

Die DKB will im kommenden Jahr 2026 im Segment des Wertpapiergeschäfts in die Offensive gehen und damit zu den Neobrokern wie Trade Republic aufschließen. Was die Berliner Direktbank vorhat, ist nicht einfach die schrittweise Modernisierung des bestehenden Angebots.
Vielmehr geht es um einen strategischen Frontalangriff auf die etablierten Neobroker. Plattformen wie Scalable Capital und andere Marktteilnehmer haben in den vergangenen Jahren mit modernen App-basierten Tradingdesks besonders junge Anleger für sich gewinnen können. Und genau hier will auch die DKB hin.
DKB-Chef Sven Deglow hat das Vorhaben in Medienauftritten deutlich formuliert: Die Bank will nicht länger einfach nur zuschauen, wie Millionen Kunden zwar ihr Girokonto bei der Bank führen, ihre Wertpapiergeschäfte aber über Neobroker abwickeln.
Diese Konto-Depot-Lücke will die DKB mit ihrer Offensive schließen. Dazu plant die Direktbank, die besten Eigenschaften beider zu kombinieren – die Verlässlichkeit und den Service einer etablierten Bank mit innovativen Features moderner Trading-Apps.

Die DKB möchte das Trading Angebot mit der App weiter ausbauen
Die angekündigten Innovationen im Portfolio der DKB orientieren sich stark an Leistungen, die Anleger von Neobrokern erwarten. Zu den geplanten Features gehören Fractional Shares, also die Möglichkeit, Bruchstücke von Aktien zu erwerben.
Dieses Angebot ist besonders auf eine Zielgruppe ausgerichtet: Kleinanleger, die mit kleinen Beträgen auch in hochpreisige Aktien investieren. Mit Fractional Shares ist eine Realisierung dieser Strategie auch ohne einen hohen Grundstock an Kapital möglich.
Um die geplante Offensive einzuordnen, lohnt sich ein Blick auf das, was die DKB heute bereits bietet. Das Depot selbst ist kostenfrei (es wird keine Depotführungsgebühr verlangt), es fallen aber bei Transaktionen Gebühren an.
Bei einer Inlandsorder werden je nach Ordervolumen zwischen 10 und 30 Euro fällig. Hier unterscheidet sich die DKB noch deutlich von der Neobroker-Konkurrenz. Es liegt also durchaus die Vermutung nahe, dass hinter verschlossenen Türen bei der DKB schon an neuen Preismodellen gearbeitet wird.
Bei Sparplänen liegt die DKB mit 1,50 Euro pro Ausführung bereits auf einem sehr guten Niveau, wobei einige Neobroker immer noch etwas günstiger arbeiten. Aber: Gerade bei laufenden Aktionen – wie den im November 2025 gestarteten Blue Week Deals – sichern sich Anleger günstige Konditionen.

Die DKB bietet in der Blue Week besondere Angebote
Die strategische Positionierung der DKB zielt darauf ab, nicht einfach nur Neobroker zu kopieren, sondern deren Schwachstellen auszugleichen. Als Bank mit jahrzehntelanger Erfahrung bietet die DKB Leistungen, die über reines Wertpapier-Trading hinausgehen.
Baufinanzierungen, Konsumentenkredite, umfassende Beratung und ein umfassend erreichbarer Kundenservice sind Assets, die im direkten Wettbewerb durchaus einen Unterschied machen. Zusätzlich bringt die DKB natürlich Erfahrung und eine solide Regulierung mit.
Interessant wird das Angebot gerade für Anleger, denen es nicht nur um das günstigste Depot geht, sondern die auf eine langfristige Beziehung zur Bank setzen. Die Kombination aus Plattform fürs Gehaltskonto, für unkomplizierte Finanzierungen mit soliden Konditionen und für das Depot ist eine bequeme Lösung im Alltag.
Die Pläne der DKB klingen ambitioniert – und sind es auch. Die Umsetzung wird sicher kein Selbstläufer, da die DKB nicht nur technisch aufrüsten muss, sondern auch im Hinblick auf interne Abläufe und die Zielgruppe umdenken muss.
Neobroker agieren in einem sehr dynamischen Umfeld, das sich schnell verändert und in dem Skalierungseffekte auch unerwartete Folgen haben können. Wächst die Nachfrage nach den Angeboten sehr schnell, braucht es eine Infrastruktur, die mit dem Workload – zum Beispiel im Support – umgehen kann.
Es wird 2026 für die DKB nicht reichen, einfach neue Produkte anzukündigen und auszurollen. Vielmehr braucht es stimmige Konzepte, die in ihren Entscheidungen bis zum Ende durchdacht sind. Außerdem wird sich die DKB fragen müssen, ob die neuen Angebote ohne Änderungen bei den Gebühren für Neobroker tatsächlich eine Konkurrenz sind.
Die angekündigte Depotoffensive der DKB verspricht, 2026 zu einem wirklich spannenden Jahr werden zu lassen. In der Vergangenheit haben Neobroker deutlich gezeigt, dass sich mit schlanken Prozessen, einfacher Bedienbarkeit und einer umfassenden Erreichbarkeit Kunden gewinnen lassen.
Es bleibt abzuwarten, ob die DKB nachziehen und den gleichen Erfolg haben kann. Letztlich hängt viel davon ab, dass die neuen Features den Nerv der Kunden treffen – und deren Bedürfnisse ansprechen. Die Verbindung aus moderner App, niedrigen Kosten und einem klassischen Banking-Service könnte aber tatsächlich eine Lücke im Markt füllen.

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