Medienkooperation

Warum Krypto-Börsen immer stärker zu klassischen Brokern werden

Datum: 14.10.2026
Inhaltlich geprüft durch: Ruben Wunderlich

Der Kapitalmarkt unterliegt einem stetigen Wandel und verändert sich. Was in den letzten Jahren passiert, ist neu: Neobroker setzen etablierte Anbieter unter Druck und aus spezialisierten Krypto-Börsen, über die Anleger anfangs nur Bitcoin und Co. gehandelt haben, werden zu echten Multi-Asset-Plattformen. Eine Schlagzeile steht beispielhaft für diesen Trend: Am 16. Juni 2026 kündigte Coinbase an, tokenisierte Aktien, Optionen auf Kryptos und Aktien sowie unbefristete Futures auf Themen wie KI oder Verteidigung einzuführen. Zusätzlich will der Krypto-Spezialist in Zukunft auch den Handel über Pre-IPO-Kontrakte auf noch nicht börsennotierte Unternehmen wie OpenAI und Anthropic ermöglichen.

Damit hebt sich eine Krypto-Börse vom Wettbewerb innerhalb kurzer Zeit deutlich ab. Aber: Bitcoin steht nicht allein für diesen Trend. Kraken – eine ebenfalls als Krypto-Börse bekannte Plattform – hat sein xStocks-Angebot an tokenisierten US-Aktien und ETFs ausgebaut. Andere Anbieter wollen tokenisierte Aktien nach Europa bringen, während Konkurrenten ein vollwertiges Anlageuniversum aus Aktien, Rohstoffinvestments, ETFs und Sparplänen aufbauen.

Was früher reine Kryptowährungshandelsplätze waren, sind inzwischen echte Alternativen zu klassischen Brokern geworden. Folgerichtig stellt sich Anlegern damit eine Frage: Sind die Anlageprodukte der Krypto-Börsen eine sinnvolle Erweiterung? Neben den technischen Aspekten hat auf die Entscheidung Einfluss, ob die Angebote hinsichtlich der Gebühren mit der Konkurrenz vergleichbar sind.

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Vom Bitcoin-Marktplatz zum Multi-Asset-Anbieter

Das Wichtigste im Überblick:

  • Krypto-Börsen sehen sich seit Jahren einem wachsenden Wettbewerbs- und Regulierungsdruck ausgesetzt.
  • Über den Ausbau der Produktpalette erschließen sich die Anbieter neue Zielgruppen.
  • Mithilfe der verschiedenen Anlageinstrumente entsteht ein schärferes Profil im Wettbewerb.

Dass sich eine wachsende Zahl Krypto-Handelsplätze dafür entscheidet, das Produktangebot in die Breite zu entwickeln, hat nicht nur Vorteile fürs Marketing. Ein wachsender Druck durch den Wettbewerb und sinkende Gebühren im Handel verwässern die Marge – und damit die Gewinne der Plattformen.

Gleichzeitig haben die Anbieter eine umfassende Handelsinfrastruktur aufgebaut, die Umsätze erwirtschaften muss – was sich durch den Ausbau des Portfolios über eine wachsende Anzahl potenzieller Vertriebskanäle realisieren lässt. Wo sind weitere Auslöser dafür zu sehen, dass aus Krypto-Börsen heute Multi-Asset-Plattformen werden?

Krypto-Börsen als Broker

Immer mehr Krypto-Börsen entwickeln sich zu Brokern (Foto: Shutterstock/ Sergii Kozii)

Die Strategische Neuausrichtung der Krypto-Börsen

Weniger Abhängigkeit vom Bitcoin-Zyklus:

Die Handelsaktivität über reine Krypto-Börsen ist immer davon abhängig, was sich gerade rund um Bitcoin und Co. abspielt. Eine starke Diversifizierung des Angebots schafft mehr Unabhängigkeit von Krypto-Zyklen.

Größerer Kundenpool:

Je breiter die Auswahl verfügbarer Handelsinstrumente und Märkte ist, desto größer wird auch die Zielgruppe. Krypto-Plattformen sind durch Aktien oder ETFs in der Lage, Anleger anzusprechen, die sich bislang – aufgrund der Anlagestrategie und des Risikomanagements – nicht für Kryptos interessiert haben.

Kundenbindung durch Portfoliomanagement:

Viele Trader nutzen Kryptowährungen in der Vergangenheit als Beimischung zu bestehenden Investments in Gold oder Anleihen und Devisen. Mit der Kombination dieser Märkte in einer Plattform entsteht nicht nur eine größere Zielgruppe. Es entfällt die Notwendigkeit, über mehrere Plattformen zu handeln, was letztlich die Kundenbindung erhöht.

Regulierung und Lizenzierung:

Finanzdienstleister unterliegen strengen Regulierungsvorschriften. In den Anfangsjahren des Kryptohandels bewegten sich Anleger oft außerhalb der Schutzmechanismen, die eine umfassende Finanzaufsicht bietet. Mit dem Ausbau des eigenen Service und der Regulierung, die damit verbunden ist, schärfen die einzelnen Krypto-Broker ihr Profil, es entsteht ein größeres Anlegervertrauen. Dieses sorgt wiederum dafür, dass sich die Plattformen vom Wettbewerb abheben.

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Welche Assets bieten Krypto-Börsen ihren Kunden heute an?

An einem zentralen Kernelement halten die Anbieter nach wie vor fest: Kryptowährungen. Die Palette umfasst inzwischen aber nicht nur das reine Trading. Mittels Staking haben Anleger die Möglichkeit, im Fall einiger spezieller Coins eine Art „Dividende“ zu erhalten. Sie stellen dem Netzwerk ihre Coins zur Verifizierung zur Verfügung und erzielen einen passiven Ertrag. Parallel überträgt ein Teil der Anbieter den Gedanken des Sparplans inzwischen auf das Kryptosegment.

Aus dem Bereich der „klassischen“ Brokerage-Leistungen übernehmen die Krypto-Börsen zunehmend:

  • Aktien und ETFs
  • Edelmetalle und Rohstoffe
  • Derivate.

Hinzu kommen noch sogenannte tokenisierte Assets. Diese lassen sich vereinfacht als digitaler Zwilling einer realen Aktie oder eines ETFs vorstellen. Viele Anbieter werben damit, dass für tokenisierte Aktien reale Anteilsscheine hinterlegt werden. Der Vorteil liegt darin, es hier mit einem umfassend handelbaren, digitalen Produkt zu tun zu haben. Aber: Anleger verzichten im Gegenzug auf einige der typischen Aktionärsrechte.

Für die Entscheidung ist es daher von zentraler Bedeutung, das Handelsangebot der Krypto-Börsen auch wirklich zu verstehen. Wer ein Interesse am realen Wertpapierhandel hat, braucht also einen Anbieter, der neben den tokenisierten Assets den klassischen Aktienhandel anbietet.

1️⃣ Aktien bei Krypto-Börsen traden:

Wie bereits angesprochen, bieten viele Plattformen hier eher tokenisierte Produkte. Dies trifft aber nicht überall zu, einige Anbieter sind einen Schritt weiter gegangen und bieten vollwertige Aktientrades – auch von Bruchstücken – an. Damit ist der Aufbau eines umfassenden Portfolios möglich.

2️⃣ Edelmetalle:

Gold gilt besonders in Krisen als Sicherheit und Silber profitiert von der Nachfrage aus der Industrie. Verschiedene Plattformen unterstützen inzwischen auch Investments in diesen Bereich. Anlegern muss hier klar sein, wohin das Kapital fließt. Es handelt sich meist um digitale Produkte, die mit physischen Edelmetallen hinterlegt sind. Hierdurch entstehen niedrige Einstiegshürden, die Herausforderung der Verwahrung mit ihren Gebühren entfällt und es können Positionen schnell liquidiert werden. Allerdings ist eine Herausgabe, wie bei physisch gehandeltem Gold, nicht möglich.

3️⃣ Derivatehandel über Krypto-Börsen:

In den letzten Jahren haben sich die Plattformen zunehmend auch in diesem Segment etabliert. Die Auswahl umfasst verschiedene Assets, wie Perpetuals und Futures. Aufgrund der Risiken, die mit Finanzderivaten allgemein verbunden sind, ist diese Anlageklasse auch bei den Krypto-Anbietern eher den Tradern mit ausreichend Erfahrung vorbehalten.

Bei den Gebühren ist eine sehr differenzierte Betrachtung nötig. Einige Anbieter werben mit 1-Euro-Trades oder einem kostenfreien Handel. Ob dies am Ende tatsächlich der Realität entspricht, ist im Zuge des Anbietervergleichs zu prüfen. Hintergrund: Es werden teilweise tatsächlich keine Handelsgebühren im klassischen Sinne verlangt, die Börsen arbeiten aber mit einem Spread. Hierbei handelt es sich um die Spanne zwischen dem Ankaufs- und Verkaufskurs, durch den letztlich eine indirekte Gebühr auf das Trading entsteht.

Bitpanda

Bitpanda ist ein echter Allrounder in Sachen Trading

Aktien und ETFs bei Bitpanda – Auf eine Multi-Asset-Plattform setzen

Einer der Allrounder, bei dem Anleger inzwischen nicht nur auf Bitcoin oder Ethereum handeln, sondern sich auch für Aktien und ETFs entscheiden, ist Bitpanda. Die Plattform hat sich bereits relativ früh in diese Richtung entwickelt und sich als Multi-Asset-Plattform etabliert. Die Besonderheit besteht darin, dass Bitpanda kein Angebot aus Übersee ist, sondern seinen Sitz in der EU hat.

Im Rahmen unseres Brokervergleichs erleben wir einen Anbieter – man kann hier fast schon von einem Neobroker sprechen – der auf einen sehr modernen Look und eine umfassende Bedienbarkeit setzt. Dieser Punkt macht die Plattform einsteigerfreundlich. Gleichzeitig bietet Bitpanda eine breite Auswahl sehr unterschiedlicher Assets – von Aktien über ETFs und Edelmetalle bis zu Kryptoindizes und Hebelprodukten. Wer bei Bitpanda Erfahrungen und erste Einblicke in das Handelsangebot gewinnen will, meldet sich einfach über das digitale Boarding an.

Für Einzahlungen auf das Handelskonto steht eine Reihe verschiedener Zahlungsmethoden zur Verfügung. Wo sich das Angebot klar vom Wettbewerb abgrenzen kann, ist einerseits die Regulierung. Andererseits legt Bitpanda Wert auf das Thema Kundenservice. Termine können mit deutschen Servicemitarbeitern vereinbart werden und es gibt einen 24/7 Live Chat.

Weitere Features von Bitpanda im Überblick:

  • Enterpreis-Features für Technologie-Infrastruktur
  • Sparpläne, Bitpanda Limit Orders und Spotlight als Investment-Features
  • Umfassende Bildungsinhalte für Einsteiger
BitPanda
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BitPanda Highlights
  • Mehr als 600 Kryptowährungen
  • Keine Ein- und Auszahlungsgebühren
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Fazit: Krypto-Börsen treiben die Transformation zum vollwertigen Broker voran

Bitcoin war 2010 ein Asset, das kaum ein Anleger kannte. Inzwischen gibt es nicht nur viele spezialisierte Krypto-Börsen, über die sich hunderte Coins handeln lassen. Die Auswahl der Produkte rund um Krypto wird breiter. Gleichzeitig verändert sich aber auch die Branche. Aus den verschiedenen Plattformen werden zunehmend Allrounder, die auf ein breites Spektrum verschiedener Anlageprodukte setzen – und damit die Grenze zwischen der Krypto-Börse und dem „echten“ Brokerage verschwimmen lassen.

Wer sich für einen dieser Anbieter entscheidet, nutzt Aktien, ETFs oder Sparpläne und Edelmetalle, um ein Portfolio aufzubauen und von den Trends der Märkte zu profitieren. Aber: Aus den Krypto-Börsen werden nicht einfach Wertpapierbroker. Die Handelsinstrumente können sich – wie zum Beispiel tokenisierte Aktien – von den gewohnten Assets unterscheiden. Ein Punkt, der Anlegern klar sein muss.

FAQ: Häufige Fragen zu Krypto-Börsen und deren Wandel zu Brokern

Kann ich mit tokenisierten Aktien Dividenden erhalten

Das hängt vom jeweiligen Produkt ab und dessen konkreter Ausgestaltung ab. Ist eine Auszahlung dividendenorientierter Erträge vorgesehen, können Anleger diese erhalten. Sollte dies nicht der Fall sein, wird auch kein Anteil am wirtschaftlichen Ertrag der zugrunde liegenden Aktie ausgeschüttet. Aus diesem Grund ist empfehlenswert, sich umfassend vor der Kontoeröffnung zu informieren.

Sind die Krypto-Börsen genauso sicher wie andere Broker?

Nicht automatisch, da klassische Broker in der Regel etablierten Einlagensicherungs- und Depotrecht-Standards unterliegen, während sich Krypto-Börsen in einer Transformationsphase befinden. Die aktuellen – auf MiCA- und MiFID-II-Lizenzen basierenden – Lösungen schaffen zwar einen rechtlichen Rahmen, eine umfassende Finanzmarktaufsicht muss sich aber erst noch in der Breite (über Grenzen hinweg) etablieren.

Wie werden meine Aktien durch die Krypto-Plattform verwahrt?

Das hängt vom Produkt ab. Bei echten Aktien, wie sie etwa Bitpanda anbietet, erfolgt eine getrennte Verwahrung – was die Wertpapiere im Insolvenzfall schützt. Bei tokenisierten Aktien hält meist ein regulierter Emittent die zugrunde liegenden Wertpapiere, während Anleger nur den Token besitzen. Wie genau diese Besicherung ausgestaltet wird und was bei Problemen des Emittenten passiert, unterscheidet sich je nach Anbieter erheblich.

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