

Seit der Wiederwahl von Donald Trump zum US-Präsidenten im November 2024 hat sich die Krypto-Landschaft grundlegend verändert. Trump, der sich selbst als „Bitcoin-Präsident“ bezeichnet, will die USA zum globalen Zentrum für Kryptowährungen machen. Ende Januar 2025 unternahm Trump erste Schritte – mit einem Dekret für die Gründung eines Beratergremiums, das Krypto-freundliche Gesetze vorbereiten soll und auf eine nationale Krypto-Reserve hinarbeitet.

💡 Was kommt 2025 noch auf den Bitcoin zu?/ Shutterstock/ Nataliya Dryha
Die Märkte reagierten zunächst euphorisch: Der Bitcoin erreichte am 20. Januar 2025 ein neues Allzeithoch von über 108.000 US-Dollar. Ein Auslöser: Die Erwartung eines Abbaus regulatorischer Hürden durch die US-Regierung – was es institutionellen Investoren erleichtern würde, in den Kryptomarkt auf breiter Front einzusteigen. Mit dem Dekret zur Krypto-Reserve im März und dem ersten Krypto-Gesetz (welches die IRS-Meldepflicht für DeFi-Exchanges aufhebt) scheint Trump die Rahmenbedingungen für den Markt deutlich zu verbessern.
Nach der Hochstimmung an den Märkten haben einige Anleger eine Katerstimmung erlebt. Mit welchen Herausforderungen ist für den Rest des Jahres 2025 zu rechnen?

✅ Der Bitcoin hat 2025 schon einiges erlebt/ Shutterstock/ MUNGKHOOD STUDIO
Donald Trump hat mit dem Versprechen, die Krypto-Regulierung zu lockern, bei Anlegern Werbung für sich als 47. US-Präsident gemacht. Trotz der Bestrebungen, in den USA Gesetze zur Erleichterung des Marktzugangs durch den gesetzgeberischen Prozess zu bringen, bleibt ist die Rechtslage unübersichtlich.
Einige Länder arbeiten an scharfen Regeln für Krypto-Assets. Zudem ist nicht klar, wie nachhaltig das „Tauwetter“ in den USA wirklich ist. Die Trump-Administration beweist regelmäßig, wie schnell sich der Wind in Washington drehen kann. Für die Krypto-Branche ergibt sich damit eine hohe Unsicherheit. Besonders die fehlende Abstimmung zwischen Washington und den einzelnen Bundesstaaten wird zu einem Problem. Investoren treffen auf einen Flickenteppich aus einer liberalen bis ablehnenden Haltung gegenüber den Kryptowährungen.
Die Kursentwicklung im ersten Quartal 2025 zeigt, wie sensibel der Kryptomarkt auf politische und wirtschaftliche Impulse reagiert. Nach dem Allzeithoch folgte ein starker Abwärtstrend, der sich nicht allein aus Gewinnmitnahmen erklären lässt. In den Kursen der Krypto-Assets spiegeln sich makroökonomischen Faktoren wider.
Obwohl der Zollstreit zwischen den USA und dem Rest der Welt (mit Ausnahme Chinas) in Teilen vorerst ausgesetzt ist, rechnen Ökonomen mit einer Rezession. Diese Stimmung verunsichert Anleger. Gleichzeitig kann ein Wiederaufflammen der Zollkrise die Inflation anheizen. Die protektionistische Politik stört Lieferketten und den Welthandel. Ein Wirtschaftsklima, das Investoren in defensive Anlagen treibt.
Damit sinkt nicht nur die Zahl der Anleger, in deren Portfolio die Kryptowährungen eine Rolle spielen. Letztlich verringert der Abfluss von Kapital die Liquidität im Markt, was für die Nachfrage-Angebot-Situation immer ein schlechtes Zeichen ist. Sofern sich die globale Handelskrise verschärft und es wirklich zu einer anhaltenden Rezession kommt, besteht auch für die Kurse der Krypto-Assets eine gewisse Gefahr.
Die Krypto-Szene entwickelt sich dynamisch – auch auf der technischen Ebene. Gerade traditionelle Kryptowährungen der ersten Stunde sehen sich mit den verschiedenen Layer-1- und Layer-2-Projekten einer wachsenden technischen Herausforderung gegenüber. Damit entstehen für Anleger neue Bewertungskriterien – wie die technologische Relevanz.
Token, die keine aktive Entwicklung vorantreiben, um mit den neuen Gegebenheiten Schritt zu halten, werden in Zukunft einen Verlust an Nachfrage und Marktanteilen erleben. Hinzukommt, dass sich neue Produkte in Position bringen und den Wettbewerbsdruck erhöhen. Digitale Zentralbankwährungen sind ein Beispiel, da sie Effizienz und Rechtssicherheit in einer Weise miteinander, die andere (unabhängige) Coins nicht erreichen.

▶️ Anleger beobachten die dynamische Entwicklung der Krypto-Szene/ Shutterstock/ voronaman
Künstliche Intelligenz (KI) dringt in zunehmend mehr Lebensbereiche ein. Befürworter sehen hier eine Verbesserung der Effizienz und Wohlstandsvermehrung. Auf der anderen Seite kann KI aber auch dazu genutzt werden, um Schadprogramme zu entwickeln. Krypto-Assets und deren Ökosysteme können sich kurz- bis mittelfristig auf einen stärkeren Druck durch Cyberkriminalität einstellen. Bereits in der Vergangenheit ist es Hackern gelungen, in Exchanges einzubrechen und erhebliche Vermögenswerte abzuziehen.
Das große Interesse an Kryptowährungen hat zu einer Entwicklung verschiedener Finanzprodukte geführt, die zwar keine Coins direkt handeln, diese aber als Basiswert heranziehen. Dazu gehören unter anderem Krypto-ETFs oder Derivate, wie CFDs (Contracts for Difference). Diese schaffen mehr Auswahl, bringen aber im Fall der CFDs auch Risiken über die Hebelwirkung mit. Gerade für Privat- und Kleinanleger wird es erforderlich, sich intensiv mit dieser Anlageklasse zu beschäftigen, um neue Anlageprodukte hinsichtlich ihrer Einordnung in das Risikoprofil zu bewerten.
Ins Jahr 2025 ist der Kryptomarkt mit Euphorie gestartet. Der Bitcoin konnte einen neuen Höchststand markieren und die Branche hat auf positive Impulse durch Donald Trump gehofft. Dieser unternimmt tatsächlich Schritte, um die Regulierung abzubauen. Gleichzeitig sorgen besonders die makroökonomischen Schwierigkeiten dafür, dass auch die Kurse am Kryptomarkt unter Druck geraten. Wie sich das Jahr 2025 für Anleger weiterentwickelt, wird damit auch sehr stark von der Politik des Weißen Hauses abhängen.


Finanzielle Differenzgeschäfte (sog. contracts for difference oder auch CFDs) sind komplexe Instrumente und gehen wegen der Hebelwirkung mit dem hohen Risiko einher, schnell Geld zu verlieren. Der überwiegende Anteil der Privatkundenkonten verliert Geld beim CFD-Handel. Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie CFD funktionieren, und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren.