

Anleger brauchen Broker, um sich Zugang zu den Aktienmärkten zu verschaffen und Wertpapiere im Depot zu verwahren. Durch die wachsende Digitalisierung verändert sich auch das Angebot bei den Brokern – Anbieter, die ausschließlich online und mobil erreichbar sind, erleichtern das Trading. Digitale Broker zeichnen sich durch geringe Gebühren, einfache Benutzeroberflächen und den mobilen Zugang zu den Finanzmärkten aus. Eigenschaften, die Zielgruppen mit einer hohen Technikaffinität ansprechen und dazu führen, dass Neobroker sich innerhalb kurzer Zeit einen wachsenden Marktanteil gesichert haben.

💡 Neobroker werden bei Anlegern immer beliebter/ Shutterstock/ Josep Suria
Dass es den Neobrokern in einer vergleichbar kurzen Zeitspanne gelungen ist, umfassend in den Markt einzusteigen und so Anlegern eine Plattform zu bieten, hängt an den Eigenschaften und Vorteile der Broker. Niedrige Einstiegshürden und anlegerfreundliche Konditionen sind die Basis für die Nachfrage nach ihren Depots.
Der aus Anlegersicht wahrscheinlich wichtigste Pluspunkt der Neobroker sind die im Vergleich zu vielen traditionellen Brokern niedrigen Kosten. Hierfür verzichten die Neobroker nicht nur auf eine Depotführungsgebühr. Während etablierte Anbieter oft das Provisionsmodell nutzen, setzen Neobroker auf ein schlankes Kostenmodell.
Einige gehen in ihren Preisverzeichnissen sogar so weit, dass Anleger nur eine Fremdkostenpauschale im Handel investieren müssen. Diese ist auf einen Festbetrag festgelegt, das Ordervolumen wird zur Preisbestimmung dagegen nicht berücksichtigt. Mit dieser Kostenstruktur sprechen die Neobroker Kleinanleger als Zielgruppe an, die mit geringen Budgets an den Finanzmärkten arbeitet.
Für die Neobroker steht nicht nur eine transparente Preisstruktur im Fokus. Die Handelsplattformen heben sich durch eine intuitive Bedienung ab und binden das mobile Trading stark ein. Einige der Anbieter gehen so weit, die mobilen Plattformen zentral in die Anmeldung und den Marktzugang einzubinden.
Das Ziel: Anlegern einen schnellen Überblick über den Markt und dem Portfolio zu ermöglichen. Parallel werden auf diese Weise die Transaktionen vereinfacht. Das hohe Maß an Benutzerfreundlichkeit senkt die Einstiegshürden für Neukunden und macht den Wertpapierhandel für die Zielgruppe zugänglicher.
Die starke mobile Ausrichtung der Neobroker ermöglicht Anlegern, jederzeit und standortunabhängig auf das Depot zuzugreifen und Wertpapiere zu handeln. Damit lassen sich Markttrends zielgerichtet in Echtzeit ausnutzen. Über die Fähigkeit der Plattformen, einen Preisalarm einzurichten und Trends unterwegs zu beobachten, ermöglichen die Apps eine Optimierung der Rendite.
Gleichzeitig erleichtert sich der Markteintritt durch eine schnelle, digitale Antragsstrecke. Hiermit sorgen die Neobroker dafür, dass potenzielle Neukunden ohne einen lästigen Kanalwechsel das Depot und Verrechnungskonto einrichten können.
Niedrige Gebühren und ein direkter Marktzugang sind für die Erklärung, warum Neobroker so erfolgreich sind, nur eine Seite der Medaille. Aus Anlegersicht wichtig ist die Auswahl verfügbarer Assetklassen und Handelswerte. Als Teil des Geschäftsmodells versuchen Neobroker, eine breite Palette unterschiedlicher Finanzprodukte anzubieten.
Dabei stützen sich die Broker auf Aktien, Fonds und ETFs, Anleihen und zunehmend auch auf den Bereich der Kryptowährungen. Der Handel mit Kryptowährungen wird teils über echte Coins, teils über strukturierte Produkte wie ETNs realisiert – abhängig vom Anbieter.
Angesichts dieser Vorteile wird nachvollziehbar, warum Neobroker in den zurückliegenden Jahren einen Zuwachs bei den Marktanteilen erreicht haben und eine größer werdende Zielgruppe ansprechen können. Gerade die niedrigen Gebühren der Neobroker ziehen aus Anlegersicht einen unmittelbaren finanziellen Vorteil nach sich. Geringere Transaktionskosten sorgen dafür, dass ein größerer Teil der Erträge beim Anleger verbleibt.
Zudem verbessern die Neobroker für die Zielgruppe die Diversifikationsmöglichkeiten. Dank der sehr breiten Auswahl verschiedener Handelsklassen lassen sich mit deren Hilfe unterschiedliche Tradingstrategien realisieren, was wiederum ein flexibles Reagieren auf sich ändernde Marktbedingungen erlaubt. Durch den direkten Zugang ist zudem ein umfassendes Rebalancing möglich – direkt unterwegs und ohne einen Desktop-Rechner zu benötigen.

➡️ Neobroker liefern ein hohes Maß an Diversifikationsmöglichkeiten/ Shutterstock/ PeopleImages.com – Yuri A
Im Rahmen des Markteintritts der Neobroker zeichnet sich ein gewisser Impakt auf die Broker-Szene ab. Gerade durch die niedrigen Gebühren und den vereinfachten Zugang haben Neobroker die Finanzmärkte für Zielgruppen geöffnet, die ohne das Angebot nicht in den Handel eingestiegen wären. Deren Partizipation kann sich langfristig auf das Marktgeschehen auswirken, da deutlich mehr Privatanleger aktiv in den Handel eingebunden sind. Einige Ökonomen sprechen in diesem Zusammenhang auch von einer Demokratisierung des Handels.
Gleichzeitig erhöht sich der Wettbewerb und Innovationsdruck für andere Broker. Mit dem Erfolg der Neobroker müssen diese – um konkurrenzfähig zu bleiben – ihre Gebührenstruktur überdenken und an der technischen Ausrichtung der Plattformen arbeiten. Bei einigen etablierten Brokern ist in diesem Zusammenhang eine gewisse Innovationsschuld zu erkennen. Der höhere Wettbewerbsdruck kann sich langfristig in breiteren besseren Konditionen und höheren Qualitätsstandards niederschlagen
Da sich die Neobroker auf eine Vorauswahl bei den Handelsklassen fokussieren, kann es auf lange Sicht zu einer gewissen Verschiebung der Assetpräferenzen kommen. Dies betrifft besonders den Handel mit ETFs, die bei den Brokern im Mittelpunkt stehen – genauso wie den Anleihemarkt und den Einsatz von ETNs und ETPs im Krypto-Handel. Eine hier wachsende Nachfrage kann durchaus dazu führen, dass die Angebotspalette deutlich ausgebaut wird und sich mit einer größeren Auswahl handelbarer Assets auch die Konditionen positiv verändern.
Mit den Neobrokern haben die klassischen Wertpapierbroker und Depotanbieter eine Konkurrenz bekommen, die sich nicht nur durch einen hohen Digitalisierungsfokus abhebt. Seitens der Neobroker wird der Hebel auch bei der Preisstruktur angesetzt. Anleger können in die Märkte einsteigen, ohne für die Depotführung Entgelte aufzubringen oder hohe Orderkosten zu bezahlen.
Es sind diese Leistungen, die die Broker für eine technikaffine Zielgruppe interessant gemacht haben, die mit kleinen Beträgen am Markt agiert und nach einfach zu bedienenden Lösungen für den Marktzugang sucht. Auf lange Sicht könnte das Auftauchen der Neobroker sogar bedeuten, dass sich für Anleger auf breiter Front bessere Konditionen ergeben – einfach, weil etablierte Broker zunehmend unter Druck geraten und ihre eigenen Konditionen auf den Prüfstand stellen.


Finanzielle Differenzgeschäfte (sog. contracts for difference oder auch CFDs) sind komplexe Instrumente und gehen wegen der Hebelwirkung mit dem hohen Risiko einher, schnell Geld zu verlieren. Der überwiegende Anteil der Privatkundenkonten verliert Geld beim CFD-Handel. Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie CFD funktionieren, und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren.