

Erst Online-Broker, ab Mitte der 2010er Jahre die Neobroker – etablierte Anbieter von Wertpapierdepots und Handelsplattformen sehen sich inzwischen einer Reihe Herausforderungen gegenüber. Die wachsende Digitalisierung hat das Trading auf allen Ebenen nicht nur schneller werden lassen.
Über den Einsatz innovativer Technologien realisieren Broker eine deutliche Effizienzsteigerung – und können deren Vorteile über geringere Kosten an ihre Kunden weitergeben. Ein Instrument, das im Marketing teilweise sehr betont eingesetzt wird. Besonders umfassend hat sich die klassische Gebührenstruktur durch das Aufkommen der Neobroker verändert.
Diese nutzen konsequent die Möglichkeiten zur Automatisierung und Digitalisierung des Wertpapierhandels. In Kombination mit verschiedenen Handelspartnern setzen Neobroker sowohl im Hinblick auf die Depotverwaltung als auch die Ordergebühren auf vergleichsweise einfache und übersichtliche Gebührenstrukturen. Wie sehen die Änderungen im Detail aus?
Banken und Broker haben in der Vergangenheit bezüglich der Gebühren auf die Erhebung einer monatlichen Depotführungsgebühr – in Verbindung mit verschiedenen Serviceentgelten – und Orderkosten auf das Provisionsmodell gesetzt. Letztere wurden (und werden) in der Form benutzt, dass für eine Order Handelsgebühren als Prozentsatz in Abhängigkeit vom Handelsvolumen (in Kombination mit einem Mindestentgelt) erhoben werden.
Zusatzkosten können durch Gebühren für das Setzen von Limits oder Stopps hinzukommen. Weitere Serviceentgelte fallen für das Ausfertigen bestimmter Dokumente und die Ausübung von Rechten über den Broker an. Erste neue Impulse haben Flatrate-Broker wie Flatex bei den Preisstrukturen mit festen Ordergebühren gesetzt. Eine Entwicklung, die mit den Neobrokern weiter an Fahrt aufgenommen hat.

▶️ Es lohnt sich die Preismodelle der Broker zu vergleichen/ Shutterstock/ PeopleImages.com – Yuri A
Seit etwa Mitte der 2010er Jahre haben sich Neobroker, zu denen unter anderem Trade Republic oder Scalable Capital gehören, zu einer wachsenden Konkurrenz für herkömmliche Anbieter entwickelt und bauen gerade in Bezug auf die Gebührenstrukturen massiv Druck auf. Im Kerngeschäft der Neobroker sind sehr günstige Transaktionsbedingungen eine wichtige Basis. Dies bedeutet auf der einen Seite, dass Depotführungsgebühren entfallen, auf der anderen Seite zahlen Anleger häufig nur eine geringe Pauschale pro Trade.
Diese Preismodelle sind für Privatanleger besonders attraktiv und entstehen durch eine effiziente interne Kostenstruktur, die konsequente Anwendung digitalisierter Prozesse, das fehlende Filialnetz und die Implementierung automatisierter Abwicklungsprozesse.
Der Markteintritt der Flatrate- und Neobroker hat die Wahrnehmung der Anleger auf die Preisgefüge rund um Brokerage-Leistungen verändert. Einige etablierte Broker beginnen bereits damit, auf den Druck der Neobroker mit hybriden Preismodellen zu reagieren.
Diese verbinden klassische Elemente in der Gestaltung der Gebühren mit Teilen der neuen Preisstrukturen. Beispiele sind gestaffelte Preismodelle, bei denen in die monatlichen Gebühren eine begrenzte Anzahl kostenfreier Trades eingebunden ist. Aber auch gestaffelte Orderkosten, die von der Höhe des monatlichen Tradingvolumens abhängen, sind inzwischen bei einigen Brokern im Einsatz. Aus Anlegersicht ist an dieser Stelle darauf zu achten, welches Gebührenmodell sehr gut zum eigenen Verhalten an den Märkten passt.
Mit den zunehmenden Veränderungen in den Preismodellen der Broker entsteht für Trader eine breitere Auswahl. Wichtig ist in der Entscheidung für einen Broker, dass ein hohes Maß an Transparenz und Planungssicherheit gewährleistet werden kann. Um als Anleger die Preisstruktur umfassend und objektiv zu bewerten, muss der Blick auch auf Servicepauschalen für Premiumdienst gerichtet sein.

💡 Anleger profitieren aktuell von einer breiten Auswahl bei den Preismodellen/ Shutterstock/ PeopleImages.com – Yuri A
Ein häufig unterschätzter Aspekt ist der Spread. Dieser bezeichnet die Differenz zwischen dem Kauf- und Verkaufspreis eines Wertpapiers. Neobroker, die ohne direkte Ordergebühren arbeiten, erzielen Einnahmen mitunter über diesen Spread. Dieser Spread wird für die Broker wichtiger, da er für Anleger häufig nicht sofort als Gebühr zu erkennen ist. Für Trader ergibt sich hieraus die Anforderung, auch die Spreads im Anbietervergleich intensiv zu betrachten. Zusätzlich werden hier in Zukunft auch die Regulierungsbehörden gefragt sein.
Das Thema Gebühren bleibt aus Anlegersicht einer der wichtigsten Punkte, wenn es um den Einstieg in den Wertpapierhandel oder den Wechsel eines Anbieters geht. Die aktuellen Trends und Entwicklungen zeigen, dass die Gebührenlandschaft keineswegs ein in sich geschlossener Block ist. Gerade der anhaltende Wettbewerb unter den Anbietern bringt neue Impulse mit.
Auf der anderen Seite stehen regulatorische Veränderungen, die Broker immer wieder dazu zwingen, verschiedene Aspekte des eigenen Geschäftsmodells und der Gebührenstrukturen anzupassen. Letztlich haben aber auch Anleger die Möglichkeit, Trends und Entwicklungen mitzugestalten. Je höher die Nachfrage und Akzeptanz bei den Flatrates oder zu volumenabhängigen Ordergebühren ist, desto größer auch die Wahrscheinlichkeit einer Adaption in der Branche.
In den letzten Jahren haben Anleger am Markt für Brokerage Leistungen einige grundlegende Veränderungen erlebt. Mit den Möglichkeiten der Digitalisierung ist das Trading nicht nur schneller, sondern auch effizienter geworden. Viele Online-Broker haben damit begonnen, die Preisstrukturen (besonders für die Kontoverwaltung) zu verändern.
Mit den ersten Neobrokern haben sich weitere Impulse ergeben. Inzwischen stehen Anlegern rund um den Wertpapierhandel Angebote zur Verfügung, die nur sehr geringe (bis keine) Orderkosten mehr verursachen. Ein Trend, der auf viele etablierte Broker Druck ausübt und die sich entscheiden müssen. Entweder überarbeiten sie ihre Preismodelle oder entwickeln neue Geschäftsmodelle, die höhere Gebühren über ein hohes Maß an Premiumservice rechtfertigen.


Finanzielle Differenzgeschäfte (sog. contracts for difference oder auch CFDs) sind komplexe Instrumente und gehen wegen der Hebelwirkung mit dem hohen Risiko einher, schnell Geld zu verlieren. Der überwiegende Anteil der Privatkundenkonten verliert Geld beim CFD-Handel. Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie CFD funktionieren, und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren.