

2026 verläuft aus Anlegersicht anders als erwartet. Die seit Ende Februar laufende Militäroperation der USA und Israel gegen den Iran führt zu massiver Unsicherheit an den Märkten. Ein Grund: Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus ist weitgehend zum Erliegen gekommen und Rohöl hat sich als Folge massiv verteuert. Das Barrel kostet über 100 US-Dollar.
Zum Vergleich: Vor 12 Monaten lag der Preis bei etwa 70 Dollar, der Rohöl-Preis hat alle wichtigen Widerstände förmlich pulverisiert. Die Lage im Nahen Osten eskaliert weiter, die Energieversorgung wird zunehmend unsicherer und die Märkte nervöser. Eigentlich das Szenario, um Gold als ultimativen sicheren Hafen zu neuen Rekorden zu treiben.
Doch das Gegenteil ist der Fall. Zwar haben die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten Gold anfangs auf Rekordstände über 5.100 Dollar getrieben. Aber: Inzwischen hat sich der Trend umgekehrt, der Preis pro Feinunze sinkt. Auslöser dieser ungewöhnlichen Situation sind die Auswirkungen der Krise auf die erwarteten Zinssenkungen der US-Notenbank, der Anstieg bei den Renditen der US-Staatsanleihen – und dass der US-Dollar von der Unsicherheit massiv profitiert.
Das Wichtigste im Überblick:
Der Druck, den die Auseinandersetzung am Golf von Hormus aufbaut, bekommen Verbraucher und Unternehmen zu spüren. Hohe Benzin- und Dieselpreise sind das sichtbare Signal. Parallel entstehen an den Kapital- und Devisenmärkten massive Verschiebungen. Wie sensibel Anleger aktuell reagieren, zeigt der DAX am 23. März 2026.
Mit einem massiven Minus – aufgrund des Ultimatums aus Washington gegenüber Teheran – gegenüber dem letzten Handelstag in die neue Woche gestartet, schoss der Kurs nach der Verlängerung der Frist um mehr als 1.000 Punkte nach oben. Von den Entwicklungen profitieren Safe-Haven-Assets, aber nicht auf breiter Front.

Das Währungspaar USD/ CHF ist für Forex Trader sehr interessant (Foto: Shutterstock/ Vlad Ispas)
Gegenüber dem Euro hat der Dollar in den letzten drei Wochen deutlich aufgewertet. Allerdings sind im Vergleich zum Franken andere Dynamiken für die Entwicklung verantwortlich.
Ein wichtiger Aspekt ist die Entwicklung der USA als Volkswirtschaft. Gerade im Vergleich mit der EU und Deutschland schneiden die Vereinigten Staaten besser ab – was natürlich in einer Krisensituation Kapital aus Risikoassets eher anzieht.
Ein massiver Ölpreis-Schock kennt nicht nur Verlierer. Verbraucher – auch in den USA – bezahlen an der Zapfsäule deutlich mehr. Da Öl aber in US-Dollar gehandelt wird, bedeutet ein hoher Preis je Barrel, dass Händler deutlich mehr Geld in die Hand nehmen müssen. Damit steigt die Nachfrage nach dem Greenback, was erfahrungsgemäß den Kurs stützt.
Ein weiterer Grund, der die Attraktivität des Dollars erklärt, ist eine geringere Abhängigkeit von Energieimporten. Die USA sind der aktuell größte Ölproduzent. Das Paradoxe sind die trotzdem hohen Preise für amerikanische Verbraucher. Im Vergleich mit der Eurozone oder Japan (Stichwort Yen) ist die Abhängigkeit von ausländischen Lieferketten aber deutlich geringer.
Die Tatsache, dass die Fed vorsichtiger bei den Zinssenkungen agieren will und steigende Renditen der US-Staatsanleihen sind zwei wichtige Punkte, mit denen sich die Aufwertung des Greenback erklärt. In Situationen wie der aktuellen Iran-Krise bewerten viele Anleger das Risikoszenario neu – und schichten in den Depots um.
Der Euro und der Yen schwächeln in der aktuellen geopolitischen Situation. Ein Grund: Beide Volkswirtschaften sind sehr stark von Energieträgern abhängig, die importiert werden. Damit schlägt der hohe Ölpreis voll auf die Produktionsfaktoren durch. Hinzu kommt eine Abhängigkeit von weiteren petrochemischen Produkten – unter anderem für die Herstellung von Dünger.
Überraschenderweise (zumindest für Börsenneulinge) sticht ein europäisches Land heraus: Die Schweiz. Im Vergleich zum Euro hat der Franken in den letzten Tagen aufgewertet – was sich aber recht einfach durch die besondere Position der Eidgenossenschaft erklärt. Diese steht für:
Genau deshalb wird der Franken immer wieder dann zu einem „sicheren Hafen“, wenn in den Märkten eine große Verunsicherung zu spüren ist.
Eine Flucht in Schweizer Franken lässt sich nicht nur in Rohstoffkrisen, wie sie Anleger aktuell erleben, erkennen. Als Safe Haven nutzen Investoren die Währung auch dann, wenn sich fiskalische Risiken bemerkbar machen – wie zum Beispiel zunehmende Schulden, die staatliche Haushalte belasten. Historisch lässt sich dies unter anderem anhand der Staatsschuldenkrise Griechenlands nachvollziehen, die eine starke Aufwertung des Franken nach sich zog.
Aber: Werden Schulden in den Bilanzen der Banken zum Problem oder geraten Geldhäuser aus anderen Gründen unter Druck, entstehen auch für den Franken Belastungen. Aus Anlegersicht stellt sich für Entscheidungen deshalb immer die Frage, wo die Auslöser einer Krise am Markt zu sehen sind.

Die Neutralität der Schweiz stärkt erneut den Rücken des Schweizer Franken (Foto: Shutterstock/ Andrzej Rostek)
Das Wichtigste im Überblick:
Gold gilt traditionell als die übergeordnete Krisen-Absicherung und wird regelmäßig als Element zum Hedging empfohlen. Dass pauschale Tipps in manchen Szenarien einfach zu kurz gedacht sind, zeigt sich in der aktuellen Situation: Während Kapital in Dollar und Franken fließt, rutscht der Kurs des Edelmetalls ab – und zwar deutlich. Von den Höchstständen ist Gold trotz Krise weit entfernt.
Ein Grund ist technischer Natur, eine zweite Erklärung zielt auf die Makrofaktoren ab. Der Goldpreis hängt nicht einfach an der Angst, erarbeiteten Wohlstand zu verlieren, es spielen Inflation und Zinsen eine Rolle. Um die Teuerungsrate in den Griff zu bekommen, greifen Zentralbanken schnell zu höheren Leitzinsen. Und aktuell drohen höhere Preise. Was hat diese Tatsache mit dem Preis pro Feinunze zu tun?
Steigen die Zinsen, werden andere, vermeintlich sichere Assets lukrativ. Neben der klassischen Spareinlage wären dies Anleihen. Gold wirft auf der anderen Seite keinen Zins ab und verhält sich am Markt teilweise volatiler als manche Aktie. Dieser Punkt belastet den Goldpreis. Gleichzeitig lässt sich der starke Abverkauf auch technisch erklären. Nicht wenige Investoren nutzen Hebelprodukte.
Diese werden über eine Margin gehandelt. Reicht die Sicherheitsleistung nicht mehr aus, erfolgt der Margin-Call. Verbreitet ist dieses Konzept im Derivatehandel auf Aktien und Kryptowährungen. Beides Märkte, die ebenfalls unter Druck stehen. Um der Margin mehr Liquidität zur Verfügung zu stellen, werden Positionen aufgelöst – das Angebot am Rohstoffmarkt beim Gold steigt.
Turbulente Marktlagen haben direkte Auswirkungen auf viele Anlegerportfolios und deren Zusammensetzung. Viele Trader schichten in Phasen deutlicher geopolitischer Spannungen oder nach Zinsänderungen ihre Depots um – und suchen Sicherheit. Safe-Haven-Währungen sind auch der US-Dollar und der Schweizer Franken, die sich über einen Account bei Pepperstone handeln lassen.
Im Test zu Pepperstone fällt uns auf, dass der Broker nicht nur beim Boarding auf Digitalisierung und einen Abbau von Hürden setzt. Die Handelsplattform ist komfortabel zu erreichen und setzt auf eine leichte Bedienung, mit der auch Börsenneulinge gut zurechtkommen. Was Pepperstone außerdem zu einem aus Anlegersicht interessanten Broker macht: Anleger haben Zugriff auf MT5, transparente und marktfähige Spreads sowie ein Demokonto, um die ersten Trades risikoarm zu testen.
Das Wichtigste im Überblick:
Der Begriff Safe Haven suggeriert, dass beim Franken und Dollar nicht viel schiefgehen kann. Aber: Die Realität sieht anders aus, auch Safe-Haven-Währungen können sich in eine unerwartete Richtung bewegen. Eine Gegenbewegung zum Aufwärtstrend entsteht beispielsweise durch Fed-Entscheidungen, Daten vom US-Arbeitsmarkt oder in Verbindung mit US-Fiskaldaten.
Auch beim Trading in Safe-Haven-Währungen ist Risikomanagement gefragt, bei dem mehrere Aspekte eng verzahnt ineinander greifen.
Devisenmärkte reagieren sensibel auf Geopolitik, Zinsentscheidungen oder Arbeitsmarktdaten. Als Folge kann der Kurs unerwartet einen Widerstand überwinden und Unterstützungslinien durchschlagen. Über Stop-Loss-Marker stellt die Handelsplattform eine Position glatt, sobald der Kurs das kritische Niveau erreicht. Auf diese Weise begrenzt der Stop-Loss Verluste.
Parallel zum Stop-Loss begrenzen erfahrene Anleger die Größe einzelner Positionen am Markt – um auf diesem Weg die Exposure besser zu kontrollieren. Macht jede Devisenposition im Markt nur einen kleinen Teil am Gesamtportfolio aus, ist der Effekt von Einzelverlusten geringer.
Safe-Haven-Assets sind nicht nur Währungen. Anlegern bieten sich auch in schwierigen Phasen Möglichkeiten, ein Depot abzusichern. Je breiter investiert wird, desto eher lassen sich Verluste in einem Marktsegment dämpfen.

Die Risikoabsicherung dar fauch bei Safe-Haven-Währungen nict zu kurz kommen (Foto: Shutterstock/ Stock 4you)
Geopolitische Beben schicken die Börse sehr oft auf Talfahrt. Reaktionen sind nicht nur bei den Aktien zu spüren, auch an den Devisenmärkten sind schnell Verwerfungen spürbar. Wer Forex handelt, gehört in dieser Situation vielleicht zu den Anlegern, die ihr Depot umschichten und auf Safe-Haven-Währungen setzen. Der US-Dollar wird häufig dazu benutzt, Krisen auszusitzen – zusammen mit dem Schweizer Franken, der für Stabilität steht. Aber: Zu pauschal dürfen beide Assets nicht betrachtet werden. An den Börsen kann sich der Wind sehr schnell drehen und aus einem sicheren Hafen kann am Ende ein deutliches Risiko werden.
Japan ist aufgrund seiner geographischen Lage sehr stark von Rohstofflieferungen abhängig – und damit auf Rohöl-Importe angewiesen. Entsprechend ist der starke Dollar ein Problem und belastet die japanische Wirtschaft.
Nein, Gold verliert seinen Status als sicherer Hafen nur in spezifischen Konstellationen bei einem starken Dollar und hohen Realzinsen. Bei einem systemischen Vertrauensverlust in Staatswährungen – zum Beispiel durch unkontrollierte Staatsverschuldung oder Währungsreformen – oder bei hoher Inflation bleibt Gold das übergeordnete Absicherungsinstrument.
Grundsätzlich sind Turbulenzen am Markt auch eine Möglichkeit, neue Positionen aufzubauen. Wer antizyklisch handeln will, muss eine gewisse liquide Reserve vorhalten. Aus diesem Grund wird nicht jeder Euro investiert.

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Finanzielle Differenzgeschäfte (sog. contracts for difference oder auch CFDs) sind komplexe Instrumente und gehen wegen der Hebelwirkung mit dem hohen Risiko einher, schnell Geld zu verlieren. Der überwiegende Anteil der Privatkundenkonten verliert Geld beim CFD-Handel. Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie CFD funktionieren, und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren.