

ETF-Sparpläne haben sich gerade für viele Privatanleger als effizientes Instrument für den langfristigen Vermögensaufbau etabliert. Das besondere Merkmal ist die Chance, mit regelmäßigen Investitionen in breit gestreute Indexfonds von einem hohen Maß an Kosteneffizienz und Flexibilität zu profitieren.
Ein weiteres wichtiges Merkmal der Sparpläne ist der Durchschnittskosteneffekt. Bei einer konstanten Sparrate fließen in Phasen mit schwachen Kursen in den Sparplan mehr Anteile, die in bullischen Märkten die Gesamtperformance des Portfolios verbessern.
Doch der Erfolg hängt letztlich aber maßgeblich von der gewählten Strategie ab. Anleger können sich für Methoden entscheiden, die ein konservatives Profil bevorzugen oder nutzen Hebel-ETFs und einen Momentum-basierten Ansatz, um die Renditechancen für den Sparplan zu optimieren.
Ein konservativ orientiertes Investment verfolgt auch im Zusammenhang mit ETF-Sparplänen einen eher langfristigen Ansatz. Dafür sind Buy and Hold und die Ausrichtung auf Dividenden zwei sinnvolle Strategien. Beim Buy-and-Hold stehen ETFs für Sparpläne im Vordergrund, die eine breite globale Streuung erreichen. Diese Diversifikation muss auch sektoral angemessen ausgebaut sein.
Räumen die Fondsgesellschaften einzelnen Branchen eine besondere Gewichtung ein, ergeben sich hieraus auf lange Sicht Risiken. Für die praktische Umsetzung dieser langfristigen Investment-Methode sollte aus Anlegersicht der Fokus nicht ausschließlich auf Aktien-ETFs gerichtet sein. Eine Beimischung von auf Anleihen basierenden ETF-Sparplänen zwischen 20 und 30 Prozent integriert ein stabilisierendes Element in die Strategie.
Der dividendengewichtete Ansatz verfolgt als Ziel den Aufbau eines passiven Ertragszuflusses. Hier liegt einer der Vorteile darin, dass die Dividende von kurzfristigen Schwankungen am Markt weniger stark beeinflusst wird – da sie auf den realen wirtschaftlichen Ergebnissen der Unternehmen beruht. Über Dividenden beteiligen diese ihre Aktionäre an den Gewinnen.
Um diesen Ansatz zu realisieren, müssen die ausgewählten ETFs einige Voraussetzungen erfüllen. Dazu gehören:

ETF-Sparpläne im Check
Anleger, die in ETF-Sparpläne investieren, aber Risiko und Rendite verbinden wollen, können zu Strategien mit einer dynamischen Komponente greifen. Dabei fokussiert sich die Mehrheit des Kapitals in ETFs, die eine vergleichsweise stabile Wertentwicklung erwarten lassen und auf Schwankungen robust reagieren, wie MSCI World ETFs. Diese bilden den Kern (Core) der sparplanbasierten ETFs.
Zusätzlich werden für das Portfolio Fonds aus Bereichen wie dem Tech- oder Clean-Energy-Sektor herangezogen. Diese bilden den äußeren Kreis, sind deutlich volatiler ausgelegt und sollen eine Wachstumskomponente in die Sparplan-Strategie integrieren. Ein wesentlicher Aspekt dieser Strategie ist eine regelmäßige Bewertung besonders der äußeren Elemente. Gegebenenfalls muss ein Rebalancing stattfinden.
Eine zweite ETF-Sparplan Strategie beruht auf Faktor Indexfonds. Diese basieren zwar auf vielen bekannten Indexwerten mit einer teilweise sehr breiten Streuung. Allerdings konzentrieren sich die Faktor-ETFs auf einzelne Parametern, unter denen sie die Auswahl der Assets gewichten. Low-Volatility-ETFs verfolgen das Ziel, geringere Schwankungen als das Benchmark zu erreichen. Vom Markt unterbewertete Aktien stehen bei den Value-ETFs im Mittelpunkt. Gezielt eingesetzt, ist diese Strategie in der Lage, an einer Optimierung des Portfolios adäquat mitzuwirken.
ETFs und Sparpläne – das Ganze klingt zuerst nach einem Investment, das auf Sicherheit und einen langfristigen Vermögensaufbau ausgerichtet ist. Für einen Teil der Anleger ist diese Aussage auch zutreffend. Aber: ETF Sparplänen können auch zur Realisierung einer risikobetonteren Strategie eingesetzt werden.
Anleger, die sich regelmäßig auch um die Sparplananlage kümmern, erreichen mit der Momentum-gewichteten Strategie ebenfalls eine Renditeoptimierung. Allerdings ist der Fokus auf Anpassungen der Sparrate gerichtet. Anhand technischer Indikatoren – wie dem Verlauf der 200-Tage- oder 50-Tage-Linie zum aktuellen Kurs entscheidet sich, ob für den Sparplan eine Änderung der Rate nach oben oder unten in Erwägung gezogen wird.

➡️ Hebel-ETFs erfordern ein gutes Sparplan-Management/ Shutterstock/ Tualek Photography
Die verschiedenen Strategien für ETF-Sparpläne sind eine Seite der Medaille. Es gibt weitere Faktoren, welche in den Aufbau des Portfolios einfließen sollten. Ein sehr wichtiger Punkt ist die Diversifikationsrate. Anlegern ist zu empfehlen, sich auch bei den Sparplänen breit aufzustellen und mehrere ETFs zu besparen. Damit lässt sich das Klumpenrisiko verringern.
Letztlich gehen Marktdynamiken auch an ETF-Sparplänen nicht spurlos vorbei. Aus diesem Grund ist eine kontinuierliche Beobachtung der Märkte und – sofern nötig – ein Rebalancing notwendig. Dies kann auch so aussehen, dass in sehr volatilen Phasen die Sparrate erhöht wird. Dieser scheinbare Widerspruch erreicht eine höhere Partizipation an den Märkten und wird als Value Averaging bezeichnet. Mit diesem Schritt kann der Cost-Average-Effekt ergänzt und die erreichbare Rendite optimiert werden.
Um in den Vermögensaufbau einen Inflationsausgleich zu integrieren, bietet sich die Dynamisierung der Sparrate an. Dazu wird ein Prozentsatz gewählt, um den sich die aufgewendete Sparrate erhöht. Diese kann über die Laufzeit konstant gehalten werden, was die Dynamisierung planbar macht. Um einen realistischen Ausgleich für die Inflation zu erreichen, wird der Prozentsatz für jedes Jahr neu ausgerichtet.
ETF-Sparpläne sind zu einer Anlageklasse geworden, auf die Privat- und Kleinanleger immer wieder zurückgreifen – wegen der Aussicht, mit Sparraten kontinuierlich an den Aktienmärkten zu partizipieren. Anleger, die geschickt verschiedene Strategien einsetzen, können auch mit Sparplänen eine Optimierung ihrer Rendite erreichen. Voraussetzung ist, die Märkte zu beobachten und auf eine sich ändernde Phase schnell und flexibel zu reagieren – inklusive eines Rebalancings. Auf diese Weise bieten auch Sparpläne die Chance, einen wachstumsorientierten Investmentansatz zu verfolgen.

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