

Noch immer hält sich das Vorurteil, für sinnvollen Vermögensaufbau an der Börse seien große Summen notwendig – dabei reicht heute oft schon ein kleiner Betrag pro Monat. Klein- und Privatanleger sind jedoch heute in der Lage, schon mit kleinen Summen an den Märkten eine Exposition aufzubauen. In diesem Segment stehen verschiedene Finanzprodukte zur Auswahl.
Aus Anlegersicht ist eines für den Vermögensaufbau besonders wichtig – die Anlageziele. Leider wird regelmäßig der Fehler gemacht, Geld nach dem „Gießkannenprinzip“ zu verteilen. Dabei ist es gerade für ein überschaubares Budget wichtig, das verfügbare Kapital optimal in die richtigen Assets zu investieren. Um diesen Anspruch zu realisieren, muss klar sein, wo die strategischen Anlageziele liegen.
Der Aufbau von Vermögen zur Finanzierung mittelfristiger Konsumausgaben geht mit anderen Vorzeichen in das Investment als der Aufbau einer Altersvorsorge. Hieraus ergeben sich nicht nur unterschiedliche Risikoprofile. Aus Anlegersicht definiert das angestrebte Anlageziel auch den Zeithorizont, indem sich Investments bewegen. Ein kürzerer Anlagehorizont lässt weniger Zeit, um zwischenzeitliche Verluste auszugleichen – das erhöht den Druck auf die Renditeerwartung und verlagert das Risiko.

▶️ Man kann bereits mit kleinen Beträgen den Vermögensaufbau starten/ Shutterstock/ Antonio Guillem
Kurzfristige Anlagezeiträume erstrecken sich von wenigen Monaten bis zu maximal zwei Jahren. Auf der Anlegerseite ist bei einem kurzfristigen Horizont zu beachten, dass für ein Portfolio ein höheres Risiko durch Kursschwankungen besteht. Ein konservativer Ansatz nutzt Tages- und Festgeldkonten, dass mit einer Laufzeit von 12 bis 24 Monaten abgeschlossen werden kann.
ETFs auf Geldmarktfonds können eine Alternative zum Tagesgeld darstellen, bieten jedoch teils geringere Flexibilität und durch laufende Kosten auch ein leicht negativeres Chancen-Risiko-Profil. Als Anleger muss in der Auswahl der Assets berücksichtigt werden, in welchem Verhältnis die Rendite und die Inflation zueinanderstehen. Weiterhin muss Klein- und Privatanlegern wichtig sein, dass eine ausreichende Liquidität jederzeit vorhanden sein sollte
Ein sehr aggressiver Ansatz ist ein Vermögensaufbau über:
Risikobereite Anleger müssen die Volatilität und gegenläufige Markttrends in ihrer Vermögensanlage einkalkulieren. In dieses Anlagesegment darf aufgrund der Verlustrisiken nur freies Kapital fließen.
Mittelfristige Anlagezeiträume liegen zwischen zwei und fünf Jahren. Anleger haben hier einen größeren Spielraum, um kurzfristige Schwankungen aufzufangen und trotzdem vertretbare Renditen zu erzielen. Um das Potenzial der Märkte in diesem Zusammenhang auszuschöpfen, bieten sich verschieden Strategien an.
Ein defensiv ausgerichtetes Portfolio setzt mit 100 Euro auf Anleihe-basierte Finanzprodukte (zu denen Bondmarkt-ETFs gehören) und eine Beimischung von Aktien (die ebenfalls als ETF eingebunden werden). Exchange Traded Funds lassen sich in Sparpläne einbinden, auf die 100 Euro im Monat verteilt werden.
Risikobereite Anleger erhöhen den Aktienanteil im Portfolio deutlich. Durch eine nachhaltige Auswahl der verschiedenen ETFs wird eine Renditeoptimierung erreicht – indem Sektoren, Märkte und Branchen miteinander gemischt werden. Eine Option wäre die Fokussierung auf Emerging Markets in Kombination mit Blue Chips- und Value-ETFs. Letztere bieten sich als Dämpfungsfaktoren an, um im Rahmen wirtschaftlicher Krisen das Portfolio nicht komplett abschreiben zu müssen.

💡 Anleger haben viele Möglichkeiten ihr Rendite zu optimieren/ Shutterstock/ sitthiphong
Anleger, die jeden Monat 100 Euro investieren und damit eine langfristige Rendite von sieben Prozent erreichen, können mehr als 117.000 Euro Vermögen innerhalb von 30 Jahren aufbauen, was inflationsbereinigt etwa 65.000 bis 80.000 Euro Kaufkraft entsprechen kann – je nach tatsächlicher Teuerungsrate.
Der langfristige Anlagehorizont erstreckt sich über mehr als fünf Jahre Laufzeit und nach hinten über Jahrzehnte. Als Anlageziel steht für Privatanleger die Altersvorsorge oft im Mittelpunkt. Langfristige Strategien legen den Fokus auf den Zinseszins-Effekt.
Je nach Risikoneigung kommen verschiedene Portfoliostrategien infrage:
Anleger, die 100 Euro pro Monat in den Vermögensaufbau investieren wollen, brauchen nicht nur ein Anlageziel. Es stellt sich die Frage, wie mithilfe dieser monatlichen Summe ein Portfolio entsteht, dass auch nachhaltig tragbar ist. Für die Anfangsphase wird bei den börsenbasierten Assetklassen alles interessant, was sich in einen Sparplan einbinden lässt.
Hierdurch bietet sich die Chance, den monatlichen Sparbetrag auf verschiedene Anlageprodukte, Märkte und Sektoren zu verteilen – und eine umfassende Risikostreuung zu erreichen. Einige Broker lassen die Einrichtung von ETF-Sparplänen zum Beispiel schon ab 10 Euro zu.
Mit den Sparplänen profitieren Anleger zudem vom Durchschnittskosteneffekt („Cost-Average-Effekt“): In Marktphasen mit niedrigen Kursen werden automatisch mehr Anteile gekauft, wodurch das Risiko schlechter Einstiegszeitpunkte reduziert wird – was langfristig die Schwankungen glätten und zu stabileren Durchschnittsrenditen führen kann. Wichtig ist in diesem Zusammenhang, das Portfolio regelmäßig neu zu bewerten, um mit einem Rebalancing auf mögliche Risiken reagieren zu können und die Performance zu optimieren.

📈 Sparpläne bieten Anlegern einen Durchschnittskosteneffekt/ Shutterstock/ simona pilolla 2
Klein- und Privatanlegern fällt es oft schwer, mehrere zehntausend Euro als Einmalbetrag in die Märkte zu investieren. Gerade beim Einstieg in die Kapitalmärkte steht häufig ein deutlich niedrigeres Startkapital zur Verfügung. Das Budget ist aber keine Ausrede, nicht mit dem Vermögensaufbau anzufangen. Mit 100 Euro lässt sich über 20 oder 30 Jahre Kapital aufbauen. Wichtig ist, sich bewusst zu werden, welches Ziel das Investment verfolgt.
Anschließend legen sich Anleger eine Strategie zurecht, die auf eine Rendite- oder Risikooptimierung ausgerichtet sein kann. Eine wichtige Rolle im 100-Euro-Portfolio übernehmen ETFs, die eine interne Risikostreuung bieten, Anleger an verschiedenen Assets partizipieren lassen und mit dem Durchschnittskosteneffekt eine Performanceoptimierung erreichen können.

Zum Anbieter
*



Finanzielle Differenzgeschäfte (sog. contracts for difference oder auch CFDs) sind komplexe Instrumente und gehen wegen der Hebelwirkung mit dem hohen Risiko einher, schnell Geld zu verlieren. Der überwiegende Anteil der Privatkundenkonten verliert Geld beim CFD-Handel. Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie CFD funktionieren, und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren.