstarke Aktien sind oft defensiv und haben nur ein begrenztes Wachstumspotenzial. Zudem ist eine hohe Dividendenrendite nicht automatisch ein Qualitätsmerkmal. Oft verbirgt sich dahinter ein stagnierendes Geschäftsmodell.Darüber hinaus erfordert das sogenannte Stock Picking Expertise. Wenn Sie Einzelaktien auswählen, brauchen Sie Zeit, Fachwissen und Disziplin. Andernfalls drohen Fehlgriffe.
Wir raten daher: Dividendenaktien können ergänzen, aber nicht ersetzen. Wenn Sie keine Einzeltitelauswahl treffen möchten, sind Sie mit einem Dividenden-ETF besser beraten.
Zur Säule 2, die aus Kryptowährungen als Zukunftsmarkt besteht, schreibt chatGPT Folgendes:
| Rolle im Depot |
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| Empfohlene Strategie |
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| Anteil im Depot | 5–15 % (je nach Risikobereitschaft) |
| Kryptowährungen sind längst mehr als ein kurzfristiger Hype. Allerdings sind sie auch noch weit davon entfernt, als etablierter Vermögensbaustein zu gelten. Im vorgeschlagenen „3-Säulen-Depot“ nimmt Krypto mit einem Anteil von 5 bis 15 Prozent eine klar definierte, aber risikobehaftete Rolle ein. Es soll die Innovationskraft der Blockchain-Technologie abbilden und als potenzielles Gegengewicht zum klassischen Finanzsystem dienen. Ist diese zweite Säule wirklich ein sinnvolles Element eines „Portfolios für die Ewigkeit“ oder ein unnötiger Risikofaktor in unsicheren Zeiten? | |
Der Vorschlag, den Großteil des Krypto-Anteils auf Bitcoin (BTC) und Ethereum (ETH) zu konzentrieren, wirkt auf den ersten Blick überlegt. Beide Coins gelten gemessen an Marktkapitalisierung, Verbreitung und Infrastruktur als die „Blue Chips“ der digitalen Währungen. Folgendes spricht aus unserer Sicht dafür:
Gleichzeitig gilt es jedoch, auf der negativen Seite folgende Aspekte zu beachten:
Wir bewerten den Fokus auf BTC und ETH als zwar solide Kernentscheidung innerhalb eines Krypto Portfolios. Allerdings mit der Einschränkung, dass selbst diese „etablierten“ Coins hochriskant bleiben.
Der Vorschlag, einen kleinen Teil des Krypto-Anteils auf Altcoins wie Chainlink, Polygon oder andere Projekte mit realem Nutzen zu setzen, ist nachvollziehbar, aber nicht ungefährlich. Positiv zu bewerten sind folgende Aspekte:
Die Kehrseite der Medaille ist hingegen:
Wir betrachten die Beimischung von Altcoins als extrem spekulativ, sodass Sie höchstens eine Art Spielgeldanteil nutzen sollten. Wenn Sie in dem Bereich investieren, sollten Sie das Risiko eines Totalverlusts einkalkulieren, selbst bei vermeintlich seriösen Projekten.
Tipp: Wenn Sie Kryptos nicht direkt kaufen und damit die Aufbewahrung in einem Wallet umgehen möchten, eignen sich Krypto-CFDs. Die Differenzkontrakte handeln Sie über spezielle Broker, wie zum Beispiel Pepperstone.
Ein Punkt, den viele Privatanleger vernachlässigen, ist die Frage der technischen Aufbewahrung. Der Vorschlag, die Coins langfristig zu halten („HODL“) ist gängig, aber auch gefährlich, wenn das Thema Sicherheit nicht ernst genommen wird. Die Selbstverwahrung in Cold Wallets schützt zwar vor Hacks, erfordert aber technisches Verständnis.
Die Verwahrung auf Börsen ist bequem, aber anfällig, wie zahlreiche Plattform-Pleiten in der Vergangenheit gezeigt haben. Zudem führt der Verlust von Private Keys zum unwiederbringlichen Verlust der gesamten Coins. In einem „Depot für die Ewigkeit“ darf dieses Risiko nicht unterschätzt werden.

✅ Bitcoin nimmt einen kleineren Anteil im chatGPT Portfolio ein/ Shutterstock/ fotobubas
Zur Säule 3, dem Investment in Gold mit dem Ziel der Stabilität und des Werterhaltens, schreibt chatGPT Folgendes:
| Rolle im Depot |
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| Empfohlene Strategie |
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| Anteil im Depot | 10–20 % |
| Gold genießt unter Anlegern manchmal einen beinahe mythischen Ruf. Im Rahmen des „3-Säulen-Depots“ soll Gold als dritte Säule mit einem Anteil von 10 bis 20 Prozent die Rolle der Stabilität übernehmen, und zwar zur Absicherung gegen Inflation, Systemkrisen und Börsenturbulenzen. Doch wie belastbar ist diese Annahme heute in einer Welt digitaler Assets, algorithmischer Geldpolitik und globaler Märkte? | |
Gold ist im Gegensatz zu Aktien, Anleihen oder Kryptowährungen ein physischer Rohstoff, der weder ausfallen noch pleitegehen kann. Genau deshalb gilt das Edelmetall für viele Anleger als attraktiv. Was spricht aus unserer Sicht für diese Säule:
Aufgrund dieser Aspekte ist der Vorschlag, Gold als dritte Säule im Langfristportfolio zu verankern, aus Sicht der Risikodiversifikation nachvollziehbar.
Gold dient zwar der Stabilität, ist aber kein klassischer Ertragsbringer. Anders als Aktien oder Anleihen erwirtschaftet Gold keine Erträge. Es zahlt keine Dividende, keine Zinsen und keine Miete. Der einzige Weg zur Rendite ist der Verkauf zu einem höheren Preis. Das bringt gleich mehrere Probleme mit sich:
Im Vorschlag wird auf physisches Gold (Barren, Münzen) oder alternativ auf ETCs (Exchange Traded Commodities) verwiesen. Beide Formen haben Vor- und Nachteile – und keine ist ohne Risiken. Physisches Gold hat unter anderem folgende Vorteile:
Nachteile sind hingegen:
Gold-ETCs haben vor allem die Vorteile, dass sie einfach handelbar und liquide sind sowie einen kostengünstigen Zugang zum Goldmarkt bieten.Nachteile sind, dass das Gegenparteienrisiko bleibt, auch wenn viele ETCs physisch besichert sind. Im Krisenfall könnten Einlösungsansprüche verzögert oder eingeschränkt sein.
Wir empfehlen: Wenn Sie Gold als strategische Absicherung verstehen, sollten Sie mindestens einen Teil physisch lagern, auch wenn das unbequem ist. Ein Gold-ETF kann ergänzen, sollte aber nicht alleinige Lösung sein.
Ein Argument vieler Goldkritiker lautet: „Gold bringt nichts, man sollte lieber investieren.“ Doch genau hier liegt ein Denkfehler. Gold ist kein Investment im klassischen Sinne, es ist eher eine Art Versicherung. Diese bewertet man jedoch nicht nach ihrer Rendite, sondern nach ihrem Schutz. Besonders sinnvoll ist Gold in folgenden Situationen:
Weniger überzeugt das Edelmetall hingegen in Boomphasen mit starkem Aktienwachstum, bei hoher Realverzinsung (Zinsen > Inflation) und in technologisch getriebenen Marktphasen (z. B. 2010–2020). Gold funktioniert also nicht immer gleich gut, aber es hat in den richtigen Momenten eine ausgleichende Wirkung im Depot.

▶️ Gold soll im chatGPT Portfolio für Stabilität sorgen/ Shutterstock/ sommart sombutwanitkul
Betrachten wir uns zum Abschluss, welche Vorteile chatGPT dem 3-Säulen-Depot zuschreibt:
Das 3-Säulen-Depot wirbt also mit einer ganzen Reihe von Vorteilen. Auf dem Papier klingt das überzeugend, doch wie tragfähig sind diese Versprechen im Ernstfall? Die Diversifikation über Anlageklassen ist zweifellos ein Pluspunkt. Doch echte Unabhängigkeit ergibt sich nur, wenn die einzelnen Säulen nicht gleichzeitig in Stressphasen einbrechen, was in der Vergangenheit bei Aktien und Krypto durchaus vorkam.
Das Wachstumspotenzial durch Aktien ist historisch belegt. Aber es setzt Geduld, Disziplin und eine hohe Risikotoleranz voraus, was keine Selbstverständlichkeit für jeden Anleger darstellt. Gold bietet langfristig Inflationsschutz, aber mit teils jahrzehntelangen Durststrecken. Aktien schützen nur, wenn Unternehmen die Preissteigerung weitergeben können.
Und Krypto? Hier ist der Inflationsschutz bislang mehr Theorie als Praxis. Schließlich die Krisenfestigkeit: Ein solches Depot kann Schwankungen abfedern, aber kein Allheilmittel sein. Wer Schutz erwartet, ohne Volatilität zu akzeptieren, wird enttäuscht.
Unser Fazit: Die genannten Vorteile sind existent, aber nicht bedingungslos, denn sie setzen Wissen, Erfahrungen und langfristiges Denken voraus.

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