

Indexfonds, kurz ETFs, gelten als unkomplizierte und breit gestreute Investition zu günstigen Kosten. Sparverträge oder einmalige Fondskäufe sollen natürlich die bestmögliche Rendite erzielen. Dennoch zeigen Studien, dass Anleger mit ETF Verluste machen können.
Wir haben deshalb genauer hingeschaut, um festzustellen ob und warum das so ist. Tatsächlich gibt es einige bereits bekannte Auslöser dafür, dass ein ETF-Portfolio sich nicht so entwickelt wie erhofft. Die wichtigsten davon stellen wir hier vor, und geben dabei auch Empfehlungen, was man besser machen kann, um nicht unnötig Geld zu verlieren.
Seit die ersten ETFs für deutsche Privatanleger in den Handel kamen, wurde das Produktangebot laufend erweitert. Zu den „Pionieren“, zumeist Fonds, die bekannte Leitindizes wie den DAX, den MSCI oder den S&P500 abbilden, kamen rasch Branchen- und Trend-Indizes.
Mittlerweile geht die Zahl der ETF, die Anleger in Deutschland für ihre Strategien nutzen können, in die Tausende – die meisten von ihnen sind sparplanfähig. Doch nicht alle von ihnen kommen für den langfristigen Vermögensaufbau in die engere Wahl.

➡️ Anleger können Geld verlieren bei falscher Fonds Auswahl/ Shutterstock/ Sittipong Phokawattana
Denn auch ETFs sind eine spekulative Investition. Sie bündeln mehr oder weniger Positionen, meist handelt es sich um Aktien. Entwickeln sich die Positionen des Index gut, gilt das auch für den Fonds. Für den Kern des Portfolios sollten Interessierte daher zunächst zu bewährten Anlagen greifen.
Dazu gehören Produkte, die Indizes mit historisch guter Performance abbilden. Ein ETF auf den MSCI World beispielsweise mag den einen oder anderen Rücksetzer erleiden, die Aussichten für ein langfristig überzeugende Entwicklung sind jedoch nach Meinung der meisten Analysten gut.
Anders sieht es aus bei Trend- oder Branchen-Indizes. Ob grüner Wasserstoff oder KI, die Aktien, die in solchen Benchmarks zusammengefasst sind, könnten natürlich innerhalb kurzer Zeit gute bis sehr gute Gewinne machen – genauso gut könnten die meisten der hier repräsentierten Unternehmen aber wieder in der Versenkung verschwinden. Die Versuchung ist groß, auf einen gerade angesagten Trend aufzuspringen – die Wahrscheinlichkeit, damit Verluste zu machen, aber auch. Der Kern des Portfolios sollte deshalb aus bekannten Größen bestehen und nur ein Bruchteil in vielversprechende „Extras“ fließen.
Beobachter und Studien haben nicht nur festgestellt, dass viele Anleger falsch investieren – sie bemerken auch, dass das Investitionsverhalten bei den Indexfonds zu wünschen übrig lässt. Es mag angehen, dass bei Aktienkäufen eine genaue Beobachtung der Kurse sinnvoll ist. So finden Anleger eine gute Einstiegsgelegenheit zum günstigen Kurs oder ermitteln einen passenden Moment für den gewinnbringenden Verkauf.
Bei ETF macht die Beobachtung des Marktes weniger Sinn. Denn gerade die breit aufgestellten großen Indizes durchlaufen natürlich Volatilitäten, gleichen dies jedoch über längere Zeiträume aus und verbuchen aus historischer Sicht Kursgewinne.
Geld verschenken private Anleger auch bei den Kosten und Gebühren rund um ihr Depot und ihre Wertpapiere. Nicht für alles muss man in die Tasche greifen, ein Depot gibt es bei vielen Finanzdienstleistern kostenfrei.
Und auch bei den Handelskosten lohnt es sich, kleinlich zu sein. Denn wenn die Gebühren für Transaktionen, ebenso die jährlichen Verwaltungskosten für ETF, als prozentuale Kosten erhoben werden, dann steigen sie mit zunehmendem Wert des Portfolios. Schon ein Prozent oder ein halbes Prozent machen über mehrere Jahre einen sichtbaren Unterschied. Diese Differenz sollten sich clevere Anleger nicht entgehen lassen.

✅ Wer die Gebühren richtig kalkuliert verliert kein Geld mit ETFs/ Shutterstock/ Stock 4you
Unnötig zahlen private Anleger nicht nur Kosten, sondern auch Steuern. Denn die Freistellung des gesetzlichen Freibetrages muss bei der depotführenden Bank beantragt werden. Wer dies unterlässt, schenkt dem Fiskus rund 1.000 Euro – jährlich! Für Ehepaare ist der Betrag gleich doppelt so hoch. Und wer für den Nachwuchs investiert, kann dies mit einem Minderjährigendepot steuerfrei tun. Es spricht alles dafür, sich diese Vorteile nicht entgehen zu lassen.
Indexfonds gelten aufgrund ihrer Flexibilität, der Sparplanfähigkeit und der günstigen Gebühren als anlegerfreundliche Produkte. Tatsächlich bringen sie vieles, was für ein erfolgreiches Depot gefordert wird, schon mit nur einem Produkt mit, etwa die Diversifizierung und die niedrigen Kosten. Dennoch gibt es keine ausdrücklichen Renditegarantien.
Insbesondere die Entscheidung für „angesagte“ Branchen oder verheißungsvolle Trends und das krampfhafte Bemühen um ein Markt-Timing mit allzu häufigen Transaktionen kosten richtig Geld. Kommen dazu unwirtschaftliche Fondskosten und Handelsgebühren und Versäumnisse bei den Steuervorteilen, wird aus dem ETF-Portfolio nicht selten ein Verlustgeschäft.
Es lohnt sich also, sich mit dem online leicht zugänglichen Basiswissen rund um ETFs zu beschäftigen, überlegte Entscheidungen zu treffen und sich dann in Gelassenheit zu üben. Das bedeutet auch, über einen längeren Zeitraum investiert zu bleiben und sich nicht von jeder Finanz-Nachricht durch die Manege treiben zu lassen. Die Verteilung des Kapitals auf einen soliden Kern, ergänzt um möglicherweise interessante Satelliten, bevorzugt auf der Grundlage des Buy and Hold, wird auch bei der Zusammenstellung von ETFs von Experten empfohlen.

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Finanzielle Differenzgeschäfte (sog. contracts for difference oder auch CFDs) sind komplexe Instrumente und gehen wegen der Hebelwirkung mit dem hohen Risiko einher, schnell Geld zu verlieren. Der überwiegende Anteil der Privatkundenkonten verliert Geld beim CFD-Handel. Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie CFD funktionieren, und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren.