

Der MSCI World Index gilt als einer der Top-Indizes, wenn es um die Abbildung des Sektors Developed Markets geht. Viele Klein- und Privatanleger nutzen den Index als Grundlage für ihre ETF Strategie. Ein Grund: Durch eine sehr breite Streuung in mehr als 1.000 Einzelaktien ist der MSCI World umfassend aufgestellt. Hierdurch erreichen Anleger automatisch eine Diversifikation für ihr Portfolio. Gleichzeitig sind ETFs mit einer geringeren Kostenquote (TER; Total Expense Ratio) ausgestattet als vergleichbare Investmentfonds mit aktiver Verwaltung.
Viele Ökonomen sehen den MSCI World durch seine Breite relativ robust gegenüber Schwankungen an. Dass Phasen mit einer spürbaren Kurskorrektur möglich sind und am Ende auch den MSCI World belasten, zeigt die Krise am Aktienmarkt, ausgelöst durch die US-Zollpolitik. Mit reziproken Zöllen schickte die US-Administration Schockwellen durch die Märkte. Da die Zölle ein sehr breites Spektrum an Waren betrafen (und möglicherweise noch betreffen werden), haben die Aktienkurse vieler Unternehmen nachgeben.

✅ Viele meinen der MSCI World ist stabil gegen Schwankungen/ Shutterstock/TetianaKtv
Für den MSCI World ergeben sich in diesem Zusammenhang verschiedene Risiken. Da die USA einen erheblichen Anteil in der Gewichtung des Index ausmachen, wirkt sich der Druck durch die Zoll- und Handelspolitik der Trump-Administration an dieser Stelle besonders aus. Mit über 70 Prozent ist der Anteil des US-Aktienmarktes sehr hoch.
Ein weiterer Aspekt betrifft das Thema Wechselkursrisiko. Der Dollar ist für den Index von erheblicher Bedeutung. Vor dem Hintergrund von dessen Abwertung ergeben sich als Schwierigkeiten, die aus Sicht von Anlegern nicht unterschätzt werden dürfen und welche die Rendite aus dem Investment auf den MSCI World nachhaltig beeinflussen.
Schwierig kann sich zudem die starke Dominanz des Tech-Sektors gestalten. Mit knapp 25 Prozent machen diese einen erheblichen Anteil der im Index vertretenen Aktien aus. In den letzten Jahren haben KI und Digitalisierung die Wertentwicklung des MSCI positiv beeinflusst. Aber: Mit dem Druck auf die Tech-Werte – unter anderem durch den Launch von DeepSeek – kristallisieren sich die Probleme heraus, welche mit dieser Gewichtung verbunden sind.
Der MSCI World hat in den letzten Jahren von einem robusten Trend des Aktienmarktes und dem starken Wachstum der Tech-Werte profitiert. Mit der zunehmenden Volatilität im Markt zeigt sich, dass der Index diese Trends nicht ignorieren kann.

▶️ Auch der MSCI World muss Schwankungen ins Auge sehen/ Shutterstock/ insta_photos
Die Entwicklung des MSCI World der letzten Wochen machen eines deutlich: Anleger brauchen ein robustes und in die Breite entwickeltes Portfolio. Sprich: Die Diversifikation spielt eine große Rolle – auch im Zusammenhang mit ETF-Strategien. Eine Möglichkeit: Durch Emerging Markets ETFs das Kapital in die Breite zu streuen. Dabei sollten besonders Schwellenländer in den Fokus geraten, deren Abhängigkeit von den USA vergleichsweise gering ausfällt.
Eine weitere Option ist der Griff zu ETFs, die in europäische Aktien investieren. Anleger haben in den vergangenen Wochen Portfolios stärker von den USA in Richtung europäischer Aktien umgeschichtet. In diesem Zusammenhang ist auf die Gewichtung der Sektoren zu achten. Defensive Werte haben angesichts der zurückliegenden Volatilität positive Impulse ausgelöst. Welche Möglichkeiten haben ETF-fokussierte Anleger noch?
Eine Möglichkeit, um Risiken für das eigene Portfolio gezielt auszuschließen, sind Smart Beta ETFs. Diese gewichten den Aktienbasket nach vorgegebenen Faktoren und können als Quality- oder Low Volatility-ETF in das Depot aufgenommen werden. Durch die gezielte Filterung der Unternehmen kann die Kursschwankung geringer als im breiten Markt ausfallen.
Ein weiterer Bestandteil der ETF-Strategie kann ein Umbau des Portfolios in Richtung defensiver Sektoren sein. Dazu gehören unter anderem das Gesundheitswesen (welches allgemein als eher robust gilt), die Versorger oder der Lebensmittelsektor. Es geht um Branchen, die eine gewisse Unabhängigkeit gegenüber der Konjunktur aufweisen und so das Portfolio robuster entwickeln. Als wichtiges Element kann auch an dividendenbasierte ETFs gedacht werden, um auf diese Weise einen passiven Cash Flow zu generieren.
Die Value-Investing-Strategie ist auch aus der Direktanlage auf Aktien eine sehr bekannte Strategie. Durch den Fokus auf Value-Aktien können ETFs hier eine bessere Performance als der breite Markt erreichen und sich für die Beimischung in das Portfolio eignen.
Ein weiterer Ansatz, den Anleger im Zusammenhang mit ihrer ETF-Strategie verfolgen können, ist der Blick auf die Rohstoffe. Gerade Gold erreicht in Krisenphasen oft Höchststände und wird immer noch als der sichere Hafen geschätzt. Damit kann es die Performance des Depots stützen und liefert einen positiven Impuls.
Grundsätzlich müssen ETF-Investoren als Reaktion auf die aktuellen Trends an den Märkten ihr Portfolio überprüfen und nach Schwachstellen in der gewählten Anlagestrategie suchen. Eines bleibt besonders wichtig: Ruhe bewahren. Panikverkäufe führen oft zu Verlusten und verhindern die Teilnahme an späteren Erholungen. Zudem kann sich der Aufbau einer Liquiditätsreserve auszahlen – um von der Marktentwicklung durch Zukäufe zu profitieren. Hierdurch stärken Anleger die eigene Position, wenn sich die Märkte wieder in die andere Richtung bewegen.
In einem unsicheren Marktumfeld mit geopolitischen Spannungen, hoher Inflation und schwankenden Zinsen wird Diversifikation zum entscheidenden Erfolgsfaktor. Der MSCI World ist ein starker Baustein – aber nicht das gesamte Haus.
Wer als Anleger die eigene ETF-Strategie mit Blick auf Markttrends, Risikoabsicherung und langfristige Zielsetzung strukturiert, kann auch in volatilen Zeiten stabil investieren. Eine Kombination aus Aktien in Emerging Markets und Europa, der Blick auf das Edelmetall Gold und die gezielte Nutzung von Faktor-ETFs erleichtert den Aufbau eines diversifizierten Portfolios. Durch die Liquiditätsreserve verschaffen sich Anleger zudem die Möglichkeit, mit gezielten Zukäufen eine Stärkung der Position für den nächsten Bullenmarkt vorzubereiten.

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