

Wer gehebelt auf Aktien, Indizes oder Rohstoffe setzen will, denkt an CFDs. Ein bekanntes Trading-Instrument, das über viele Broker inzwischen zugänglich ist. Aber: CFDs haben strukturelle Nachteile für aktiven Tradern und mittelfristig orientierten Anlegern: Gebühren wie Overnight-Fees und keine definierte Laufzeit.
Zusätzlich gibt es ein Verlustrisiko, das bei falsch gesetztem Hebel das eingesetzte Kapital übersteigen kann – wenn die Margin weiter gehalten und Geld nachgeschossen wird (ohne diesen Schritt ist das Risiko auf die Sicherheitsleistung beschränkt). Optionen funktionieren grundlegend anders. Als Käufer einer Option ist das Verlustrisiko auf die gezahlte Prämie begrenzt.
Gleichzeitig bieten Optionen über die Prämie (die einen Bruchteil des Basiswertes ausmacht) einen Hebel: Kursbewegungen von einem Prozent im Basiswert können den Wert der Option um fünf oder zehn Prozent verändern. Die Asymmetrie aus begrenztem Verlustrisiko und dem Gewinnpotenzial ist der strukturelle Vorteil gegenüber den CFDs (die auf der anderen Seite einfacher strukturiert sind).
Das Wichtigste im Überblick:
Eine Option gibt dem Käufer das Recht, einen Basiswert zu einem festgelegten Preis (Strike) bis zu einem bestimmten Datum (Verfallstag) zu kaufen. Wer eine Call-Option auf Apple erwirbt, wettet darauf, dass die Aktie bis zum Verfallsdatum über den Strike steigt. Wer eine Put-Option kauft, profitiert von fallenden Kursen.
Entscheidend ist die Prämie: Käufer zahlen diese für die Option, was den maximalen Verlust darstellt. Bewegt sich der Basiswert nicht in die erwartete Richtung oder nicht weit genug, verfällt die Option am Ende wertlos. Die Prämie muss damit abgeschrieben werden – aber kein Cent mehr. Diese Verlustbegrenzung unterscheidet Optionen von CFDs und diversen anderen gehebelten Produkten.
Der Hebel ergibt sich aus dem Verhältnis zwischen dem Preis der Option und dem Wert des Basiswerts. Eine Call-Option auf eine 500-Dollar-Aktie mit einem Preis von 15 Dollar kontrolliert pro Kontrakt auf 100 Aktien einen Wert von 50.000 US-Dollar mit einem Einsatz von 1.500 US-Dollar. Steigt die Aktie um fünf Prozent, kann die Option deutlich stärker zulegen – abhängig von Strike, Laufzeit und Volatilität.

Optionen sind bei Tradern nach wie vor sehr beliebt (Foto: Shutterstock/ Stock 4you)
Call-Optionen sind ein Instrument für Anleger, die von steigenden Kursen profitieren wollen – ohne das Kapital für einen Direktkauf zu tragen. Wie kann ein Setup aussehen? Ein Anleger erwartet, dass Nvidia nach einem starken Quartalsbericht zulegt.
Statt die Aktie für 130 Dollar zu kaufen, erwirbt er eine Call-Option mit einem Strike knapp über dem aktuellen Kurs (at-the-money-Option) sowie einer Laufzeit von wenigen Wochen – und zahlt dafür nur eine Prämie von beispielsweise 5 Dollar. Steigt Nvidia danach auf 150 Dollar, kann die Option ein Vielfaches dieses Einsatzes wert sein. Der Kapitaleinsatz ist also deutlich geringer, der prozentuale Gewinn deutlich höher als beim direkten Aktienkauf.
Bewegt sich der Kurs nicht oder fällt vielleicht sogar, verliert die Option täglich an Wert. Dieser Wertverlust durch den Ablauf der Laufzeit ist einer der wichtigsten Kostenfaktoren. Eine Option belohnt also kein unbegrenztes Abwarten: Wer zu spät richtig liegt, realisiert trotzdem einen Verlust.
Käufer einer Option benötigen deshalb zwei zentrale Informationen:
Put-Optionen bieten zwei Funktionen, die für jeweils unterschiedliche Anlegertypen relevant sind. Als Absicherungsinstrument schützt ein Put das bestehende Depot gegen Kursverluste – der Wert der Put-Option steigt, wenn der Basiswert fällt – und kompensiert damit teilweise Verluste im Portfolio.
Zusätzlich lassen sich Put-Optionen als gerichtetes Instrument nutzen, um von fallenden Kursen zu profitieren. Das Setup kann analog zur Call-Option aufgebaut werden. Wird erwartet, dass ein Tech-Wert nach einem schwachen Quartal eine Kurskorrektur verkraften muss, wird ein Put mit einem Strike nahe dem aktuellen Kurs platziert.
Auch hier gilt der Grundsatz: Der Verlust ist die gezahlte Prämie für die Option. Steigt die Aktie entgegen der Erwartung, verliert der Put seinen Wert, bleibt aber klar begrenzt. Dieser zentrale Aspekt unterscheidet Optionen strukturell von einem CFDs, der aus der Short-Position in fallende Märkte gehandelt wird – und die gesamte Margin durch eine Gegenbewegung aufzehrt.
Das Wichtigste im Überblick:
Anleger, die in den Handel mit Optionen 2026 einsteigen und ihr Portfolio noch breiter diversifizieren wollen, müssen eine Reihe verschiedener Parameter kennen. Diese beeinflussen den Preis und das Verhalten der Option. Von zentraler Bedeutung sind:
Delta beschreibt die Sensitivität des Optionspreises gegenüber den Kursbewegungen des Basiswerts. Ein Delta von 0,7 bedeutet, dass die Option bei einer Kursbewegung von einem Dollar im Basiswert 70 Cent gewinnt oder verliert. Für eine Call-Option ist das Delta positiv, bei einer Put-Option negativ. Je stärker eine Option im Geld liegt (umso weiter der aktuelle Kurs über bzw. unter dem Strike liegt) desto höher wird das Delta. Es ist also keine statische Größe, sondern unterliegt mit dem Kurs des Basiswerts und der Restlaufzeit Veränderungen.
Theta misst den täglichen Zeitwertverlust. Dieser ist bei At-the-Money-Optionen besonders hoch und beschleunigt sich in den letzten Wochen vor dem Verfallsdatum. Käufer von Optionen mit kurzer Restlaufzeit sitzen also auf einem Instrument, das täglich an Wert verliert, selbst wenn sich der Basiswert nicht bewegt. Längere Laufzeiten reduzieren diesen Druck, werden aber teurer in der Prämie.
Implizite Volatilität bildet die Schwankungsbreite des Basiswerts ab und beeinflusst den Optionspreis direkt: Eine hohe Volatilität macht Optionen teurer, weil die Wahrscheinlichkeit großer Kursbewegungen steigt. Wer Optionen zum Beispiel direkt vor einer Bilanzsitzung kauft, zahlt oft eine höhere Prämie. Erfahrene Anleger in Optionen bevorzugen deshalb häufig den Einstieg in Phasen niedriger impliziter Volatilität, wenn die Prämien strukturell günstiger sind – auch, wenn es einige Ausnahmen am Markt gibt.

Beim Options-Handel sollte man einige Parameter im Blick haben (Foto: Shutterstock/ Zakharchuk)
Das Wichtigste im Überblick:
Optionen passen nicht zu jeder Anlagestrategie. Wer langfristig und eher passiv investiert, wird Optionen nicht als Asset in das eigene Portfolio einbinden. Diese Anlageklasse zu handeln, setzt ein klares Sentiment voraus und die Fähigkeit, Märkte in ihrer Bewegung einzuschätzen. Besonders wichtig ist die Antizipation, wie sich ein Asset im Zeitverlauf bewegt.
Ein Anlegertyp, für den Optionen interessant sein können: Auf Ereignisse wie Zinsentscheidungen oder Produktankündigungen fokussierte Trader. Solche Termine lösen in kurzer Zeit starke Kursbewegungen aus – wodurch Call- oder Put-Option (mit passender Laufzeit) an dieser Bewegung partizipieren, ohne Kapital für den Direktkauf zu binden.
Bewegt sich der Kurs nicht wie erwartet, ist der Verlust nur auf die Prämie für die Option begrenzt. Für einen zweiten Anlegertyp können Optionen ebenfalls interessant sein – wenn taktisch Positionen im Depot gezielt abgesichert werden sollen.
Freedom24 setzt als Broker auf eine breite Auswahl an Handelsinstrumenten, zu denen auch Optionen – neben Aktien, ETFs und Anleihen – gehören. Die breite Auswahl ist nicht allein dafür verantwortlich, dass der Broker uns im Test auffällt.
Freedom24 bietet Anlegern einen Zugang an mehr als ein Dutzend Börsen weltweit, nutzt anwenderfreundliche Plattformen und hat sich dazu entschieden, ein digitales Onboarding einzuführen. Damit erhalten auch Börsenneulinge einen sehr umfassenden Zugriff auf verschiedene Märkte und handeln über die Webplattform oder im mobilen Trading.
CFDs dominieren bei den gehebelten Produkten im Retail-Segment nach wie vor die Wahrnehmung vieler Anleger. Aber: Diese einseitige Wahrnehmung verstellt den Blick darauf, dass der Markt weitere Hebelprodukte bietet, die strukturell in einigen Aspekten den CFDs sogar überlegen sind.
Optionen bieten Käufern einen entscheidenden Vorteil, den CFDs nicht replizieren können: Das Verlustrisiko ist auf die gezahlte Prämie begrenzt. Gleichzeitig ist das Gewinnpotenzial bei einer korrekten Richtungs- und Timingprognose erheblich.
Bei CFDs ist das Verlustrisiko theoretisch unbegrenzt – sofern Anleger immer wieder Geld nachschießen, um die Margin offenzuhalten (und auf einen Stop Loss verzichten). Damit kann eine Position, die gegen den Trader läuft, mehr kosten als der ursprüngliche Einsatz. Als Optionskäufer ist der maximale Verlust auf die gezahlte Prämie begrenzt, unabhängig davon, wie stark sich der Basiswert gegen die erwartete Richtung bewegt.
Kurze Laufzeiten sind günstiger in der Prämie, aber anfälliger für Zeitwertverlust, da sich das Theta zum Laufzeitende hin erhöht. Längere Laufzeiten verringern diesen Aspekt, sind in den Prämien aber schnell teurer.
Ja, über Put-Optionen lassen sich einzelne Positionen oder das gesamte Portfolio absichern. Allerdings muss Anlegern an diesem Punkt klar sein, dass eine Option in einer sehr volatilen Phase tendenziell über die gezahlte Prämie teurer wird.

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Finanzielle Differenzgeschäfte (sog. contracts for difference oder auch CFDs) sind komplexe Instrumente und gehen wegen der Hebelwirkung mit dem hohen Risiko einher, schnell Geld zu verlieren. Der überwiegende Anteil der Privatkundenkonten verliert Geld beim CFD-Handel. Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie CFD funktionieren, und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren.