

2026 fokussieren sich die Öffentlichkeit und die Kapitalmärkte auf zwei Rohstoffbereiche – Öl und Gold. Der Ölmarkt leidet im März 2026 besonders stark unter dem Angriff der USA und Israels auf den Iran. Mit der blockierten Straße von Hormus entwickelt sich massiver Druck auf den Ölpreis. Es ist genau diese Unsicherheit, die den Preis beim Gold nach oben treibt.
Ein Konflikt, der die Seltenen Erden in den Hintergrund treten lässt. Dabei entwickelt sich dieser Rohstoff langfristig zu einem „Flaschenhals“ für die globalen Wertschöpfungsketten. Die Bezeichnung selbst ist etwas irreführend, da es sich um Metalle handelt, und geht auf die Entdeckung in Oxidform zurück. Was die herausragende Stellung der Seltenen Erden (im Englischen Rare Earth Elements oder REE) erklärt, ist deren Verwendung in der Entwicklung und Herstellung von High-Tech.
Die 17 chemischen Elemente, zu denen Scandium und Yttrium sowie Lanthanoide gehören, werden unter anderem zur Herstellung von Dauermagneten (Verwendung in verschiedenen Elektromotoren) oder in Akkus verwendet. Eine Tatsache, die den hohen Bedarf an Seltenen-Erden-Metalle erklärt. Und gleichzeitig die Herausforderungen klarmacht, die von der Monopolisierung durch China entstehen.
Das Wichtigste im Überblick:
Eigentlich sind Seltene Erden ein Widerspruch und führen Laien schnell in die Irre. Geologisch gesehen sind es keine besonders seltenen Metalle – die Gruppe um:
kommt in der Erdkruste vergleichsweise häufig vor. Das eigentliche Problem sind der Abbau und die Weiterverarbeitung: Die Gewinnung ist ein komplexer Vorgang mit einer intensiven Energienutzung und Umweltbelastung. Damit wird der wirtschaftlich rentable Betrieb von Lagerstätten herausfordernd.
Dass moderne Industrienationen einen großen Bedarf haben, ist den besonderen Eigenschaften der REE geschuldet. Einige werden in Elektromotoren verbaut, andere sind der Bestandteil für Generatoren – und wieder andere Seltene Erden spielen in hoch spezialisierten Rüstungsgütern und Hochleistungsanwendungen eine Rolle.
Es entsteht eine fundamentale Durchdringung der REEs in vielen Wertschöpfungsketten. Ohne deren Verfügbarkeit funktionieren weder Elektroautos noch moderne Windkraftanlagen. Aus Anlegersicht wird der Zugriff auf die Seltenen Erden zum limitierenden Faktor für die Industrieproduktion: Eine Verknappung kann die Preistrends ganzer Sektoren beeinflussen oder geopolitische Spannungen auslösen.

Seltene Erden bieten Anlegern einige Chancen, bergen aber auch Risiken (Foto: Shutterstock/ TSViPhoto)
Der zentrale Risikofaktor für Anleger in diesem Segment ist derselbe, durch den dieses Segment überhaupt erst interessant wird: Chinas umfassende Kontrolle über den Seltene-Erden-Markt. Dabei ist China nicht der einzige Produzent – laut US Geological Survey produzierte Peking 2023 rund 61 Prozent des weltweiten Angebots. Viel wichtiger ist der mit 90 Prozent extrem hohe Anteil an der globalen Produktion.
Andere Produzenten, wie die USA, Myanmar und Australien, spielen angesichts dieser Zahlen eine untergeordnete Rolle. Diese Dominanz ist über Jahrzehnte entstanden und folgt einem bekannten Muster: Staatlich subventioniert entstehen niedrige Preise, die Konkurrenten aus dem Markt drängen.
Auf diese Weise entsteht ein Hebel, der moderne Industrien von einem Rohstoff abhängig macht, für den es keine strukturell diversifizierte Lieferkette gibt. Peking hat diesen bereits mehrfach eingesetzt. Als Reaktion auf US-Technologie Exportbeschränkungen – darunter Chips für KI-Anwendungen und Halbleiterausrüstung – verschärfte China 2025 die Exportkontrollen für mehrere Seltene Erden. Der Preisindex der China Rare Earth Industry Association stieg allein vom 31. Dezember 2025 bis Ende Januar 2026 um fast 12 Prozent.
Bislang kann sich Peking auf diesen Hebel verlassen. Aber: Industrienationen sind bestrebt, sich bei den Lieferquellen breiter aufzustellen – über den Abbau bekannter Lagerstätten und die Exploration neuer Vorkommen. Aus Anlegersicht entstehen damit neue Opportunitätsfenster für Investitionen in den Rohstoffsektor.
Das Wichtigste im Überblick:
Für Anleger sind Seltene Erden ein Investmentfall, der 2026 von einer ambivalenten Situation geprägt ist. Auf der Nachfrageseite gehen Analysten davon aus, dass der Bedarf weiter steigt, dieser aber gleichzeitig auf ein Angebotsdefizit trifft. Dass sich daran schnell etwas ändert, ist eher unwahrscheinlich.
Aber: Das Preisbild muss differenziert betrachtet werden. Seltene Erden bleiben ein heterogener Materialblock, in dem die Preise pro Tonne sehr stark variieren – von wenigen hundert USD bei einigen REE bis hin zu einigen tausend USD bei ausgewählten Verbindungen wie Terbiumoxid, das Anfang März pro Kilogramm bereits mehrere hundert USD kostet.
Direktinvestments in Seltene Erden – also der physische Erwerb wie beim Gold oder Silber – sind für Privatanleger praktisch nicht realisierbar. Es handelt sich hierbei um keine fungiblen, standardisierten Rohstoffe mit einem zentralen Handelsplatz. Letztlich haben Anleger drei zentrale Zugangswege.

Es gibt viele Möglichkeiten in seltene Erden zu investieren (Foto: Shutterstock/ studio thongden)
Aus Anlegersicht bietet sich für Seltene Erden ein mehrschichtiger Ansatz an, der einerseits langfristig auf die Erschließungspotenziale setzt, andererseits aber auch kurzfristige Trends in die Anlagestrategie aufnimmt. Speziell die Kombination aus Einzeltiteln und ETFs bietet sich hier an, um Performance und eine breitere Streuung zu verbinden.
Aktive Trader lassen ihre Entscheidungen auf den aktuellen Preistrends beruhen, was ein konsequentes Screening der Marktpreise für Neodym oder Terbium bedeutet. Der zweite Blick muss auf die aktuellen politischen Entwicklungen gerichtet sein, da China hier nach wie vor der zentrale Katalysator mittelfristig bleibt.
Aufgrund der Tatsache, dass sich die Preistrends sehr schnell in die eine oder andere Richtung verschieben können, braucht es konsequent gesetzte Stop-Loss-Level, um starke Korrekturen am Markt nicht voll auf das eigene Depot durchschlagen zu lassen.
Anders als bei Gold oder Silber ist der Einstieg in Seltene Erden für Privatanleger schwieriger – gerade in Bezug auf Direktinvestments. Wer sich davon nicht abschrecken lassen will, nutzt mit ETFs eine Möglichkeit für den Aufbau einer Exposure. Deren Handel ist beispielsweise über Bitpanda möglich. Der Broker baut sein Handelsangebot und die Plattform immer weiter aus – und setzt auch auf Digitalisierung und mobiles Trading.
Anleger machen bei Bitpanda Erfahrung mit einem komfortablen Onboarding, das sich einfach online abwickeln lässt. Der Zugriff auf den Tradingdesk gestaltet sich aus der Plattform heraus bequem, die Portfolioverwaltung ist auch für Börsenneulinge ohne erkennbare Hindernisse möglich. Im Vergleich mit der Konkurrenz sind die Bildungsinhalte eine der Stärken, die das Angebot des Neobrokers aufwerten.
Seltene Erden sind 2026 kein spekulatives Nischenthema mehr, sondern ein Asset, auf das sich vermehrt der Fokus richtet. Die Nachfrage wächst strukturell durch den Einsatz in High-Tech-Segmenten, während das Angebot außerhalb Chinas knapp bleibt. Durch das Reagieren der Preise auf geopolitische Verschiebungen ergeben sich für Anleger Renditepotenziale – aber nur, wenn das Risikobewusstsein nicht ausgeblendet wird. Angesichts der Volatilität und Chinas Fähigkeiten zur gezielten Marktintervention ist eine breite Diversifikation für das Portfolio essenziell.

Seltene Erden eröffnen Anlegern neue Handelsmöglichkeiten (Foto: Shutterstock/ insta_photos)
Die wichtigsten Preistreiber sind Chinas Exportpolitik, die globale Nachfrage aus der E-Mobilität und den erneuerbaren Energien sowie geopolitische Spannungen im US-chinesischen Handelsverhältnis. Da in dem Sinn kein liquider globaler Terminmarkt existiert, reagieren Preise besonders stark auf die Politik Pekings – selbst ohne unmittelbare Veränderungen in Angebot und Nachfrage.
Indirekt, da KI-Rechenzentren Hochleistungskomponenten benötigen, in denen Seltene Erden verbaut sind. Ein wichtiger Faktor ist jedoch der Zusammenhang mit Energieinfrastruktur. Der durch KI ausgelöste Strombedarf treibt den Ausbau erneuerbarer Energien, insbesondere Windkraft an – und damit die Nachfrage nach REE für Magnete.
Länder wie Australien oder die USA bauen Förder- und Verarbeitungskapazitäten auf. Der Aufbau echter Alternativen nimmt allerdings erheblich Zeit in Anspruch, da neue Minenprojekte oft zehn bis fünfzehn Jahre bis zur Produktionsreife brauchen.

Zum Anbieter
*



Finanzielle Differenzgeschäfte (sog. contracts for difference oder auch CFDs) sind komplexe Instrumente und gehen wegen der Hebelwirkung mit dem hohen Risiko einher, schnell Geld zu verlieren. Der überwiegende Anteil der Privatkundenkonten verliert Geld beim CFD-Handel. Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie CFD funktionieren, und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren.