

Unsicherheit schlägt sich an den Märkten über eine hohe Volatilität nieder – die Kurse einzelner, besonders betroffener Aktien oder Sektoren schwanken teils innerhalb weniger Stunden oder Tage extrem. Anleger müssen nur wenige Wochen in die Vergangenheit blicken, um in historischen Kursen ein entsprechendes Szenario zu erkennen – den von den USA ausgelösten Ölpreisschock.
Mit dem Angriff auf den Iran durch von Israel und den Vereinigten Staaten geführte Luftschläge hat sich für die globale Wirtschaft ein GAU entwickelt: Mit der Schließung der Straße von Hormus fehlt circa ein Viertel der weltweiten Ölförderung. Trotz Überkapazitäten am Markt ist der Preis pro Barrel in die Höhe geschossen.
Der S&P 500 rutschte als Reaktion von knapp 6.900 Punkten auf unter 6.400 Zähler ab – nur um sich im Rahmen des angekündigten Waffenstillstands wieder auf über 7.100 Punkte zu bewegen. Gerade geopolitische Unsicherheiten, die durch Handelskonflikte, Blockaden oder Exportbeschränkungen und eine Eskalation bei Zöllen entstehen, lösen Unsicherheit aus – die Anleger mit der richtigen Strategie und passenden Handelsinstrumenten ausnutzen.
Das Wichtigste im Überblick:
Unsichere Märkte sind immer ein Anzeichen dafür, dass Anlegern eine klare Richtung fehlt. Es sind weder klare Wachstumssignale noch Faktoren zu erkennen, die nachhaltig Druck auf die Kurse aufbauen. Aus Sicht vieler Anleger ist dieses Szenario schwierig zu handeln, da etablierte Ansätze nur bedingt funktionieren. Es braucht eine Adaption, die mit Schwankungen im Markt sicher umgehen kann.

Anleger sind durch den Markt ohne klare Richtung etwas verunsichert (Foto: Shutterstock/ Andrey_Popov)
Eine defensive Rotation gehört zu den Basisstrategien und ist deshalb eine häufige Reaktion von Anlegern auf Marktturbulenzen. Das Prinzip klingt denkbar einfach: Kapital wird aus zyklischen und wachstumsorientierten Sektoren abgezogen und in Bereiche umgeleitet, deren Geschäftsmodelle weniger stark von der Konjunktur oder wirtschaftlichen Risiken abhängen.
Bekannte Beispiele sind Konsumgüterunternehmen wie Nestlé (ISIN: CH0038863350) oder Unilever (ISIN: GB00BVZK7T90). Deren Produkte (Basiskonsumgüter) werden unabhängig davon nachgefragt, ob die Wirtschaft gerade wächst oder schrumpft. Ähnliches gilt für Pharmaunternehmen und Versorger.
In der Praxis lässt sich diese Strategie auf verschiedenen Wegen umsetzen, wie Einzeltitel oder über Themen-ETFs. Unter anderem sind der iShares MSCI World Health Care Sector Advanced ETF (ISIN: IE00BJ5JNZ06) oder Xtrackers MSCI World Consumer Staples UCITS ETF (ISIN: IE00BM67HN09) Beispiele, welche in diese Gruppe gehören.
Folgende Merkmale zeichnen klassische Defensivwerte aus:
In volatilen Phasen rücken Strategien vermehrt in den Fokus, mit denen Anleger in einen fallenden Markt einsteigen können. Die Option des Leerverkaufs ist im Retail-Segment bei einigen Brokern verfügbar, gehört aber trotzdem eher zu den „exotischen“ Handelsinstrumenten.
Für Privatanleger, die auf Leerverkäufe keinen Zugriff haben, bieten inverse ETFs eine Alternative. Der Xtrackers ShortDAX Daily Swap UCITS ETF (ISIN: LU0292106241) setzt beispielsweise auf den DAX, entwickelt sich aber entgegengesetzt zum deutschen Leitindex. Er gewinnt an Wert, wenn der Index fällt. Ähnliche Produkte existieren für den S&P 500, den NASDAQ und andere europäische Indizes.
