

Zur Zusammenstellung eines eigenen Depots, beispielsweise auf Basis von ETFs, gibt es zahlreiche informative Anleitungen, Ressourcen und Erklärungen. Diese konzentrieren sich in der Regel darauf, wie ein Portfolio optimal aufgebaut wird – doch weniger darauf, welche potenziellen Risiken bestehen.
Die wichtigsten Eigenschaften von Indexfonds, ihre Verwaltungskosten und Risiken werden zwar thematisiert, doch es gibt auch weniger offensichtliche Fallstricke, die Investoren langfristig Rendite kosten können. In diesem Beitragsollen die häufigsten ETF-Risiken beleuchtet werden, damit Anleger informierte Entscheidungen treffen können.
Indexfonds haben mit ihren insgesamt niedrigen Verwaltungsgebühren und ihrer einfachen Handelbarkeit eine hohe Beliebtheit bei Anlegern erlangt – auch weil sie problemlos in Sparpläne integriert werden können. Die oft propagierte „Passivität“ bedeutet jedoch nicht, dass keine Risiken bestehen.
Zwar sind die laufenden Kosten gering, und die geforderte Diversifikation lässt sich mit wenigen ETFs realisieren. Dennoch gibt es Risiken und Nebenwirkungen, die erst langfristig sichtbar werden. Diese kosten Anleger unter Umständen viel Geld über die Jahre hinweg.
Gut zu wissen, welche ETF-Fallen bestehen und wie man sie von Anfang an vermeiden kann! Zu diesen Risiken gehören:

➡️ Wir zeigen die Größten ETF-Fallen auf/ Shutterstock/ UnImages
Als Klumpenrisiko bezeichnen Finanzexperten eine überproportionale Konzentration auf bestimmte Werte, Branchen oder Länder innerhalb eines Portfolios. Obwohl ETFs breit gestreut erscheinen, kann dennoch eine starke Gewichtung einzelner Sektoren oder Regionen entstehen.
Ein gutes Beispiel ist der MSCI World Index, der zwar tausende von Aktien weltweit umfasst, aber eine starke Übergewichtung der USA und insbesondere von Technologieunternehmen aufweist. So machen US-Aktien über 60 % des Index aus, während allein Tech-Giganten wie Apple, Microsoft oder Nvidia fast 20 % der gesamten Gewichtung ausmachen (Stand 2024).
Selbst mit einer Kombination aus mehreren ETFs kann es schwierig sein, eine übermäßige Konzentration in bestimmten Sektoren zu vermeiden. Anleger sollten daher die Zusammensetzung ihrer ETFs genau analysieren, um Klumpenrisiken zu minimieren.
Die Währung ist ein nicht zu unterschätzender Faktor beim Kauf von ETFs. Hierbei spielen gleich mehrere Währungen eine Rolle:
Ein Währungsrisiko lässt sich nur vermeiden, indem Anleger ausschließlich ETFs auf Indizes aus der eigenen Währungszone kaufen. Dies schränkt jedoch die Anlagemöglichkeiten stark ein und führt dazu, dass Anleger auf Renditechancen außerhalb ihres Heimatmarktes verzichten.
Die Wertentwicklung von US-Technologieaktien oder asiatischen Märkten wird zudem ständig vom Wechselkurs beeinflusst. Dabei kann die Währungsentwicklung sowohl vorteilhaft als auch nachteilig sein.
Einige ETFs bieten eine Währungsabsicherung (sogenannte „hedged“ ETFs), die das Wechselkursrisiko eliminieren. Allerdings sind diese oft mit höheren Gebühren verbunden. Eine kostengünstigere Alternative ist es, ETFs mit starkem Fremdwährungsanteil nur in einem begrenzten Anteil des Portfolios zu halten und den Rest in Euro-basierte ETFs zu investieren.
Eine der häufigsten ETF-Fallen sind nicht sichtbare Gebühren, die sich langfristig auf die Rendite auswirken. Neben der Gesamtkostenquote (TER), die Verwaltungsgebühren angibt, gibt es weitere Kostenpunkte:

👍 Man kann den ETF-Fallen entkommen, wenn man die versteckten Kosten kennt/ Shutterstock/ Gorodenkoff
Eine der oft übersehenen Gefahren bei ETFs sind Liquiditätsrisiken. Während große und breit gestreute ETFs auf bekannte Indizes wie den MSCI World oder den S&P 500 meist problemlos gehandelt werden können, gibt es spezialisierte ETFs, deren Liquidität stark eingeschränkt ist.
Die Liquidität eines ETFs beeinflusst die Kosten beim Kauf und Verkauf erheblich. Ein ETF, der nur selten gehandelt wird, weist in der Regel eine größere Spanne zwischen Kauf- und Verkaufspreis (Spread) auf. Dies bedeutet, dass Anleger beim Kauf mehr zahlen und beim Verkauf einen geringeren Preis erhalten, was sich negativ auf die Rendite auswirken kann.
Zudem kann es in Phasen hoher Volatilität problematisch sein, einen schlecht gehandelten ETF schnell zu veräußern, ohne dabei erhebliche Kursverluste hinnehmen zu müssen.
Ein Liquiditätsrisiko besteht besonders bei:
Ein Beispiel: Ein ETF auf einen breit diversifizierten Emerging-Markets-Index ist in der Regel liquide, ein ETF, der nur in einen spezifischen Sektor in Lateinamerika investiert, kann jedoch illiquide sein.
Ein wesentlicher Aspekt der ETF-Anlage ist die steuerliche Behandlung, die oft erst bei der ersten Steuererklärung ins Bewusstsein rückt. Seit der Investmentsteuerreform 2018 gibt es neue steuerliche Regeln, die insbesondere thesaurierende ETFs betreffen.
Die Vorabpauschale wurde eingeführt, um sicherzustellen, dass auch thesaurierende ETFs, die keine Dividenden ausschütten, eine jährliche Mindestbesteuerung unterliegen.
Sie wird nach folgender Formel berechnet: Vorabpauschale = Basisertrag – Ausschüttungen (mindestens 0)
ETF gelten als besonders gut geeignet für Anleger und Sparer – nicht nur Börsen-Neulinge greifen gern zu den breit gestreuten, kostengünstigen Produkten. Damit die Performance nicht deutlich hinter den Erwartungen zurückbleibt, sollten die hier vorgestellten Kostenfallen bekannt und von Anfang an reduziert sein.

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Finanzielle Differenzgeschäfte (sog. contracts for difference oder auch CFDs) sind komplexe Instrumente und gehen wegen der Hebelwirkung mit dem hohen Risiko einher, schnell Geld zu verlieren. Der überwiegende Anteil der Privatkundenkonten verliert Geld beim CFD-Handel. Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie CFD funktionieren, und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren.