

Energie spielt nicht nur für Verbraucher, sondern auch Anleger eine wachsende Rolle. Auslöser ist vordergründig die Blockade der Straße von Hormus, die zu explodierenden Ölpreisen und der Befürchtung schwindender Reserven geführt hat. Europa und viele Länder in Asien sind auf der Suche nach Alternativen für mehr Versorgungssicherheit.
Das Ergebnis ist nicht nur ein plötzlich stärker werdender Fokus auf erneuerbare Energieträger. Kernkraft rückt zunehmend in den Fokus der energiepolitischen Agenda. Aber: Der Iran-Konflikt ist nicht allein dafür verantwortlich. Es gibt Ursachen, die sich abseits der Geopolitik befinden und die sich langfristig zu einem strukturellen Treiber entwickeln können. Und diesmal nicht trotz der Energiewende, sondern mittendrin. Kernkraft- und Uran-Aktien könnten 2026 davon profitieren.
Das Wichtigste im Überblick:
Was lange nicht denkbar schien, rückt inzwischen wieder in greifbare Nähe: Eine verstärkte Hinwendung zur Kernkraft, was Uran-Aktien stützt. In den USA oder einigen europäischen Ländern wird Kernenergie wieder als Teil des Energiemix gesehen, der den wachsenden Bedarf decken soll. So hat zum Beispiel Japan erst kürzlich wieder eines der größten atomaren Kraftwerke der Welt in Betrieb genommen.
Besonders bedeutend: Die EU steht der Kernenergie inzwischen wieder positiver gegenüber, es war in diesem Zusammenhang die Rede davon, dass sich die Abkehr von der Atomkraft als ein strategischer Fehler erwiesen hat.
Auch die USA setzen inzwischen wieder stärker auf Atomkraft. Im Herbst 2025 sprachen Medienberichte von einem Investitionsvolumen im Umfang von fast 70 Milliarden Euro. Für Anleger ergibt sich damit die Gelegenheit, in einen Markt einzusteigen, der in den letzten Jahren eigentlich keine besondere Zukunft mehr zu haben schien.
Zu den Treibern dieser Entwicklung gehören zwei zentrale Kräfte: Eine inzwischen mit mehr Nachdruck geführte Debatte zur Energiesicherheit und der anhaltende Boom bei Künstlicher Intelligenz. Auf den ersten Blick wirken beide unabhängig voneinander, lassen bei genauer Betrachtung aber Schnittmengen erkennen.

Die Kernkraft und besonders Uran bekommt immer größere Bedeutung (Foto: Shutterstock/ FOTOGRIN)
Strom aus fossilen Energieträgern verliert im Strommix bereits seit Jahren an Bedeutung. Der Grund sind die klimarelevanten Emissionen. Energiewende bedeutet aber nicht nur, dass Öl und Gas aus der Stromerzeugung verbannt werden. Besonders das Thema Elektromobilität ist ein zentrales Schlagwort der letzten Jahre gewesen.
Seitens der Politik wurde der Wechsel kontinuierlich gefördert – mit dem Ergebnis eines wachsenden Strombedarfs durch eine ausgebaute Ladeinfrastruktur und Wallboxen für den Heimbetrieb. Die hohe Nachfrage hat zu einem starken Ausbau regenerativer Energieträger mit neuen Problemen geführt.
Gleichzeitig wächst der Hunger nach Strom durch Rechenzentren. Das Training der Sprachmodelle und der Aufbau einer KI-Infrastruktur braucht grundlastfähige Energie rund um die Uhr, im Idealfall auch noch CO₂-arm. Gerade die Kontinuität der Stromlieferfähigkeit spricht für Kernkraft. Einige der KI-Hyperscaler setzen auf langfristige Direktabnahmeverträge, um das Problem anzugehen.
Das Wichtigste im Überblick:
Uran ist kein Rohstoff wie Kupfer oder die Edelmetalle Silber und Gold. Der Markt ist insgesamt wenig fragmentiert, da nur wenige Produzenten auf den Energieträger ausgerichtet sind. Dies macht Uran für Anleger interessant, erhöht parallel aber auch die Risiken, welche mit einer Exposure verbunden sind.
Anders als Gold, das als sicherer Hafen fungiert und gerade in Krisen steigt, lässt sich Uran nicht einfach physisch handeln. Das Erz des Schwermetalls wird nur in wenigen Ländern gefördert, zum Beispiel in Kanada, Australien oder Russland.
Besonders kritisch ist in diesem Zusammenhang das Thema Anreicherung. Damit Uran als Energierohstoff verwertbar ist, sind komplexe Prozesse erforderlich, die ein hohes Know-how und eine umfassende technische Ausstattung erfordern. Allein dieser Aspekt limitiert die Marktteilnehmer.
Zusätzlich kann der Rohstoff so weit aufbereitet werden, dass waffenfähiges Uran als Ergebnis entsteht. Deshalb spielt es in der Geopolitik eine wichtige Rolle. Heißt auch: Der Energieträger folgt anders als Erdöl und Gas nicht den klassischen Konjunkturzyklen.
Die Wertschöpfungskette im Bereich Atomkraft ist heute breiter, als anfangs vielleicht vermutet. Sie erstreckt sich über den Abbau des Roherzes bis zum Bau neuartiger Reaktortechnologien. Wer als Anleger diese Spanne abbilden will, setzt auf verschiedene Segmente.
Bei den Produzenten ist einer der zentralen Marktteilnehmer Cameco (ISIN: CA13321L1085). Der Konzern aus Kanada hat sich zu einem der größten Uranproduzenten entwickelt. Durch die Strategie, langfristige Lieferverträge mit großen Energieversorgern abzuschließen, generiert das Unternehmen einen stabilen Umsatz. Gleichzeitig führt ein steigender Preis beim Uran dazu, dass sich die Marge für den Betrieb der Minen verbessert.
Ebenfalls als interessanter Produzent kommt Energy Fuels Inc. (ISIN: CA2926717083) aus den USA infrage. Das Unternehmen hebt sich durch eine Besonderheit ab, die zunehmende Fokussierung auf das Segment der Seltenen Erden.
Neben den Uran-Aktien mit einem laufenden Abbau, können sich Anleger über Wertpapiere von Entwicklern – also Unternehmen, die zwischen Exploration und Förderung stehen – am Markt in Stellung bringen. Diese arbeiten auf neue Abbaubetriebe in aussichtsreichen Gebieten hin. Hier sind zwei Beispiele Uranium Energy Corp. (ISIN: US9168961038) und NexGen Energy Ltd. (ISIN: CA65340P1062).
Ein beim Uran besonderes Asset ist Yellow Cake plc (ISIN: GB00BF50RH11). Das Unternehmen beschäftigt sich in der Hauptsache damit, in Uranprojekte zu investieren und in Uranoxidkonzentrat. Damit bildet der Kurs den Uranpreis direkt ab und ist eine Möglichkeit zum Aufbau einer Exposure.
Wo der Fokus darauf gerichtet ist, sich breit in das Segment zu integrieren, können ETFs in Erwägung gezogen werden. Diese können sehr unterschiedlich ausgerichtet sein und sich zum Beispiel auf den Bergbau und die Anreicherung oder einen Mix bis hin zur Nukleartechnologie zusammensetzen.
Ein Beispiel hierfür wäre der Global X Uranium UCITS ETF (ISIN: IE000NDWFGA5). Dieser bündelt Produzenten, Verarbeiter und reaktorbezogene Unternehmen. Durch die Implementierung von Unternehmen aus Extraktion, Exploration und Ausrüstung für die Uran- und Nuklearindustrie ist der ETF in die gesamte Wertschöpfungskette beim Uran involviert.

Die Uranium Energy Corp. Aktie kann eine gute Investitions-Alternative darstellen (Foto: Shutterstock/ Piotr Swat)
Kernkraft-Investments bieten 2026 offensichtlich Chancen, dürfen hinsichtlich der Risiken aber nicht zu oberflächlich bewertet werden. Ein zentraler Punkt ist das Thema Reaktorsicherheit. Zwischenfälle und schwerwiegende Unfälle führen immer wieder zu heftigen Debatten und mitunter schnellen Entscheidungen, von denen die ganze Branche erfasst werden kann.
Genehmigungsverfahren für neue Reaktoren dauern in Europa und den USA oft sehr lange, Verzögerungen sind bei Kernkraftprojekten nicht ausgeschlossen.
Viele Uran-Aktien haben in den vergangenen zwei Jahren bereits erheblich zugelegt, weshalb ein Teil des Aufwärtspotenzials bereits in den Kurs eingepreist ist.
Uran wird in US-Dollar gehandelt, was Anleger aus Deutschland einem zusätzlichen Wechselkursrisiko aussetzt.
Anleger handeln Uran über Aktien und ETFs, deren Kurs direkt am Preis für den Energieträger hängt. Für Trader, die kurzfristige Bewegungen im Uranmarkt ausnutzen wollen, bieten sich CFDs – oder auf Deutsch Differenzkontrakte an. Diese werden über spezialisierte Broker, wie Pepperstone angeboten.
Der Vorteil: CFDs sind auf steigende und fallende Uranpreise handelbar. Im Brokervergleich gehört Pepperstone zu den Anbietern mit einem überzeugenden Handelsangebot und engen Spreads, was Investitionen in den Energiesektor attraktiv macht.
Durch den Zugang zu verschiedenen Plattformen wie MetaTrader 4 und 5 sowie cTrader hat Pepperstone eine Auswahl an Tools aufgebaut, die von Einsteigern bis erfahrenen Anlegern breite Zielgruppen ansprechen. Kombiniert mit der mobilen Erreichbarkeit, umfangreichen Charting- und Analyse-Werkzeugen sowie einem klaren digitalen Fokus präsentiert sich Pepperstone als moderner Broker.
Die Energiewende und ein durch KI stark steigender Energiebedarf ziehen nicht nur für regenerative Energien eine hohe Nachfrage nach sich. Auch Uran bzw. Kernkraft erleben einen Bedeutungszuwachs. Davon profitieren Anleger, die in Uran-Aktien investieren oder sich für derivative Instrumente wie CFDs interessieren.
Allerdings muss an diesem Punkt klar sein, dass Uran nicht wie andere Rohstoffe am Markt reagiert. Es ist in der Nachfrage stärker durch Geopolitik reguliert. Zudem kann der Preis durch Reaktorunfälle sehr stark negativ beeinflusst werden. Diese Risiken müssen klar sein und sollten konsequent in die eigene Risikostratifizierung einfließen.
SMRs sind kleine, modulare Reaktoren und gelten als Zukunft der Kernkraft. Sie sind flexibler einsetzbar als konventionelle Großanlagen. Allerdings befinden sich die meisten Projekte noch in der Entwicklungs- oder frühen Genehmigungsphase. Daher sind Investitionen eher eine Wette auf die Zukunft.
Uran wird zwar in verschiedenen Ländern gefördert, trotzdem bleibt eine gewisse Konzentration – unter anderem auf Kasachstan. Das Land gilt als einer der zentralen Uranproduzenten. Damit entsteht ein systemisches Risiko, das den Weltmarkt schlagartig beeinflussen kann.
Auf politischer Ebene wird der Rohstoff unter strengen Bedingungen zwar mitunter als nachhaltig eingestuft – viele ESG-Ratingagenturen und nachhaltige Fonds schließen den Sektor dennoch aus. Anleger, die auf ESG-konforme Investments angewiesen sind, sollten die Kriterien ihres jeweiligen Fonds oder Depotmodells prüfen.

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Finanzielle Differenzgeschäfte (sog. contracts for difference oder auch CFDs) sind komplexe Instrumente und gehen wegen der Hebelwirkung mit dem hohen Risiko einher, schnell Geld zu verlieren. Der überwiegende Anteil der Privatkundenkonten verliert Geld beim CFD-Handel. Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie CFD funktionieren, und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren.