

Der KI-Boom geht 2026 ungebremst weiter. Aber: Inzwischen zeigen sich Schwachstellen. OpenAI, das als Pionier aktiv an seinem Börsengang arbeitet, bleibt hinter seinen Erwartungen bei den Nutzerzahlen zurück und muss mehrere Dutzend Milliarden Dollar in die Rechenleistung investieren. Zum echten Flaschenhals werden für die gesamte Branche nicht unbedingt der Cashflow, sondern die Energie und Rechenleistung.
Analysten sehen den Stromverbrauch für das Training und den Betrieb der Modelle inzwischen kritisch. Auswertungen deuten darauf hin, dass bis 2030 (ausgehend von 2020) der Ressourcenhunger der Rechenzentren um das Dreifache steigen kann. Neben der Energie, die der Aufbau von Rechenzentrumskapazitäten verschlingt, entsteht auch bei physischen Rohstoffen, die diese Infrastruktur erst möglich machen, zunehmend größer werdender Druck.
Das Wichtigste im Überblick:
Ein massiver Verbrauch an Ressourcen, besonders Strom und Halbleiter-relevante Rohstoffe, schafft Probleme. Besonders deutlich wird dies in Europa und den USA dann, wenn Megaprojekte für die Recheninfrastruktur geplant sind. Proteste richten sich gegen Unternehmen und politische Entscheidungsträger.

Mit dem starken KI Wachstum ist auch der Stromverbrauch rasant angestiegen (Foto: Shutterstock/ WINEXA)
Das Wichtigste im Überblick:
Kupfer ist das klassische Industriemetall, an dem sich illustrieren lässt, wie stark KI die Nachfrage in vielen Bereichen antreibt. Als einer der zentralen Rohstoffe für Leitungselemente, setzen die Entwickler von KI-Technologie massiv auf das Metall. Beispiel Nvidias GB200 NVL72-Einheit: Hier sind über 5.000 Kupferkabel mit einer Gesamtlänge von mehr als drei Kilometern enthalten.
Eine komplett ausgestattete Einheit wiegt mehr als eine Tonne. Für ein einziges Hyperscale-Rechenzentrum werden damit mehrere zehntausend Tonnen Kupfer verbaut. Die Prognose: Die Kosten pro Tonne werden in den kommenden Monaten wahrscheinlich steigen und Unternehmen dürften versuchen, neue Förderkapazitäten zu mobilisieren.
Kritisch wird die Situation, da nicht nur KI-Systeme eine starke Kupfernachfrage antreiben. Solarenergie und Elektromobilität sind ohne das Metall nicht denkbar. Was passieren kann: Es entsteht ein strukturelles Ungleichgewicht zwischen dem verfügbaren Angebot und der wachsenden Nachfrage.
Ein ähnliches Muster kann sich beim Gallium entwickeln, das für Halbleitersubstrate in GPU-Technologien benötigt wird. Hier kommt erschwerend hinzu, dass China als Hauptlieferant die Nachfrage zum Aufbau von Druck nutzen kann – um eigene Interessen durchzusetzen. Eine Situation, die auch auf Seltene Erden (die in Kühlmotoren, Magnetspulen und Transformatoren von Rechenzentren eingesetzt werden) zutrifft.
Die starke Nachfrage nach Metallen hat das Potenzial, den Bergbausektor anzuschieben – inklusive der nachgelagerten Verarbeitungsketten. Aber: Von hohen Rohstoffpreisen kann noch ein anderer Sektor profitieren. Recycling bietet die Chance, wertvolle Ressourcen zurückzugewinnen, und sich von externen Lieferstrukturen unabhängiger zu machen.
Das Wichtigste im Überblick:
Der Rohstoff-Schock, den die Nahostkrise und eine stark skalierende Nachfrage nach Industriemetallen und Seltenen Erden auslösen, kann zum Motor einer Effizienzoffensive werden, die an mehreren Punkten ansetzt.
Die Annahme, dass effizientere KI-Modelle den Energiebedarf der Branche automatisch senken, kann trügerisch sein. In der Theorie verspricht dies eine Entlastung, kann aber schnell dem Jevons-Paradoxon folgen: Sinken die Kosten pro Rechenoperation, steigt die Gesamtzahl der Anfragen.
Qualcomm (ISIN: US7475251036) verfolgt einen On-Device-AI-Ansatz, sprich der Schwerpunkt liegt hier auf der KI-Verarbeitung direkt auf dem Endgerät. Damit soll das Ganze nicht nur schneller und datenschutzfreundlicher werden, es geht um deutlich niedrigere Energieprofile im Vergleich zu cloudbasierter Inferenz.

Anleger können aktuell von dem KI Boom profitieren (Foto: Shutterstock/ insta_photos)
Die Kehrseite des Booms bei den Rechenzentren ist eine immer schneller ausgemusterte Hardware. Server-Zyklen werden kürzer, je schneller GPU-Generationen aufeinanderfolgen. Mit der Entsorgung wird die Arbeit spezialisierter Recyclingunternehmen wichtiger. Kupfer, Gold, Silber und Palladium stecken in Leiterplatten den Kabeln und Kühlsystemen ausrangierter IT-Komponenten.
Aurubis (ISIN: DE0006766504) ist nicht nur einer von Europas größten Kupferproduzenten, das Unternehmen verwertet auch Kupfer-Schrott. Das Hamburger MDAX-Unternehmen gewinnt aus zehn bis 15 Tonnen Elektroschrott eine Tonne Kupfer mit über 99 Prozent Reinheit. Damit kann Aurubis an der steigenden Nachfrage partizipieren.
Umicore (ISIN: BE0974320526) ist ein weiterer interessanter Titel, der sich auf Edelmetalle wie Gold und Silber sowie Platin und Palladium (aus Elektronikschrott und Industrieabfällen) fokussiert. Metalle, die auch in Komponenten für Rechenzentren und GPU-Baugruppen enthalten sind.
Das Thema KI beschäftigt Anleger auch 2026. Inzwischen rücken die Rentabilität und Grenzen der Entwicklung aber stärker in den Fokus. Trader achten zunehmend auf Aktien im Portfolio, deren Fokus nicht die Modellentwicklung, sondern Infrastrukturlösungen sind. Freedom24 bietet als Broker Anlegern die Chance, eine Exposure mit Effizienzpotenzialen und KI-relevanten Rohstoffen aufzubauen.
Dafür steht im Brokertest ein umfassendes Handelsangebot zur Verfügung, zu dem neben Aktien auch ETFs und Derivate (für institutionelle Kunden) gehören. Letztere bieten die Chance, auf schnelle Korrekturen am Markt zu reagieren und Positionen abzusichern.
Zu den Vorteilen der Plattform gehört ein starker Informationssektor, in dem Analysten Wertpapiere bewerten und damit einen umfassenden Input liefern. Im Hinblick auf die Anmeldung sind die Erfahrungen mit Freedom24 ebenfalls positiv, das Handelskonto (es stehen zwei Kontomodelle zur Verfügung) lässt sich komfortabel digital einrichten.
KI ist zu einem zentralen Motor für die Börsen geworden. Damit entsteht das Risiko einer Blasenbildung, viele Analysten sehen den Aufwärtstrend aber weiter ungebrochen. Wer als Anleger in diesen Sektor einsteigen will, kann über Energie und Rohstoffe quasi auf Umwegen von der Nachfrage profitieren, die auf Basis der hohen Nachfrage nach Rechenleistung entsteht.
Eine der Ressourcen, die vor diesem Hintergrund im Fokus steht, ist Energie. Neben einem Ausbau des Angebots stellt sich die Frage, ob nicht auch effizientere Modelle ein Teil der Lösung sein können. Parallel treibt der Infrastrukturbereich unter anderem den Bedarf bei Kupfer und den Seltenen Erden an. Anleger, die eine breit aufgestellte Exposure realisieren wollen, können parallel zum Mining das Recycling als Investmentchance nutzen.
Künstliche Intelligenz entwickelt aus mehreren Gründen einen erheblichen Energiebedarf. Auf der einen Seite verschlingt das Training der Modelle unzählige Kilowattstunden Strom. Auf der anderen Seite müssen die Anfragen von Millionen Nutzern täglich verwaltet werden, was die Energiebilanz ebenfalls belastet. Dieser erhebliche Energiebedarf trifft auf Rahmenbedingungen, in denen durch die Digitalisierung und Technisierung generell eine hohe Nachfrage besteht.
Letztlich steht die Branche vor mehreren Herausforderungen. Ein Flaschenhals ist der Zufluss von Elektroschrott. Dieser wird regional sehr unterschiedlich entsorgt, was die Verfügbarkeit wertvoller Rohstoffe erschwert. Gleichzeitig setzt die Komplexität moderner Hardware dem Recycling Grenzen, für neue GPU-Baugruppen oder Leiterplatten müssen mitunter die Recyclingprozesse angepasst werden.
Ein zentraler Punkt ist das starke Wachstum. Bisher fehlt der Beweis, dass die Technologie tatsächlich den versprochenen Gewinn an Effizienz erzielt. Sollte sich diese nicht erreichen lassen, ist eine Korrektur am Markt wahrscheinlich, die nicht nur direkte KI-Investments, sondern auch die Infrastruktur trifft.

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