Medienkooperation

Ölkrise als Wasserstoff-Treiber? Warum alternative Energien profitieren könnten

Datum: 26.08.2026
Inhaltlich geprüft durch: Ruben Wunderlich

An den Energiemärkten entstehen 2026 massive Umbrüche, die historisch beispiellos sind. Selbst die Krise 2022, ausgelöst durch den russischen Angriff auf die Ukraine, hat auf lange Sicht nicht so dramatische Folgen nach sich gezogen. Der Iran-Konflikt und die damit verbundene, anhaltende Blockade der Straße von Hormus setzen die globale Rohölversorgung unter Druck. Die direkte Folge: Der Rohölpreis ist massiv in die Höhe geschossen und auch Gas hat sich verteuert.

Langfristig wird sich der Versorgungsschock noch fundamentaler auswirken. Die von Washington ausgelöste Krise beschleunigt die Energiewende schneller als es vielen politischen Absichtserklärungen bisher gelungen ist. Es wird zunehmend klar, dass die aktuellen Probleme vor allem eines sind: Die Krise der fossilen Energieträger.

Erneuerbare Energien rücken in den Fokus und werden nicht einfach nur als billige Energieträger wahrgenommen, sondern als langfristiges Sicherheitsasset bewertet. Wasserstoff steht als eine der alternativen Ressourcen im Fokus. Als vielseitiger Energieträger für die Industrie, den Schwerlastverkehr oder zur Stromspeicherung, gilt er seit Jahren als Schlüsselelement der Dekarbonisierung. Mit der aktuellen Preisdynamik könnten die fossilen Energieträger den regenerativen Energien sehr viel schneller zu mehr Bedeutung verhelfen.

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2026 zeigt die Energieabhängigkeit mit einem Paukenschlag

Das Wichtigste im Überblick:

  • Der Iran hat die Straße von Hormus blockiert und damit rund ein Fünftel des globalen Seetransports von Rohöl lahmgelegt.
  • Rohöl- und Gaspreise haben in den letzten Wochen einen starken Preisanstieg verzeichnet.
  • Die Energieabhängigkeit treibt die Suche nach Alternativen an.

Bisher ist der Nahost-Konflikt vor allem an den Zapfsäulen zu sehen. Hält die Blockade an, dürften sich die Schockwellen hoher Energiepreise aber schnell auch durch andere Branchen und Bereiche fressen. Was 2026 so besonders macht: Es handelt sich um einen abrupten Wegfall massiver Fördermengen. Durch die Straße von Hormus liefen circa 20 Prozent des Ölhandels – der zusätzlich auch die Beiprodukte betrifft.

Als Ergebnis der Störungen dieser Engstelle geraten Lieferketten auf mehreren Kontinenten unter Druck. Das Resultat sind nicht nur höhere Spotpreise, die direkt spürbar sind. Mittelfristige Kontrakte werden ebenfalls teurer gehandelt. Ein Zeichen, dass die Märkte kein kurzfristiges Deeskalationsszenario einpreisen.

Als direkte Folge werden Aspekte der Energiesicherheit neu bewertet. Diversifikation auf Ebene der Lieferpartner kann nicht mehr ausreichen – wenn es zu einem globalen Angebotsengpass kommt. Erneuerbare Energien rücken in der Versorgungsstrategie weiter nach oben. Dazu gehört auch Wasserstoff, dessen Nutzung in den letzten Jahren wieder etwas in den Hintergrund gerückt ist.

Was es braucht, sind Energieträger, die Europa und Deutschland von Lieferungen aus dem Nahen Osten oder aus den Fracking-Speichern der USA unabhängig machen. Dazu ist die Erschließung eines umfassenden Energiemixes erforderlich, der neben Wasserstoff alle wichtigen Energieträger abdeckt und idealerweise die Anforderungen an Energiesicherheit und Klimaschutz erfüllt.

Ölkrise als Wasserstoff-Treiber

Die Öl-Krise könnte Wasserstoff antreiben (Foto: Shutterstock/ VADZIM SHUBICH)

Wasserstoff: Diese Produktionswege gibt es

Wasserstoff ist nicht gleich Wasserstoff – zumindest, wenn es um die zwei zentralen Aspekte geht. Ein erheblicher Anteil des Energierohstoffs wird nach wie vor basierend auf fossilen Energieträgern gewonnen. Auf diesen „grauen“ Wasserstoff zu setzen, löst keinerlei Probleme, sondern schafft neue. Welche Variante wäre ideal?

  • Blauer Wasserstoff nutzt fossile Ausgangsstoffe, kombiniert die Produktion aber mit Carbon Capture and Storage (CCS). Das entstehende CO₂ wird unterirdisch eingelagert. Vom ökologischen Standpunkt bleibt die Lieferabhängigkeit ein Problem.
  • Türkiser Wasserstoff entsteht durch Methanpyrolyse. Dabei wird Methan in Wasserstoff und festen Kohlenstoff aufgespalten. Letzterer kann wiederum gelagert werden.
  • Grüner Wasserstoff basiert auf Elektrolyse und nutzt für die benötigte Energie ausschließlich erneuerbare Quellen wie Wind, Solar oder Wasserkraft.

Letztere Variante würde dafür sorgen, dass Europa bei Energie stärker unabhängig werden kann. Den blauen Wasserstoff sehen Experten als Brückentechnologie.

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Wasserstoff & Co.: Wie Anleger von regenerativer Energie profitieren

Das Wichtigste im Überblick:

  • Investitionen in Wasserstoff sind in Herstellung, Wartung, Vertrieb und Endnutzung möglich.
  • Etablierte Konzerne decken oft mehrere Segmente ab und profitieren von der Diversifikation.
  • Vertrieb und Verbrauchertechnologie sind volatile Bereiche des Wasserstoffkreislaufs.

Wer sich als Anleger im Portfolio neu ausrichten und dazu auf regenerative Energien setzen will, nutzt in Bezug auf Wasserstoff verschiedene Möglichkeiten. Neben der reinen Produktion spielen als Assets unter anderem:

  • Hersteller der Anlagentechnik,
  • der Bereich Wartung und Infrastruktur,
  • der Vertrieb und
  • die Entwicklung der Verbrauchstechnologie

eine Rolle.

Öl-Krise -Wasserstoff

Die Wasserstoff-Industrie könnte von der aktuellen Lage profitieren (Foto: Shutterstock/ Scharfsinn)

Wasserstoff-Aktien: Vom Anlagenbau bis zur Verbrauchstechnologie

1️⃣ Anlagentechnik: Elektrolyse-Equipment und Komponenten

Zentrales Element der grünen Wasserstoffkreisläufe ist Elektrolyse-Equipment, um den Wasserstoff überhaupt herzustellen. Die Unternehmen, die diese Anlagen herstellen, profitieren direkt von Investitionsprogrammen zur Förderung der Energiesicherheit und Unterstützung regenerativer Energieträger. In diesem Segment sind einige bekannte Marktteilnehmer anzutreffen:

  • Thyssenkrupp Nucera (ISIN: DE000NCA0001) ist das Gemeinschaftsunternehmen von Thyssenkrupp und dem italienischen Industriekonzern De Nora. Das Unternehmen jahrzehntelange Elektrolyseerfahrung und produziert Großelektrolyseure im internationalen Projektrahmen.
  • Nel ASA (ISIN: NO0010081235) ist einer der weltgrößten Elektrolyseur-Produzenten und betreibt Produktionsstandorte in Norwegen, Dänemark und den USA.
  • Siemens Energy (ISIN: DE000ENER6Y0) hat mit Air Liquide in einem Joint Venture eine Serienfertigung für Elektrolyseure aufgebaut. Das Unternehmen kombiniert die Exposure im Bereich Wasserstoff mit einem stabilen Kerngeschäft in Segmenten wie Energieturbinen und Übertragungsnetzen.
  • Linde plc (ISIN: IE00BZ12WP82) ist als weltweit führender Industriegasekonzern seit Jahrzehnten im Wasserstoffgeschäft aktiv und hat durch die Erfahrung einen hohen Reifegrad am Markt erreicht.

2️⃣ Betrieb, Wartung und Infrastruktur

Zwischen der Herstellung von Wasserstoff und seiner Nutzung liegen wichtige Zwischenschritte: Betrieb, Transport und Speicherung. Wasserstoff ist ein leichtes und flüchtiges Gas, das besondere Anforderungen an die Infrastruktur stellt. Druckbehälter, Pipelines, Tankstellen und Speicheranlagen bilden das Rückgrat funktionierender Wasserstoffkreisläufe.

Air Liquide (ISIN: FR0000120073) ist in diesem Segment ein erfahrener Akteur. Das französische Industriegas-Unternehmen betreibt eine globale Wasserstoffinfrastruktur und beliefert industrielle Kunden. Zudem arbeitet man gemeinsam mit Siemens Energy daran, die Wasserstofftechnologie weiter voranzubringen. Gerade das Segment Infrastrukturseite wird unter anderem im Rahmen von Tanknetzen in Zukunft an Bedeutung gewinnen.

Für Anleger, die spezifisch auf den Infrastrukturaufbau setzen, kann auch ein Blick auf den L&G Hydrogen Economy UCITS ETF (ISIN: IE00BMYDM794) interessant sein, der als Indexfonds die gesamte Wertschöpfungskette abdeckt und dabei Infrastrukturakteure wie Air Liquide mit Wachstumstiteln wie Nel ASA kombiniert.

3️⃣ Vertrieb von Wasserstoff

Der Vertriebsbereich der Wasserstoffwirtschaft ist im Vergleich mit Herstellung und Anlagenbetrieb an der Börse weniger stark vertreten, da viele Akteure größere Konzerne eingebettet sind. Aber: Mit einer zunehmenden Nachfrage kann sich dieses Szenario ändern, indem beispielsweise Industriekunden zunehmend auf Wasserstoff setzen und in diesem Zusammenhang auch Vertriebswege übernehmen.

Plug Power (ISIN: US72919P2020) ist eines der börsennotierten Unternehmen, das neben der Herstellung von Brennstoffzellen auch selbst Wasserstoff an Kunden liefert. Das Geschäftsmodell umfasst dabei die Produktion und Speicherung sowie den Transport und die direkte Belieferung. Mit diesem vertikalen Ansatz können Unternehmen zwar theoretisch Margenvorteile realisieren, sind aber regulatorischen Risiken in verschiedenen Märkten ausgesetzt und müssen die Kosten für den Aufbau der Infrastruktur stemmen, was gerade zu Beginn mit operativen Verlusten verbunden ist.

4️⃣ Verbrauchstechnologie – das Nadelöhr beim Wasserstoff

Die Verbrauchstechnologie ist die direkte Verbindung zum Energieverbraucher und das Segment mit einer vergleichsweise starken Divergenz bezüglich der Lösungen und praktischen Ideen. Besonders die Breite der Anwendungen löst diese Unterschiede aus. Beispiel Ballard Power Systems (ISIN: CA0585861085): Das Unternehmen bietet PEM-Brennstoffzellen für Schwerlastanwendungen, die etwa in Wasserstoffbussen zum Einsatz kommen.

Auf Festoxid-Brennstoffzellen (Solid Oxide Fuel Cells, SOFC) setzt Bloom Energy (ISIN: US0937121079), die eine dezentrale Energieversorgung für Rechenzentren, Industriebetriebe und kritische Infrastruktur ermöglichen. Im Segment der Antriebstechnik für Autos positioniert sich PowerCell Sweden (ISIN: SE0006425815), das parallel auch Brennstoffzellensysteme für die Energie- und Telekommunikationsbranche liefert.

Wasserstoff-Investments

Verbrauchstechnologien, wie die Festoxid-Brennstoffzellen wäre eine Möglichkeit in Wasserstoff zu investieren (Foto: Shutterstock/ Scharfsinn)

An der Energienachfrage profitieren – Aktien bei Freedom24 handeln

Die aktuell hohen Energiepreise verstellen für viele Anleger den Blick auf die langfristigen Folgen dieser Entwicklung. Gerade Märkte wie Europa oder China und Japan müssen sich die Frage stellen, ob es mit der Energieabhängigkeit so weitergehen kann. Regenerative Energiequellen werden langfristig an Bedeutung gewinnen. Wer jetzt in Wasserstoff oder Solar investieren will, braucht einen Broker wie Freedom24.

Ein breites Handelsangebot, die Auswahl zwischen verschiedenen Tradinginstrumenten und die Tatsache, eine leistungsstarke Plattform zu nutzen, sprechen im Brokertest für den Anbieter. Anleger machen bei Freedom24 Erfahrung mit einem Broker, für den Performance mit der Einrichtung des Handelskontos beginnt. Der Zugriff erfolgt digital über den Desktop-Browser oder einfach per App. Übersichtliche Gebühren und zwei Kontomodelle für unterschiedliche Zielgruppen unterstreichen den hohen Anspruch von Freedom24.

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Fazit: Mit Wasserstoff das Portfolio langfristig diversifizieren

2026 ist bereits ein Krisenjahr. Durch den Angriff auf den Iran haben die USA und Israel eine Entwicklung losgetreten, die sich in den nächsten Wochen nicht einfach umkehrt. Selbst eine umgehende Freigabe der Straße von Hormus wird daran nichts ändern, das globale Defizit bei den Rohölexporten ist zu groß.

Wasserstoff und andere erneuerbare Energieträger können von dieser Entwicklung profitieren – wahrscheinlich auch langfristig. Was alle Beteiligten am Ende erreichen: Der Rest der Welt sucht nach Lösungen, um Abhängigkeiten von fossilen Energieträgern zu minimieren. Für Anleger bedeutet diese Entwicklung, dass das Gas im Portfolio an Bedeutung gewinnt. Neben Solarstrom und Windkraft kann Wasserstoff ein grüner Energieträger sein, der Unabhängigkeit bedeutet – für die Energiewirtschaft und das Depot.

FAQ: Häufige Fragen zu Wasserstoff-Investments und sich ändernden Energiemärkten

In welchem Segment des Wasserstoffkreislaufs ist das Risiko am geringsten?

Bereiche, in denen etablierte Industriekonzerne wie Linde und Air Liquide operieren, haben im Vergleich ein eher geringes Risiko, da Wasserstoff nur ein Teil des bestehenden Kerngeschäfts ist. Spezialisierte Hersteller oder reine Brennstoffzellen-Player sind oft erheblich volatiler.

Welche Risiken sind beim Wasserstoff besonders zu berücksichtigen?

Ein zentraler Aspekt sind Überbewertungen, die im Rahmen eines neuen Hypes entstehen können. Sollte eine Situation ähnlich 2020/2021 entstehen, kann die Ernüchterung über eine schwache Skalierung zu Kursrückgängen führen. Das Kurspotenzial hängt unter anderem an regulatorischen Rahmenbedingungen und dem Ausbautempo der Wasserstoffinfrastruktur.

Kann China beim Wasserstoff eine ähnliche Rolle wie im Solarsegment spielen?

China hat durch günstige Hardware die europäische Solarbranche erheblich unter Druck gesetzt. Natürlich kann Ähnliches auch beim Wasserstoff passieren, indem China bei der Anlagentechnik eine starke Dominanz entwickelt und damit Hersteller in Europa und den USA durch einen aggressiven Preiskampf belastet.

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