Medienkooperation

Warum Zentralbanken plötzlich Gold statt Dollar kaufen – Und wie Anleger dies nutzen können

Datum: 03.09.2026
Inhaltlich geprüft durch: Ruben Wunderlich

Der Goldpreis notiert Mitte Mai 2026 bei rund 4.500 US-Dollar je Feinunze und liegt damit zwar wieder unter seinem Allzeithoch jenseits der 5.000 US-Dollar. Was den signifikanten Preisanstieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum erklärt, ist eine stark gestiegene Nachfrage nach dem Edelmetall, die sich aber nicht ausschließlich aus dem Segment der Privatanleger speist.

Eine weitere Erklärung sind Hedgefonds und die Betreiber von ETFs: Zentralbanken heizen die Nachfrage an. Allein im ersten Quartal 2026 haben Notenbanken Schätzungen zufolge mehr als 240 Tonnen Gold gekauft und setzen damit einen Trend fort. Seit 2022 ist eine Veränderung im Hinblick auf den Kauf von Gold zu erkennen. Die Gründe dafür sind vielschichtig und auch für die Bewertung des Edelmetalls aus Anlegersicht relevant.

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Diese Gründe lassen Notenbanken vermehrt Gold kaufen

Das Wichtigste im Überblick:

  • Gold wird auch von staatlichen Akteuren als Risiko-Asset verstanden.
  • Schwindendes Vertrauen in währungsbasierte Auslandsanlagen.
  • Reduzierung der Abhängigkeit vom US-Dollar gerade in den Schwellenländern.

Ein entscheidender Zeitpunkt, der die hohe Nachfrage erklärt, ist der Februar 2022. Als Reaktion auf den russischen Einmarsch in die Ukraine haben westliche Unterstützer des Landes mehrere hundert Milliarden US-Dollar der russischen Devisenreserven eingefroren.

Damit sollte direkt erreicht werden, dass dem Kreml weniger Geld für den Krieg zur Verfügung steht. Gleichzeitig hat der Westen damit auch eine klare Botschaft an die Welt gerichtet: Devisen Reserven in US-Dollar sind nicht neutral, sie werden zu einem geopolitischen Instrument.

Für viele Länder, die gerade ihre Positionen im regionalen Machtgefüge überdenken, wie:

  • China
  • Indien
  • die Türkei oder
  • Saudi-Arabien

war der Schritt das Zeichen: Wer sich als regionaler Hegemon sieht und aktiv eine expansive Politik verfolgt, muss damit rechnen, von Währungsreserven abgeschnitten zu werden. Parallel haben die Sanktionen gegen die Moskauer Börse (MOEX) sowie das nationale Clearingzentrum Russland von den Devisenbörsen abgeschnitten.

Warum Zentralbanken plötzlich Gold statt Dollar kaufen

Gold wird nach wie vor als das Risiko-Asset betrachtet (Foto: Shutterstock/ GraphinityLab)

Warum Zentralbanken auf Gold setzen: Unabhängigkeit, Sicherheit und De-Dollarisierung

Zentralbanken in verschiedenen Ländern haben aus dieser Entwicklung Konsequenzen gezogen. Werden Währungsreserven im Ernstfall gesperrt, braucht es Assets, die sich nicht einfach einfrieren lassen. Anders als Geld, das in Banksystemen zirkuliert, liegt Gold im eigenen Tresor, hat keine Gegenpartei und besitzt einen intrinsischen Wert – unabhängig davon, wer gerade die Geopolitik bestimmt. Dies ist aber nicht der alleinige Auslöser für die Zentralbank-Nachfrage.

1️⃣ Abhängigkeit vom US-Dollar

Durch den Aufbau einer hohen Goldreserve wollen sich verschiedene Länder vom Greenback unabhängiger machen. Dieser Trend zur De-Dollarisierung ist bereits seit einigen Jahren zu beobachten und betrifft nicht nur Staaten wie China.

2️⃣ Gold als Reservefaktor

Viele klassische Wertpapiere, von Aktien über Anleihen bis hin zu Schuldverschreibungen haben einen Nachteil: Sie sind immer an eine Gegenpartei gebunden. Gold schließt dieses Emittentenrisiko aus und ist zudem physisch lagerbar. Damit können Zentralbanken harte Reserven aufbauen, die im Ernstfall auf eine hohe Akzeptanz treffen.

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Mit diesen Assets können Anleger Gold handeln

Anleger, die von der anhaltend hohen Nachfrage profitieren wollen, nutzen verschiedene Instrumente, um Gold ins Anlageportfolio zu integrieren. Worauf die Entscheidung letztlich fällt, hängt von:

  • Risikoprofil,
  • Zeithorizont und
  • dem gewünschten Exposuregrad

ab.

Ein sehr direkter Weg führt nach wie vor über ein Direktinvestment – also den Kauf realer Goldwerte in Form von Münzen oder Barren und Schmuck. Letzterer ist allerdings schwierig zu bewerten, da hier in der Regel Legierungen verwendet werden und sich Preise am Markt nicht ausschließlich über den reinen Materialwert bemessen. Goldschmuck fällt daher eher den Sachwerten zu. Ein weiterer Punkt sind Aufgelder und die Lager-/Verwahrgebühren beim physischen Gold. Beide dürfen in ihrer Wirkung nicht unterschätzt werden.

Investments auf den Goldpreis selbst sind ein weiterer Weg. CFDs (Differenzkontrakte) zielen nicht auf den physischen Besitz ab, sondern sind Positionen auf den Wert je Unze. Der Vorteil besteht darin, diese long oder short einzugehen, um von verschiedenen Preistrends zu profitieren. Zudem bietet der Hebel eine höhere Rendite. Gerade für eine sehr kurzfristige Exposure kann sich dieses Instrument anbieten. Aber: CFDs bergen ein nicht zu unterschätzendes Risiko, gerade im Fall einer gehebelten Position, gegen die Markt läuft.

Eine langfristige Exposure braucht andere Lösungen – wie Gold-ETFs. Produkte wie der iShares Physical Gold ETC (ISIN: IE00B4ND3602) oder der Xtrackers Physical Gold ETC (ISIN: DE000A1E0HR8) bilden den Goldpreis physisch besichert ab. Zusätzlich sind heute am Markt verschiedene ETFs handelbar, die sich auf Fördertechnik, Aufbereitung und Exploration konzentrieren.

Als weitere Variante kommen Minenaktien infrage. Diese folgen häufig den Trends am Rohstoffmarkt – besonders, wenn sich ein stabiler Preistrend oder eine Seitwärtsphase auf hohem Niveau etabliert. Der Grund ist klar: Wenn sich die Feinunze verteuert, erhöht sich die Marge für Bergbaukonzerne, da die Förderkosten stabil bleiben und der Umsatz steigt.

Gold statt Dollar kaufen

Viele Anleger investieren in Barrick Gold – als Gold-Investment (Foto: Shutterstock/ Below the Sky)

Beispiele für eine Investition in Goldaktien an den Börsen sind unter anderem:

  • Barrick Gold (ISIN: CA0679011084, einer der weltgrößten Goldproduzenten mit Minen in Nord- und Südamerika sowie Afrika),
  • Newmont Corporation (ISIN: US6516391066, gemessen an der Marktkapitalisierung eines der führenden Goldbergbauunternehmen) oder
  • Agnico Eagle Mines (ISIN: CA0084741085, erzielt vergleichsweise niedrige Förderkosten und eine hohe operative Stabilität).

Zu den Risiken dieser Exposure gehört, dass fallende Goldpreise die Marge belasten oder Förderkosten steigen. Dies kann einerseits durch wachsende Betriebskosten der Minen passieren oder die Anwendung neuer, aufwendiger Fördertechniken. Minen, die immer tiefer getrieben werden müssen oder einen speziellen Ausbau erforderlich machen, erhöhen die Ausgaben je Tonne gefördertes Erz.

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Strategien für Investitionen in Gold

Beim Gold haben Anleger die Chance, eine Strategie zu entwickeln, die aus mehreren Schichten besteht. Im Zentrum stehen Assets, die auf Gold als zentralen Wertspeicher setzen, sprich die Direktanlage oder mit physischem Gold hinterlegte Wertpapiere.

Hierbei bieten sich zwei zentrale Ansätze an: In Gold antizyklisch investieren, also in wirtschaftlich stabilen Phasen mit einer tendenziell geringen Preisdynamik oder die Ausnutzung des Cost-Average-Effekts (Sparpläne), mit dem das Timingrisiko verringert wird.

Tipp: Gerade in Krisenphasen kann es nach einer starken Kurskorrektur mit einem anfänglichen Hoch zu einem Drawdown beim Goldpreis kommen. Dieser entsteht, wenn Trader für Positionen mit einem Margin-Call schnell Liquidität bereitstellen müssen – und dazu auch auf Goldverkäufe heranziehen.

Speziell für aktive Trader sind CFDs eine zweite Schicht. Der Goldpreis reagiert auf eine Vielzahl von Signalen, wie:

  • Notenbanksitzungen der Fed oder EZB mit Aussagen zur Zinspolitik
  • Veröffentlichungen zur Zentralbanknachfrage
  • Inflationsdaten aus den USA
  • geopolitische Ereignisse.

Diese sorgen für Schwankungen innerhalb der Preisdynamik und liefern Signale für Long- oder Short-Positionen am CFD-Markt. Aber: Die Exposition sollte in diesem Bereich – da für längere Positionen eine Overnight-Fee zu zahlen ist – eher kurzfristig angelegt sein.

Zwischen beiden können Minen-Aktien eingestreut werden, da diese im Takt der Goldpreisdynamik eine gewisse Volatilität zeigen, sich im Vergleich zu CFDs aber auch mittelfristig im Depot behaupten können.

Gold mit CFDs

Trader können auch mit CFDs auf den Goldpreis handeln (Foto: Shutterstock/ Jelena Zelen)

Gold mit CFDs auf das Edelmetall und Minen-Aktien handeln

Das Edelmetall ist nicht nur bei Zentralbanken gefragt. Anleger nutzen verschiedene Handelsinstrumente, um von der Entwicklung am Markt zu profitieren. Gerade für das Ausnutzen sehr kurzfristiger Schwankungen sind Direktanlagen eher nicht geeignet. Hier bieten CFDs mehr Vorteile. Aber auch nur dann, wenn Trader auf den richtigen Broker setzen.

Pepperstone bietet Anlegern eine sehr breite Auswahl verschiedener Märkte, mit denen CFDs auf Gold oder Minen-Aktien gehandelt werden. Diese Palette erlaubt den Aufbau einer umfassenden Anlagestrategie, die auf unterschiedliche Marktphasen reagieren kann. Das Ganze kombiniert der Broker Pepperstone mit dem Zugriff auf leistungsstarke Plattformen.

Was im Brokervergleich zusätzlich heraussticht: Umfassende Marktanalysen bieten Anlegern einen tieferen Einblick in aktuelle Dynamiken und Sentiments. Parallel nutzen Börsenneulinge das Education-Center, um sich umfassend weiterzubilden und können die Theorie mit dem Demokonto direkt in der Praxis ausprobieren.

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Fazit: Die Zentralbanknachfrage macht kurzfristige Gold-Trades interessant

Zentralbanken sind nicht nur Währungshüter, sie gehören gerade beim Thema Gold inzwischen auch zu den aktiven Marktteilnehmern. Die Gründe für Kaufentscheidungen sind auf dieser Ebene unterschiedlich. Eine Stärkung der eigenen Position gehört dazu genauso wie der Wunsch, sich vom US-Dollar weiter abzukoppeln.

Die gesamtwirtschaftlichen Konsequenzen dieser Politik sind eine Seite der Medaille. Was aus Anlegersicht zu einem zentralen Element wird, sind die Implikationen für das eigene Portfolio. Ein hoher Preis pro Unze macht den Einstieg in die Direktanlage unattraktiv. Was dagegen lukrativer wirkt, sind Hebelprodukte wie CFDs, die auch von weniger starken, kurzfristigen Schwankungen profitieren. Am Ende kommt es immer darauf an, Rendite und Risiko auszubalancieren – was gerade bei Derivaten besonders wichtig ist

FAQ: Häufige Fragen zu den Zentralbank-Käufen und den Folgen für Anleger

Warum ist für Zentralbanken Gold ein so wichtiges Asset?

Es gibt verschiedene Ansätze, mit denen sich die Nachfrage erklären lässt. Gerade der Sicherheitsaspekt darf an dieser Stelle nicht unterschätzt werden. Aus Sicht der Zentralbanken lässt sich Gold im Ernstfall gegen Liquidität tauschen, was gerade in Krisenzeiten von Bedeutung ist.

Ist Silber eine Alternative zu Gold?

Im Hinblick auf den Aspekt des Charakters als Wertspeicher ist Silber kein Ersatz. Das Metall folgt Gold zwar oft bei Aufwärtsbewegungen. Durch die starke industrielle Nachfragekomponente ergeben sich aber andere Preisbildungskriterien. Dies macht Silber sensitiver für Konjunkturdaten und zu einem weniger klar erkennbaren sicheren Hafen.

Könnte der Goldpreis auch wieder deutlich fallen?

Ja, unter anderem durch einen schnellen Rückgang der geopolitischen Spannungen, deutlich steigende Zinsen oder einen stärker werdenden US-Dollar gerät der Goldpreis unter Druck. Allerdings ist für den Mai 2026 nicht absehbar, dass dieser Effekt sehr schnell eintritt.

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