

Schwellenländer oder Emerging Markets sind für Anleger interessant, die ihr Portfolio auf Wachstum und Diversifikation aufbauen wollen. Es handelt sich um einen Markt, der sich auf die Aktien aus Staaten konzentriert, die sich wirtschaftlich zwischen Entwicklungs- und Industrieländern bewegen. Emerging Markets haben sich aus dem Status klassischer Entwicklungsländer gelöst, erreichen aber noch nicht das Wohlstandsniveau und die Stabilität der Industriestaaten.
Typische Kennzeichen sind eine zunehmende Industrialisierung, die wachsende Mittelschicht sowie steigende Exporte und Reformen im Finanz- und Rechtssystem. Der wachsende Industriesektor und eine zunehmende Urbanisierung gehen mit einer sich verbessernden Infrastruktur einher, was auch gesellschaftliche Veränderungen nach sich zieht.
Häufig heben sich Emerging Markets auch durch ein starkes Wirtschaftswachstum aus, das durch gezielte Investitionen ermöglicht wird. Auf der anderen Seite sind Schwellenländer noch von starken Gegensätzen geprägt: Der zunehmende Wohlstand erhöht die Kaufkraft einer oft sehr jungen Bevölkerung, die sich immer noch sehr tradierten Gesellschaftsnormen gegenübersieht. Ökonomen ordnen unter anderem Brasilien, Indien, Indonesien, Südafrika oder Mexiko den Emerging Markets zu.

▶️ Anleger können durchaus von Investitionen in Schwellenländer profitieren/ Shutterstock/ insta_photos
Schwellenländer sind aus Anlegersicht ein interessanter Markt, der innerhalb des Portfolios positive Impulse entwickeln kann. Zu den Vorteilen der Investition in Emerging Markets gehört die sehr dynamische wirtschaftliche Entwicklung. Was spricht noch dafür, sich als Anleger für dieses Marktsegment zu interessieren?
Emerging Markets verzeichnen höhere Wachstumsraten als entwickelte Märkte. Damit wird nicht nur im globalen Maßstab in den kommenden Jahren ein erheblicher Teil des weltweiten Wirtschaftswachstums in diesen Märkten generiert. Auch im Rahmen des Aktienhandels zeichnen sich Emerging Markets durch ein hohes Wachstumspotenzial aus.
Viele entwickelte Länder haben ein Problem – die zunehmende demografische Verschiebung. Emerging Markets verfügen dagegen über eine junge, wachsende Bevölkerung. Hieraus können sich langfristig steigende Produktivitätsfaktoren und eine steigende Konsumnachfrage ergeben.
Schwellenländer bringen in vielen Fällen – wie beispielsweise Brasilien oder China – natürliche Ressourcen mit, zu denen unter anderem Ölvorkommen, Edelmetalle oder seltene Erden gehören. Eine konsequente und nachhaltige Nutzung dieser Ressourcen kann Emerging Markets einen Wettbewerbsvorteil verschaffen.
In den Emerging Markets erhöht sich der Wohlstand und damit das Konsumverhalten. Eine wachsende Mittelschicht erhöht aber nicht nur die Nachfrage nach Konsumgütern. Auch der Dienstleistungssektor und die Infrastruktur wachsen, was zusätzlich Impulse für eine stabile Entwicklung generieren kann.
Es sind diese wirtschaftlichen Vorteile, welche Emerging Markets zu einem vielversprechenden Asset machen können – da sie umfassende Renditechancen bieten, was besonders in Phasen globaler Wachstumszyklen zutrifft. Zusätzlich erhöht der Einstieg in die Schwellenländer den Diversifikationsfaktor des Portfolios, da deren wirtschaftliche Entwicklung nicht direkt an die Industrieländer gekoppelt ist. Nicht zuletzt sind es häufig höhere Zinsen und Dividenden, die das Renditewachstum positiv beeinflussen.
Für den Einstieg in Emerging Markets bieten sich Anlegern verschiedene Möglichkeiten. Das direkte Aktieninvestments ist nur ein Schritt, den Investoren in diesem Zusammenhang in Erwägung ziehen können. Der Vorteil: Wer gezielt in einzelne Unternehmen investiert, kann am Markt Outperfomer anvisieren, um die Rendite zu optimieren.
Da in den Schwellenländern die Chance auf höhere Rendite mit einem höheren Risiko erkauft wird, braucht es einen umfassenden Blick auf die fundamentalen Daten. Ein möglicher Ansatz ist der Fokus auf lokale Marktführer und Unternehmen mit solider Bilanz sowie einem nachhaltigen Geschäftsmodell. Was spielt für den Einstieg in die Schwellenländer noch eine Rolle?
Privatanleger realisieren über breit gestreute Investmentfonds oder ETFs (Exchange Traded Funds) den Zugang in Schwellenländer. Diese Produkte bündeln Aktien zahlreicher Unternehmen aus verschiedenen Ländern und Branchen – was eine interne Diversifikation aufbaut. Zusätzlich bringen ETFs im Vergleich mit anderen Assets häufig einen günstigen Kostenfaktor mit und bieten eine Möglichkeit, an der Entwicklung der Schwellenländer zu partizipieren.
Auch, wenn es für Börsenanfänger vielleicht so wirkt, sind Schwellenländer keine homogene Gruppe. Während China und Indien als wirtschaftliche Zentren gelten, sind andere Länder wie Indonesien oder Mexiko stärker von einzelnen Sektoren abhängig. Aus Anlegersicht ist daher eine breite regionale Streuung wichtig, mit der sich das Klumpenrisiko vermeiden lässt. Zusätzliches Optimierungspotenzial bietet die Beimischung von Frontier Markets (die aufgrund des Risikos eine stark differenzierte Gewichtung im Portfolio haben sollten).
Für immer mehr Anleger werden Umwelt-, Sozial- und Governance-Aspekte (ESG) wichtiger. Für Emerging Markets kann dieser Aspekt an Bedeutung zunehmen – auch, weil vielen Unternehmen für den Export in Industrieländer an dieser Stelle stärker gefordert sind. Das Beispiel Lieferkettengesetz zeigt, dass im Zusammenhang mit ESG gut positionierte Unternehmen Vorteile haben.
Investitionen in Schwellenländern können mit Währungsrisiken verbunden, da die lokalen Währungen gegenüber Euro oder US-Dollar stark schwanken. Anleger müssen das Wechselkursrisiko auch bei Investments in Fonds und ETFs im Auge behalten. Diese notieren oft in US-Dollar oder Euro als Fondswährung. Intern sind die Fondsmanager aber genauso mit den Wechselkursschwankungen konfrontiert. Es braucht aus diesem Grund geeignete Absicherungsstrategien.

💡 Bei Investments in Emerging Markets ist auf einiges zu achten/ Shutterstock/ Bigc Studio
Den vielversprechenden Renditechancen stehen bei Investitionen in Schwellenländer Risiken gegenüber, die Anleger nicht unterschätzen dürfen. Politische Instabilität wird für das Investitionsklima zu einem Problem. Schwellenländer, die politisch instabil sind, neigen eher zu Regierungswechsels, Korruption oder regulatorische Eingriffe in Märkte und üben damit negativen Einfluss auf die Performance des Portfolios aus.
Leider gehen mit der Exposure in Emerging Markets Währungs- und Inflationsrisiken einher. Beide beeinflussen die Entwicklung der Realwirtschaft und Aktienmärkte. Eine starke Abwertung der Währung macht beispielsweise Importe teurer und nimmt Einfluss auf die Rendite der Anleger. Ein Problem ist die mitunter geringe Markttransparenz. Die Aufsichtsstrukturen und Regulierungsvorschriften können sich von den Standards in der EU unterscheiden. Hierdurch ein Mangel an Transparenz in Bezug auf gewisse Marktteilnehmer und Bereiche des Aktienhandels.
2025 hat sich bisher als sehr turbulentes Börsenjahr gezeigt. Viele Anleger ziehen aktuell Kapital besonders aus dem US-Markt ab. Die Ziele sind höchst unterschiedlich. Ein Teil fokussiert sich auf Aktien aus Europa, während andere Investoren global diversifizieren und sich für Emerging Markets entscheiden. Schwellenländer haben den Vorteil eines oft starken Wachstums und bieten einen breiten Markt für Konsumgüter. Das Investment hat aber auch Risiken, wie eine größere Volatilität und mitunter geringere Standards in der Regulierung. Daher kann das Investieren in Emerging Markets anspruchsvoll werden.

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