Medienkooperation
Online Broker Vergleich / Broker & Trading News von unseren Vergleichsexperten / Trade Republic startet großes Broker-Update

Trade Republic startet großes Broker-Update – Das ändert sich für Anleger

Datum: 08.07.2026
Inhaltlich geprüft durch: Ruben Wunderlich

Wer am 2. Juli die Trade-Republic-App öffnete, um eine Order für einen Sparplan zu bestätigen, stieß auf zwei neue Buttons und eine Änderung der Preisdarstellung: Statt eines einzelnen Preises wurden nun zwei Preisangaben – „Bestpreis“ und „Direktpreis“ – angezeigt. Weder ein Hinweis noch eine Erläuterung begleiteten die Umstellung. Wer nicht ohnehin die Finanznachrichten verfolgt hatte, bemerkte davon zunächst nur eine veränderte Preisdarstellung.

Einen Tag trat europaweit das Payment for Order Flow, oder kurz PFOF, Verbot in Kraft. Broker durften bis dahin Geld von Marketmakern dafür kassieren, dass sie Kundenorders gezielt an sie weiterleiteten. Die überarbeitete MiFIR-Verordnung beendet das seit dem 1. Juli 2026 in der gesamten EU. Deutschland hatte sich über eine nationale Übergangsregelung noch etwas Zeit gekauft, diese Ausnahme lief mit dem Stichtag aus.

Trade Republic: Top Online Broker
Trade Republic
4.7/5
Trade Republic: Top Online Broker
  • Ab 1 € investieren
  • Handel von Teilaktien möglich
  • 100 € Prämie für Kinderdepot
Zum Anbieter *
* Affiliate Link
AGB gelten, 18+

Payment for Order Flow war im Kern simpel

Ein Broker leitet die Order nicht an eine große Börse wie Xetra weiter, sondern an einen Market Maker. Das ist ein Finanzhaus, das selbst Aktien und ETFs auf eigene Rechnung kauft und verkauft. Der Market Maker zahlt dem Broker dafür eine Rückvergütung. Der Kunde sieht am Ende nur die „0“ oder „1“ Euro Ordergebühr.

Ob die Praxis für Kunden tatsächlich neutral war, ist die eigentliche Streitfrage hinter dem Verbot. Eine Studie der spanischen Aufsichtsbehörde CNMV und Auswertungen der BaFin verweisen auf Kursabweichungen zwischen PFOF-Handelsplätzen und der jeweiligen Referenzbörse von mehreren Basispunkten. Bei einer einzelnen Order wirkt das gering. Aufsummiert über Millionen Trades ergäbe sich daraus laut dieser Einordnung ein Betrag im siebenstelligen Bereich, der auf keiner Kundenabrechnung ausgewiesen ist.

Trade Republic sparen

Trade Republic sparen

Wie der Bestpreis-Algorithmus tatsächlich funktioniert

Trade Republic reagiert auf den Wegfall der PFOF-Einnahmen mit einer eigenen Handelsinfrastruktur. Herzstück ist ein Algorithmus, der bei jeder Order automatisch die Kurse an bis zu 30 Handelsplätzen vergleicht, darunter Xetra, Euronext, die NYSE und die Nasdaq. Er wählt den günstigsten verfügbaren Kurs und berechnet dafür weiterhin die bekannte Abwicklungspauschale von 1 Euro pro Trade, zuzüglich Spreads und Fremdkosten.

Wer sich nicht auf den Algorithmus verlassen will, kann die Handelsplatz-Wahl seit dem Update vom 01 Juli selbst treffen. Die Direktpreis-Order kostet 2 Euro und erlaubt die freie Auswahl unter den 30 Handelsplätzen, verfügbar für Market-, Limit- und Stop-Orders. Für ETF-Sparpläne ändert sich nichts, sie bleiben kostenlos, ebenso der Standardhandel über Bestpreis bei 1 Euro.

Damit hat der Broker zum ersten Mal ein gestaffeltes Gebührenmodell. Jahrelang war die Einheitlichkeit ein zentrales Verkaufsargument gewesen. Im Branchenvergleich bleiben 1 oder 2 Euro pro Trade dennoch günstig. Flatex beispielsweise verlangt für eine Xetra-Order bei 1.000 Euro Ordervolumen aktuell rund 8 Euro Gebühren.

Trade Republic
4.7/5
Trade Republic Aktien
AGB gelten, 18+
Zum Anbieter *
* Affiliate Link
Trade Republic Highlights
  • Ab 1 € investieren
  • Handel von Teilaktien möglich
  • 100 € Prämie für Kinderdepot

Trade Republic als Gegenpartei der eigenen Kunden

Ein Detail der Ankündigung verdient besondere Aufmerksamkeit: Orders werden künftig gegen Trade Republic ausgeführt. Der Broker tritt bei diesen Orders selbst als Gegenpartei auf, hält die Position kurz im eigenen Buch und gibt sie dann weiter. Möglich wird das durch die MTF-Lizenz, die das Unternehmen im Januar 2026 von der BaFin erhalten hat.

Damit übernimmt Trade Republic erstmals selbst die Rolle der Gegenpartei. Daraus ergibt sich grundsätzlich die Frage, wie mögliche Interessenkonflikte vermieden werden. Das Unternehmen verweist hierfür auf den Bestpreis-Algorithmus sowie auf die Best-Execution-Pflichten, die für die Orderausführung ohnehin gelten. Mitgründer Christian Hecker sagte gegenüber dem Handelsblatt, der Algorithmus trage dadurch positiv zum Ergebnis des Unternehmens bei.

  • Möglich wird die neue Rolle auch dadurch, dass das Unternehmen in den vergangenen Jahren praktisch jede Stufe der Wertpapierkette selbst aufgebaut hat: Depotführung, Clearing, Settlement, Custody, und jetzt auch das Market Making. Wettbewerber kaufen sich diese Bausteine meist bei Dritten ein oder wickeln sie über Partnerbörsen ab. Trade Republic bündelt damit intern mehr Wertschöpfungsstufen als viele Wettbewerber, was Kosten spart, aber die Frage nach externer Kontrolle stellt.
  • Für Privatanleger ist von außen kaum nachvollziehbar, wie der Algorithmus im Einzelfall zu seinem Ergebnis gelangt. Kontrolle findet formal über die Best-Execution-Pflichten der MiFID-Regulierung und die BaFin-Aufsicht statt, ergänzt durch das Orderbuch und die Ausführungsdokumente, die Trade Republic selbst bereitstellt. Eine Bewertung durch eine unabhängige, außenstehende Prüfstelle zur Bestpreis-Ausführung liegt öffentlich bislang nicht vor.
  • Die Best-Execution-Pflicht selbst ist keine neue Erfindung, sie verpflichtet Broker in der EU schon seit MiFID II dazu, Kundenorders unter Berücksichtigung von Preis, Kosten, Schnelligkeit und Ausführungswahrscheinlichkeit zum bestmöglichen Ergebnis auszuführen. Neu ist, dass Trade Republic diese Pflicht künftig weitgehend über eine selbst entwickelte und selbst betriebene Infrastruktur erfüllt, statt sie an einen externen Handelsplatz wie die LS Exchange zu delegieren. Aufsichtsrechtlich ändert das an der Pflicht selbst nichts, an der Kontrollperspektive schon: Die BaFin prüft weiterhin die Einhaltung der Vorgaben, aber die Datenbasis dafür stammt aus einem System, das der beaufsichtigte Broker selbst betreibt.

Transparenz als Gegenleistung

Zur Kompensation gibt es mehr Einblick als bisher. Das aggregierte Orderbuch zeigt Kauf- und Verkaufskurse aller angebundenen europäischen Referenzbörsen live in der App, kostenlos, für jeden Kunden einsehbar. Wer nachvollziehen will, ob die eigene Order zum besten Kurs lief, kann das Orderbuch direkt mit den Kursen einzelner Börsen vergleichen. Nach jeder Ausführung liefert Trade Republic zusätzlich ein Dokument, das die Preisfindung nachvollziehbar machen soll.

Parallel geht das Web-Terminal live, ein browserbasiertes Handelstool, kostenfrei, mit professionellem Charting, anpassbaren Workspaces, Aktien- und Derivate-Screenern, Portfolio-Analysen und Live-Marktdaten. Bislang war Trade Republic reine App-Sache. Jetzt kommt ein Werkzeug dazu, das sich an Kunden richtet, die mehr wollen als den monatlichen ETF-Sparplan. Es handelt sich dabei um Funktionen, die bei klassischen Online-Brokern seit Jahren zum Standard gehören, bei Neobrokern aber selten ohne Zusatzkosten verfügbar waren.

Trade republic app

Trade republic app

Wie andere Neobroker die Lücke schließen

Trade Republic ist nicht der erste Anbieter, der auf das PFOF-Verbot reagieren muss, aber der mit der größten Kundenbasis. Scalable Capital hatte seine eigene Handelsinfrastruktur, die European Investor Exchange an der Börse Hannover, bereits seit Dezember 2024 im Betrieb und die PFOF-Umstellung im März desselben Jahres abgeschlossen. Eine Sprecherin des Unternehmens erklärte gegenüber extraETF, genau diese technologische Integration sei die Grundlage für dauerhaft günstige Preise, für Anleger ändere sich durch das Verbot deshalb wenig.

▶️ justTRADE im Fokus

justTRADE hat bislang keine kommunizierte Strategie für die Zeit nach dem PFOF-Verbot vorgelegt, das Geschäftsmodell des Anbieters basierte bislang fast vollständig auf PFOF-Rückvergütungen aus dem Handel mit Aktien, ETFs und Derivaten. Wer dort ein Depot führt, kann den Ausführungsplatz der letzten Orders prüfen, die Kommunikation des Brokers verfolgen und im Zweifel ein Zweitdepot bei einem Anbieter mit klarer Nachfolgestrategie eröffnen. Ein Blick in die eigenen Ausführungsdokumente aus den vergangenen Wochen kann dabei einen ersten Eindruck davon geben, wie ein Broker mit der neuen Rechtslage umgeht.

▶️ Für die Branche insgesamt verschiebt sich damit der Wettbewerb

Wenn Routing und Preisaggregation über die Ausführungsqualität entscheiden, werden Kennzahlen wichtig, die bislang kaum ein Kunde kannte: Slippage, also die Abweichung zwischen erwartetem und tatsächlichem Ausführungskurs, die Fill-Rate, mit der Orders vollständig ausgeführt werden, und die Zeit zwischen Orderaufgabe und Ausführung. Broker, die diese Werte nicht sauber messen und dokumentieren, laufen Gefahr, im Vergleich schlechter abzuschneiden, ohne dass Kunden den Grund dafür sehen.

▶️ Auch außerhalb des klassischen Brokerage-Segments verändert sich die Gebührenlandschaft

N26 führt ab dem 2. September 2026 wieder eine Ordergebühr von 90 Cent für Aktien und ETFs ein, je nach Kontomodell mit monatlichen Freikontingenten. Kostenloser Wertpapierhandel als Kundenbindungsinstrument wird damit seltener, nicht nur bei Trade Republic.

Trade Republic: Top Online Broker
Trade Republic
4.7/5
Trade Republic: Top Online Broker
  • Ab 1 € investieren
  • Handel von Teilaktien möglich
  • 100 € Prämie für Kinderdepot
Zum Anbieter *
* Affiliate Link
AGB gelten, 18+

Die Börse reagiert schneller als die Kunden

Am Tag der Ankündigung verlor die Aktie von Lang & Schwarz zeitweise bis zu 13 Prozent, FlatexDegiro rund 4 Prozent. Wer bislang von der alten PFOF-Struktur profitiert hat, spürte die Neuausrichtung noch am selben Vormittag, während die eigentlichen Trade-Republic-Kunden in der App erst einmal nur zwei neue Buttons sahen.

Für die meisten von ihnen ändert sich im Alltag wenig. ETF-Sparer und Gelegenheitskäufer bleiben im Bestpreis-Modus bei 1 Euro pro Trade. Damit bleibt Trade Republic der Anbieter mit einem der günstigsten Angebote am deutschen Markt. Relevant wird die Direktpreis-Option für Kunden, die gezielt an einer bestimmten Börse handeln wollen, etwa wegen der Handelszeiten oder der Liquidität an einem bestimmten Platz. Für ETF-Sparpläne oder gelegentliche Einzelkäufe rechtfertigt sich der Aufpreis in der Regel nicht.

Mit über 10 Millionen Kunden in 18 europäischen Ländern und einem verwalteten Vermögen von mehr als 150 Milliarden Euro zählt Trade Republic zu den größten Anbietern im europäischen Retail-Brokerage. Der Umbau ist damit auch ein Signal an die Branche: Anbieter ohne eigene Handelsinfrastruktur werden nach dem PFOF-Verbot strukturell im Nachteil sein.

Für Bestandskunden bleibt vor allem eine praktische Frage: Bei welchen Ordertypen greift automatisch der Bestpreis, und wo lohnt sich der bewusste Wechsel zum Direktpreis. Wer regelmäßig zu bestimmten Handelszeiten an einer bestimmten Börse kauft, etwa wegen höherer Liquidität für eine bestimmte Aktie, zahlt die 2 Euro eher als jemand, der monatlich denselben ETF-Sparplan bespart. Der Unterschied ergibt sich vor allem aus dem eigenen Handelsverhalten und lässt sich am ehesten am eigenen Depot ablesen.

FAQ

Ändert sich der Preis für ETF-Sparpläne bei Trade Republic?

Nein. Sparpläne bleiben kostenlos, unabhängig vom Bestpreis- oder Direktpreis-Modell.

Was kostet die neue Direktpreis-Order?

2 Euro pro Trade, zuzüglich Spreads. Dafür lässt sich der Handelsplatz aus 30 Börsen frei wählen, etwa Xetra oder die NYSE.

Warum tritt Trade Republic künftig teilweise selbst als Gegenpartei auf?

Der Broker verfügt nach eigenen Angaben seit Januar 2026 über eine eigene MTF-Lizenz. Damit kann er Orders gegen sein eigenes Buch ausführen, statt sie wie bisher überwiegend an die LS Exchange weiterzuleiten. Er bleibt dabei an die Best-Execution-Pflichten der MiFID-Regulierung gebunden.

Lässt sich von außen prüfen, ob der Bestpreis-Algorithmus den günstigsten Kurs liefert?

Kunden können das aggregierte Orderbuch live in der App einsehen und mit einzelnen Börsen vergleichen. Eine unabhängige externe Evaluierung des Algorithmus liegt öffentlich bislang nicht vor.

Ebenfalls interessant
Nebenwerte Aktien vs. Blue Chips: Was lohnt sich für aktive Anleger?
Die starke Performance des S&P 500, Dow Jones oder DAX lenkt die ...
Trade Republic wird zum Private Equity Broker: Investitionen ab 1 Euro dank Apollo und EQT
Trade Republic macht den nächsten Schritt, um einer der führenden Neobroker zu ...
Pepperstone Promo
TARGOBANK startet Joe Broker: So holen Sie sich den limitierten 100 € Bonus für Neukunden
Wer nach einem Broker sucht, bei dem es für Neukunden einen Bonus ...
Trade Republic startet Kinderdepot: ab sofort sparen, investieren, Zukunft sichern
Kein Warten, kein Papierkram: das Kinderdepot von Trade Republic ist bereits live. ...
S&P 500 in der Krise: Wie sich Anleger positionieren könnten
An den Aktienmärkten haben die Anleger zuletzt den Atem angehalten. Die Zollpolitik ...
Unsere Empfehlung des Monats!
XTB - Zum Anbieter <sup>*</sup> Zum Anbieter *
* Affiliate Link
74% der Kleinanlegerkonten verlieren Geld beim CFD-Handel mit diesem Anbieter.
Top Aktien Anbieter
XTB
4.9/5
Freedom24
4.8/5
eToro
4.8/5
Interactive Brokers
4.7/5
Scalable Capital
4.7/5
Sichern Sie 20 Gratis-Aktien
Unser Team
Christian HabeckRuben WunderlichOliver Schoch
Christian Habeck
Christian Habeck
Chef-Redakteur
Ruben Wunderlich
Ruben Wunderlich
Redakteur
Oliver Schoch
Oliver Schoch
Redakteur

Finanzielle Differenzgeschäfte (sog. contracts for difference oder auch CFDs) sind komplexe Instrumente und gehen wegen der Hebelwirkung mit dem hohen Risiko einher, schnell Geld zu verlieren. Der überwiegende Anteil der Privatkundenkonten verliert Geld beim CFD-Handel. Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie CFD funktionieren, und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren.

Diese Website verwendet Amazon CloudFront und orientiert sich an den Richtlinien der Google Safe Browsing Initiative sowie Googles Richtlinien zum Schutz der Privatsphäre.
Schließen
Unsere Empfehlungen des Monats
XTB
XTB
  • Nur 1 € Mindesteinzahlung
  • Mehr als 7.100 Aktien handelbar
  • Über 1.400 ETF-Sparpläne verfügbar
AGB gelten, 18+
Zum Anbieter *
* Affiliate Link
Freedom24
Freedom24
  • Über 40.000 Aktien & ETFs
  • Auch Optionen handelbar
  • Bis zu 20 Gratis-Aktien sichern
Die WELCOME-Aktion unterliegt den AGB. Gratisaktien werden zufällig zugeteilt (höherwertige seltener).
Zum Anbieter *
* Affiliate Link
eToro
eToro
  • Über 6.000 Aktien verfügbar
  • 3,55 % p. a. Zinsen ab $1
  • Zahlreiche Sparpläne auf Aktien & ETFs
52% der CFD-Konten von Privatkunden verlieren Geld.
Zum Anbieter *
* Affiliate Link
×
Dein Bonus Code:
Das Bonusangebot von hat sich bereits in einem weiteren Fenster geöffnet. Falls nicht, kannst du es aber auch nochmal über den folgenden Link öffnen:
Zum Anbieter *