

Die IPO Landschaft (Initial Public Offering) erlebt nach einer Phase der Zurückhaltung eine Belebung, wobei das Jahr 2026 als möglicher Höhepunkt für einige große Börsengänge gilt. Unternehmen wie Mobile.de, Revolut und eventuell auch OpenAI bereiten sich auf ihren Gang an die Börse vor und könnten für Anleger besonders interessant sein.
Ein Börsengang, ebenso bekannt als IPO (Initial Public Offering), markiert den Moment, in dem ein Unternehmen seine Aktien erstmals öffentlich an einer Börse anbietet. Unternehmen nutzen Börsengänge, um frisches Kapital zu beschaffen.
Sie finanzieren damit Innovationen, beschleunigen ihr Wachstum oder tilgen Schulden. Für Sie als Anleger eröffnet jeder IPO die Chance, sich frühzeitig an potenziellen Marktführern zu beteiligen. Sie kaufen Aktien, die vorher nur privaten Investoren zugänglich waren. Ein erfolgreicher Börsengang kann den Wert Ihrer Investition schnell steigern.

Ein IPO ermöglicht Unternehmen frisches Kapital und Anlegern die Chance, früh in wachstumsstarke Firmen zu investieren. (Foto: fadfebrian / Shutterstock.com)
Für 2026 sind einige interessante Börsengänge in Aussicht. Manche sind fest geplant, bei anderen Unternehmen dominiert (noch) die Gerüchteküche. Wir stellen Ihnen einige mögliche IPOs in 2026 vor.
KNDS ist ein führender europäischer Rüstungskonzern, bekannt als Hersteller des Leopard-2-Panzers und anderer militärischer Fahrzeuge. Angesichts der geopolitischen Lage und der steigenden Verteidigungsausgaben in Europa plant KNDS einen eventuellen Börsengang im Juni 2026.
Experten schätzen die mögliche Bewertung auf rund 20 Milliarden Euro. Die Aktie könnte für Anleger attraktiv sein, die von den langfristigen Trends im Verteidigungssektor profitieren möchten. Die starke staatliche Unterstützung und die Schlüsselrolle in der europäischen Sicherheitsarchitektur bieten ein hohes Maß an Stabilität und Wachstumssicherheit.

(Foto: Shutterstock/ T. Schneider)
Die deutsche Online-Plattform Mobile.de ist der größte Fahrzeug-Marktplatz in Deutschland und gehört zum norwegischen Medienkonzern Adevinta. Die Eigentümer, darunter Permira und Blackstone, prüfen einen IPO an der Frankfurter Börse für 2026.
Die erwartete Bewertung liegt bei bis zu 10 Milliarden Euro. Mobile.de ist für Anleger interessant, da es eine dominante Marktposition in einem stabilen und digitalisierten Sektor innehat. Das Geschäftsmodell profitiert von der hohen Nachfrage nach Gebrauchtwagen und der Notwendigkeit für Händler, ihre Angebote online zu stellen.
ISS Stoxx, eine Tochtergesellschaft der Deutschen Börse, ist ein wichtiger Anbieter von Index- und Finanzmarktdaten. Nachdem ein IPO im Jahr 2025 verschoben wurde, wird ein Börsengang nun für 2026 erwartet. Die geschätzte Bewertung liegt bei etwa eine Milliarde US-Dollar.
Die Aktie könnte nach dem Börsengang für Anleger attraktiv sein, die in den Bereich der Finanzmarktinfrastruktur investieren möchten. Das Unternehmen profitiert von der steigenden Nachfrage nach passiven Anlageprodukten (ETFs), die auf seinen Indizes basieren und bietet ein stabiles, gebührenbasiertes Geschäftsmodell.
Visma aus Norwegen ist ein führender Anbieter von cloudbasierter Unternehmenssoftware und konzentriert sich auf Lösungen für Buchhaltung, Gehaltsabrechnung und Personalwesen (HR). Das norwegische Unternehmen plant seinen Börsengang für 2026, wobei die Londoner Börse als bevorzugter Handelsplatz gilt.
Die letzte private Bewertung des Software-Riesen lag bei rund 19 Milliarden Euro. Ein Emissionsvolumen für das IPO ist noch nicht bekannt, wird aber aufgrund der Größe des Unternehmens als signifikant erwartet.
Für Anleger ist Visma attraktiv, da es im wachsenden B2B-Software-Sektor tätig ist und ein stabiles, wiederkehrendes Umsatzmodell (SaaS) aufweist. Die starke Marktposition in Nordeuropa und die kontinuierliche Expansion in neue Märkte versprechen langfristiges Wachstumspotenzial.
Als eine der bekanntesten europäischen Neobanken bietet Revolut eine breite Palette an Finanzdienstleistungen über seine mobile App an, von Zahlungsverkehr über Kryptowährungen bis hin zu Aktienhandel. Das FinTech-Unternehmen erwägt einen Börsengang im Jahr 2026, möglicherweise als duale Notierung in London und New York, um seine globale Reichweite zu unterstreichen.
Die geschätzte Bewertung des Unternehmens liegt zwischen 65 und 75 Milliarden US-Dollar. Revolut ist für Anleger spannend, da es den traditionellen Bankensektor teilweise „unnötig“ macht und eine junge, digital affine Kundschaft anspricht. Das schnelle Wachstum der Nutzerbasis und die Diversifizierung der Einnahmequellen deuten auf ein hohes zukünftiges Ertragspotenzial hin.

(Foto: Shutterstock/ Veja)
OpenAI gilt derzeit als der dominierende Akteur in der weltweiten KI-Industrie. Mit der Einführung von ChatGPT hat das Unternehmen generative künstliche Intelligenz massentauglich gemacht und setzt seither mit seinen Sprachmodellen der GPT Reihe sowie dem Bildgenerator DALL-E den Branchenstandard.
Das Geschäftsmodell ist deutlich skalierbar, verlangt jedoch enorme finanzielle Mittel. Das ist ein Umstand, der sich in den aktuellen Zahlen (2. Jahreshälfte 2025) deutlich widerspiegelt. Im Sommer 2025 erreichte OpenAI eine annualisierte Umsatzrate (ARR) von rund 12 Milliarden US-Dollar, was ein drastischer Anstieg gegenüber etwa 3,7 Milliarden US-Dollar im Jahr 2024 ist.
Trotz dieses Wachstums bleibt die Rentabilität in weiter Ferne. Hauptursachen sind die immensen Aufwendungen für Rechenressourcen und Forschung. Dieser sehr große Kapitalbedarf treibt Spekulationen über einen Börsengang an. Laut einem Ende Oktober 2025 veröffentlichten Reuters-Bericht, der sich auf Insiderinformationen stützt, prüft OpenAI eine mögliche Einreichung bei der US-Börsenaufsicht SEC in der zweiten Hälfte 2026.

(Foto: Shutterstock/ Novikov Aleksey)
Nach der Emission können Sie über 8.900 Aktien und ETFs über den Broker XTB handeln. Je nach IPO besteht manchmal eventuell die Möglichkeit, die Aktien auch über den Broker zu zeichnen, was Sie jedoch stets im Einzelfall prüfen sollten. Zudem hat XTB ein breites Bildungsangebot, mit dem Sie sich auch über den Handel von Aktien informieren können.
Der Weg zum Börsengang ist ein mehrstufiger Prozess, der Monate in Anspruch nimmt. Zuerst stellt das Unternehmen ein sogenanntes IPO Team zusammen. Dieses besteht aus:
Die Konsortialbanken sind die zentralen Akteure, denn sie führen die Due-Diligence-Prüfung durch. Sie bewerten das Unternehmen, erstellen den Emissionsprospekt und organisieren in Vorbereitung der Börsengänge das sogenannte Bookbuilding-Verfahren.
Im Bookbuilding-Verfahren wird der Preis für die Aktien festgelegt, der eine große Rolle vor dem IPO spielt. Sie als Anleger geben in dieser Phase Ihre Kaufangebote ab. Die Banken legen eine Preisspanne fest und Sie bieten innerhalb dieser Spanne. Die Konsortialbanken sammeln nun alle Angebote und ermitteln auf Basis der Nachfrage den endgültigen Ausgabepreis.
Dieser Preis ist der Emissionspreis und Sie erhalten Ihre Aktien zu diesem Preis zugeteilt. Die Banken garantieren dem Unternehmen die Platzierung der Aktien und tragen damit ein hohes Risiko. Ein erfolgreicher Börsengang hängt maßgeblich von der Arbeit dieser Banken ab, denn sie sorgen für die Erstnotiz an der Börse.

Konsortialbanken steuern den gesamten IPO-Prozess – von der Bewertung über das Bookbuilding bis zur Festlegung des endgültigen Ausgabepreises. (Foto: khunkornStudio / Shutterstock.com)
Sie möchten sich am Börsengang eines vielversprechenden Unternehmens beteiligen? Beachten Sie, dass nicht jeder IPO ein öffentliches Angebot für Privatanleger vorsieht. Wenn es ein öffentliches Angebot gibt, gehen Sie am besten wie folgt vor:
Sie recherchieren aktiv nach aktuellen Börsengängen und nutzen dazu Finanznachrichten sowie die Webseiten der Börsen. Sie prüfen ferner, ob ein öffentliches Zeichnungsangebot für Privatanleger existiert.
Lesen Sie am besten den Emissionsprospekt zum IPO sorgfältig. Sie sollten das Geschäftsmodell verstehen und die Risiken des Unternehmens kennen. Auf diese Weise treffen Sie eine gut informierte Entscheidung.
Sie benötigen ein Wertpapierdepot bei einer Bank oder einem Broker, wenn Sie im Rahmen der Börsengänge Aktien zeichnen möchten. Stellen Sie zudem sicher, dass Ihr Broker oder Ihre Bank die Zeichnung des jeweiligen IPO anbieten.
Nur wenige Banken sind in der Regel ein Teil des Konsortiums. Fragen Sie bei Ihrer Depotbank nach den Konditionen für Neuemissionen und klären, ob Sie die Aktien im Rahmen des IPO direkt über Ihren Broker zeichnen können.
Sie zeichnen die Aktien in der Regel über Ihre Depotbank, denn ist Ihre Bank Teil des Konsortiums, ist der Prozess oft einfacher. Sie können auch über andere Banken zeichnen, die den Börsengang anbieten und müssen dann Ihre Zeichnungsorder fristgerecht einreichen. Beachten Sie dabei die für die Börsengänge genannte Zeichnungsfrist, die meistens nur ein bis zwei Wochen beträgt.
Sie erteilen Ihrer Bank nun einen Auftrag zur Zeichnung der gewünschten Aktienanzahl. Geben Sie dabei den Preis an, zu dem Sie im Rahmen des IPO bereit sind, die Aktien zu kaufen bzw. zu zeichnen. Der Preis muss innerhalb der festgelegten Spanne liegen und Sie können auch „zum Ausgabepreis“ zeichnen. Stellen Sie unbedingt sicher, dass Ihr Depot ausreichend gedeckt ist.
Nach Ende der Zeichnungsfrist erfolgt die Zuteilung. Sie erhalten die Aktien zum finalen Emissionspreis, bei stark überzeichneten Börsengängen jedoch möglicherweise nicht die volle gewünschte Menge. Sie müssen daher den Zuteilungsschlüssel akzeptieren, der für eine faire Verteilung unter den Investoren sorgt.
Im letzten Schritt verfolgen Sie gespannt den ersten Handelstag. Die Erstnotiz markiert den Beginn des regulären Handels und Sie entscheiden, ob Sie die zugeteilten Aktien behalten oder verkaufen möchten. Sie handeln nun wie mit jeder anderen börsennotierten Aktie, denn Börsengänge sind stets der Startpunkt und nicht das Ende Ihrer Investition.
Nach einer längeren Durststrecke hat sich der IPO Markt inzwischen spürbar belebt. Investoren zeigen wieder mehr Risikobereitschaft und einzelne, hochwertige Emissionen erzielten starkes Interesse. Gleichzeitig bleibt das Angebot jedoch selektiv.
Zentralbanken haben zuletzt die Geldpolitik gelockert bzw. die Zinswende eingeleitet. In der Eurozone blieben die Leitzinsen zunächst stabil, während die US-Notenbank jüngst mit Zinssenkungen begonnen hat. Das stützt Aktienmärkte und IPO Bewertungen tendenziell.
Makroökonomisch zeigt sich allerdings ein gedämpftes Wachstum und erhöhte geopolitische sowie handelspolitische Unsicherheit, sodass Bewertungen empfindlich auf Nachrichten reagieren können. Vor diesem Hintergrund können IPOs für Anleger hohe Renditechancen bieten. Vorausgesetzt ist, dass die Emittenten robustes Wachstum, klare Wege zur Profitabilität und ein verlässliches Geschäftsmodell aufweisen.

