

Am 17. Juni 2026 gibt die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) ihre nächste Zinsentscheidung bekannt und steht dabei unter besonderer Beobachtung. Ein Grund: Mit Kevin Warsh wird zum ersten Mal der neue Fed-Chef bei dieser wichtigen Entscheidung vor die Kameras treten. Viele Anleger fragen sich, ob mit der neuen Führungsperson auch eine Veränderung der Zinspolitik ansteht.
Für die anstehende Entscheidung sieht zumindest nichts danach aus. Analysten gehen davon aus, dass der Leitzins unverändert bei 3,50 bis 3,75 Prozent verbleibt. Das CME FedWatch-Tool weist eine Wahrscheinlichkeit von mehr als 99 Prozent für eine weitere Zinspause aus. Es wäre bereits die vierte Sitzung in Folge ohne Bewegung beim Zinsniveau in den USA.

Am 17.06.2026 findet die nächste Fed-Sitzung statt (Foto: Shutterstock/ Castleski)
Kevin Warsh wurde am 22. Mai 2026 als 17. Vorsitzender der Federal Reserve vereidigt. Der Senat bestätigte ihn mit 54 zu 45 Stimmen, was als sehr knappes Ergebnis gilt. Warsh übernimmt eine Notenbank, die geldpolitisch unter erheblichem Druck steht.
Da Warsh hinsichtlich seiner Sichtweise Milton Friedman und einem monetaristischen Ansatz zugeordnet wird, der auf die Inflation eine besondere Sichtweise hat, lässt dies durchaus eine geldpolitische Handschrift erwarten, die sich deutlich von seinen Vorgängern Powell, Yellen und Bernanke unterscheidet.
Allerdings ist damit nicht automatisch eine radikale Neujustierung der Geldpolitik verbunden, die schnelle Zinssenkungen in Aussicht stellt und damit den Erwartungen von US-Präsident Donald Trump entspricht. Dieser hat wiederholt niedrigere Zinsen gefordert. Für Warsh wird die Sitzung damit auch zu einem Test der eigenen geldpolitischen Unabhängigkeit, denn am Ende könnte er für Donald Trump durch eine geldpolitische Restriktivität zu einer Überraschung werden.
Die entscheidende Verschiebung gegenüber den Sitzungen im Jahr 2025 und zu Jahresbeginn ist die geopolitische Entwicklung. Die Iran-Krise hat den Druck der Inflation in den USA erheblich verstärkt. Im Mai stieg die Teuerungsrate auf 4,2 Prozent — die Energiepreise legten dabei im Vergleich zum Vorjahresmonat deutlich zu. Der Konflikt im Nahen Osten und die damit verbundene Schließung der Straße von Hormus treiben die Energiekosten an und setzen damit die Preisentwicklung für Industrie, Dienstleistungssektor und Verbraucher unter Druck.
Für die Politik der Fed entscheidend ist die Kerninflation ohne Energie und Lebensmittel. Diese stieg im Mai lediglich um 0,2 Prozentpunkte und liegt bei 2,9 Prozent. Hieraus lässt sich das Signal ableiten: Der Energiepreisschock ist bislang nicht auf voller Breite in der Gesamtwirtschaft angekommen. Für Warsh und die Fed ergibt sich in Bezug auf die Zinspolitik etwas Spielraum, um keine übereilten Signale in Richtung Zinserhöhung zu setzen.

Die Iran Krise verstärkt weiterhin den Druck auf die Inflation in den USA (Foto: Shutterstock/ Sunshine Seeds)
Es sieht aktuell nicht danach aus – zumindest für die anstehende Zinssitzung. Was auf lange Sicht passieren kann, ist etwas schwieriger zu bewerten. Donald Trump hat seine Forderung nach niedrigeren Zinsen über Monate lautstark wiederholt und scheint zu glauben, mit Kevin Warsh als Fed-Chef die Person ins Amt gebracht zu haben, die genau dies realisiert. Allerdings kann auch Warsh die Augen vor den Inflationsdaten nicht verschließen.
Sprechen diese gegen eine Zinssenkung und deuten sich Zeichen einer Schwäche der US-Wirtschaft an, könnte die Fed darauf verzichten, da sie sich in einer geldpolitischen Zwickmühle wiederfindet. Zu frühe Senkungen heizen die Inflation an, zu langes Abwarten riskiert eine wirtschaftliche Abkühlung. Und aktuell liefert auch der Arbeitsmarkt keine klaren Krisensignale.

Es sieht ganz danach aus, als ob Präsident Trump keine Zinssenkung bekommen wird (Foto: Shutterstock/ Rawpixel.com)
Die unmittelbaren Auswirkungen am Markt auf die Zinsentscheidung dürften aller Voraussicht nach moderat ausfallen, da Anleger die Zinspause bereits eingepreist haben. Die eigentliche Unsicherheit wird von Kevin Warshs erstem Auftritt und dem Dot Plot entstehen.
Drei Szenarien sind möglich:
Von der anstehenden Zinssitzung gehen aller Voraussicht nach keine großen Überraschungen aus. Anleger, die sich trotzdem für die Unsicherheiten beim Dot Plot in Stellung bringen wollen, können mit CFDs arbeiten, um die Reaktionen der Märkte schnell und direkt auszunutzen. Zwei Broker, die im Bereich der Differenzkontrakte interessant werden, XTB und Capital.com. Beide überzeugen im Brokervergleich durch das starke Handelsangebot in Kombination mit den performancestarken und auch von Börsenneulingen bedienbaren Plattformen. Speziell Features wie das Demokonto sorgen dafür, dass Anfänger risikoarm erste Schritte bei den CFDs machen.
Der Zinsentscheid am 17. Juni wird auf eine weitere Pause hinauslaufen, der Leitzins bleibt voraussichtlich bei 3,50 bis 3,75 Prozent. Spannender dürfte werden, wie die wirtschaftlichen Projektionen ausfallen. Und auch das Auftreten von Kevin Warsh dürfte heiß erwartet werden, da er sich in der Vergangenheit nicht gerade als Fan der Fed-Pressekonferenzen dargestellt hat.
US-Präsident Trump wird mit hoher Wahrscheinlichkeit keine Zinssenkung bekommen. Ob er sie sich 2026 überhaupt noch auf die Fahnen schreiben kann, hängt unter anderem davon ab, ob sich die Energiepreise schnell auf ein normales Niveau einpendeln und der Iran-Waffenstillstand hält. Letztlich steckt die Fed in einem schwierigen Umfeld, das deren neuen Chef herausfordert.


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