

Viele Anleger wollen sich nicht jeden Tag um ihr Depot kümmern, sondern die Investments einfach laufen lassen. Statt täglich den Markt zu schlagen, geht es um eine langfristige Geldanlage, die mit einem Minimum an Aufwand auskommt. Das Ganze wird auch als passives Investment bezeichnet und hat eine sehr starke Ähnlichkeit mit dem Buy-and-Hold-Ansatz. Dahinter steht die Erkenntnis, dass der Markt nach jeder Krise in der Vergangenheit stärker zurückgekommen ist.
Ein zentrales Element der Strategie ist nicht das Setzen auf einen selbst zusammengestellten Aktienkorb, sondern in ETFs. Diese, als Indexfonds bezeichneten Wertpapiere, bilden einen Markt bzw. Indexwert wie den DAX nach. Beliebt ist für das passive Investieren das Setzen auf Sparpläne. Hintergrund: Hier wird Geld regelmäßig in kleineren Beträgen in die Hand genommen, um damit Anteile der ETFs zu erwerben. Das Ganze hat aus Anlegersicht einige Vorteile. Aber: Wer passiv investieren will, muss Grenzen und Schwachstellen der Strategie im Hinterkopf behalten.
Das Wichtigste im Überblick:
Auf den ersten Blick wirkt das passive Investieren fast wie ein Selbstläufer: Depot beim Broker eröffnen, Geld einzahlen und ETF-Anteile erwerben – anschließend einfach nur abwarten, dass der Fonds eine Rendite erzielt.
Der Vorteil dieser Strategie liegt darin, dass ETFs von sich aus eine Risikostreuung aufbauen. Je nach Index handelt es sich um einige Dutzend Wertpapiere, auf die sich das Fondsvermögen verteilt, bis zu einigen hundert. Gerade beim MSCI World handelt es sich um einen solchen, breit aufgestellten ETF.
Bei genauer Betrachtung fällt auf, dass passives Investieren nicht dieser einfache Selbstläufer ist. Ein Grund: Auch ETFs können sich – trotz der breiten Streuung – von grundlegenden strukturellen Entwicklungen am Markt nicht freimachen.
Hier ist der MSCI World wieder ein Beispiel: Auf den ersten Blick bildet der Index die globale Wirtschaft ab. Erst ein zweiter Blick zeigt, wie stark es intern inzwischen zu einer Verschiebung gekommen ist.

Der MSCI World ist ein ETF der sich für das langfristige Investment eignet (Foto: Shutterstock/ PJ McDonnell)
Wer sich als Anleger für passives Investieren entscheidet, sieht sich – wie der MSCI World unterstreicht – einem Klumpenrisiko gegenüber. Die Konzentration einzelner Regionen oder Sektoren in den ETFs zieht nach sich, dass Korrekturbewegungen in diesen kritischen Bereichen einen besonders starken Einfluss auf die Wertentwicklung haben.
Korrigiert KI beispielsweise besonders stark, führt dies zu erheblichen Verlusten im Depot. Dieses Risiko erhöht sich, wenn Anleger neben den vermeintlich breit aufgestellten Fonds auch noch sektoral investieren.
Wer auf innovative Technologien und Nachhaltigkeit setzt, kann den Trend in einer Abwärtsphase durchaus beschleunigen. Hintergrund: Dank KI erleben vor allem Innovationswerte einen starken Schub, der Rückenwind würde fehlen.
Dass auch nachhaltige Energiewerte betroffen sind, ist der hohen Nachfrage aus dem Tech-Segment geschuldet. Bricht diese weg, geht der Trend natürlich nicht spurlos an den Energieunternehmen und Solarpark-Betreibern vorbei. Diese „unsichtbare“ Verbindung zwischen verschiedenen Branchen müssen Anleger beim passiven Investieren in ihre Bewertung einbeziehen.
Bei der Betrachtung passiver Investments setzt sich eine Erkenntnis durch: Wer passiv investiert, trägt das Marktrisiko des Index mit. Die Herausforderung besteht darin, dass hier kein Puffer integriert ist. Es handelt sich um ein vergleichsweise einfaches Anlageprodukt mit eingeschränkter Flexibilität.
Anleger, die aktiv Aktien handeln oder CFDs einsetzen, sichern Positionen durch gezieltes Hedging ab oder können Korrekturen antizipieren – und entsprechend darauf reagieren. Ein Sparplan auf den MSCI World bietet diese Möglichkeit nicht, Anleger müssen Korrekturen aussitzen.
Zusätzlich verwässert die starke Dominanz einzelner Länder oder Branchen und Sektoren in einem Index die Risikostreuung. Am Ende kann genau die Situation eintreten, die man eigentlich hätte vermeiden wollen: Das passive Investieren wird zu einer Wette auf die Fortsetzung der Markttrends.
Es gibt einen Aspekt der passiven Investmentstrategie, der Anlegern oft nicht auffällt. Durch Anleger, die verstärkt auf diese Strategie setzen, kann der Markt beeinflusst werden. Wie soll das Ganze funktionieren? Fließen über Jahre hinweg höhere Summen über ETFs in den Markt, die klassischen Preisfindungsdynamiken ausblenden, entsteht eine Reihe von Nebenwirkungen für die Marktstruktur.
Diese haben nichts mit Unternehmensgewinnen oder der Konjunktur zu tun, sondern entstehen allein aufgrund der Geldströme in den Indexprodukten. Das Ganze funktioniert folgendermaßen: Wenn Millionen Anleger monatlich passiv über Indizes sparen, fließt das Kapital automatisch zu den Unternehmen, die in den Indizes gelistet sind. Es findet keine klassische Preisfindung mehr statt, die Wertpapiere werden nur aufgrund ihrer Zugehörigkeit zum Index gekauft.
An dieser Stelle entsteht damit ein gewisses Bewertungsrisiko, das den Markt verzehren kann. Aus Anlegersicht haben solche Erkenntnisse Folgen. Eine wichtige Lehre kann sein: Passives Investieren ist Teil der eigenen Anlagestrategie – spiegelt die eigene Orientierung aber nur zum Teil wider.
Es geht letztlich darum, eine Balance zu finden und ein Portfolio aufzubauen, das aktive und passive Geldanlagen kombiniert. Auf diese Weise haben Anleger die Chance, den Kurs des Depots bewusst zu steuern. Ein Teil (der passive Aspekt) läuft einfach langfristig durch Korrekturen weiter, während die aktive Komponente immer wieder an die zyklischen Trends am Markt angepasst wird.
Das Wichtigste im Überblick:
Der Begriff des passiven Investments ist insofern irreführend, als es durchaus Momente gibt, in denen Anleger aktiv werden müssen. Eine dieser Situationen ist das Erreichen des Sparziels. Rückt dieser Moment näher, werden Gewinne aus dem Investment abgezogen – um die Folgen einer Korrektur oder eines Crashs zu minimieren.
Eine zweite Situation ist das Auseinanderlaufen von Risikomanagement und Anteil der ETFs im Depot. Jede Position sollte nur einen gewissen Prozentsatz des Kapitals ausmachen. Übersteigt das passive Investment diese Grenze – durch die regelmäßige Sparrate oder die Rendite – ist ein Re-Balancing erforderlich. Mit diesem Schritt unterstützen Anleger die Diversifikation im eigenen Depot und setzen ihre Risikostrategie konsequent um.

Auch beim langfristigen Investieren spielt das Timing eine gewisse Rolle (Foto: Shutterstock/ DS Tkachuk)
Um die Strategie des passiven Investments nicht nur konsequent, sondern auch unter den richtigen Vorzeichen umzusetzen, braucht es Broker mit einer breiten Auswahl der dafür erforderlichen Assets. Gleichzeitig sollte es hier auch möglich sein, das Portfolio um die passive Strategie hinaus zu entwickeln.
Ein Anbieter, der im Brokervergleich an dieser Stelle überzeugen kann, ist der bekannte Broker XTB mit seiner Auswahl an Aktien und ETFs. Durch die Chance, in CFDs oder den Währungsmarkt und Rohstoffe zu investieren, bauen sich Anleger bei XTB ein Portfolio auf, das auf mehreren Ebenen in verschiedenen Märkten etabliert ist.
Durch die leistungsstarke Plattform mit verschiedenen Möglichkeiten zur Analyse der Kurse, ein Demokonto und das unkomplizierte Onboarding spricht der Broker zudem erfahrene Anleger und Anfänger an.
Weitere Features bei XTB:
Anleger, die wenig Zeit haben oder aufgrund ihrer fehlenden Erfahrung einfach Wertpapiere kaufen und diese „liegen lassen“ wollen, investieren passiv in den Markt. Es geht nicht so sehr darum, täglich die beste Performance zu erreichen, sondern auf lange Sicht Sparziele umzusetzen. Was dabei oft unterschätzt wird: Auch dieser Ansatz erfordert in verschiedenen Phasen eine aktive Steuerung des Portfolios.
Dies ist beispielsweise für Umschichtungen erforderlich, wenn Gewinne gesichert werden sollen, oder die Positionen zu groß werden und das Risikomanagement unterlaufen. Was Anleger zudem berücksichtigen müssen: Passiv Investieren setzt auf eine breite Streuung durch ETFs – was durch Marktdynamiken ausgehebelt werden kann, wenn einzelne Sektoren stark an Bedeutung gewinnen.
Eine Lösung ist die Beimischung eines MSCI World ex USA ETF, der US-Titel konsequent ausschließt. Ergänzend bieten verschiedene ETFs eine breite geografische Abdeckung inklusive Schwellenländer. Wer den Europa-Anteil gezielt erhöhen will, greift zum Beispiel auf STOXX Europe 600 Produkte zurück. Entscheidend ist, dass die Ergänzungen einen echten Diversifikationseffekt.
Für viele Privatanleger ist das passive Kerndepot ein sinnvoller Ausgangspunkt. Aktives Trading oder CFDs auf Indizes und Aktien erweisen sich als Ergänzung sinnvoll, wenn Anleger gezielt auf Marktphasen reagieren wollen – etwa um Korrekturen abzusichern, kurzfristige Trends zu nutzen oder um bestimmte Sektoren in ihrer Gewichtung „manuell“ im Depot zu verschieben.
Eine pauschale Antwort gibt es nicht, es geht um die persönlichen Rahmenbedingungen. Wer in drei bis fünf Jahren auf das Kapital angewiesen ist, sollte nicht mehr vollständig im Aktienmarkt investiert sein. Daneben gibt es strukturelle Auslöser, wie Veränderungen des eigenen Risikoprofils – etwa durch einen Jobwechsel, die Familiengründung oder bevorstehende größere Ausgaben.

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