Das IPO-Umfeld hat sich 2025 erholt – niedrige Zinsen und selektive Qualitätsemissionen wecken neues Anlegerinteresse trotz globaler Unsicherheiten. (Foto: Drozd Irina / Shutterstock.com)
Die Investition im Rahmen eines IPO bietet sowohl attraktive Chancen als auch konkrete Risiken. Zunächst gehen wir auf die Chancen für Anleger bei Börsengängen ein.
Bei einer erfolgreichen Erstausgabe können Anleger unmittelbar von einem Kursanstieg profitieren, weil Neuemissionen oft mit hoher Nachfrage starten. Besonders bei wachstumsstarken Unternehmen kann ein früher Einstieg im Zuge des IPO deutlich überdurchschnittliche Renditen erzielen. Allerdings hängt das Upside-Potenzial stark von Preisfestsetzung und Marktstimmung am Listing-Tag ab.
IPOs eröffnen Anlegern die Möglichkeit, in junge oder schnell wachsende Firmen zu investieren, die zuvor nur institutionellen Investoren zugänglich waren. Solche Unternehmen können Marktanteile schnell ausbauen und Innovationsvorteile realisieren. Das bedeutet aber zugleich höhere operative Risiken, die sorgfältig geprüft werden müssen.
Börsengänge schaffen einen öffentlichen Markt für Aktien, wodurch Anleger leichter kaufen oder verkaufen können als bei privaten Beteiligungen. Diese erhöhte Liquidität erleichtert auch die Bewertung der Position. In volatilen Phasen kann Liquidität jedoch schwanken und Spreads sich verbreitern.
Börsennotierte Unternehmen unterliegen umfangreichen Publizitäts- und Corporate-Governance-Anforderungen, was die Informationslage für Anleger verbessert. Bilanzen, Prognosen und Risikofaktoren sind öffentlich zugänglich. Anleger sollten diese Informationen nutzen, um fundierte Entscheidungen zu treffen.
IPOs erweitern das Anlageuniversum, insbesondere Branchen oder Nischen, die an den öffentlichen Märkten unterrepräsentiert sind. Für Portfolios bieten sie somit eine zusätzliche Diversifikation. Diese senkt jedoch nur unsystematische Risiken, nicht die Marktrisiken.
Wenn Sie früh in ein späteres Branchenleitunternehmen investieren, profitieren Sie eventuell langfristig überproportional, falls das Unternehmen seine Strategie erfolgreich umsetzt. Langfristiger Shareholder-Value entsteht besonders durch Effekte der Skalierung und einem Markenaufbau nach dem IPO. Anleger müssen aber bereit sein, kurzfristige Schwankungen „auszuhalten.“
Nachteile und Risiken gibt es ebenso bei jedem IPO, unter anderem die folgenden:

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Finanzielle Differenzgeschäfte (sog. contracts for difference oder auch CFDs) sind komplexe Instrumente und gehen wegen der Hebelwirkung mit dem hohen Risiko einher, schnell Geld zu verlieren. Der überwiegende Anteil der Privatkundenkonten verliert Geld beim CFD-Handel. Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie CFD funktionieren, und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren.