

Indexfonds beziehungsweise Exchange Traded Funds – kurz ETFs – haben in den letzten Jahren ein deutlich gestiegenes Anlegerinteresse verzeichnet. Ein wesentlicher Grund hierfür ist ihre besonders günstige Kostenstruktur. Im Vergleich zu herkömmlichen, aktiv verwalteten Investmentfonds ist die Gesamtkostenquote (TER) deutlich niedriger.
Dies liegt vor allem an der passiven Anlagestrategie, da sie den Aufbau des jeweiligen Indexes exakt abbilden und ihre Zusammensetzung direkt aus dem zugrunde liegenden Index ableiten.
Doch auch ETFs unterliegen einem dynamischen Entwicklungsprozess. Neue Replikationsmodelle sowie aktiv verwaltete ETFs bieten Anlegern die Möglichkeit, ihre Strategien auf dem Weg zu den ersten 10.000 EUR flexibel anzupassen. Wie kann ein Modellportfolio aussehen?

➡️ Viele Anleger interessieren sich für ETFs/ Shutterstock/ bigjom jom
Eine interessante neue, auf ETFs basierende Anlagestrategie kombiniert die bewährte passive Replizierung von Indizes mit einer aktiven Komponente, um den Vermögensaufbau und das Wachstum innerhalb des Portfolios zu optimieren. Damit gehen einige Besonderheiten für die aktiven ETFs einher.
Passiv verwaltete ETFs berücksichtigen ausschließlich den zugrundeliegenden Indexwert. Umschichtungen werden nur in Erwägung gezogen, wenn sich die Zusammensetzung oder Gewichtung des Indizes ändert.
Durch die aktive Management-Komponente erreichen diese Fonds ein hohes Maß an Flexibilität, was sich im besten Fall auf die Rendite auswirkt. Ein erfahrenes Fondsmanagement versucht, in bullischen Marktphasen eine Performance über dem Benchmark (Basisindex) zu erreichen. In bärischen Phasen macht das Management den Versuch, eine robuste Asset Allocation zu erreichen.
Die aktive Verwaltung zielt auf ein Outperforming des Marktes ab – was Erfahrung und Know-how im Fondsmanagement voraussetzt. Dieser Aspekt lässt sich nur für ETFs beurteilen, für die ausreichend historische Daten verfügbar sind.
Wie sieht die ETF-Strategie in der Praxis aus? Der Ansatz besteht genau genommen aus zwei Teilen: Dem Kernportfolio und einem Satelliten-Portfolio. Beide werden in einer Gewichtung 80 Prozent zu 20 Prozent zueinander zusammengestellt.
Das Kernportfolio setzt in seiner Zusammensetzung auf passive (also eher klassische) ETFs. Wichtig ist in diesem Zusammenhang, eine ausreichend hohe Streuung zu erreichen, gleichzeitig aber auch das Thema passiver Wachstumsfaktor nicht komplett aus den Augen zu verlieren.
Eine Zusammensetzung des Kernportfolios kann beispielsweise so aussehen:
Das aktive Satelliten-Portfolio als Wachstumselement
Um das auf ETFs basierende Gesamtportfolio so zu gestalten, dass mittelfristig ein solides und nachhaltiges Wachstum erzielt wird, ist es notwendig, neben dem passiven Kernportfolio auch aktiv verwaltete Anteile zu integrieren. Aktiv verwaltete ETFs können dabei helfen, in Marktphasen mit besonderem Aufwärtspotenzial den jeweiligen Benchmark zu übertreffen. Diese Anteile werden im sogenannten Satelliten-Portfolio gebündelt, welches gezielt auf Wachstum ausgerichtet ist.
Ein konkretes Beispiel für einen aktiv verwalteten ESG-ETF ist der Fidelity Sustainable Research Enhanced Emerging Markets Equity UCITS ETF (ISIN IE00BLRPN388). Dieser Fonds verfügt über ein verwaltetes Vermögen von mehr als 1,9 Milliarden EUR und bündelt über 200 Positionen aus Schwellenländern. Die Anlagebasis bildet dabei der Fidelity Sustainable Research Enhanced Emerging Markets Equity Index. Ein weiteres Beispiel für einen aktiv verwalteten ETF, der sich stark auf Technologiewerte konzentriert, ist der JPMorgan Global Research Enhanced Index Equity (ESG) UCITS ETF USD (acc). Dieser Fonds investiert unter anderem in führende Technologieunternehmen wie NVIDIA, Apple, Microsoft und Alphabet, wobei der Technologiesektor nahezu ein Drittel der Gesamtgewichtung ausmacht.
Das übergeordnete Anlageziel dieser Strategie ist klar definiert, auch wenn niemand exakt vorhersagen kann, wann die angestrebte Vermögensmarke von 10.000 EUR erreicht wird. Die Finanzmärkte reagieren mittel- bis langfristig auf eine Vielzahl von Faktoren, die oft schwer vorhersehbar sind.
Daher müssen Anleger, die eine ETF-basierte Strategie verfolgen, stets bereit sein, auf Veränderungen zu reagieren und ihr Portfolio gegebenenfalls anzupassen. Je nach Marktphase können sich die Gewichtungen im Kern- und Satelliten-Portfolio verändern, weshalb eine kontinuierliche Überwachung und Anpassung unabdingbar ist.
Aktives Management umfasst hierbei nicht nur die Verwaltung einzelner Fonds, sondern auch die fortlaufende Anpassung der gesamten Anlagestrategie an die sich ändernde Marktvolatilität. Dies bedeutet, dass sowohl die passive als auch die aktive Komponente flexibel auf Marktentwicklungen reagieren müssen.
Aus Anlegersicht bietet sich zusätzlich die Möglichkeit, die Strategie durch den Einsatz von Faktor-ETFs bzw. Smart-Beta-Produkten weiter zu optimieren. Diese Produkte bilden zwar einen Basisindex ab, integrieren jedoch systematisch zusätzliche Faktoren wie Value, Growth oder Quality, um das Portfolio gezielt zu steuern.
Durch die Berücksichtigung solcher Faktoren können Anleger ein individuell angepasstes Portfolio aufbauen, das spezifisch auf ihre Anlageziele und Risikotoleranz abgestimmt ist. Die zusätzliche Filterung durch diese Faktoren kann dabei helfen, sowohl Chancen als auch Risiken besser zu steuern und das Gesamtergebnis des Portfolios zu verbessern.
Die ETF-Strategie zeigt, dass mit Indexfonds ein umfassender Anlageansatz realisierbar ist. Anleger können die verschiedenen Instrumente nutzen, um ein flexibles Portfolio aufzubauen, das robust auf Marktentwicklungen reagiert. Die Stabilität wird dabei vor allem durch das passive Kernportfolio gewährleistet.
Ergänzend zu Rentenmarkt-ETFs können auch dividendenorientierte Indexfonds eingesetzt werden, um neben Stabilität einen zusätzlichen passiven Ertragszweig zu integrieren. Auch hier gilt: Eine breite Diversifikation reduziert nicht nur das Risiko, sondern wirkt auch als Dämpfungsfaktor bei Marktschwankungen.


Finanzielle Differenzgeschäfte (sog. contracts for difference oder auch CFDs) sind komplexe Instrumente und gehen wegen der Hebelwirkung mit dem hohen Risiko einher, schnell Geld zu verlieren. Der überwiegende Anteil der Privatkundenkonten verliert Geld beim CFD-Handel. Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie CFD funktionieren, und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren.