Medienkooperation

Öl Crash – Gewinner und Verlierer Aktien: Auswirkungen auf die Wirtschaft

Datum: 13.05.2025
Inhaltlich geprüft durch: Ruben Wunderlich
Wesentliche Punkte
  • Seit der Amtsübernahme durch Donald Trump stehen auch die Rohstoffmärkte deutlich unter Druck.
  • Der Ölpreis hat in den letzten Wochen massiv nachgegeben und notiert im Preisband zwischen 60 und 70 US-Dollar (WTI).
  • Anlegern bietet sich hier die Gelegenheit, günstig in Aktien aus dem Energiesektor zu investieren.

Zollpolitik und Erhöhung der Fördermengen drücken den Ölpreis

Anleger haben in den zurückliegenden drei bis vier Monaten eine dynamische Entwicklung beim Ölpreis beobachtet. Über den Jahreswechsel 2024/2025 ist in den historischen Kursen – zum Beispiel für die Sorte Brent – ein starker Anstieg zu erkennen. Danach fällt der Preis allerdings scharf ab, auch unter 70 US-Dollar je Barrel. Nach einer kurzen Erholung ging es weiter abwärts – bis auf knapp 60 US-Dollar.

Dieser Preistrend lässt sich auch für andere Ölsorten (wie WTI) beobachten. Was hat den Preisschock beim Erdöl, das bekanntlich als „Schmiermittel“ der globalen Konjunktur gilt, ausgelöst? Es sind mehrere Einflussfaktoren, die hier am Ende eine Rolle spielen. Und viele lassen sich (direkt oder indirekt) auf den Führungswechsel im Weißen Haus zurückführen.

Öl Crash – Gewinner und Verlierer Aktien

💡 Die US-Politik hat großen Einfluss auf en Ölpreis/ Shutterstock/ Vibe Images

1️⃣ Grund – Zollpolitik:

Die Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump hat zu massiven Störungen und Verschiebungen in den internationalen Lieferketten geführt. Die dynamische Entwicklung zeichnet die Eskalation in der US-Handelspolitik nach. Am 02. April 2025 schloss der Preis pro Barrel Brent bei über 71 US-Dollar. Zwei Tage später, am 04. April, lag der Preis nur noch bei knapp 62 US-Dollar.

Der Grund für diesen dramatischen Einbruch sind die Auswirkungen auf die globale Konjunktur. Verteuern sich Produkte für den Import in die USA, ist ein Rückgang der Absatzzahlen wahrscheinlich, es ist mit einer Abkühlung der globalen Konjunktur zu rechnen. Damit geht eine verringerte Nachfrage nach Öl einher.

2️⃣ Grund – Höhere Fördermenge:

Auf eine Verringerung des Ölpreises reagieren die erdölfördernden Staaten (insbesondere die OPEC) mit einer Verringerung der Fördermenge. Dieser Schritt sorgt für eine Verknappung des Angebots am Markt und hält trotz einer sich abkühlenden Nachfrage den Preis stabil. Allerdings scheint im Frühjahr 2025 die gesamte Preisdynamik auf den Kopf gestellt.

Statt eine Verringerung der Fördermenge in Erwägung zu ziehen, hat die OPEC diesmal angekündigt, die Förderung anzukurbeln. Damit entsteht am Markt natürlich ein höheres Angebot – welches in Erwartung sich abkühlender Konjunkturaussichten auf eine geringe Nachfrage trifft.

Hinzu kommt, dass nicht nur die OPEC ihre Förderung ausweitet. Die USA unter Donald Trump werden sich vom Ausbau der erneuerbaren Energien abwenden und auf fossile Energieträger setzen. Der US-Präsident sieht hier billige Energie und will mit einer Ausweitung der Förderung ein Wahlversprechen einlösen.

Auf den ersten Blick wirkt dieses Vorgehen als Lobbyarbeit aus dem Weißen Haus für die heimische Ölindustrie. Allerdings könnte die Industrie hierdurch auch stärker unter Druck geraten. Treffen eine geringe Nachfrage und ein hohes Angebot aufeinander, droht ein Abrutschen der Preise – auf einem Niveau, das für die US-Bohrfirmen keine wirtschaftliche Förderung mehr möglich macht. Im Preisband von 60 bis 70 US-Dollar ist die Produktion noch profitabel – darunter aber nicht mehr.

Öl Crash – Gewinner und Verlierer

💡 Die Shell Aktie gehört aktuell zu den Verlierern/ Shutterstock/ Vladimka production

Wer sind die Gewinner und Verlierer?

Ein niedriger Ölpreis produziert natürlich Gewinner und Verlierer. Unternehmen, die unter Druck geraten, sind unter anderem die Energieversorger und alles, was direkt oder indirekt mit der Förderung bzw. Raffinierung von Erdölprodukten in Verbindung steht. Beispiel Shell (ISIN: GB00BP6MXD84): Die Aktie notierte am 02. April 2025 über der Marke von 33 Euro. Am 09. April war das Wertpapier nur noch knapp 27 Euro auf dem Parkett wert.

Der deutliche Preissturz fiel mit dem Crash des Ölpreises zusammen. Auf der anderen Seite gibt es aber auch Gewinner. Ein Beispiel sind Unternehmen, deren wirtschaftlicher Erfolg umgekehrt proportional zum Ölpreis ist. Dazu gehören beispielsweise Airlines, für welche sich mit einem niedrigen Ölpreis die Betriebskosten verringern. Aber auch der Logistiksektor und die chemische Industrie können bei einem niedrigen Ölpreis positive Effekte erwarten.

Wie nutzen Anleger den niedrigen Ölpreis aus?

Ein niedriger Ölpreis macht sich für Verbraucher an der Zapfsäule bemerkbar. Aus Anlegersicht kann der negative Preistrend das Signal sein, um Portfolio über Veränderungen nachzudenken. Gerade bei freier Liquidität kann sich das Nachkaufen von Energiewerten anbieten.

Hintergrund: Die Verringerung beim Ölpreis hängt an den Handelsentscheidungen des Weißen Hauses.

Dreht Donald Trump die Zollschraube wieder zurück, ist ein Anstieg des Ölpreises eher wahrscheinlich. Im Zuge dieser Entwicklung dürfte auch die eine oder andere Aktie aus dem Energiebereich bzw. dem Fördersegment wieder Rückenwind bekommen. Dabei müssen sich Anleger nicht auf Einzelinvestments fokussieren.

Öl Crash

➡️ Der Nachkauf von Energiewerten kann sich jetzt empfehlen/ Gorodenkoff

Energie-ETFs und Sparpläne bei den richtigen Brokern traden

Der Ölpreis hat sich in den letzten Wochen auf ein Tief zubewegt. Erfahrene Anleger nutzen diese Situation, um Positionen nachzukaufen, da der Preis pro Barrel bei der Einigung zwischen den USA und China im Zollstreit mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder anzieht.

Statt auf Einzelwerte zu setzen, nutzen Anleger mit überschaubarem Kapital ETFs. Dank der Indexfonds kann direkt an verschiedenen Energiewerten partizipiert werden.

  •     Xtrackers MSCI World Energy UCITS ETF 1C (ISIN: IE00BM67HM91)
  •     iShares Oil & Gas Exploration & Production UCITS ET (ISIN: IE00B6R51Z18)
  •     Invesco S&P World Energy Targeted & Screened UCITS ETF Acc (ISIN: IE000AIFGRB9).
Der Vorteil: Wenn ETFs in Sparpläne eingebunden werden, verringert sich das Timing-Risiko, da hier der Durchschnittskosteneffekt eine größere Rolle einnimmt.

Gehandelt werden ETFs auf den Energiesektor unter anderem über die Neobroker Trade Republic oder Finanzen.net ZERO. Hier lassen sich auch Sparpläne direkt mobil einrichten, da die Broker sehr viel Wert auf eine komfortable Bedienung legen.

Wichtig: Jeder Anleger muss auf die Gebührenstruktur achten. Um sich trotzdem eine gewisse finanzielle Flexibilität zu bewahren, bleibt eine liquide Reserve in der Hinterhand, die einige Broker (wie Scalable Capital) auf dem Verrechnungskonto sogar verzinsen.

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Fazit: Niedriger Ölpreis sorgt für Gewinner und Verlierer

Mit den ersten Ankündigungen zu Zöllen ist Donald Trump nicht nur zu einer Belastung der globalen Konjunktur geworden. Der Ölpreis bekommt den neuen Mann im Weißen Haus deutlich zu spüren. Besonders drastisch ist der Kurssturz nach der Ankündigung vom 02. April gefallen. Stürzt die globale Wirtschaft in die Rezession, wird einfach weniger Öl gebraucht. Anleger können diese Entwicklung allerdings ausnutzen und antizyklisch Positionen aufbauen. Dass der Preis pro Barrel auf einem sehr niedrigen Stand stagniert, ist bislang nicht ausgemacht.

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