

Dividendenaktien und Welt-ETFs bieten in Krisenzeiten ganz unterschiedliche Vorteile. Die Performance beider Anlageklassen hängt dabei von Faktoren wie der Risikostreuung, Stabilität der Einzelassets und der Marktvolatilität ab. Was Dividendenaktien kennzeichnet, ist die Chance auf eine zuverlässige Ausschüttung von Erträgen. Welt-ETFs haben dagegen den Vorteil einer breiten Diversifikation. Wie performen beide Assets, wenn sie gegeneinander gehalten werden?

▶️ Dividendenaktioen und Welt-ETFs stehen im Fokus der Anleger/ shutterstock/ Miljan Zivkovic
Als Dividendenaktien werden Aktien von Unternehmen eingestuft, die regelmäßig einen Teil der Gewinne an Aktionäre ausschütten. Es handelt sich oft um am Markt etablierte Unternehmen mit einem stabilen Geschäftsmodell, soliden Ertragswerten und einer starken Marktposition. Beispiele sind unter anderem Autohersteller, Konsumgüterhersteller oder Pharmakonzerne.
Gerade die letzten beiden Gruppen schaffen es, auch in wirtschaftlich schwierigen Phasen Dividenden zu zahlen, da die Produkte unabhängig von der Konjunktur nachgefragt werden. Vorteile der Dividendenaktien sind passive Erträge, die regelmäßig ausgeschüttet werden und von der Kursentwicklung abgekoppelt sind.
Gleichzeitig bietet sich bei Dividendenpapieren die Chance, eine kombinierte Rendite aufzubauen, da Anleger von potenziellen Kursgewinnen profitieren. Nicht zuletzt winkt gerade bei den Dividendenaristokraten eine stabile Ertragssituation, da diese über Jahre besonders zuverlässig Gewinnbeteiligungen auszahlen.
Allerdings gibt es auch Risiken, wie die Abhängigkeit von der Unternehmensperformance (und damit den Management-Entscheidungen) sowie eine Verringerung der Rendite, wenn sich Geschäftsjahre schlecht entwickeln.
Welt-ETFs sind börsengehandelte Fonds (Exchange Traded Funds), die sich auf die Replikation auf globale Aktienindizes fokussieren und eine Exposure in tausende Unternehmen aus Industrie- und Schwellenländern aufbauen. Damit streuen die Anlageklassen Risiken über verschiedene Regionen, Branchen und Währungen. Ein bekannter Index, auf den sehr viele ETFs setzen, ist der MSCI World.
Zu den Vorteilen der Welt-ETFs gehört die breite Diversifikation, welche das Risiko durch die Streuung über Märkte und Sektoren reduzieren kann. Parallel sind die Fonds häufig (im Vergleich zu herkömmlichen Investmentfonds mit aktivem Kapitalmanagement) kosteneffizient durch niedrige Verwaltungsgebühren.
Da Welt-ETFs das globale Wirtschaftswachstum für sich nutzen, generieren sie zudem ein langfristiges Wachstum. Wer sich für diese Variante entscheidet, muss die Herausforderungen berücksichtigen. Gerade die Übergewichtung einzelner Sektoren oder Märkte, wie dem US-Aktienmarkt oder Tech-Werten, wird zu einem Problem. Dies kann bei Sektorencrashs nachhaltige Effekte im Portfolio hinterlassen. Über das Factsheet der einzelnen Fonds ist prüfbar, wie sich die ETFs zusammensetzen. Zusätzlich ist bei globalen Investments mit Wechselkursrisiken zu rechnen.

