

Seit Ende Februar 2026 bewegen sich die globalen Aktienmärkte in einem anhaltenden Krisenmodus. Mit ihrem Angriff auf den Iran haben die USA und Israel genau das Szenario ausgelöst, vor dem viele Investoren gezittert haben: Teheran schließt als Reaktion die Straße von Hormus. Die Blockade sorgt für tiefrote Vorzeichen an den Märkten.
Es gibt nur wenige Gewinner der Krise – zu denen die Energiebranche gehört. Sprunghaft steigende Rohölpreise spülen Milliarden in die Kassen der Ölkonzerne. Einige Quellen sprechen bereits von zweistelligen Milliardenbeträgen, mit denen die Ölriesen mehr rechnen können. Die Industrie – selbst die Halbleiterbranche – wird dagegen mit massiven Problemen konfrontiert.
Anleger brauchen Werkzeuge und Anlagestrategien, um mit solchen Situationen umzugehen und die Krisengewinner zu identifizieren. Geopolitische Spannungen sorgen häufig dafür, dass die Nachfrage nach Rüstungsgütern zulegt. Der Frust über höhere Gas- und Heizölpreise beschert auf der anderen Seite Herstellern und Betreibern von grünen Energieparks Gewinne. Genau diese Assets sorgen im Portfolio dafür, dass aus der Krise eine Renditechance wird.
Das Wichtigste im Überblick:
Wer einen Blick über den Tellerrand wagt und sich mit historischen Kurscharts auseinandersetzt, erkennt einen Trend: Krisen gehören an den Märkten dazu. Neue technische Entwicklungen, Pandemien und Handelskriege hat es in der Vergangenheit immer wieder gegeben. Märkte, die stark überkauft werden und an denen sich die Wetten auf noch mehr Wachstum aufblähen, implodieren irgendwann.
Aber: Nicht jede Krise ist gleich. Ein Beispiel ist die Dotcom-Blase, die nach einer starken Überbewertung des Tech-Segments platzte. Während viele Start-ups unter die Räder gerieten und die Technologie-Indizes massiv an Bewertung verloren, blieben andere Branchen von den direkten Folgen eher unberührt.
Anders die globale Finanz- und Schuldenkrise – ausgelöst durch das Platzen der Subprime-Blase in den USA. Hierdurch entstanden massive gesamtwirtschaftliche Folgen. Einerseits wurden Kreditrisiken im Nachgang strenger bewertet, auf der anderen Seite machte sich die Rezession durch eine sinkende Nachfrage bemerkbar.
Die Beispiele sollen zeigen, wie unterschiedlich Krisen am Kapitalmarkt entstehen und wie differenziert deren Auswirkungen aussehen. Wer als Anleger die Dynamiken versteht und nachvollzieht, muss sich für Entscheidungen nicht allein auf die Chartanalyse verlassen – sondern kann Trends strategisch antizipieren. Dank des Know-hows fällt es außerdem leichter, Krisengewinner früh zu identifizieren – idealerweise, bevor der Rest des Marktes umsattelt.

Krisen am Kapitalmarkt können sehr unterschiedlich aussehen (Foto: Shutterstock/ Summit Art Creations)
Das Wichtigste im Überblick:
Welche Sektoren und Branchen in der Krise am Ende die Nase vorn haben, hängt in erster Linie von den Ursachen und deren Tragweite ab. Ein Nachlassen geopolitischer Spannungen würde vor allem eines bedeuten: Die Nachfrage nach Rüstungsgütern ebbt ab. Dieser Effekt wäre sektoral begrenzt.
Mit der Blockade der Straße von Hormus erreicht der US-Iran-Konflikt die globale Wirtschaft. Das sich verteuernde Rohöl ist dabei nur ein Aspekt. Fehlende Exporte von Helium aus den Golfstaaten, das für die Herstellung leistungsfähiger Chips gebraucht wird, haben in einer digitalisierten Welt heftigere Auswirkungen als vor 30 Jahren.
Staatliche Akteure als Preistreiber. In der EU haben Staaten in den letzten Jahrzehnten ihre Verteidigungsbudgets immer weiter schrumpfen lassen. Seit 2022 ist das Gegenteil der Fall: Mit Beginn des Ukraine-Krieges sind die Militärausgaben wieder gestiegen. Besonders die Aussicht, dass sich die USA möglicherweise nicht wie bisher an der NATO beteiligen, hat einen weiteren Schub ausgelöst.
Europäische Rüstungskonzerne wie Rheinmetall (ISIN: DE0007030009) und Hensoldt (ISIN: DE000HAG0005) profitieren von dieser Entwicklung. Einerseits steigt die staatliche Nachfrage, andererseits sind die Lieferketten der Unternehmen oft auf den europäischen Markt ausgerichtet – was den Einfluss der US-Zollpolitik dämpft. Auch international schauen Anleger auf Konzerne wie Leonardo (ISIN: IT0003856405) oder BAE Systems (ISIN: GB0002634946), die von NATO-Aufrüstungsprogrammen profitieren.
Der entscheidende Punkt: Rüstungsunternehmen sind nicht auf private Nachfrage angewiesen, staatliche Akteure sind die dominierenden Auftraggeber. Eine Tatsache, die die Umsätze vor zyklischen Schwankungen schützt. Gleichzeitig entstehen durch lange Beschaffungszyklen und Wartungsverträge planbare Cashflows – ein Merkmal, das in unruhigen Marktphasen geschätzt wird.
Zusätzlich entsteht im Rüstungssektor ein dynamisches Wachstum durch technologische Veränderungen. Neue Konzepte, wie Drohnen oder KI-Systeme und 360-Grad-Gefechtsfeldbeobachtung geben auch Start-ups eine Chance, wodurch sich eine gewisse Diversifikation etablieren lässt.
In Krisenphasen schichten Anleger ihre Depots um. Der Wachstumsanteil sinkt, defensive Titel gewinnen an Bedeutung. Gold gehört zu den Assets, die als sehr sensibles Krisenbarometer fungieren. Reagieren andere Anlageklassen auf Zollschocks und eine geopolitische Eskalation mit teils drastischen Kursrücksetzern, kann sich das Edelmetall oft behaupten bzw. zieht im Preis häufig an. Anleger, die sich hier exponieren wollen, kaufen Gold einfach direkt oder investieren in Gold-ETCs, Gold-ETFs oder diversifizierte Rohstoff-ETCs.
Eine weitere Option sind Aktien von Unternehmen, die direkt oder indirekt mit dem Edelmetall verbunden sind. Dazu gehören:
Tipp: Wer den ersten Run auf das Edelmetall verpasst, kann eventuell kurz nach dem Trendwechsel am Aktienmarkt einsteigen. Institutionelle Investoren mit gehebelten Positionen verkaufen aufgrund des Margin-Calls mitunter Gold, um liquide Mittel zu erhalten. Damit entsteht ein höheres Angebot – was zu einem Rücksetzer beim Goldpreis führen kann.
Werden Portfolios in Krisen neu ausgerichtet, fließt ein Teil des Kapitals regelmäßig in defensive Sektoren. Der Grund ist einfach: Menschen brauchen auch in Krisen oder während einer Rezession Zahnpasta, Nahrungsmittel und Medikamente. Dies macht die Nachfrage im Bereich der Konsumgüter des täglichen Bedarfs robuster gegenüber Schwankungen.
Nestlé (ISIN: CH0038863350) oder Unilever (ISIN: GB00B10RZP78) sind zwei mögliche Beispiele für Aktien, die in Krisenphasen zum Kernbestand defensiver Portfolios werden können. Anleger profitieren neben der Resilienz dieser Werte auch von Dividenden, die regelmäßig zur Ausschüttung kommen. Neben Aktien wären in diesem Sektor ETFs wie der Xtrackers MSCI World Consumer Staples UCITS ETF (ISIN: IE00BM67HJ62) interessant.
Ein zweiter defensiver Sektor betrifft Gesundheit/Healthcare. Hier sind es die großen Pharmakonzerne, die sich oft stabil halten. Typische Beispiele wären:
Gerade wenn Krisen durch Pandemien ausgelöst werden, gehört dieser Sektor natürlich ganz klar zu den Gewinnern.
Wichtig: Defensive Sektoren sind keine Garantie gegen Verluste. Regulatorische Eingriffe wie Preiskontrollen oder steigende Rohstoffpreise für Lebensmittelkonzerne können die Margen belasten. Wer diese Sektoren als Krisenabsicherung einsetzt, muss als Anleger auf Einzeltitelebene selektiv agieren.

Gold kann in Krisenzeiten eine gute Absicherung sein (Foto: Shutterstock/ TSViPhoto)
Wer 2026 auf ein Kursfeuerwerk gehofft hat, dürfte in den letzten Wochen durchaus ungläubig auf die Charts geblickt haben. Das Thema Krise ist aktuell scheinbar ein Dauerzustand – und verlangt Tradern Nervenstärke ab. Der US-Iran-Konflikt, das nach wie präsente Thema Zölle und der Ukraine-Krieg lassen schwierige Rahmenbedingungen entstehen. Umso wichtiger ist die Identifizierung der Krisengewinner und Top-Broker, um von deren Performance zu profitieren.
Eine Möglichkeit: Der Handel mit CFDs über Capital.com. Der Broker bietet Anlegern damit die Chance, auf unterschiedliche Entwicklungen zu reagieren und ein bestehendes Portfolio abzusichern. Dabei überzeugt Capital.com im Brokertest nicht nur mit dem Handelsangebot. Die Bewertung entsteht über das digitale Onboarding, einen umfassenden Kundenservice und die leistungsfähige Handelsplattform. In Kombination mit wettbewerbsfähigen Spreads und dem Demokonto bietet der Broker Features, die man im Brokervergleich nicht einfach ignorieren kann.
Die 2020er Jahre wirken auf viele Menschen wie eine Dauerkrise. Corona, der Ukraine-Krieg seit 2022 und jetzt seit Ende Februar 2026 die Auseinandersetzung im Nahen Osten. Entwicklungen, die sich auch in der Industrie bemerkbar machen. An den Börsen schien zumindest bis zum Jahreswechsel 2025/2026 alles abzuprallen, Indizes wie der DAX oder S&P 500 erreichten Traumbewertungen.
Mittlerweile haben viele Anleger herbe Verluste eingefahren. Krisen sind aber nicht nur Phasen, in denen Milliarden auf dem Parkett vernichtet werden. Es gibt Unternehmen und Sektoren, die profitieren davon. Als Anleger besteht die Herausforderung darin, diese Krisengewinner zu identifizieren – und das Portfolio so aufzustellen, dass defensive Werte Gewinne absichern, gleichzeitig aber Liquidität zur Verfügung steht, um Chancen zu nutzen.
Es braucht eine klare, umsetzbare Strategie, die Märkte beobachtet und die richtigen Tools verwendet. Neben der Charttechnik müssen Anleger das makroökonomische und geopolitische Parkett im Auge behalten. Parallel spielen Optionen wie der Stop-Loss eine zentrale Rolle. Damit tragen Anleger dafür Sorge, dass sich der Kurs entgegen den Erwartungen entwickelt und sich Verluste im Depot aufbauen.
Hierfür lassen sich verschiedene Indikatoren heranziehen. FOMO (Fear of Missing Out), sprunghafte Kursanstiege bei niedriger Volatilität oder plötzlich stark steigende Bewertungen deuten oft darauf hin, dass sich Blasen entwickeln. Diese können in der Folge zu Crashs führen, wenn der Markt nicht vorher korrigierend eingreift.
Ja, es lassen sich Szenarien erkennen, in denen einzelne Währungen profitieren, während andere abwerten. Ein Beispiel ist der US-Dollar. Im Zuge der aktuellen Krise am Persischen Golf ist die Nachfrage nach dem Greenback durch den hohen Ölpreis gestiegen – was zu dessen Aufwertung beispielsweise gegenüber dem Euro führte.

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