CFDs (Differenzkontrakte) bieten sich ebenfalls als Instrument für den Einstieg in Märkte an, die sich aufgrund der Unsicherheit uneinheitlich bewegen. Anleger handeln keine Aktien oder Anleihen, sondern ein Derivat, dessen Word sich von einem Basiswert ableitet – wie Indizes, Devisen oder Aktien.
Zu den zentralen Features dieser Handelsklasse gehören die Hebelwirkung und die Chance, eine Position sowohl auf einen steigenden als auch einen fallenden Kurs zu eröffnen. Daher nutzen aktive Trader CFDs immer wieder im Rahmen des Hedging oder um kurzfristige Änderungen im Marktsentiment auszunutzen. Achtung: Da beim Halten der Positionen über Nacht eine Gebühr erhoben wird, sind CFDs auf kurzfristiges Trading ausgerichtet.
Was diese Ansätze in der Praxis komplex macht:
An den Finanzmärkten entstehen immer wieder Konsolidierungsphasen, die sich auch bei unsicheren Märkten, die zwischen Widerstand und Unterstützung pendeln, beobachten lassen. Hierbei halten sich Käufer und Verkäufer die Waage. Bricht der Kurs aus diesem Korridor aus, entsteht schnell eine heftige Bewegung, die kurzfristig erhebliche Kursgewinne realisieren kann. Genau diesen Moment versucht die Breakout-Strategie zu nutzen.
Wie passt dieser Effekt mit unsicheren Marktphasen zusammen? Eine zentrale Verbindung ist die Suche nach einer klaren Richtung, die den Markt Fahrt aufnehmen lässt. Kommt dieser Impuls – zum Beispiel im Rahmen einer Beruhigung politischer Spannungen oder durch eine deutliche Intervention der Notenbanken.
Dabei können sich Push- oder Pull-Faktoren etablieren, wobei die erstgenannten Trigger eher bei den externen Gründen für einen Ausbruch zu suchen sind. Dabei entsteht folgende Situation: Die Preiskurve geht mit einer gewissen Dynamik über etablierte Widerstände oder unter eine Unterstützungslinie – und baut durch das sprunghaft steigende Volumen zusätzliches Momentum auf.
Fakten rund um die Methode:
Der Ansatz setzt als Strategie auf die Tendenz der Kurse in unsicheren Märkten, keine klare Richtung zu finden. Auf eine Bewegung in eine Richtung folgt die Rückkehr in Richtung des Mittelwerts – was als Mean Reversion bezeichnet wird.
Solche Rücksetzer treten auch nach einem vermeintlichen Breakout immer wieder auf – wenn sich einzelne Marktteilnehmer nicht sicher sind, welche Richtung der Kurs wirklich nimmt bzw. Positionen von Anlegern ausgestoppt werden, die eine gegenläufige Bewegung antizipiert haben.
Indikatoren, mit denen in diesem Zusammenhang gearbeitet wird, sind der Relative Strength Index (RSI) oder die Bollinger Bänder. Sie zeigen an, wenn ein Kurs mehr als zwei Standardabweichungen vom gleitenden Durchschnitt entfernt notiert – ein klassisches Einstiegssignal für Mean-Reversion-Händler.
Besonders effektiv ist der Ansatz unter anderem in folgenden Marktbedingungen:
Ein Risiko beim Mean Reversion ist das sogenannte Catching-a-falling-knife-Phänomen:
Ein Wert fällt aufgrund einer echten fundamentalen Verschlechterung seiner Lage. In diesem Fall führt der Mean-Reversion-Einstieg zu Verlusten, weshalb erfahrene Anleger die Strategie nicht nur auf technischen Signalen beruhen lassen, sondern Fundamentaldaten-Checks einbeziehen.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten auch von unsicheren Märkten zu profitieren (Foto: Shutterstock/ Indypendenz)
Die Trendfolge ist eine beliebte Strategie, da sie klare Signale und Muster bevorzugt. Märkte, die scheinbar hin und her schlingern, lassen ein hohes Maß Unsicherheit erkennen. Gerade Börsenneulinge tun sich mit diesem Szenario schwer. Aber: Erfahrene Anleger haben oft Strategien entwickelt, um auch in diesem Sentiment Chancen zu erkennen.
Eine Möglichkeit ist das Trading über CFDs. Für die Auswahl des Brokers spielen unter anderem die Spreads, eine sichere Versorgung mit Echtzeitkursen und die Breite des Handelsangebots eine Rolle. Im Brokervergleich gibt es mit XTB einen Anbieter, der sich gegen die Konkurrenz behauptet. Ein Grund: Unsere Erfahrungen bei XTB beim Handelsangebot, das nicht nur Aktien abdeckt – sondern auch FX, Rohstoffe und Indizes umfasst.
Ergänzt wird das Ganze durch eine solide aufgebaute, über mehrere Wege erreichbare Plattform – die sich auch für das mobile Trading eignet. Wer sich als Anleger für den Broker interessiert, kann das Handelskonto digital einrichten und ohne Hürden in den Handel einsteigen.
Volatile Märkte, die Unsicherheit signalisieren, sind keine Ausnahme – sondern ein vielmehr immer wieder zu beobachtender Trend. Anleger sehen in ihnen immer wieder zuerst eine Herausforderung: Das Portfolio so zu organisieren, dass es sicher durch die Turbulenzen kommt. Eine defensive Rotation ist aber nur eine Seite der Medaille. Short-Strategien und eine Multi-Asset-Diversifikation zusammen mit breakoutbasierten Ansätzen nutzen Chancen.
Entscheidend ist, die einzelnen Phasen in den Sektoren konsequent zu erkennen und zu verfolgen. Dafür braucht es nicht nur Know-how in Bezug auf die technische Analyse. Am Ende zählt in unsicheren Märkten das Zusammenspiel verschiedener Faktoren – etwa der Nachrichtenlage und den Fundamentaldaten einzelner Werte.
Die Antwort hängt von der Zeitachse ab. Anleger mit einem auf langfristige Investments ausgerichteten Anlagestil werden Schwankungen eher aussitzen – historisch erholen sich die Märkte oft. Aktives Management gewinnt an Bedeutung, wenn sich die Horizonte verkürzen und die Volatilität damit strukturell tiefer verankert ist. Häufig empfiehlt sich auch ein hybrides Modell mit einem passiven Kern, den ein kleiner, taktischer Anteil ergänzt.
Gold verhält sich in der Regel negativ korreliert zu Risikoassets wie Aktien in Stressphasen – nicht immer, aber historisch häufig genug, um als Anker im Portfolio zu wirken. Entscheidend ist, dass Gold keine Zinsen zahlt, was in Niedrigzinsphasen weniger ins Gewicht fällt. In Phasen realer negativer Zinsen – wenn die Inflation höher liegt als der Nominalzins – wird Gold daher als Wertaufbewahrungsmittel strukturell attraktiver.
Der Trailing-Stop-Loss folgt dem Kurs automatisch in Gewinnrichtung und sichert aufgelaufene Gewinne, ohne die Position vorzeitig zu schließen – ein klarer Vorteil gegenüber dem statischen Stop-Loss. In volatilen, unruhigen Phasen ist eine Möglichkeit, die Gewinne abzusichern, muss aber im richtigen Abstand zum Kurs platziert werden, um durch einen kurzen Rücksetzer nicht zu früh ausgelöst zu werden.

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Finanzielle Differenzgeschäfte (sog. contracts for difference oder auch CFDs) sind komplexe Instrumente und gehen wegen der Hebelwirkung mit dem hohen Risiko einher, schnell Geld zu verlieren. Der überwiegende Anteil der Privatkundenkonten verliert Geld beim CFD-Handel. Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie CFD funktionieren, und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren.