Medienkooperation

Rohstoff-Schock als KI-Chance: Warum Energieeffizienz für Rechenzentren wichtiger wird

Datum: 27.08.2026
Inhaltlich geprüft durch: Ruben Wunderlich

Der KI-Boom geht 2026 ungebremst weiter. Aber: Inzwischen zeigen sich Schwachstellen. OpenAI, das als Pionier aktiv an seinem Börsengang arbeitet, bleibt hinter seinen Erwartungen bei den Nutzerzahlen zurück und muss mehrere Dutzend Milliarden Dollar in die Rechenleistung investieren. Zum echten Flaschenhals werden für die gesamte Branche nicht unbedingt der Cashflow, sondern die Energie und Rechenleistung.

Analysten sehen den Stromverbrauch für das Training und den Betrieb der Modelle inzwischen kritisch. Auswertungen deuten darauf hin, dass bis 2030 (ausgehend von 2020) der Ressourcenhunger der Rechenzentren um das Dreifache steigen kann. Neben der Energie, die der Aufbau von Rechenzentrumskapazitäten verschlingt, entsteht auch bei physischen Rohstoffen, die diese Infrastruktur erst möglich machen, zunehmend größer werdender Druck.

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Energieverbrauch: Wenn Datenzentren zum Stromkraken werden

Das Wichtigste im Überblick:

  • Mit dem Wachstum bei KI steigt der Stromverbrauch massiv an.
  • In Deutschland macht der Energieverbrauch von KI bereits vier Prozent aus.
  • Steigende Investitionen vergrößern die Energieabhängigkeit der Branche.

Ein massiver Verbrauch an Ressourcen, besonders Strom und Halbleiter-relevante Rohstoffe, schafft Probleme. Besonders deutlich wird dies in Europa und den USA dann, wenn Megaprojekte für die Recheninfrastruktur geplant sind. Proteste richten sich gegen Unternehmen und politische Entscheidungsträger.

  • Dass die KI-Branche neue Ansätze braucht, um mit den Problemen umzugehen, zeigt auch der Blick auf die Energiemärkte in Deutschland. Hierzulande machen Rechenzentren bereits mehr als vier Prozent des Gesamtstromverbrauchs aus. In einigen Ballungszonen mit einer besonders hohen Dichte, ist der Anteil punktuell sogar noch deutlich größer.
  • Vor dem Hintergrund, dass Deutschland beschlossen hat, in KI-Rechenzentren weiter zu investieren, zeigen die Prognosen beim Verbrauch weiter steil nach oben. Welche Probleme entstehen dadurch? Einerseits gerät die Stromherstellung unter Druck, auf der anderen Seite entstehen für den Vertrieb und die Versorgung Herausforderungen.
  • Das Bild vom KI-Rechenzentrum als Stromkrake ist nur eine Seite der Medaille. Zu den zentralen Problemen wird in Zukunft der Bedarf nach leistungsfähigen Chips gehören. Jedes neue Modell entwickelt einen riesigen Ressourcenhunger, der ständige Upgrades erfordert. Hier könnte für 2026 und 2027 eine zentrale Herausforderung liegen.
  • Chipgiganten wie Nvidia werden einerseits durch die Entwicklungszyklen für ihre Chips darin gebremst, mehr Leistung zur Verfügung zu stellen. Auf der anderen Seite sind Produktionskapazitäten endlich – es kommt zu einer wachsenden Konkurrenz der KI-Chip-Fertigung mit anderen Bereichen (wie den GPUs fürs Gaming).
  • Dieser Druck, der von mehreren Seiten kommt, erfordert sehr unterschiedliche Lösungen. Ein Ausbau der Kapazitäten klingt im ersten Moment folgerichtig. Aber: Eine Verbesserung der Effizienz in der Nutzung verfügbarer Ressourcen ist genauso ein Schritt in die richtige Richtung, der sich auch aus Anlegersicht lohnen kann.
  • Profiteure dieses Dilemmas des KI-Zeitalters sind nicht zwingend die Hyperscaler. Es sind am Ende die Unternehmen und Rohstoffe, die physische Infrastrukturen aufbauen und auf Effizienzsteigerungen hinarbeiten.
Rohstoff-Schock KI-Chance

Mit dem starken KI Wachstum ist auch der Stromverbrauch rasant angestiegen (Foto: Shutterstock/ WINEXA)

Rohstoffmärkte unter Druck

Das Wichtigste im Überblick:

  • Der globale Kupferbedarf allein durch Rechenzentren wird bis Ende 2026 auf rund 740.000 Tonnen prognostiziert.
  • KI Infrastruktur wird in den kommenden Jahren die Nachfrage nach Seltenen Erden und nach Gallium erhöhen.
  • Bergbau und Raffinierungskapazitäten können in den nächsten Jahren zu Outperformern werden.

Kupfer ist das klassische Industriemetall, an dem sich illustrieren lässt, wie stark KI die Nachfrage in vielen Bereichen antreibt. Als einer der zentralen Rohstoffe für Leitungselemente, setzen die Entwickler von KI-Technologie massiv auf das Metall. Beispiel Nvidias GB200 NVL72-Einheit: Hier sind über 5.000 Kupferkabel mit einer Gesamtlänge von mehr als drei Kilometern enthalten.

Eine komplett ausgestattete Einheit wiegt mehr als eine Tonne. Für ein einziges Hyperscale-Rechenzentrum werden damit mehrere zehntausend Tonnen Kupfer verbaut. Die Prognose: Die Kosten pro Tonne werden in den kommenden Monaten wahrscheinlich steigen und Unternehmen dürften versuchen, neue Förderkapazitäten zu mobilisieren.

Kritisch wird die Situation, da nicht nur KI-Systeme eine starke Kupfernachfrage antreiben. Solarenergie und Elektromobilität sind ohne das Metall nicht denkbar. Was passieren kann: Es entsteht ein strukturelles Ungleichgewicht zwischen dem verfügbaren Angebot und der wachsenden Nachfrage.

Ein ähnliches Muster kann sich beim Gallium entwickeln, das für Halbleitersubstrate in GPU-Technologien benötigt wird. Hier kommt erschwerend hinzu, dass China als Hauptlieferant die Nachfrage zum Aufbau von Druck nutzen kann – um eigene Interessen durchzusetzen. Eine Situation, die auch auf Seltene Erden (die in Kühlmotoren, Magnetspulen und Transformatoren von Rechenzentren eingesetzt werden) zutrifft.

Die starke Nachfrage nach Metallen hat das Potenzial, den Bergbausektor anzuschieben – inklusive der nachgelagerten Verarbeitungsketten. Aber: Von hohen Rohstoffpreisen kann noch ein anderer Sektor profitieren. Recycling bietet die Chance, wertvolle Ressourcen zurückzugewinnen, und sich von externen Lieferstrukturen unabhängiger zu machen.

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Von Effizienz bei Energie und Rohstoffen an der Börse profitieren

Das Wichtigste im Überblick:

  • Effizientere KI-Modelle reduzieren den Energieverbrauch, können aber insgesamt eine höhere Nachfrage produzieren.
  • On Device ist ein weiterer Lösungsansatz, der KI-Verarbeitung direkt auf Endgeräte verlagert, was den Ressourcenverbrauch noch effizienter werden lässt.
  • Recycling-Spezialisten führen Industriemetalle aus Elektroschrott in den Kreislauf zurück und profitieren von steigenden Metallpreisen sowie wachsenden Schrottmengen durch ausgemusterte IT-Hardware.

Der Rohstoff-Schock, den die Nahostkrise und eine stark skalierende Nachfrage nach Industriemetallen und Seltenen Erden auslösen, kann zum Motor einer Effizienzoffensive werden, die an mehreren Punkten ansetzt.

Energieressourcen besser nutzen durch effiziente KI-Modelle

Die Annahme, dass effizientere KI-Modelle den Energiebedarf der Branche automatisch senken, kann trügerisch sein. In der Theorie verspricht dies eine Entlastung, kann aber schnell dem Jevons-Paradoxon folgen: Sinken die Kosten pro Rechenoperation, steigt die Gesamtzahl der Anfragen.

  • Heißt im Umkehrschluss, dass der Energieverbrauch nicht sofort sinkt, sondern Effizienzgewinne durch die höhere Nachfrage geglättet werden. Der Durchbruch von DeepSeek Anfang 2025 ist hierfür ein Beispiel. Die günstigere Inferenz löste keinen Nachfragerückgang bei den KI-Anwendungen aus, sondern beschleunigte deren Verbreitung.
  • Für Anleger entsteht damit ein potenzielles Investmentziel: Unternehmen, die effiziente Chip-Architekturen liefern, profitieren von Effizienzgewinnen, da sich hierdurch der Markt vergrößert. Ein Beispiel ist ARM Holdings (ISIN: US04215L1089) als britisches Unternehmen, das im Chip-Design arbeitet und Prozessorarchitekturen entwickelt.
  • Durch die Entwicklung von Modellen, die bei gleichem Rechenergebnis weniger Strom verbrauchen als klassische x86-Designs, wächst die Lizenzierungsbasis von ARM mit der Bedeutung von KI-Inferenz in energieeffizienten Rechenzentren. Einen ähnlichen Ansatz verfolgen andere Unternehmen.

Qualcomm (ISIN: US7475251036) verfolgt einen On-Device-AI-Ansatz, sprich der Schwerpunkt liegt hier auf der KI-Verarbeitung direkt auf dem Endgerät. Damit soll das Ganze nicht nur schneller und datenschutzfreundlicher werden, es geht um deutlich niedrigere Energieprofile im Vergleich zu cloudbasierter Inferenz.

Rohstoff-Schock als KI-Chance

Anleger können aktuell von dem KI Boom profitieren (Foto: Shutterstock/ insta_photos)

Recycling als Rohstoffquelle für KI-Anwendungen

Die Kehrseite des Booms bei den Rechenzentren ist eine immer schneller ausgemusterte Hardware. Server-Zyklen werden kürzer, je schneller GPU-Generationen aufeinanderfolgen. Mit der Entsorgung wird die Arbeit spezialisierter Recyclingunternehmen wichtiger. Kupfer, Gold, Silber und Palladium stecken in Leiterplatten den Kabeln und Kühlsystemen ausrangierter IT-Komponenten.

1️⃣ Aurubis

Aurubis (ISIN: DE0006766504) ist nicht nur einer von Europas größten Kupferproduzenten, das Unternehmen verwertet auch Kupfer-Schrott. Das Hamburger MDAX-Unternehmen gewinnt aus zehn bis 15 Tonnen Elektroschrott eine Tonne Kupfer mit über 99 Prozent Reinheit. Damit kann Aurubis an der steigenden Nachfrage partizipieren.

2️⃣ Umicore

Umicore (ISIN: BE0974320526) ist ein weiterer interessanter Titel, der sich auf Edelmetalle wie Gold und Silber sowie Platin und Palladium (aus Elektronikschrott und Industrieabfällen) fokussiert. Metalle, die auch in Komponenten für Rechenzentren und GPU-Baugruppen enthalten sind.

Der Vorteil beim Recycling: Anders als klassische Bergbaukonzerne sind die Unternehmen nicht von Minenlizenzen oder Explorationsprojekten abhängig. Mit dem wachsenden Volumen beim Elektroschrott wächst zudem der Rohstoffzufluss. Was zentraler Teil des Geschäftsmodells wird: Neue Verfahren zu entwickeln, um die Metalle im Schrott noch besser zu erschließen.

Als Anleger auf Energieeffizienz und KI setzen – die richtigen Aktien bei Top-Brokern traden

Das Thema KI beschäftigt Anleger auch 2026. Inzwischen rücken die Rentabilität und Grenzen der Entwicklung aber stärker in den Fokus. Trader achten zunehmend auf Aktien im Portfolio, deren Fokus nicht die Modellentwicklung, sondern Infrastrukturlösungen sind. Freedom24 bietet als Broker Anlegern die Chance, eine Exposure mit Effizienzpotenzialen und KI-relevanten Rohstoffen aufzubauen.

Dafür steht im Brokertest ein umfassendes Handelsangebot zur Verfügung, zu dem neben Aktien auch ETFs und Derivate (für institutionelle Kunden) gehören. Letztere bieten die Chance, auf schnelle Korrekturen am Markt zu reagieren und Positionen abzusichern.

Zu den Vorteilen der Plattform gehört ein starker Informationssektor, in dem Analysten Wertpapiere bewerten und damit einen umfassenden Input liefern. Im Hinblick auf die Anmeldung sind die Erfahrungen mit Freedom24 ebenfalls positiv, das Handelskonto (es stehen zwei Kontomodelle zur Verfügung) lässt sich komfortabel digital einrichten.

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Fazit: Energie- und Ressourceneffizienz als Chance zum Einstieg in den KI-Markt nutzen

KI ist zu einem zentralen Motor für die Börsen geworden. Damit entsteht das Risiko einer Blasenbildung, viele Analysten sehen den Aufwärtstrend aber weiter ungebrochen. Wer als Anleger in diesen Sektor einsteigen will, kann über Energie und Rohstoffe quasi auf Umwegen von der Nachfrage profitieren, die auf Basis der hohen Nachfrage nach Rechenleistung entsteht.

Eine der Ressourcen, die vor diesem Hintergrund im Fokus steht, ist Energie. Neben einem Ausbau des Angebots stellt sich die Frage, ob nicht auch effizientere Modelle ein Teil der Lösung sein können. Parallel treibt der Infrastrukturbereich unter anderem den Bedarf bei Kupfer und den Seltenen Erden an. Anleger, die eine breit aufgestellte Exposure realisieren wollen, können parallel zum Mining das Recycling als Investmentchance nutzen.

FAQ: Häufige Fragen zum Thema Investment in KI und Effizienz in Rechenzentren

Warum wird Energie durch KI zu einer knappen Ressource?

Künstliche Intelligenz entwickelt aus mehreren Gründen einen erheblichen Energiebedarf. Auf der einen Seite verschlingt das Training der Modelle unzählige Kilowattstunden Strom. Auf der anderen Seite müssen die Anfragen von Millionen Nutzern täglich verwaltet werden, was die Energiebilanz ebenfalls belastet. Dieser erhebliche Energiebedarf trifft auf Rahmenbedingungen, in denen durch die Digitalisierung und Technisierung generell eine hohe Nachfrage besteht.

Worin ist der Flaschenhals beim Rohstoff-Recycling zu sehen?

Letztlich steht die Branche vor mehreren Herausforderungen. Ein Flaschenhals ist der Zufluss von Elektroschrott. Dieser wird regional sehr unterschiedlich entsorgt, was die Verfügbarkeit wertvoller Rohstoffe erschwert. Gleichzeitig setzt die Komplexität moderner Hardware dem Recycling Grenzen, für neue GPU-Baugruppen oder Leiterplatten müssen mitunter die Recyclingprozesse angepasst werden.

Welche Risiken bringt der KI-Markt als Investmentsegment mit sich?

Ein zentraler Punkt ist das starke Wachstum. Bisher fehlt der Beweis, dass die Technologie tatsächlich den versprochenen Gewinn an Effizienz erzielt. Sollte sich diese nicht erreichen lassen, ist eine Korrektur am Markt wahrscheinlich, die nicht nur direkte KI-Investments, sondern auch die Infrastruktur trifft.

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