

2025 ist zu einer Zäsur in der internationalen Politik und in Bezug auf die politische Landschaft geworden – mit der neuen Sicherheitspolitik der USA (unter anderem in US National Security Strategy (NSS) 2025 formuliert), die Washington einschlagen will. Mit dem im Dezember publik gewordenen Strategiepapier wird sich auch der FX-Markt verändern.
Geopolitische Krisen werden 2026 nicht einfach verschwinden, sie werden sich verschieben – und auf stärker auf Währungen einwirken. Besondere Aufmerksamkeit richtet sich auf das transatlantische Bündnis: Ein zunehmend angespanntes Verhältnis zwischen den USA und der EU hat das Potenzial, die Währungen unter Druck zu setzten.
Neben den klassischen Einflussfaktoren, wie die Inflation oder Zinsentscheidungen der Notenbanken, werden politische Entscheidungen in Zukunft stärker einfließen. Angesichts der Signale aus Washington ist davon auszugehen, dass Europa zunehmend seinen eigenen Weg finden muss. Was bewirkt eine Emanzipation der EU in Sicherheitsfragen an den Devisenmärkten? Und welchen Einfluss haben Signale wie die Zollpolitik der USA?
Die protektionistische Handelspolitik der USA setzt auch 2026 Währungen weiter unter Druck. Zölle auf Importe aus China, Mexiko, Kanada und der EU belasten die Handelsbeziehungen mit Washington – auch, weil die USA dieses Instrument immer stärker als Hebel einsetzen, um geopolitisch Druck aufzubauen.
Sollte es zum Beispiel im Zusammenhang mit der Regulierung von KI-Unternehmen oder Strafen für Social-Media-Konzerne zu Gegenreaktionen der USA kommen, die eine Erhöhung der Zölle beinhalten, baut dies gegenüber dem Euro Druck auf. Allerdings kann die Europäische Union Gegenreaktionen ergreifen, die am Ende den Greenback belasten.
Gleichzeitig muss sich Washington die Frage stellen, wie weit an der Zollschraube gedreht werden kann. Hohe Importkosten bezahlen nicht jene Unternehmen, die Waren in die USA schicken, sondern Importeure. Diese geben – gerade in Branchen mit geringen Margen – ihre Kosten an den US-Verbraucher weiter. Zölle werden damit zu einer verdeckten Steuer. Zusätzlich gibt es ein weiteres Problem: Die nukleare Option (Nuke) der Europäer.
In Europa werden US-Schulden in Höhe von mehr als 2,3 Billionen US-Dollar gehalten. Heißt im Klartext: Europa ist einer der wichtigen Gläubiger der USA. Ein plötzliches Abschmelzen dieser Werte würden auch die USA zu spüren bekommen. Als möglicher Hebel diskutiert, würden sich hier aber auch Risiken für den Euro ergeben, weshalb 2026 aus der EU eher mit Zurückhaltung zu rechnen ist.

