

Revolut hat sich als Neobank etabliert und bietet Kunden inzwischen nicht nur Leistungen rund um das mobile Banking an, sondern erweitert das Angebot kontinuierlich – auch um verschiedene Brokerage-Leistungen. Trader haben über ihr Konto Zugriff auf eine übersichtliche Handelsplattform, die Online-Broker herausfordert. Welchen Eindruck hinterlässt Revolut als Neobroker im direkten Vergleich mit etablierten Anbietern?
Aus Anlegersicht sind ein unkomplizierter Zugang ins Handelskonto und ein hohes Maß an Bedienkomfort für die Nutzererfahrung nur eine Seite der Medaille. Um sich am Broker-Markt langfristig zu etablieren, muss sich Revolut über die Auswahl bei den Handelsarten und Märkten sowie bei den Gebühren behaupten.
Revolut bietet Anlegern den Zugriff auf verschiedene Handelsmöglichkeiten, wie Aktien, ETFs, Anleihen und Rohstoffe. Der Handel erfolgt direkt über die App, was Revolut zu einem Broker macht, den Trader überall mit hinnehmen können. Zusätzlich stellt Revolut einen Tradingdesk für den PC bzw. Laptop zur Verfügung. Beide Plattformen legen den Fokus auf einfache Benutzerführung und niedrige Handelsgebühren.
Als Neobroker konzentriert sich Revolut bei der Auswahl an Assetklassen auf eine Auswahl, welche auf die Bedürfnisse von Einsteigern zugeschnitten ist. Über die deutsche Trading-Plattform des Brokers werden:
gehandelt. Finanzderivate – wie Zertifikate, Futures oder Optionsscheine und CFDs (Differenzkontrakte) – zählen bei Revolut bisher nicht zu den handelbaren Assets. Worin sich Revolut abheben kann, ist die Möglichkeit, bereits mit 1 Euro Bruchstücke von Aktien zu handeln.

▶️ Revolut bietet das Trading mit 0% Kommission an
Im Rahmen des Tradings auf ETFs (Exchange Traded Funds) bietet der Broker Anleger die Gelegenheit, direkt auf einzelne Fonds zu setzen und so Strategien wie das Multi-Asset-Trading oder Contrarian in das eigene Portfolio zu integrieren. Parallel ist bei Revolut die Einrichtung von Sparplänen möglich.
Die Auswahl an Aktien, ETFs, Rohstoffen und Anleihen bietet Anlegern eine Basis zum Aufbau des individuellen Portfolios. Parallel ist die Auswahl groß genug, um verschiedene Anlagestrategien, wie beispielsweise einen Buy-and-Hold Ansatz, zu verfolgen.
Besonders viel Aufmerksamkeit ist in diesem Zusammenhang auf eine umfassende Diversifikation zu richten – auch um Klumpenrisiken zu vermeiden. Diese entstehen, wenn unterschiedliche Assets in einem Depot gebündelt werden, die über Märkte oder Branchen gemeinsame Schnittpunkte haben und sich in der Kursentwicklung gegenseitig beeinflussen können. Ein Beispiel wären Technik-ETFs, die in ein Portfolio mit KI-Aktien einfließen.
Ob Revolut am Ende wirklich das Zeug hat, um die etablierte Konkurrenz herauszufordern, entscheidet sich nicht allein über die Auswahl bei den handelbaren Assets. Aus Anlegersicht spielen die Gebühren eine wichtige Rolle.
Im Vergleich zu klassischen Brokern verknüpft Revolut die Handelsgebühren mit den angebotenen Kontomodellen. Bedeutet: Je nach Konto erhalten Anleger Vergünstigungen im Handel mit Wertpapieren.
Übersicht zu den kostenfreien Aktien- und ETF-Orders in Abhängigkeit des Kontotyps:
Eine zusätzliche Vergünstigung wird mit dem Premium-Plan bei den Umtauschgebühren auf Rohstoffe gewährt. Während Trader mit einem Standard oder Plus Konto 0,99 Prozent (aber mindestens 1 Euro) als Gebühr bezahlen, sinkt diese auf 0,49 Prozent.
Darüber hinaus erhalten Ultra-Kontoinhaber mit Trading Pro ein weiteres Feature. Die Kommissionsgebühr sinkt auf 0,12 Prozent (ohne Mindestgebühr) außerhalb des abgeschlossenen Abo-Plans. Alle anderen Revolut-Broker-Kunden werden je Trade mit einer Gebühr von 0,25 Prozent belastet.
Zu den Handelsgebühren, die Revolut als Neobroker erhebt, kommen Fremdspesen und Transaktionsgebühren. Deren Höhe kann je nach Handelsplatz variieren und wird über die „Ex-Ante Costs & Charges Disclosure“-Seite von Revolut für die verschiedenen Handelsplätze und Arten zusammengefasst.

