Medienkooperation

Fed Entscheidung im Dezember: In welche Richtung steuern die US-Zinsen?

Datum: 09.12.2025
Inhaltlich geprüft durch: Ruben Wunderlich

Fed steht vor richtungsweisender Entscheidung

Mit der nächsten Zinsentscheidung der Federal Reserve sind im Dezember 2025 zum letzten Mal für dieses Jahr Augen auf die US-Notenbank und deren Chef Jerome Powell gerichtet. Die anstehende Entscheidung dürfte wahrscheinlich eine der schwierigsten Zinsschritte unter dessen Ägide werden.

Nach den Zinssenkungen im Herbst haben sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen deutlich verändert. Die Inflation zeigt sich hartnäckiger als erwartet – auch, wenn eine leichte Entspannung erkennbar ist. Gleichzeitig sind am US-Arbeitsmarkt Schwächesignale zu erkennen, die gerade von den kleinen und mittleren Unternehmen kommen. Zusätzlich belastet eine zunehmende Unsicherheit hinsichtlich der Konjunkturentwicklung Wirtschaft.

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Wichtiges in Kürze:

  • Die US-Notenbank steht vor einer Zinsentscheidung inmitten widersprüchlicher Wirtschaftssignale.
  • Märkte gehen davon aus, dass die Zinsen leicht sinken werden.
  • Gerade die Signale vom Arbeitsmarkt und der Teuerung erzeugen ein Spannungsfeld.

Ausgehend von diesen Vorzeichen gehen Analysten davon aus, dass die Fed im Dezember die Zinssätze nur leicht verändern wird – um 25 Basispunkte. Wo die Meinungen allerdings sehr stark auseinandergehen: Welchen Ton schlägt Powell für den Ausblick auf die Zukunft an? Dessen Kommunikation wird am Ende genauso viel Einfluss an den Märkten haben wie die eigentliche Entscheidung.

Welchen Ton die Märkte am Ende wahrnehmen, kann in einer Kursrallye münden, die Anlegern das Jahresende versüßt. Oder in den Depots gehen auf einmal die roten Lampen an – weil die Aussichten so schlecht sind, dass Investoren Kapital umschichten und Unternehmenswerte bzw. Sektoren auf Talfahrt schicken.

Welche Rahmenbedingungen muss die Fed in ihrer Entscheidung berücksichtigen?

  • Inflation liegt nach wie vor deutlich über dem Zielkorridor von 2 Prozent
  • Schwache Daten kommen vom Arbeitsmarkt
  • Datenbasis hat sich in den letzten Wochen durch Shutdown verschlechtert
  • Innerhalb des Boards gibt es sehr unterschiedliche Meinungen
Fed Zinsentscheidung am 10.12

Trader erwarten die Fed Zinsentscheidung am 10.12 (Foto: Shutterstock/ Poetra.RH)

Wie sieht die Konjunktur in den USA aus?

Für die Entscheidung sind vor allem einige wirtschaftliche Kennzahlen von Bedeutung. Dazu gehören die Trends am Arbeitsmarkt und die Inflationsentwicklung. Letztere ist 2025 immer wieder das Sorgenkind der Fed gewesen und einer der Gründe, sich einfach bei den Zinssenkungen zurückzuhalten.

  • Aktuell scheint sich die Dynamik an dieser Stelle – zumindest bei der für die Fed wichtigen Kerninflation – etwas zu entspannen. Mit den 2,8 Prozent, der erst kürzlich bekannt gegeben wurden, lag der Wert unter den Erwartungen. Allerdings darf an dieser Stelle nicht vergessen werden, welche Konsequenzen der Shutdown hatte.
  • Als viele US-Behörden in den Zwangsurlaub geschickt wurden, waren davon auch die Veröffentlichungen der aktuellen Inflationszahlen betroffen (und auch Arbeitsmarktdaten). Was die Fed derzeit zu Gesicht bekommt, ist der Trend für den Monat September.  Aktuelle Zahlen für den Oktober liegen einfach nicht vor. Am Ende ist es mit einer Metapher vergleichbar: Die Fed spielt Schach, kann aber nur drei Viertel des Schachbretts sehen.
  • Und gerade im Energiesektor sowie bei den Ausgaben für Gesundheit könnte sich schon bald etwas ändern. Je mehr Abnehmer – in Form von KI-Rechenzentren – mit der Bevölkerung um Strom konkurrieren, desto stärker könnten in den USA die Strompreise steigen. Verlieren dann auch noch Millionen Amerikaner die Unterstützung für ihre Krankenversicherung, heißt es den Gürtel enger schnallen.

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Arbeitsmarkt – Abkühlung mit Warnsignalen

Ein wichtiger Impulsgeber für die Politik der Fed ist der amerikanische Arbeitsmarkt – als ein Krisenindikator. Hier sind sehr deutlich gemischte Signale zu erkennen. Die aktuellen Beschäftigungsdaten zeigen eine deutliche Verlangsamung beim Stellenaufbau. In den letzten Monaten wurden deutlich weniger neue Jobs geschaffen als in den Vormonaten, während die Arbeitslosenquote auf 4,4 Prozent gestiegen ist.

Bisher schien der US-Jobmarkt gegenüber vielen Widrigkeiten immun. Aber – so lassen sich die Zahlen auch lesen – sind die Puffer inzwischen aufgebraucht. Besonders beunruhigend ist die Tatsache, dass sich die Abkühlung breit über verschiedene Sektoren erstreckt. Nicht nur einzelne Branchen sind betroffen, es zeigt sich eine generelle Zurückhaltung der Unternehmen bei Neueinstellungen.

Historisch betrachtet ist eine steigende Arbeitslosenquote oft ein Frühindikator für eine bevorstehende Rezession. In Kombination mit dem Lohnwachstum, das immer noch über der Inflation liegt, muss sich die Fed fragen, wie sie hier reagiert: Zu aggressive Zinssenkungen könnten eine Lohn-Preis-Spirale anfachen, zu restriktive Politik würde den Arbeitsmarkt weiter schwächen.
Fed Entscheidung im Dezember

Die US-Arbeitsmarktzahlen lassen nichts Gutes erahnen. (Foto: Shutterstock/ Studio Romantic)

Die internen Herausforderungen der Fed

Neben den wirtschaftlichen Parametern, welche die Fed vor Herausforderungen stellen, zeichnet sich innerhalb des Federal Open Market Committee (FOMC) eine zunehmende Spaltung ab. Es gibt zwei Lager, aus denen heraus auf der einen Seite für eine vorsichtige Gangart plädiert wird, auf der anderen Seite es aber nicht schnell genug gehen kann.

Wenn die Fed zu früh in eine Zinssenkungsspirale einsteigt, könnte folgendes passieren: Es entsteht ein neuer Inflationsschub, den die Fed noch schwerer kontrollieren kann. Auf der anderen Seite bedeuten Zinssenkungen, dass mehr Kapital in die Wirtschaft fließt, was Investitionsprojekte anschieben kann.

Allerdings ist nicht alles so einfach, wie es hier gerade erscheint. Besonders die Belastungen für Unternehmen haben in den letzten Monaten stark zugenommen. Hohe Importzölle belasten die Margen der Unternehmen. Gerade in Sektoren mit eher überschaubaren Gewinnspannen geben Unternehmen die Preisaufschläge weiter.

Hinzukommt, dass die aggressive Rhetorik rund um Migration und die ICE-Raids Spuren nicht nur in Familien und Nachbarschaften hinterlassen haben. Inzwischen trauen sich weniger Einwanderer ohne Papiere zur Arbeit, was Unternehmen wiederum vor personelle Probleme stellt.

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Mit was müssen Anleger rechnen?

Die Märkte gehen davon aus, dass die Fed die Zinsen senkt – wenn auch nur leicht in den Korridor zwischen 3,50 Prozent und 3,75 Prozent. Tritt dieses Szenario ein, kann es mit den Märkten nach oben gehen. Leider liegt die Betonung an dieser Stelle auf “kann”. Es bleibt abzuwarten, wie sich Powell bezüglich der kommenden Monate äußert.

  • Anleger müssen darauf vorbereitet sein, dass die Märkte mit verhaltener Euphorie reagieren – oder sich noch stärker zurückhalten, weil einfach die Probleme in den letzten Monaten deutlich zugenommen haben. Aus Anlegersicht ein weiteres Problem ist die starke Konzentration des Wachstums in der KI- und Techbranche.
  • Ohne diese Sektoren würde die US-Konjunktur ganz anders aussehen. Die Frage: Was passiert, wenn KI ihre Versprechen nicht halten kann. Mit einem guten Broker wie Pepperstone oder XTB nutzen Anleger den anstehenden Zinstermin, um in Märkten außerhalb der USA eine Exposure aufzubauen und sich zu diversifizieren.
  • Dabei muss der Fokus nicht zwangsläufig nur auf Aktien gerichtet sein. Eine Beimischung von Derivaten wie CFDs bietet die Möglichkeit, bei den Brokern über einen komfortabel bedienbaren Tradingdesk auch dann in den Markt einzusteigen und auf fallende Kurse zu setzen, wenn andere Anleger Liquidität abziehen.
Fed im Dezember

Es ist damit zu rechnen, dass die Fed die Zinsen senken wird (Foto: Shutterstock/ CHIEW)

Fazit: Fed steht im Dezember vor schwieriger Entscheidung

Mit der anstehenden Zinsentscheidung verabschiedet sich die Fed ins neue Jahr. Welche Richtung die US-Zinsen 2026 nehmen werden, wird von vielen Faktoren abhängen. Einerseits werden die Konjunktur – und damit der Arbeitsmarkt – und die Inflation eine große Rolle spielen. Auf der anderen Seite dürfte aber auch der Druck weiter deutlich zunehmen, den die Trump-Administration immer wieder aufbaut. Dieser erfolgt einerseits direkt durch Äußerungen aus dem Weißen Haus, findet im neuen Jahr aber womöglich noch andere Kanäle.

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