Die US-Zollpolitik beeinflusst die Währungsvolatilität (Foto: Shutterstock/ Tomas Ragina)
Die Situation zwischen China und Taiwan bleibt 2026 ein zentraler Risikofaktor – für die globale Wirtschaft, den Indo-Pazifik und das internationale Währungsgefüge. Militärische Manöver, wiederholte diplomatische Eskalationen oder Sanktionsdrohungen sind hier inzwischen fast an der Tagesordnung.
Eine Eskalation der Situation durch China – etwa durch eine Blockade des Inselstaats Taiwan – hat Konsequenzen. Die USA werden auf diesen Akt reagieren. Der sich anbahnende Konflikt würde den US-Dollar, den Renminbi und mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit auch den Euro negativ beeinflussen.
Gerade der Status Taiwans als eines der wichtigsten Länder im Halbleiterbereich macht internationale Lieferketten extrem anfällig. Eine militärische Operation wäre für China in jedem Fall riskant. Den Versuch, mit dem Renminbi eine regionale Leitwährung zu etablieren, könnte dieser Schritt massiv zurückwerfen.
Andere Währungen könnten sich in einer solchen Situation als „Fluchtwährung“ etablieren. Ein Beispiel ist der japanische Yen. Unter anderem die Staatsanleihen bieten sich als Assets an, wenn das Depot dringend umgeschichtet werden muss.
Einflussfaktoren auf die Währungen im Asienraum:
Mit den stockenden Friedensverhandlungen zum Ukraine-Krieg wird der Konflikt auch 2026 den Euro weiter belasten. Die Sanktionen gegen Russland haben Energie massiv verteuert. Die Belastungen für die Leistungsbilanzen sind nach wie vor deutlich zu spüren und schwächen das Wachstum in der Eurozone.
Für den Euro bleibt der anhaltende Konflikt eine Belastung, da die Wirtschaft gleich durch mehrere Faktoren unter Druck gesetzt wird. Neben den Effekten, die aus dem Ukraine-Krieg resultieren, wirken sich wirtschaftlich die US-Zölle aus.
Zumindest auf dieser Ebene kann sich 2026 möglicherweise eine gewisse Entspannung abzeichnen, da die EU an einigen neuen Handelsabkommen arbeitet bzw. einige Abkommen in der Ratifikationsphase stecken. Durch den Abbau von Handelsschranken steigen Unternehmen in neue Märkte ein, was den wirtschaftlichen Druck verringert und am Ende den Euro stützt.
Positive im Impulse kommen auch aus dem Verteidigungs- und Infrastruktursektor. Die wachsenden Ausgaben der Euro-Staaten verbessern die Leistungsbilanzen der inländischen Rüstungsunternehmen (sofern diese an den Investitionen beteiligt werden), was zusammen mit Milliarden, die in Infrastrukturprojekte fließen sollen, eine Stärkung der Wirtschaft bedeutet.

Der Ukraine Krieg wird 2026 den Euro weiter belasten (Foto: Shutterstock/ Anna KovalKovalenko)
2026 wird die De-Dollarisierung weitergehen: Die BRICS-Staaten treiben ihre Bemühungen voran, einen Gegenpol zu entwickeln, um die Abhängigkeit vom Dollar zu verringern. Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika arbeiten weiter daran, Handel in lokalen Währungen abzuwickeln, was die Bedeutung des Greenback schwächt.
Geopolitische Spannungen belasten Schwellenländerwährungen besonders stark. Die türkische Lira leidet unter Inflation, politischer Unsicherheit und regionalen Konflikten. Argentinien kämpft auch 2026 mit einer starken Inflation und Schulden, was den Peso unter massiven Druck setzt. Beide Währungen reagieren extrem volatil auf globale Risiken und ziehen damit spekulatives Kapital an.
Der südafrikanische Rand ist von den Rohstoffpreisen und politischer Stabilität. Energiekrise, Korruption und wirtschaftliche Schwäche belasten die Währung. Gleichzeitig bietet Südafrika als BRICS-Mitglied Zugang zu alternativen Handelsnetzwerken, was den Rand stützen kann. Trader nutzen diese Volatilität für Short-Positionen bei negativen Nachrichten und schnelle Long-Trades bei positiven Entwicklungen.
Der brasilianische Real reagiert auf Rohstoffpreise, Zinsentscheidungen und politische Entwicklungen. Konflikte in Südamerika, Handelsbeziehungen mit China und interne Reformdebatten beeinflussen die Währung. Forex-Trader müssen lokale Politik, globale Nachfrage nach Rohstoffen und makroökonomische Trends parallel überwachen, um erfolgreich zu handeln.

Die türkische Lira leidet unter der Inflation (Foto: Shutterstock/ Cinar12345)
Die über geopolitische Entscheidungen verursachte Volatilität macht eine Anpassung der Handelsstrategien erforderlich. Wer als FX-Trader nur kurzfristig in den Markt investiert ist, muss einen konstanten Input an Nachrichten aufbauen, um frühzeitig Änderungen im politischen Klima in Anlageentscheidungen einzubinden.
Insbesondere:
beeinflussen das Währungsgefüge am Devisenmarkt. Gerade in den sensiblen Regionen wirkt sich eine Veränderung im Tonfall umfassend aus.
Aus Anlegersicht ist grade für langfristige Investments eine diversifiziertes Exposure wichtig, um Klumpenrisiken zu vermeiden. Ein Portfolio kann in diesem Zusammenhang Währungen wie Franken und Yen, Emerging Markets und rohstoffbasierte Währungen wie Norwegische Krone oder Australischer Dollar mischen, um Abhängigkeiten zu verringern.
Der Einsatz von Derivaten wie FX-CFDs erschließt Anlegern Möglichkeiten, um auf eine Abwertung von Währungen zu setzen – etwa bei einsetzenden Krisen. Gerade der Mix aus einer realen Exposure am FX-Markt und die gehebelten Produkte bieten Spielraum, um die Rendite zu optimieren.
Geopolitische und wirtschaftliche Risiken bleiben auch 2026 am Kapitalmarkt bestimmend. Zu den Unsicherheiten tragen:
bei. Gerade China spielt neben dem Nahen Osten bei hochwertigen mineralischen Rohstoffen eine zunehmend wichtige Rolle. Wenn Sie als Trader die Chance nutzen und sich mit Währungen 2026 stärker diversifizieren wollen, ist der FX- und CFD-Broker Pepperstone eine Option. Eine vollständig digitale Anmeldung, die einfache Verwaltung des Handelskontos und eine professionelle Handelsplattform mit einem breiten Handelsangebot kombinieren relevante Features für performancebasiertes FX-Trading.

Bei der Brokerauswahl für den FX-Handel 2026 sollte man einiges beachten (Foto: Shutterstock/ PeopleImages)
Geopolitische Entwicklungen werden 2026 starken Einfluss auf den FX-Markt ausüben. Angesichts einer Transformation des transatlantischen Verhältnisses rücken wahrscheinlich der Euro und US-Dollar immer wieder stärker als in den Vorjahren in den Fokus.
Mit einer erratischen Zollpolitik und dem Anheizen von Konflikten in Südamerika setzt Washington den Dollar weiter unter Druck. Gleichzeitig wird immer wieder über die De-Dollarisierung gesprochen, was zu einer Verschiebung von Währungsdynamiken führt.
Gleichzeitig kann – wenn Europa eine stärkere Positionierung schafft – die EU den Euro möglicherweise als starke Währung etablieren. Aber: Darunter leidet am Ende der exportorientierte Sektor in Europa. Trader werden 2026 geopolitische Entwicklungen noch präziser beobachten und das Risikomanagement konsequent anwenden müssen.
Zu 100 Prozent lässt sich am Währungsmarkt natürlich kein Szenario ausschließen. Für den US-Dollar ist für 2026 aber bislang nicht mit einem massiven Crash zu rechnen. Der Greenback nimmt nach wie vor mehr als 50 Prozent am Währungsmarkt ein und ist damit die wichtigste Währung. Allerdings gibt es das Risiko eines Fiskal-/Schulden-Schocks, der natürlich auch den Dollar beeinflusst.
Ja. Zinspausen der US-Notenbank können den Euro indirekt stützen. Bleibt der Leitzins stabil, sinkt der Zinsvorteil des US-Dollars, was Kapitalströme in Richtung Euro begünstigt. Entscheidend ist jedoch die EZB-Politik: Weicht sie ab, kann der Effekt verpuffen oder sich sogar umkehren.
Ein Kriegsende würde den Euro tendenziell stützen – durch geringere geopolitische Risikoprämien, eine bessere Stimmung für Investitionen und weniger Risikokosten im Bereich der Energie-/Lieferketten. Fällt zusätzlich die Unsicherheit über Gaspreise und Verteidigungslasten, kann das Wachstum in der Eurozone anziehen.
Ein solides FX-Portfolio 2026 setzt auf Diversifikation: Kernpositionen werden in US-Dollar und Euro besetzt, ergänzt durch Safe-Haven-Währungen. Rohstoffwährungen (AUD, NOK) bieten einen gewissen Inflationsschutz und ausgewählte Emerging-Market-Währungen realisieren Renditechancen.

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