Medienkooperation

ETF-Sparpläne im Check: Welche Strategie führt langfristig zum Erfolg?

Datum: 15.03.2025
Inhaltlich geprüft durch: Ruben Wunderlich
Wesentliche Punkte
  • Auf ETFs basierende Sparpläne sind eine von vielen Anlegern genutzte Anlageklasse, um mit kleinem Budget an den Aktienmärkten zu partizipieren.
  • Entsprechend des eigenen Risikoprofils können Anleger verschiedene Optimierungsstrategien für den Vermögensaufbau verfolgen.
  • Diversifikation und eine Dynamisierung der Sparrate können zusätzliche Erfolgsfaktoren für das Portfolio sein.

ETF-Sparpläne zwischen Wachstum und Sicherheit

ETF-Sparpläne haben sich gerade für viele Privatanleger als effizientes Instrument für den langfristigen Vermögensaufbau etabliert. Das besondere Merkmal ist die Chance, mit regelmäßigen Investitionen in breit gestreute Indexfonds von einem hohen Maß an Kosteneffizienz und Flexibilität zu profitieren.

Ein weiteres wichtiges Merkmal der Sparpläne ist der Durchschnittskosteneffekt. Bei einer konstanten Sparrate fließen in Phasen mit schwachen Kursen in den Sparplan mehr Anteile, die in bullischen Märkten die Gesamtperformance des Portfolios verbessern.

Doch der Erfolg hängt letztlich aber maßgeblich von der gewählten Strategie ab. Anleger können sich für Methoden entscheiden, die ein konservatives Profil bevorzugen oder nutzen Hebel-ETFs und einen Momentum-basierten Ansatz, um die Renditechancen für den Sparplan zu optimieren.

Sparplan-Strategien für einen konservativen Ansatz

Ein konservativ orientiertes Investment verfolgt auch im Zusammenhang mit ETF-Sparplänen einen eher langfristigen Ansatz. Dafür sind Buy and Hold und die Ausrichtung auf Dividenden zwei sinnvolle Strategien. Beim Buy-and-Hold stehen ETFs für Sparpläne im Vordergrund, die eine breite globale Streuung erreichen. Diese Diversifikation muss auch sektoral angemessen ausgebaut sein.

Räumen die Fondsgesellschaften einzelnen Branchen eine besondere Gewichtung ein, ergeben sich hieraus auf lange Sicht Risiken. Für die praktische Umsetzung dieser langfristigen Investment-Methode sollte aus Anlegersicht der Fokus nicht ausschließlich auf Aktien-ETFs gerichtet sein. Eine Beimischung von auf Anleihen basierenden ETF-Sparplänen zwischen 20 und 30 Prozent integriert ein stabilisierendes Element in die Strategie.

Der dividendengewichtete Ansatz verfolgt als Ziel den Aufbau eines passiven Ertragszuflusses. Hier liegt einer der Vorteile darin, dass die Dividende von kurzfristigen Schwankungen am Markt weniger stark beeinflusst wird – da sie auf den realen wirtschaftlichen Ergebnissen der Unternehmen beruht. Über Dividenden beteiligen diese ihre Aktionäre an den Gewinnen.

Um diesen Ansatz zu realisieren, müssen die ausgewählten ETFs einige Voraussetzungen erfüllen. Dazu gehören:

  •     eine stabile Fondsrendite (mit einer hohen Ausschüttungsrendite)
  •     die breite Streuung des Assetportfolios
  •     ein hohes Fondsvolumen (über Skalierungseffekte verringern sich die Kosten).

Die Ausschüttungsrendite ist aus zwei Gründen wichtig: Einerseits verbessert sie die Kursrendite und liefert einen entscheidenden Beitrag zur Gesamtrendite. Auf der anderen Seite kann sie für den ETF einen positiven Ertrag selbst dann retten, wenn der Markt in eine bärische Phase eindreht.
ETF-Sparpläne im Check

ETF-Sparpläne im Check

Mit der Core-Strategie Risiko und Rendite verbinden

Anleger, die in ETF-Sparpläne investieren, aber Risiko und Rendite verbinden wollen, können zu Strategien mit einer dynamischen Komponente greifen. Dabei fokussiert sich die Mehrheit des Kapitals in ETFs, die eine vergleichsweise stabile Wertentwicklung erwarten lassen und auf Schwankungen robust reagieren, wie MSCI World ETFs. Diese bilden den Kern (Core) der sparplanbasierten ETFs.

Zusätzlich werden für das Portfolio Fonds aus Bereichen wie dem Tech- oder Clean-Energy-Sektor herangezogen. Diese bilden den äußeren Kreis, sind deutlich volatiler ausgelegt und sollen eine Wachstumskomponente in die Sparplan-Strategie integrieren. Ein wesentlicher Aspekt dieser Strategie ist eine regelmäßige Bewertung besonders der äußeren Elemente. Gegebenenfalls muss ein Rebalancing stattfinden.

Eine zweite ETF-Sparplan Strategie beruht auf Faktor Indexfonds. Diese basieren zwar auf vielen bekannten Indexwerten mit einer teilweise sehr breiten Streuung. Allerdings konzentrieren sich die Faktor-ETFs auf einzelne Parametern, unter denen sie die Auswahl der Assets gewichten. Low-Volatility-ETFs verfolgen das Ziel, geringere Schwankungen als das Benchmark zu erreichen. Vom Markt unterbewertete Aktien stehen bei den Value-ETFs im Mittelpunkt. Gezielt eingesetzt, ist diese Strategie in der Lage, an einer Optimierung des Portfolios adäquat mitzuwirken.

Hebel-ETFs und aktives Sparplan-Management

ETFs und Sparpläne – das Ganze klingt zuerst nach einem Investment, das auf Sicherheit und einen langfristigen Vermögensaufbau ausgerichtet ist. Für einen Teil der Anleger ist diese Aussage auch zutreffend. Aber: ETF Sparplänen können auch zur Realisierung einer risikobetonteren Strategie eingesetzt werden.

Eine Möglichkeit: Den Sparplan auf Hebel-ETFs ausrichten. Diese recht junge Anlageklasse will das Produkt ETF risikofreudigen Anlegern schmackhaft machen. Wer sich dafür als Sparplan interessiert, muss die Marktbewegungen unbedingt im Auge behalten. Ein Drawdown zwischen 10 und 15 Prozent ist das Signal, die Position zu überdenken.

Anleger, die sich regelmäßig auch um die Sparplananlage kümmern, erreichen mit der Momentum-gewichteten Strategie ebenfalls eine Renditeoptimierung. Allerdings ist der Fokus auf Anpassungen der Sparrate gerichtet. Anhand technischer Indikatoren – wie dem Verlauf der 200-Tage- oder 50-Tage-Linie zum aktuellen Kurs entscheidet sich, ob für den Sparplan eine Änderung der Rate nach oben oder unten in Erwägung gezogen wird.

ETF Sparpläne im Check

➡️ Hebel-ETFs erfordern ein gutes Sparplan-Management/ Shutterstock/ Tualek Photography

Erfolgsfaktoren, die für ETF-Sparpläne eine Rolle spielen

Die verschiedenen Strategien für ETF-Sparpläne sind eine Seite der Medaille. Es gibt weitere Faktoren, welche in den Aufbau des Portfolios einfließen sollten. Ein sehr wichtiger Punkt ist die Diversifikationsrate. Anlegern ist zu empfehlen, sich auch bei den Sparplänen breit aufzustellen und mehrere ETFs zu besparen. Damit lässt sich das Klumpenrisiko verringern.

Letztlich gehen Marktdynamiken auch an ETF-Sparplänen nicht spurlos vorbei. Aus diesem Grund ist eine kontinuierliche Beobachtung der Märkte und – sofern nötig – ein Rebalancing notwendig. Dies kann auch so aussehen, dass in sehr volatilen Phasen die Sparrate erhöht wird. Dieser scheinbare Widerspruch erreicht eine höhere Partizipation an den Märkten und wird als Value Averaging bezeichnet. Mit diesem Schritt kann der Cost-Average-Effekt ergänzt und die erreichbare Rendite optimiert werden.

Um in den Vermögensaufbau einen Inflationsausgleich zu integrieren, bietet sich die Dynamisierung der Sparrate an. Dazu wird ein Prozentsatz gewählt, um den sich die aufgewendete Sparrate erhöht. Diese kann über die Laufzeit konstant gehalten werden, was die Dynamisierung planbar macht. Um einen realistischen Ausgleich für die Inflation zu erreichen, wird der Prozentsatz für jedes Jahr neu ausgerichtet.

Fazit: Mit ETF-Sparplänen die Marktphasen ausnutzen

ETF-Sparpläne sind zu einer Anlageklasse geworden, auf die Privat- und Kleinanleger immer wieder zurückgreifen – wegen der Aussicht, mit Sparraten kontinuierlich an den Aktienmärkten zu partizipieren. Anleger, die geschickt verschiedene Strategien einsetzen, können auch mit Sparplänen eine Optimierung ihrer Rendite erreichen. Voraussetzung ist, die Märkte zu beobachten und auf eine sich ändernde Phase schnell und flexibel zu reagieren – inklusive eines Rebalancings. Auf diese Weise bieten auch Sparpläne die Chance, einen wachstumsorientierten Investmentansatz zu verfolgen.

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