

KI- und Chip-Werte haben 2024 und 2025 eine beeindruckende Entwicklung an den Börsen hingelegt. Allein die NVIDIA-Aktie konnte in den letzten drei Jahren um mehr als 880 Prozent auf dem Parkett zulegen. Aber: Inzwischen werden Stimmen lauter, die eine Blasenbildung prognostizieren. Geht 2026 die Rallye weiter oder folgt die erwartete Konsolidierung?
Gerade die großen Tech-Riesen haben bereits Milliarden in Rechenzentren investiert und leistungsfähige Chips bestellt. 2026 dürfte auch durch neue Dynamiken, wie die nächsten Chip-Generationen und High-Bandwidth Memory (HBM), spannend werden. Gerade im Hardware-Sektor deutet sich ein Rennen zwischen dem Branchenprimus und Konkurrenten an, die – wie der Herausforderer AMD – versuchen, Boden gutzumachen.
2026 entwickelt sich aus Investorensicht unter anderem zu einem Ausrüstungs- und Infrastrukturjahr. Die Semiconductor Industry Association (SIA) verzeichnet auch zum Jahresende 2025 hin weiter steigende Verkaufszahlen bei den Halbleitern.

Die KI-Chip und Halbleiter-Branche wächst stetig weiter (Foto: Shutterstock/ i viewfinder)
Um 2026 die KI-getriebene Tech-Rallye auszunutzen, brauchen Anleger ein umfassendes Playbook, um Werte und Sektoren angemessen zu bewerten. Einfach auf den AI-Hype zu setzen, führt langfristig nicht zum gewünschten Erfolg, wenn die Entscheidungen nicht in ein strukturiertes Framework eingebettet sind. Das Ziel: Geeignete Kandidaten am Markt identifizieren, die 2026 ihre Position ausbauen. Was wird als Bewertungskriterium entscheidend sein?
Angesichts der spezifischen Markttrends und Supply-Chain-Effekte könnte es aus Anlegersicht für 2026 sinnvoll sein, weniger auf „Beat & Raise“-Muster zu setzen – sich stattdessen für Deliverability-Aspekte zu entscheiden. Sprich: Wer schafft es 2026, versprochene Stückzahlen in die Rechenzentren zu bringen?
Zu den Brokern, die 2026 zum Partner für Anleger beim Einstieg in die Tech-Rallye werden können, gehört Capital.com. Dank einer digitalen Kontoeröffnung lässt sich das Handelskonto komfortabel einrichten. Über die Tradingdesk haben Anleger Zugriff auf eine breite Auswahl verschiedener Tech-Werte und fokussieren sich nicht nur auf GPU-Trends, sondern sind in der Lage, mit Capital.com als Broker ein über Fab-Tools und ASIC gestreutes Portfolio aufzubauen.
Hinsichtlich der KI-Tech-Rallye haben sich in den letzten Jahren einige Unternehmen als besonders stark performende „Hyperscaler“ etabliert. Der Fokus vieler Anleger ist zwar auf wenige Marktteilnehmer gerichtet, 2026 sollte aber auch das Jahr sein, um den Diversifikationsaspekt stärker zu gewichten.
NVIDIA wird auch 2026 der zentrale Taktgeber rund um High-Tech und KI bleiben. Nach der Blackwell-Generation (B100/B200) steht der Übergang zu Blackwell Ultra und perspektivisch Rubin an. Für Trader wird entscheidend, wie schnell NVIDIA die Produktion hochfährt und ob die Bruttomarge stabil bleibt – oder ob Lieferengpässe Margen belasten.
NVIDIA Plattform-Kompetenz basiert nicht nur auf GPUs. Mit Features wie:
entwickelt das Unternehmen zusätzliche Umsatzströme und Lock-in-Effekte. Aus Anlegersicht dürfen daher nicht nur die GPU-Shipments eine Rolle spielen, der Networking-Revenue sollte als Frühindikatoren ebenfalls berücksichtigt werden.
Aber – trotz der starken Position bleiben Risiken. Exportkontrollen können sich jederzeit wieder verschärfen und spezielle Chips für China generieren niedrigere Margen. Eine weitere Herausforderung kann in technischen Innovationen bestehen, die mittelfristig GPU-Anteile erodieren – wenn sich Hardwarefokus bei KI-Anwendungen verschiebt.

NVIDIA ist weiter an der Spitze der Tech-Giganten (Foto: Shutterstock/ gguy)
AMD setzt mit der Instinct-MI-Serie auf eine GPU-Alternative. 2026 steht die MI400-Generation im Fokus – eine Architektur, die laut AMD-Roadmap Performancegaps zu Nvidia weiter schließen soll. Für Trader ergibt sich Potenzial aus drei Szenarien:
Allerdings bringt 2026 auch Risiken mit sich, die unter anderem darin zu sehen sind, dass viele AI-Frameworks CUDA-optimiert sind. Dieser Aspekt erschwert es für AMD, Marktanteile nach oben zu skalieren. Ein zusätzliches Risiko betrifft den Timing-Faktor hinsichtlich der Frage, ob AMD eine wachsende Nachfrage auch fristgerecht erfüllen kann.

AMD bleibt weiterhin ein starker NVIDIA Konkurrent (Foto: Shutterstock/ Hepha1st0s)
Bisher stützt sich die KI-Entwicklung sehr stark auf GPUs. Allerdings kann mit ASICs (Application-Specific Integrated Circuits) dieser GPU-Marktanteil langsam abschmelzen. Diverse Unternehmen wie Google, Amazon und Meta arbeiten an eigenen AI-Chips. Das Ziel: Kosten senken und Kontrolle erhöhen.
Anbieter wie Broadcom profitieren von diesem Trend als Design-Partner und liefern Custom-Chips sowie Networking-Komponenten. In diesem Segment ist Broadcom ein Beispiel, wie Tech-Unternehmen mehrere Hebel nutzen. Mit den Custom-AI-ASICs generiert das Unternehmen attraktive Margen bei geringer Konkurrenz. Gleichzeitig sichern die Networking-Chips die Verbindung zwischen AI-Systemen.
Was ist für Anleger in diesem Zusammenhang besonders wichtig?
TSMC bleibt eines der zentralen Elemente, da Nvidia, AMD und Broadcom stark von TSMCs 3nm/4nm-Prozessoren und Advanced Packaging abhängen. Die CoWoS-Kapazität wird zwar ausgebaut, bleibt aber 2026 wahrscheinlich weiter knapp. Damit können die TSMC-Umsatznachrichten frühe Signale zur AI-Chip-Nachfrage sein.
Im Hinblick auf eine Diversifikation des Portfolios könnten 2026 auch sogenannte OSAT-Anbieter (Outsourced Semiconductor Assembly and Test), zu denen ASE Technology oder Amkor gehören, an Bedeutung gewinnen. Hintergrund: Wenn beispielsweise bei TSMC Packaging-Engpässe nicht schnell genug behoben werden, entstehen Second-Source-Möglichkeiten als ergänzende Kapazitäten.
Ein Sektor, den Anleger mitunter ausblenden (und damit Potenzial verschenken) sind HBM-Speicher und Fabrikationswerkzeuge/Assets. Beide sind kritische Bausteine für AI-Chips bzw. die Entwicklung und Skalierung. Bei den HBM-Speicherlösungen gehören unter anderem
zu den wichtigen Marktteilnehmern. Aber auch hier zeigt sich, dass Fertigungskapazitäten begrenzt sind. 2026 wird entscheidend, welche Unternehmen die Herstellung schneller hochfahren und Verzögerungen vermeiden.
Hinsichtlich der Fab-Tools ergeben sich einige interessante Investmentansätze, da die hier etablierten Unternehmen (unter anderem ASML und Applied Materials) als Breitband-KI-Zulieferer an den Trends partizipieren – solange die AI-Chip-Produktion skaliert.

Im KI-Bereich sind 2026 verschiedene Szenarien möglich (Foto: Shutterstock/ MAYA LAB)
Am Aktienmarkt werden KI-Werte inzwischen kritisch betrachtet, da die Befürchtung wächst, dass bei einer Marktkonsolidierung massiv Werte vernichtet werden. 2026 kann sich aber auch ein anderes Szenario etablieren, das sich vom Hype um Werte wie NVIDIA löst und sich mehr in die Breite entwickelt.
Der Grund: Für Anleger werden Lieferfähigkeit und Roadmaps wichtiger. Ein solide aufgestelltes Portfolio wird 2026 nicht nur den GPU-Leader berücksichtigen, sondern auch auf Fab-Tools abzielen und die Skalierbarkeit der Speicherproduktion berücksichtigen.
Aus Anlegersicht dürfte es um Aspekte wie die zukünftige Umsatzsicherheit oder Preisdruck-Signale gehen. Besonders wird mit der hohen Nachfrage aber auch verbunden sein, wie sich die Liefersituation entwickelt. Nicht alle Aspekte treffen auf einzelne Unternehmen mit gleicher Priorität zu, für die Marktentwicklung dürften sie aber am Ende global eine Rolle spielen.
Equipment-Aktien bieten im Depot Potenzial, da sie unabhängiger von den GPU-Bewertungen oder Unsicherheit über Technologie-Gewinner performen. Zudem etabliert sich damit eine gewisse geographische Diversifikation und die Risiken durch Exportbeschränkungen sind im Vergleich zu Hochleistungschips geringer.
Ja, auch 2026 bleibt dieses Risiko bestehen. Die USA haben ein Interesse daran, ihren Vorsprung bei KI zu halten, weshalb – auch vor dem Hintergrund, dass Handelsbeschränkungen als Hebel dienen – mit Einschränkungen beim Export immer wieder zu rechnen ist.

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