💡 Welt-ETFs bieten eine breite Diversifikation/ Shutterstock/ GamePixel
Für die Bewertung, welche Anlageklasse in Krisen am Ende besser performen kann, braucht es eine Betrachtung der Entwicklung in verschiedenen Kategorien. Zum besseren Verständnis lohnt es sich, mit konkreten Beispielen zu arbeiten.
Dividendenaktien wie Coca-Cola (ISIN: US1912161007) und Johnson & Johnson (ISIN: US4781601046) sind zwei Beispiele für Unternehmen, die kontinuierlich Ausschüttung über Dividenden erreichen – selbst wirtschaftlich schwachen Phasen. Welt-ETFs wie der iShares Edge MSCI World Minimum Volatility (ISIN: IE00B8FHGS14) haben sich in den zurückliegenden Jahren durch ein kontinuierliches Wachstum ausgezeichnet und minimieren Kursschwankungen durch einen Fokus auf Titel mit geringer Volatilität, was in Bärenmärkten vorteilhaft ist
Dividendenaktien generieren direkte Cashflows. Beispielsweise hat Johnson & Johnson eine Dividendenrendite in den letzten 10 Jahren von mindestens 2,38 Prozent erreicht. Einige Dividendenaktien gehen noch weiter. Realty Income (ISIN: US7561091049) erwirtschaftet monatliche Dividenden aus Mieteinnahmen und kann damit sogar kurzfristige Liquiditätsbedürfnisse befriedigen.
Welt-ETFs setzen auf langfristiges Kapitalwachstum. So generiert der Rize Global Sustainable Infrastructure UCITS ETF (ISIN: IE000QUCVEN9) zwar keine garantierten Ausschüttungen, eröffnet durch die Investition in nachhaltige Infrastrukturprojekte dagegen langfristige Renditechancen, jedoch ohne garantierte Ausschüttungen.
In der Finanzkrise 2008 haben sich gerade Dividendenaktien wie Procter & Gamble (ISIN: US7427181091) besser als der Gesamtmarkt behauptet – nicht nur in Bezug auf die Kursentwicklung. Durch ein breites Produktportfolio in Waren des täglichen Bedarfs sind Gewinne stabil geblieben. Selbst in der Finanzkrise konnten so Dividenden ausgeschüttet werden. Welt-ETFs wie der Vanguard FTSE All-World (ISIN: IE00B3RBWM25) werden von den Krisen zwar mitunter deutlich erfasst, können sich durch die Streuung in verschiedene Märkte mitunter aber deutlich schneller von den Einbrüchen erholen.
Der Aufbau eines auf Dividendenaktien basierenden Portfolios verlangt von Anlegern eine kontinuierliche Marktbeobachtung und Justierung, um die Performance, Resilienz und Rendite zu optimieren. Wichtig ist, die Unternehmensdaten im Blick zu behalten, um Aktien mit einer schwachen Entwicklung auszusortieren. Durch die regelmäßigen Rotationen im Depot entstehen Kosten. Für Welt-ETFs als „Buy-and-Hold“-Instrumente ist der Portfolio-Managementaufwand geringer. Allerdings ist an dieser Stelle zu berücksichtigen, dass hier Verwaltungskosten der Fondsgesellschaften entstehen.

▶️ Professionelle Anleger nutzen ein gut diversifiziertes Portfolio/ Shutterstock/
Erfahrene Anleger setzen auf ein Portfolio, das auf verschiedenen Säulen ruht. Nur so ist in Krisen eine gewisse Resilienz zu erreichen. Neben den Dividendenaktien und Welt-ETFs lassen sich dafür sehr unterschiedliche Anlageklassen in die Betrachtung einbeziehen.
Exchange Traded Funds, die ihren Fokus auf Werte mit geringen Kursschwankungen ausrichten.
Hierbei handelt es sich um Immobilienfirmen, die Infrastrukturanlagen betreiben. Ein Beispiel ist American Tower (ISIN: US03027X1000), mit dem Anleger von langfristigen Mietverträgen für Mobilfunkmasten profitieren.
Physisch besicherte ETCs wie Xetra-Gold (ISIN: DE000A0S9GB0) können sich als Inflationshedge und Sicherheitsoption für Krisen eignen. Seit 2022 hat der Gold-ETC einen sehr starken und robusten Aufwärtstrend erlebt – von mehr als 65 Prozent.
Welt-ETFs und Dividendenaktien reagieren auf Krisen sehr unterschiedlich. Während es den Aktien gelingt, auch in der Krisen oft einen passiven Cash-Flow zu generieren (und teilweise auch noch ein Kursplus zu realisieren), werden die ETFs häufig von globalen Krisen erfasst.

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