

Viele Anleger haben nicht nur Aktien deutscher Unternehmen in ihren Portfolios. Welche Aktien Trader am Markt vermisst haben: Wertpapiere Schweizer Unternehmen. Seit 2019 waren die Aktien an den Börsen bzw. in der Europäischen Union (EU) nicht mehr vertreten. Der Grund: Im Sommer 2019 eskalierte ein Streit zwischen der EU und der Schweiz. Auslöser des Ganzen war ein Entzug der Anerkennung über die Gleichwertigkeit der Schweizer Börsenregulierung gegenüber geltenden EU-Standard. Diese Börsenäquivalenz ist für den grenzüberschreitenden Handel mit Wertpapieren essenziell, da sie Rechtssicherheit und gleiche Wettbewerbsbedingungen garantiert.
Das bis dahin geltende Abkommen war ausgelaufen. Da sich allerdings beide Verhandlungsparteien nicht auf einen Nachfolger einigen konnten und 2021 die Gespräche über ein neues Abkommen von der Schweiz sogar abgebrochen wurden, war das Thema Börsenäquivalenz zwischen der EU und der Berner Regierung vollständig vom Tisch. Komplett mussten Anleger auf Geberit, Roche oder aventron nicht verzichten. Diverse außerbörslich aktive Plattformen boten immer noch Handelsmöglichkeiten an.

💡Wegen Streitigkeiten zur Börsenäquivalenz waren Schweizer Aktien in Deutschland nicht verfügbar/ Shutterstock/ TexBr
Eine zweite Alternative war der Handel mit ADRs. Hinter dem Begriff American Depositary Receipt verbergen sich Hinterlegungsscheine. Es handelt sich um Zertifikate, die Rechte an einer Aktie oder mehreren Aktien verbriefen und an deren Stelle am US-Kapitalmarkt gehandelt werden. Je nach Gestaltung sind solche ADRs auch auf die Ausübung von Stimmrechten und dem Bezug von Dividenden ausgelegt.
Mit der Beilegung des Streits zwischen der Schweiz und der EU sind die Aktien der wichtigen Schweizer Unternehmen wieder über deutsche Börsen handelbar und lassen sich über Broker mit einem deutschen Geschäftssitz traden. Welche Relevanz hat die Entscheidung, zum 01. Mai 2025 die Schweizer Aktien wieder zuzulassen, am Ende für Anleger?
Mit der Beilegung des Streits kommen endlich Aktien von Unternehmen aus den Bereichen Gesundheit, Luxusgüter und natürlich Wertpapiere der großen Banken des Landes wieder nach Deutschland. Der SMI (Swiss Market Index) umfasst allein vier Unternehmen aus dem Pharma- und Gesundheitssektor.
Die Roche Holding AG gehört zu den weltweit führenden Gesundheitsunternehmen mit Sitz in Basel. Entwickelt werden Produkte und Dienstleistungen in den Bereichen Diagnostik und Pharmazie, insbesondere für die Onkologie (Krebsbehandlung), Transplantation und Autoimmunkrankheiten. Roche ist in über 150 Ländern vertreten und setzt auf inzwischen auf personalisierte Medizin sowie umfassende Lösungen von der Diagnose bis zur Therapie.

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Mit der Novartis AG kommt ein weiterer global agierender Pharmakonzern mit Hauptsitz in Basel wieder an die deutschen Börsen. Das Unternehmen zählt zu den größten der Branche und bietet ein breites Portfolio an Medikamenten, Generika und biotechnologischen Produkten. Novartis entstand 1996 durch die Fusion von Ciba-Geigy und Sandoz und ist mittlerweile in mehr als 150 Ländern tätig.

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Die UBS Group AG zählt zu den international führenden Schweizer Großbanken und hat ihren Sitz in Zürich. Sie bietet ihren Kunden Dienstleistungen in den Bereichen Vermögensverwaltung, Investmentbanking, Asset Management für das Privat- und Firmenkundengeschäft an. Die UBS hat sich zu einem international agierenden Finanzkonzern entwickelt.

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Der Fokus liegt bei Alcon Inc. auf der Augenheilkunde. Das Unternehmen mit Sitz in Freiburg und einem operativen Hauptquartier in den USA beschäftigt mehrere zehntausend Mitarbeiter und erwirtschaftet mit pharmazeutischen und medizintechnischen Produkten mehrere Milliarden Euro. Bis zum Beschluss über die Ausgründung 2018 war Alcon Teil der Augenheilkunde-Sparte von Novartis.

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In der Schweiz hat sich über Jahre nicht nur ein starker Bankensektor entwickelt. Andere Finanzdienstleister wie Versicherungen und die Pharmaindustrie sind wichtige wirtschaftliche Stützen der Alpenrepublik. Durch die Wiederzulassung haben Anleger die Chance, ihrem Portfolio neue Impulse zu verleihen – indem die Aktien als defensive Beimischung integriert werden.
Gerade der Gesundheitssektor mit Roche, Novartis oder Lonza erweist sich rückblickend oft als weniger schwankungsanfällig gegenüber den Kursbewegungen des Durchschnittsmarktes. Hinzukommt, dass sich die Schweizer Aktien häufig auch in ein dividendenbasierte Portfolio aufnehmen lassen. Zum Beispiel hat die Novartis Aktie in den letzten vier Jahren eine stabile Dividendenrendite von mehr als 3,80 Prozent erreicht, die ausgezahlten Dividenden haben kontinuierlich zugelegt.
Wichtig ist in diesem Zusammenhang das Thema Quellensteuer, die in Höhe von 35 Prozent auf die ausgezahlten Dividenden erhoben wird. Hiermit verringert sich die Rendite deutlich.
Aktien von Schweizer Unternehmen werden zu einer interessanten Beimischung. Wer sich als Daytrader profiliert, betreibt eine aktive Assetrotation, um immer optimal Erträge zu generieren. Viele Privatanleger können die Aktien auch zum Aufbau eines langfristig orientierten Portfolios verwenden. In diesem Zusammenhang bieten sich Sparpläne an, die einen wichtigen Vorteil haben: Den Durchschnittskosteneffekt, mit dem sich das Timing-Risiko deutlich verringert.
Zu den handelbaren ETFs, die Anleger in einen Sparplan einbinden, gehören unter anderem:
Bei Neobrokern wie Trade Republic oder Finanzen.net ZERO sind sowohl die Anmeldung als neuer Kunde als auch die Einrichtung des Sparplans komfortabel gelöst. Für die Registrierung bei mehreren Brokern spricht einerseits, deren Auswahl an Handelsmöglichkeiten miteinander zu kombinieren und auf der anderen Seite Angebote wie die Verzinsung von Guthaben auf dem Verrechnungskonto zu nutzen – was zum Beispiel Scalable Capital möglich macht.
Seit Anfang Mai 2025 dürfen in der EU – und damit auch über die deutschen Börsen – wieder ganz offiziell Schweizer Aktien gehandelt werden. Für einige Anleger wird diese Nachricht möglicherweise nur eine Randnotiz gewesen sein. Wer sich möglichst breit aufstellen will, kann die Gelegenheit nutzen, mit verschiedenen Pharma- und Konsumgüterwerten ein defensives Portfolio aufzubauen.
Unternehmen wie Novartis oder Roche profitieren aber nicht nur von der Bedeutung des internationalen Gesundheitsmarktes. Dank der Dividenden realisieren Anleger hier einen passiven Ertragsstrom. Dieser verschafft dem Depot zusätzlich eine robuste Basis, die sich in volatilen Phasen bezahlt macht.

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