▶️ Revolut möchte das Trading einfache gestalten
Als Neobroker richtet sich bei Revolut die Aufmerksamkeit einerseits auf die App als zentraler Tradingdesk für Anleger, die viel unterwegs sind. Parallel steht mit der Desktop-Anwendung ein Werkzeug zur Verfügung, das einen breiten Funktionsumfang anbietet.
Der Tradingdesk ermöglicht es hier Anlegern, mehrere Assets gleichzeitig zu überwachen und so die richtigen Ein- und Ausstiegspunkte zu finden. Innerhalb des Desktop-Terminals bietet die Software verschiedene Funktionen, um die Performance des Portfolios auszuwerten.
Hinsichtlich der Handelsentscheidungen ist die Versorgung mit Echtzeitkursen besonders wichtig. Hier setzt Revolut auf Marktdaten von Refinitiv und Polygon.io. Leider besteht bisher keine Möglichkeit, Drittanbieter in die Plattform einzubinden.
Insgesamt wirkt die Trading-Oberfläche der App sehr aufgeräumt und bietet eine intuitive Bedienung. Nutzer werden damit in die Lage versetzt, innerhalb kurzer Zeit mit dem Handel – auch auf Bruchstücke von Aktien – zu beginnen. Da die Anwendung zudem Funktionen für fortgeschrittenes Trading (inklusive Bewertung von Analysten) umfasst, spricht die App verschiedene Zielgruppen an.

▶️ Revolut bietet den Desktop-Terminal für den Handel an
Hinter den Investmentmöglichkeiten von Revolut steht mit der Revolut Bank UAB eine in Litauen lizenzierte Finanzdienstleistungsgesellschaft. Das Unternehmen hat seinen Sitz damit innerhalb der EU. Zusätzlich hat die Revolut Bank UAB eine Zweigniederlassung in Deutschland gegründet und wird neben der Bank of Lithuania auch durch die Europäischen Zentralbank (EZB) sowie die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) beaufsichtigt.
Damit liegen die regulatorischen Standards relativ weit oben. Verbindlichkeiten gegenüber Brokerage-Kunden/Investoren sind bis zu einer Summe von 22.000 Euro durch ein Versicherungssystem gedeckt. Revolut erfüllt so wichtige aufsichtsrechtliche Vorgaben.
Der Neobroker Revolut zeigt im Kurzporträt, dass er als Konkurrent von etablierten Anbietern ernstgenommen werden will. Die Auswahl der Handelsplattform und die Bedienung zielen auf Einsteiger und Investoren ab, die gelegentlich handeln und Vermögen über mehrere Säulen aufbauen wollen. Als Broker will sich Revolut mit übersichtlichen Gebührenmodellen und der Option, Bruchteile von Aktien zu handeln, empfehlen.


Finanzielle Differenzgeschäfte (sog. contracts for difference oder auch CFDs) sind komplexe Instrumente und gehen wegen der Hebelwirkung mit dem hohen Risiko einher, schnell Geld zu verlieren. Der überwiegende Anteil der Privatkundenkonten verliert Geld beim CFD-Handel. Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie CFD funktionieren, und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren.