

Short-ETFs sind eine Anlageklasse, mit der Börsenneulinge oft noch keine Erfahrung gemacht haben. ETFs bzw. Indexfonds kennen viele Anleger zumindest dem Namen nach. Aber als Short-Variante ist das Produkt dann doch eher unbekannt. Dabei schließt der Short-ETF eine zentrale Lücke, die in einem auf Indexfonds gestützten Depot schnell entsteht.
Wachstum – sprich steigende Aktienkurse sind das Standardszenario, auf das sich viele Anleger mit ihrem Portfolio ausrichten. Die Märkte bewegen sich aber nicht immer steil nach oben, sondern zyklisch. Mitunter trifft ein Trendwechsel die Börsen schnell und unvermittelt. Zollkriege, die Blockade wichtiger Handelsrouten oder geldpolitische Entscheidungen senden Schockwellen durch die Märkte, auf dem Parkett dominiert eine Farbe: Rot.
Das Wichtigste im Überblick:
Der klassische Short-ETF zielt darauf ab, die tägliche Wertentwicklung eines Referenzindex invers nachzubilden. Fällt der S&P 500 an einem Handelstag um zwei Prozent, steigt der entsprechende Short-ETF. Steigt der Index dagegen um zwei Prozent, verliert der Short-ETF an Wert. Nach einem ähnlichen Muster funktionieren ETFs, die den DAX invers nachbilden.
Technisch werden Short-ETFs nicht über den direkten Kauf von Aktien umgesetzt, sondern basieren auf Derivaten, zu denen Swaps gehören. Hintergrund: Der ETF-Anbieter schließt über derivate Instrumente Vereinbarungen mit Gegenparteien ab, von denen inverse Indexrendite geliefert wird. Das Verständnis dieser Struktur ist für die Entscheidung, in Short-ETFs zu investieren, von Bedeutung – da synthetische Produkte mit einer besonderen Risikobewertung entstehen.
Der Markt bietet Anlegern neben einfachen Short-ETFs, bei denen die Wertentwicklung in gleicher Höhe wie im Index gespiegelt wird, gehebelte Short-Indexfonds mit unterschiedlich hohen Multiplikatoren (häufig mit dem Zwei- oder Dreifachen der Kursentwicklung). Diese Leverage (ist in der ETF-Kennung meist über den Faktor ausgewiesen) verstärkt die tägliche Gegenbewegung. Ein 2x Short-ETF auf den DAX würde bei einem DAX-Minus von zwei Prozent theoretisch ein Plus von vier Prozent realisieren.
Als Grundlage für die Short-ETFs dienen häufig nicht die „originalen“ Indizes, wie der Nasdaq 100. Am Kapitalmarkt haben sich in den letzten Jahren zu den Indexwerten passende Gegenwerte etabliert – wie der Nasdaq 100 Short Leverage Index.

Es ist wichtig vor dem Handel zu verstehen wie Short-ETFs funktionieren (Foto: Shutterstock/ fizkes)
Das Wichtigste im Überblick:
Was für Short-ETFs als Anlageinstrument spricht: Sie wirken im Vergleich mit anderen Anlageklassen auch für Anleger mit weniger umfassender Erfahrung und Markttiefe zugänglich. Leerverkäufe, die am Aktienmarkt als spekulatives Instrument auf bärische Trends setzen, setzen die Möglichkeit zur Wertpapierleihe und die Einrichtung eines Derivate-Handelskonto voraus – was Privatanlegern nicht immer zur Verfügung steht.
Short-ETFs sind dagegen reguläre Fondsprodukte, bei denen wie bei klassischen ETFs ein Handel über die Börse möglich ist. Gerade aktive Anleger profitieren von der Möglichkeit, ihr Depot mit deren Hilfe gegen Marktschwankungen abzusichern (Hedging), ohne dafür die Long-Positionen aufzulösen. Durch den Aufbau einer Gegenposition auf den DAX oder MSCI World werden über einen Short-ETF Verluste aus einer Kurskorrektur gedämpft.
Darüber hinaus sind Short-ETFs für Trader interessant, die kurzfristige Bewegungen im Index ausnutzen. Notenbanksitzungen mit Zinsentscheidungen, die Veröffentlichung von Arbeitsmarktdaten oder geopolitische Eskalationen beeinflussen die Kapitalmärkte und damit auch die Performance von Indizes. Inverse Indexfonds sind die Möglichkeit, ohne Derivate von diesen Trends zu profitieren.
Wie die inversen Indexfonds aussehen, lässt sich besonders gut an Beispielen zeigen.
Das Wichtigste im Überblick:
Wie für alle Aspekte des Wertpapierhandels gilt auch für inverse ETFs im Kern die Aussage, dass Verluste einzukalkulieren sind – und deshalb ein angemessenes Risikomanagement erforderlich wird. Dieser Anspruch ist umso wichtiger, da einige Besonderheiten der Short-ETFs negative Effekte begünstigen.
Pfadabhängigkeit und Rebalancing: Ein strukturelles Risiko bei Short-ETFs ist der Volatility Decay. Der Grund ist für die ETFs das tägliche Zurücksetzen des Hebels. Gerade in Seitwärtsbewegungen oder bei stark volatilen Märkten entstehen systematische Verluste. Ein Beispiel verdeutlicht dieses Prinzip: Fällt ein Index an Tag 1 um fünf Prozent und steigt an Tag 2 um fünf Prozent, notiert er nicht bei 100, sondern bei 99,75 Prozent (das fünfprozentige Kursplus normiert auf 95 Prozent aus Tag 1). Besonders bei einer längerfristigen Exposure ergibt sich hierdurch ein wirtschaftliches Risiko für das Portfolio.
Momentum im Markt: Anleger müssen die Exposure in einen inversen ETF sehr genau beobachten und auf den zeitlichen Maßstab achten. Indizes wie der DAX oder der S&P 500, die starke Volkswirtschaften repräsentieren, haben sich in den letzten 20 Jahren strukturell stark nach oben entwickelt – unterbrochen von phasenweisen Korrekturen. Wer in Short-ETFs investiert, muss die zeitliche Komponente und das Momentum im Markt sehr genau beobachten. Es handelt sich letztlich um ein Asset für eher kurzfristige Investments.
Kontrahentenrisiko: Da Short-ETFs in der Regel synthetisch über Swap-Kontrakte abgebildet werden, besteht das Gegenparteirisiko. Fällt ein Swap-Partner aus, kann der ETF seine versprochene Rendite nicht liefern. Durch die Kapitalmarktregulierung kann dieses Risiko begrenzt werden (fällt aber nicht zu 100 Prozent weg). Daher empfiehlt sich, nur inverse ETFs mit hoher Verlustbegrenzung zu handeln.
Risiken aktiv steuern: Short-ETFs – gerade jene Varianten mit Hebel – können in bestimmten Situationen gegen die eigene Position laufen. Daher ist die Kombination der inversen Indexfonds mit klar definierten Stop-Loss-Leveln eine sinnvolle Entscheidung. Zusätzlich muss die Positionsgröße (im Verhältnis zum Gesamtdepot) immer die eigene Risikoaversion widerspiegeln (jede Position hat im Idealfall nur einen geringen Anteil am Gesamt-Portfoliowert).

Ein gutes Risikomanagement darf nie fehlen (Foto: Shutterstock/ fadil051922)
Der S&P 500 hat in den letzten Wochen herbe Verluste einstecken müssen – und steht damit nicht allein da. Auch beim DAX oder EURO STOXX sorgt die Nahost-Krise für erhebliche Turbulenzen. Ein Teil der Anleger dürfte sich aber durchaus auf die Schulter klopfen: Jene Trader, die in inverse ETFs rechtzeitig umgeschichtet haben.
Mit dem richtigen Broker als Partner lässt sich diese Anlageklasse als Hedging-Tool nutzen – oder um die Gelegenheit zu nutzen und Rendite zu optimieren. Im XTB Erfahrungsbericht überzeugt uns der Anbieter nicht allein durch die Chance, die Vorteile inverser Indexfonds auszuschöpfen. Die Handelsplattform zeigt sich im Test äußerst performancestark, ist aber trotzdem gut bedienbar und eignet sich in unseren Augen auch für Börsenneulinge zur Portfoliokontrolle. Zusammen mit dem komfortablen Boarding und dem mobilen Trading zeigt XTB, dass man auf moderne Features setzt.
Short-ETFs sind eine spezielle Variante der klassischen Indexfonds, die in ihrer Kursentwicklung gegen den Markt laufen. Was Börsenneulinge anfangs vielleicht verwirrt, ist ein Asset, das sich in verschiedene Portfolios integrieren lässt – als Sicherheitselement und um kurze Gegentrends auszunutzen. Da der Wert eines Short-ETFs sich immer invers zum Marktindex wie dem DAX, NASDAQ 100 oder EURO STOXX verhält, erlaubt er das Hedging einer Long-Position.
Parallel bietet sich hier die Chance, in einer Korrekturphase die Rendite für das eigene Portfolio zu optimieren – ohne ein Derivate-Konto einzurichten oder sich mit Leerverkäufen zu exponieren. Trotz solcher Vorteile darf ein Aspekt nicht ausgeblendet werden: Auch beim Trading von Short-ETFs braucht es eine klar definierte Basisstrategie mit Exit-Szenarien und Risikomanagement.
Nur bedingt, da durch den täglichen Rebalancing-Mechanismus ein Volatility-Decay-Effekt entsteht, der die Short-ETFs eher für eine kurzfristige Positionierung zum Hedging oder Ausnutzen von Korrekturen (etwa in einem langfristig steigenden Markt) interessant macht. Auf lange Sicht sind die Verlustrisiken zu groß.
Neben der Gesamtkostenquote (TER), die bei gängigen Produkten zwischen 0,30 und 0,60 Prozent pro Jahr liegt, entstehen beim Handel die üblichen Transaktionskosten des jeweiligen Brokers. Weiterhin ist in der Regel mit einer etwas größeren Geld-Brief-Spanne als im Vergleich zu Standard-ETFs (aufgrund einer geringeren Liquidität) zu rechnen.
In Deutschland unterliegen Gewinne aus Short-ETFs – wie andere Indexfonds – grundsätzlich der Abgeltungsteuer von 25 Prozent. Zu beachten ist die Fondsbesteuerung nach dem Investmentsteuergesetz. Gerade bei komplexeren Depotstrukturen empfiehlt sich eine steuerliche Beratung.

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