

Mit dem Überfall Russlands auf die Ukraine haben Verbraucher einen starken Anstieg der Energiepreise erlebt. Inzwischen sind die Kosten für Benzin und Diesel an der Zapfsäule gesunken. 2026 kann ein Jahr werden, in dem sich die Preistrends am Energiemarkt sehr dynamisch entwickeln.
Prognosen sehen für die Rohstoffpreise einen Rückgang, was nicht nur Verbraucher, sondern auch Anleger interessiert. Die Internationale Energieagentur (IEA) prognostiziert ein wachsendes Überangebot – was für die Preiskurve an den Märkten nicht ohne Folgen bleiben wird.
Ende 2025 bewegen sich die Ölpreise in einem Preiskorridor, der im Vergleich zu 2022 deutlich niedriger ausfällt. Statt 120 US-Dollar kostet der Barrel WTI um 60 US-Dollar. Brent-Rohöl notiert im Bereich um 62 US-Dollar pro Barrel.
Damit scheint das Risiko, wieder dreistellige Preisspannen zu erreichen, vorerst in weite Ferne zu rücken. Allerdings bewegt sich der Ölpreis aktuell in einem Spannungsfeld, das für den Rohstoffmarkt durchaus noch die eine oder andere Überraschung bereithalten kann.
Am Markt werden sich 2026 Mechanismen entfalten, die auf den Ölpreis aus sehr unterschiedlichen Richtungen einwirken. Ein wachsendes Überangebot, das die IEA für das kommende Jahr prognostiziert, erzeugt einen zunehmenden Preisdruck, mit dem sich das Barrel verbilligen kann.
Seitens der IEA wird das globale Ölüberangebot für 2026 auf rund 4,09 Mio. Barrel pro Tag (bpd) beziffert. Hintergrund: Die Nachfrage und die Ölproduktion laufen auseinander, es wird deutlich mehr produziert. Damit entsteht ein wachsender Überschuss, der die Lagerbestände nach oben treibt.
Die OPEC sieht in ihrer langfristigen Perspektive dagegen das Bild eines kontinuierlichen Anstiegs der Ölnachfrage bis 2045. Dieser soll insbesondere von Nicht-OECD-Ländern generiert werden. Dieses Spannungsfeld zwischen kurzfristigem Überangebot und langfristigem Nachfrageoptimismus prägt die aktuelle Unsicherheit am Markt.
Im Oktober 2025 vollzogen die USA einen strategischen Richtungswechsel in der Sanktionspolitik – mit den Maßnahmen gegen die russischen Ölgiganten Rosneft und Lukoil. Beide fördern zusammen erhebliche Mengen Öl und haben damit einen zweistelligen Milliardenbetrag in US-Dollar jährlich erwirtschaftet.
Die Sanktionen haben auch mehr als 100 Schiffe der russischen Schattenflotte erfasst – um den Export über den Seeweg zu unterbinden. Die Maßnahmen verbieten nicht nur US-Unternehmen, Geschäfte mit den sanktionierten Firmen zu machen.
Zum Beispiel drohen auch ausländischen Banken Konsequenzen, die Geschäfte mit den betroffenen russischen Unternehmen abwickeln. Diese Maßnahmen fielen mit einem weiteren Sanktionspaket der EU zusammen. Damit steigt der Druck auf chinesische Abnehmer.
Der Markt hat umgehend reagiert: Der WTI-Preis stieg zeitweise von unter 58 USD auf über 61 US-Dollar pro Barrel. Auch die Marke Brent hat deutlich reagiert. Zudem hat die Unsicherheit über Lieferketten und die Verknappung von Transportkapazität auch die Frachtpreise für Supertanker deutlich nach oben gedrückt.
Aktuell – im November 2025 – hat der Ölpreis einen Teil dieser Gewinne zwar wieder abgegeben. Aber: An den aktuellen Trends zeigt sich, wie volatil die Märkte angesichts der aktuellen geopolitischen Situation reagieren.

Trotz geopolitisch angespanntem Umfeld bewegt sich der Ölpreis in niedrigen Bereichen (Foto: Shutterstock/ Hamara)
Für die Sorte WTI lag der Preiskorridor 2025 bislang zwischen rund 57 und 80 US-Dollar. Die Analysen für 2026 liegen den verschiedenen Quellen zufolge, wie der Weltbank oder Goldman Sachs, wahrscheinlich eher am unteren Ende dieses Preiskorridors.
Welches Preisszenario am Ende eintreffen wird, ist nur sehr schwer vorhersagbar. Einerseits steht das Überangebot im Raum, welches einer nach oben gerichteten Preisdynamik eigentlich entgegenwirkt. Ein Mechanismus, der in jedem Markt zu beobachten ist.
Gleichzeitig entwickeln sich Szenarien, die genau diesen Effekt in Teilen oder sogar komplett auffangen können. Mit den Sanktionen zielen die USA vor allem auf zwei Länder ab: Indien und China. Beide kaufen billiges Rohöl ein, das in Raffinerien veredelt und teuer verkauft werden kann.
Versiegt deren Quelle durch den Angriff auf den russischen Ölsektor – über Sanktionen gegen die Schattenflotte oder fortgesetzte Attacken der Ukraine auf Verladeterminals – müssen sich die Raffinerien am Weltmarkt bedienen, um Kapazitäten zu decken.
Damit kann sich ein bullisches Szenario mit einem Ölpreis-Comeback entwickeln. China und Indien schwenken von russischem Rohöl um und kaufen weite Teile der Überproduktion auf (einerseits zur Deckung des aktuellen Bedarfs, auf der anderen Seite zum Aufbau der Reserven).
Die Verknappung russischer Exporte ist nur eine Möglichkeit, wie sich dieses Szenario entwickeln kann. Möglich, dass auch die OPEC+ ihre Förderlimits verschärft oder US-Shale-Fördermengen langsamer wachsen als erwartet – was eine Verknappung bedeutet.

Der Ölmarkt 2026 schwankt zwischen Überangebot und geopolitischen Risiken – Sanktionen und Förderengpässe könnten trotz Überschuss ein bullisches Preisszenario auslösen. (Foto: Andrew Angelov / Shutterstock.com)
In einem bearischen Szenario zieht es den Ölpreis deutlich nach unten. Als Ursache kommen eskalierende Handelskonflikte infrage, mit denen die Nachfrage bei gleichzeitig hoher Produktion sinkt.
Zusätzlich schlittern OECD-Länder in eine Rezession und es gelingt eine effektive Umgehung der Russland-Sanktionen. Letztlich sind es verschiedene Effekte, die kurz- und mittelfristig die Nachfrageseite des Ölpreises beeinflussen, zu denen auch:
gehören können.
Ein niedriger Ölpreis stützt importabhängige Volkswirtschaften wie die EU und Japan durch geringere Energiekosten. Für Ölexporteure im Nahen Osten, Russland und einigen afrikanischen Staaten entstehen auf der anderen Seite Risiken, wenn Staatsbudgets auf höhere Einnahmen angewiesen sind.
Auf Unternehmensebene profitieren Transport, Logistik und Chemie von niedrigeren Inputkosten. Upstream-Ölunternehmen mit hohen Förderkosten sowie Dienstleister im Explorationsbereich geraten unter Druck – während Energiekonzerne, die auch in erneuerbare Energien investieren, eine ausgewogene Position einnehmen.
Für Anleger sind Direktinvestments in Öl über Futures oder ETCs in diesem Zusammenhang ein stark volatiles Asset. Öl- und Gasaktien sowie Energy-ETFs geraten gerade bei sinkenden Preisen ebenfalls unter Druck. Aus Anlegersicht können sich in dieser Situation Positionen rechnen, die den Markt shorten.

Die Öl Aktien sind derzeit Abwärtstrend (Foto: Shutterstock/ Scharfsinn)
Grundsätzlich sollte der Energiesektor inklusive des Ölpreises im Jahr 2026 aufmerksam beobachtet werden. Wer als Anleger hier bereits Positionen aufgebaut hat, sollte sich vor dem Jahreswechsel mit Exitstrategien beschäftigen und muss die Entwicklung genau beobachten – um vorbereitet zu sein.
Auf der anderen Seite bieten negative Preistrends natürlich immer die Chance, günstig eine Exposition aufzubauen und in den Markt einzusteigen. Es wird für Anleger mit einem sehr breit aufgestellten Portfolio 2026 schwer, um den Ölpreis einen Bogen zu machen.
Um den Markt im Auge zu behalten und im richtigen Moment in Aktion zu treten, braucht es einen Broker wie Libertex, über den Anleger einen schnellen und direkten Zugriff auf CFDs im Rohstoffsegment und Aktien realisieren. Zum Angebot des Brokers gehört ein Demokonto zum Ausprobieren der ersten Trades.
Die Energiekrise der Jahre 2022 und 2023 setzt sich am Markt derzeit nicht fort. Im Gegenteil: Die Preise je Barrel haben als Reaktion auf Sanktionen und ein sich abzeichnendes Überangebot ein Niveau erreicht, das mit früheren Jahren nicht mehr vergleichbar ist.
Im Rahmen verschiedener Expertenschätzungen liegt der Ölpreis für 2026 in einem Preiskanal, der eine Varianz zwischen 50 US-Dollar und 70 US-Dollar je Barrel aufspannt. Insofern können Anleger vorerst entspannt bleiben. Trotzdem sprechen die Rahmenbedingungen dafür, den Markt zu beobachten.
Verschärfte Handelsbeschränkungen gegen Russland setzen Indien und China unter Druck, die ihre Beschaffungswege möglicherweise grundlegend überdenken müssen. Gleichzeitig bleibt die Rezessionsgefahr ein reales Thema – aufgrund der US-Handelspolitik und einer möglichen Blase im KI-Segment.
Verschiedene Analysten und Investmentbanken prognostizieren Größenordnungen zwischen 50 und 70 US-Dollar. Damit scheint der Preiskorridor pro Barrel relativ sicher vorgezeichnet. Allerdings muss Anlegern an diesem Punkt auch bewusst sein, dass eine Konvergenz verschiedener Quellen vielleicht die Glaubwürdigkeit der Schätzungen auf dem Papier erhöht – sich der Rohstoffmarkt am Ende aber auch anders entwickeln kann.
Nicht zwingend, die OPEC+ kann das Angebot drosseln, um Preise zu stützen. Zusätzlich entstehende geopolitische Risiken – insbesondere durch den fortgesetzten Ukraine-Krieg oder eine mögliche Eskalation im Nahen Osten – können sich als Risikoaufschlag im Preis bemerkbar machen.
Der einfache Marktmechanismus zwischen Angebot und Nachfrage/Preis wird durch politische Eingriffe und Marktstörungen überlagert. Es können daher – trotz Überangebot auf dem Papier – sehr preisdynamische Szenarien entstehen.
Die Chance auf einen Rebound besteht zwar, jedoch mit einer hohen Abhängigkeit von der Geopolitik und makroökonomischen Effekten. Eine kluge taktische Positionierung kann in diesem Szenario sinnvoller als ein langfristiges Buy & Hold sein. Es braucht in diesem Zusammenhang eine Diversifikation – was unter anderem in erneuerbare Energien realisiert werden kann.


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