

2025 ist als starkes Aktienjahr zu Ende gegangen. Der S&P 500 konnte rund 14 Prozent zulegen, der NASDAQ mit über 20 Prozent sogar noch deutlich mehr. Getrieben wurde die Performance vor allem durch KI und Tech-Werte wie die Magnificent 7, die auf dem Parkett eine klare Dominanz entwickelt haben.
Nach dem Jahreswechsel stellt sich die Frage: Wie viel Wachstum für 2026 ist in den Kursen bereits eingepreist, und wie viel Risiko steckt in den ambitionierten Bewertungen? Ende Januar 2026 haben die Quartalszahlen von Microsoft und SAP erste Antworten geliefert – und werden zum Stimmungstest für den Software- und KI-Sektor. Ergeben sich daraus strategische Implikationen für eine Umschichtung in Dividenden-basierte Assets?
Das vergangene Jahr haben einige Themen besonders dominiert. Das Zulegen gerade der US-Indizes konzentrierte sich auf eine Handvoll Schwergewichte – was 2026 strukturelle Risiken entstehen lässt. Dabei war KI das bestimmende Narrativ. Unternehmen wie Nvidia vervielfachten ihren Wert, Microsoft und Alphabet konnten von massiven Cloud- und KI-Investitionen profitieren.
Chipentwickler, die Betreiber von Rechenzentren und Softwareanbieter haben eine beispiellose Nachfrage erlebt. Parallel blieben „Old Economy“-Segmente zurück – Industriewerte, klassischer Einzelhandel und Teile des Finanzsektors konnten mit dieser Entwicklung nicht Schritt halten.
Die Konzentration in Indizes wie dem S&P 500 hat für die Tech-Branche einen historischen Stand erreicht. Die „magischen 7“, also:
machten inzwischen über 30 Prozent der Marktkapitalisierung aus.
Diese Konstellation lässt erhebliche Risiken entstehen: Korrekturen weniger Titel können einen Index wie den S&P 500 erheblich belasten. Die Kurstrends der Aktien ohne diese sieben Werte sehen komplett anders aus. Wird deren Einfluss herausgerechnet, ergibt sich ein Kurstrend im einstelligen Prozentbereich.
Die Tech-Euphorie hat 2025 viele Portfolios aufgewertet. Für 2026 sollten sich Anleger darauf vorbereiten, dass die Weichen neu gestellt werden. KI-Entwickler haben in der Vergangenheit zwar massiv Kapital angezogen. Ein stabiler Cashflow in die Gewinntöpfe hat sich daraus bisher aber oft nicht ergeben. Das Training der Modelle erweist sich durch eine immer weiter steigende Skalierung der Leistung als teuer.
Anleger achten inzwischen stärker darauf, wie sich die Branche entwickelt und bevorzugen tendenziell Unternehmen mit starkem freien Cashflow, robusten Margen und nachhaltigen Wettbewerbsvorteilen. Spekulative Wachstumsstorys werden gegenüber den profitablen Geschäftsmodellen eher hinterfragt – insbesondere, was deren Umsatzversprechen für die Zukunft angeht.

Die Microsoft Aktie ist unter den „magischen 7“ des S&P 500 (Foto: Shutterstock/ PJ McDonnell)
Steigt die Volatilität im Markt, müssen sich Anleger fragen, wie sie mit höheren Risiken umgehen. Dividendenaktien werden in diesem Umfeld attraktiver, da Anleger Stabilität suchen – die ihnen laufende Erträge liefert und Kursschwankungen dämpft. Defensive Sektoren wie Versorger, Basiskonsumgüter und die Telekommunikation profitieren in der Regel von dieser Entwicklung.
Diese haben gegenüber den Wachstumswerten mit einer sehr hohen Investitionsquote den Vorteil, Anlegern einen passiven Cashflow anzubieten – über Dividenden. Speziell Dividenden-Aristokraten stechen in diesem Zusammenhang hervor, da sie die Ausschüttungen kontinuierlich beibehalten und sogar steigern. Typische Beispiele sind:
Im Januar 2026 beginnt die mit Spannung erwartete Berichtssaison für die Unternehmenszahlen. Mit Spannung wurden Zahlen der Tech-Schwergewichte erwartet – unter anderem Microsoft und SAP. Was die Reaktionen zeigen: Der Markt wird deutlich kritischer.
Eine Überraschung ist Microsoft: Das Unternehmen lieferte solide Umsatzzahlen, verfehlte aber die Erwartungen in einem Bereich – beim Azure-Wachstum. Die Cloud-Sparte legte insgesamt zwar zu, das Wachstum scheint sich aber zu verlangsamen. Besonders die KI-gestützten Services zeigten schwächere Adoption als erhofft.
Zusätzlich wirken die angekündigten Investitionen nach: Microsoft plant weitere Milliarden für Rechenzentren und KI-Infrastruktur ein. Diese Ankündigung wirkt auf den ersten Blick strategisch sinnvoll, belastet kurz- bis mittelfristig aber die Margen. Wann für diese Investitionen ein Ertrag in den Bilanzen auftaucht, bleibt unklar. Und genau dieser Effekt schafft Unsicherheit.
Signale, die eine klare strategische Implikation aufweisen: Wenn ein Marktführer wie Microsoft abgestraft wird, liegt die Messlatte für den gesamten Sektor höher. Anleger fordern nicht mehr Wachstum um jeden Preis, sondern einen effizienten Kapitaleinsatz mit einem klar erkennbaren ROI-Pfad. Im Ergebnis hat die Aktie eine starke Korrektur verkraften müssen.
Noch heftiger hat es SAP (ISIN: DE0007164600) erwischt. Der Softwarekonzern meldete zwar ein Umsatzwachstum im Cloud-Geschäft, verfehlte aber insgesamt die Erwartungen. Zusätzlich belasten die Aussichten für 2026 den Kurs. Ein Grund: Europäische und US-amerikanische Unternehmen zögern bei größeren Software-Investitionen.
Gerade der Fall von SAP zeigt, dass inzwischen verschiedene IT-Modelle – in diesem Fall KI und SaaS – miteinander konkurrieren. Die resultierende wirtschaftliche Unsicherheit (Welches Element setzt sich im B2B Kontext durch?) steigt, IT-Budgets werden kritischer geprüft. SAP spürt diese Entwicklung unmittelbar – die Aktie verlor über zehn Prozent und riss andere europäische Titel mit.

SAP muss derzeit mit heftigen Herausforderungen zurecht kommen (Foto: Shutterstock/ Wirestock Creators)
Die Diskussion „Dividenden oder Wachstumsaktien“ bewegt sich durch die absoluten Narrative eigentlich in einem falsch gesetzten Framing. Es geht nicht um eine klare „Entweder-oder-Entscheidung“, sondern um die richtige Kombination – abhängig von der Marktphase und dem Risikoprofil.
Wachstumsaktien liefern Aufwärtspotenzial und partizipieren an Trends wie der Digitalisierung oder der Energiewende. Dividendentitel bedienen die Buy-and-Hold-Komponente, reduzieren gleichzeitig Volatilität und verringern Timing-Fehler (viele Anleger verkaufen in Panikphasen, Dividenden wirken stabilisierend).
Die optimale Strategie kombiniert beide Elemente. Ein Portfolio aus diversifizierten Wachstumswerten und Qualitätsdividenden bietet die nötige Balance. In Trendmärkten liefert der Wachstumsanteil die Rendite, während in volatilen Phasen Dividenden das Depot stabilisieren. Im Aufbau des Portfolios können allerdings Fehler passieren.
In der Portfolioausrichtung muss sich grundsätzlich das aktuelle Marktsentiment widerspiegeln. Zwar funktioniert Wachstum in Trendmärkten mit steigender Risikobereitschaft und expandierenden Multiplikatoren besser. Gerade in einer anhaltenden Rally steigt das Risiko, auf einen Wendepunkt zu stoßen. Die Kunst liegt darin, diesen auch zu erkennen.
Ein Ansatz für 2026 – der Aufbau eines Core-Satelliten-Portfolios. Als Basis kann eine Diversifikation über eine US- und Europa-Exposure dienen. Index-ETFs wären in diesem Zusammenhang eine mögliche Assetklasse. Die Zusammensetzung der Satelliten kann entsprechend der Risikoausrichtung und Markttrends gewählt werden.

Als Basis für ein Core-Satelliten-Portfolio kann eine Diversifikation über ein US- & Europa-Exposure erfolgen (Foto: Shutterstock/ New Africa)
Anleger haben 2025 mit Tech-Werten ein sehr starkes Wachstum für ihre Portfolios erzielt. Gerade Aktien von Alphabet, Meta oder Nvidia sind erheblich in den Bewertungen am Markt gestiegen. Ist damit Schluss? Bislang deutet nichts auf eine dramatische Abkühlung hin.
XTB bietet einen umfassenden Zugang an die Märkte, überzeugt im Test außerdem mit der komfortablen Online-Einrichtung des Handelskontos und setzt auf eine performancestarke Handelsplattform. Eine Kombination, die den Aufbau einer Handelsstrategie erlaubt, mit der auf eine Abschwächung der Dynamik im Tech-Segment reagiert werden kann – auch mobil mit Smartphone und Tablet.
2025 hat Wachstumsaktien belohnt – getrieben von KI und einer starken Tech-Performance. Im Januar 2026 zeigt sich: Der Markt wird anspruchsvoller. Microsoft und SAP liefern Quartalszahlen, die zwar solide aussehen, die hohen Erwartungen aber nicht mehr erfüllen. Für Software- und KI-Titel werden Bewertungen kritischer hinterfragt.
Wer als Trader starr auf Growth setzt, riskiert Korrekturen. Wird nur auf Dividenden vertraut, verpassen Anleger Wachstumschancen. Die optimale Strategie kombiniert beides – mit einer klaren Diversifikation und einer risikoadaptierten Satellitenposition.
Nein, ein kompletter Ausstieg ist nicht empfehlenswert. Tech bleibt vorerst ein Wachstumstreiber – KI, Cloud und Digitalisierung sind Trends, die in ihrer grundlegenden Substanz anhalten. Allerdings müssen Anleger selektiver vorgehen und die Überbewertungen des Sektors in ihre Überlegungen einbinden.
Dividenden-ETFs bieten eine Möglichkeit zur Diversifikation und reduzieren das Einzeltitelrisiko. Sie eignen sich besonders für Anleger ohne die Kapazitäten für intensive Recherchen und Planungen der Anlagestrategie. Allerdings enthalten Dividenden-ETFs auch Unternehmen mit hohen Ausschüttungsquoten oder sinkenden Gewinnen. Es zahlt sich aus, deren Zusammensetzung zu prüfen und auf ETFs zu setzen, die auf Dividendenwachstum setzen.
Perfektes Timing wird sich selten jedes Mal realisieren lassen, aber Indikatoren helfen dabei, die Exitpunkte zu finden. Steigen defensive Sektoren gegenüber Tech-Werten oder erhöhen Investoren Zuflüsse in Dividenden-ETFs, signalisiert dies eine höhere Rotationsbereitschaft. Aber auch fundamentale Signale zählen – wenn Software-Unternehmen trotz solider Zahlen abgestraft werden.

Zum Anbieter
*



Finanzielle Differenzgeschäfte (sog. contracts for difference oder auch CFDs) sind komplexe Instrumente und gehen wegen der Hebelwirkung mit dem hohen Risiko einher, schnell Geld zu verlieren. Der überwiegende Anteil der Privatkundenkonten verliert Geld beim CFD-Handel. Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie CFD funktionieren, und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren.