

Marktphasen wie die Subprime-Krise 2008 oder COVID-19-Pandemie stellen Anleger vor Herausforderungen. Es geht um die Frage, wie sich das Portfolio schützen lässt, aber gleichzeitig Chancen genutzt werden. Ohne Ideen für angemessene Reaktionen auf eine plötzlich zunehmende Volatilität schlagen Negativtrends direkt auf das Depot durch.

▶️ Die COVID-19-Pandemie hatte eine der schwersten Rezessionen ausgelöst/ Shutterstock/ kittirat roekburi
Die Subprime-Krise begann mit einem überhitzten US-Immobilienmarkt, der durch Risiko-Hypothekenkredite und komplexe Finanzprodukte wie Mortgage-Backed Securities (MBS) zusätzlich befeuert wurde. Die eigentliche Krise wurde durch eine Abkühlung bei den Immobilienpreisen – in Kombination mit einem Zahlungsausfall bei den Hypotheken – ausgelöst. In der Folge kam es zu einem starken Absturz der Kurse an der Börse. Allein beim Dow Jones entstand zeitweise eine Korrektur um 50 Prozent gegenüber dem Allzeithoch.
Die Pandemie löste eine der schwersten globalen Rezessionen aus. Globale Lockdowns zogen einen Einbruch der Wirtschaftsaktivität nach sich, während am Kapitalmarkt in hohem Maß Unsicherheit und Panik herrschten. Der S&P 500 als wichtiger Index verlor im Frühjahr 2020 innerhalb weniger Wochen massiv an Wert. Gleiches ereilte den Dow Jones, der in wenigen Wochen deutliche Abschläge verkraften musste. Besonders hart traf die Anleger der 16. März mit einem Tagesverlust von mehr als 10 Prozent.
Ende der 1990er Jahre zog der Internet-Hype eine massive Überbewertung von Technologiewerten nach sich. Start-ups (ohne Umsatz oder Gewinn) erreichten Milliardenbewertungen an der Börse. Im Frühjahr 2000 platzte die Überbewertungs-Blase. Anleger begannen nicht nur, Gewinne mitzunehmen. Viele Marktteilnehmer verloren das Vertrauen in Geschäftsmodelle. Für den NASDAQ ging es massiv nach unten. Neben institutionellen Anlegern waren auch sehr viele Depots von Kleinanlegern vom Platze der Internetblase betroffen.
Lege nicht alle Eier in einen Korb – eine bekannte Börsenweisheit, die Anleger zu einer breiten Streuung ihrer Investments aufruft. Das Ziel: Die Streuung über verschiedene Anlageklassen reduziert Risiken, die sich aus den Schwankungen an den Märkten ergeben. Diversifikation hat in diesem Zusammenhang mehrere Ebenen. Breit aufgestellte Portfolios investieren in verschiedene Anlageklassen, Märkte und Branchen.
Hier lassen sich verschiedene Strategie realisieren, die von einem Fokus auf Qualitätsaktien mit stabilen Geschäftsmodellen über Value-Aktien bis zu einem wachstumsbasierten Ansatz reichen.
Staatsanleihen mit einer kurzen Laufzeit oder inflationsindexierte Papiere bieten in Phasen geldpolitischer Unsicherheit die Möglichkeit, eine stabilisierende Komponente in das Portfolio zu integrieren.
Besonders Gold wird nach wie vor als der „sichere Hafen“ wahrgenommen. In diesem Zusammenhang muss der Markt genau beobachtet werden, um preisreduzierende Effekte konsequent auszunutzen. Aber auch Industriemetalle können sich in bestimmten Marktsituationen als interessantes Investment erweisen – da sie von Infrastrukturinvestitionen profitieren.
Sachwerte gelten immer noch als Inflationsschutz und können in Krisen auf das Portfolio dämpfend wirken. Aus Anlegersicht ist an dieser Stelle aber eine intensive Beschäftigung mit dem Markt erforderlich.

💡 Die Diversifikation ist für Anleger jetzt äußerst wichtig/ Shutterstock/ Gsign76
In Krisenphasen tendieren Anleger zu einem Rebalancing – weg von wachstumsorientierten Werten hin zu Quality Stocks. Bei den Qualitätsaktien handelt es sich um Unternehmen mit hoher Eigenkapitalquote, einer konstanten Dividendenpolitik und starken Position im Markt. Die Erfahrungen mit vergangenen Krisen zeigt, dass solche Qualitätsaktien weniger stark schwanken und sich nach einem Einbruch auch zu einer schnelleren Erholung tendieren.
Dieser defensive Ansatz fasst unter anderem Aktien von Unternehmen ins Auge, die in Bereichen wie Konsumgüter, Gesundheitsdienstleister oder Versorger lokalisiert sind. Konjunkturunabhängige Branchen, mit denen sich eine solide Ertragskomponente integrieren lässt.
In Phasen volatiler Märkte spielt Flexibilität eine zentrale Rolle. Mit ausreichend Liquidität lassen sich gezielt unterbewertete Vermögenswerte herausgreifen und neue Positionen eröffnen – um sich für den Bullenmarkt in Position zu bringen. Eine Barreserve zwischen 15 und 20 Prozent erlaubt das Ausnutzen von Opportunitäten am Markt. Zusätzlich unterstützt die Liquidität das Rebalancing, um eine solide Portfolioallokation nach Kursverschiebungen aufzubauen. Antizyklizität ist besonders bei institutionellen Anlegern zu beobachten, die Krise dazu nutzen, um ihre Portfolios aufzustocken.
Ein für krisenfeste Portfolios wichtiger Ansatz ist die Implementierung einer dividendenbasierten Strategie. Damit bauen Anleger eine Exposition in Aktien auf, die hinsichtlich Dividendenrendite oder Dividendenwachstum eine besonders starke Position einnehmen. Hintergrund: Dividenden hängen weniger von der Entwicklung an den Kapitalmärkten ab, sie werden vom Verbraucherverhalten und der Konsumstimmung beeinflusst. Damit sind die Schwankungen dieser passiven Ertragskomponente in der Regel weniger stark ausgeprägt.
Speziell erfahrene Anleger haben die Möglichkeit, Derivate zur Portfolioabsicherung einzusetzen. Dazu gehören unter anderem:
Das Ziel dieser Strategie besteht darin, aus dem negativen Trend an den Märkten Kapital zu schlagen und damit eine renditebildende Komponente in das Depot zu integrieren.

✅ Dividendenaktien eignen sich für ein krisensicheres Portfolio/ Shutterstock/ insta_photos
Themen wie die Digitalisierung, KI oder erneuerbare Energien und neue Trends in der Gesundheitsversorgung bieten Potenzial, um sich langfristig am Markt zu positionieren. Das Ziel: Über die Exposure von langfristigen Megatrends zu profitieren, die auf lange Sicht kurzfristige Konjunkturschwankungen ausgleichen. Als Instrumente nutzen Anleger in diesem Zusammenhang unter anderem ETFs oder aktiv gemanagte Fonds, die gezielt auf Zukunftsthemen setzen.
Die Börsen haben in den letzten 25 Jahren mehr als eine schwere Krise erlebt. Mit der aggressiven Zollpolitik hat die aktuelle US-Regierung die Märkte global massiv unter Druck gesetzt. Auch, wenn reziproke Zölle bis auf wenige Ausnahmen vorerst gestoppt sind: Der Schaden dürfte in vielen Portfolios massiv ausgefallen sein.
Es ist aus Anlegersicht umso wichtiger, sich auf das nächste Krisenszenario vorzubereiten. Dafür stehen verschiedene Strategien zur Verfügung – die vom Einsatz defensiver Werte über eine starke Dividendenorientierung bis zum Einsatz von Derivaten oder Revers-ETFs reichen. Das Ziel: Ein robustes Portfolio, das nicht nur Verluste minimiert – sondern auch Investmentchancen clever ausnutzt.

Zum Anbieter
*



Finanzielle Differenzgeschäfte (sog. contracts for difference oder auch CFDs) sind komplexe Instrumente und gehen wegen der Hebelwirkung mit dem hohen Risiko einher, schnell Geld zu verlieren. Der überwiegende Anteil der Privatkundenkonten verliert Geld beim CFD-Handel. Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie CFD funktionieren, und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren.