

Der US-Dollar steht zum Jahreswechsel 2025 unter Druck. Als Leitwährung dominiert er aber nach wie vor die globale Finanzarchitektur und ist ein Sinnbild für die Liquidität, die über internationale Kapitalströme und den Rohstoffhandel bewegt wird.
2026 werden die Herausforderungen für die US-Währungen aller Wahrscheinlichkeit nicht kleiner. Im Gegenteil: Viele makroökonomische Faktoren werden den Dollar weiter unter Druck setzen. Die US-Staatsverschuldung erreicht neue Rekorde, die geopolitische Fragmentierung nimmt zu und die US-Konjunktur hängt stärker an wenigen Sektoren – sie gleicht immer mehr einem Kartenhaus.
Einfluss nehmen zunehmend auch Verschiebungen in den Handelskorridoren, die Washington teilweise selbst verursacht. Mit einer aggressiven Zollpolitik setzen die USA Länder wie China, Mexiko oder Kanada und die EU unter Druck. Gleichzeitig treiben technologische Entwicklungen Veränderungen voran, die etablierte Finanzmarkt-Systeme beeinflussen.
Der US-Dollar hält nach wie vor einen Anteil von mehr als 50 Prozent der globalen Devisenreserven. Aber: Im Vergleich mit den 2010er Jahren ist das Verhältnis zu den anderen Währungen – wie dem Euro oder dem Yen – zurückgegangen. Die trotzdem deutliche Dominanz spiegelt sich unter anderem im Rohstoff- und Energiehandel wider. Öl, Gas und Industriemetalle werden in Dollar gehandelt, was für die Preisbewertungen eine zentrale Rolle spielt.
Zinsentscheidungen, die von der Fed (Zentralbank der USA) getroffen werden, haben vor dem Hintergrund dieser Sonderstellung Auswirkungen auf die Kapitalflüsse. Steigende Zinsen ziehen im Regelfall Liquidität in den Dollar, bei Zinssenkungen verringert sich die Liquidität
Trotz seiner starken Position hat sich 2025 ein erheblicher Druck auf die US-Währung aufgebaut. Verantwortlich sind verschiedene Faktoren, die sich teilweise mit der Trump-Administration verknüpfen lassen. Aber nicht jede Bewegung am Devisenmarkt geht automatisch auf das Weiße Haus zurück.

Der Dollar wird von verschiedenen Faktoren stark belastet (Foto: Shutterstock/ alexkich)
2025 haben sich die strukturellen Risiken für den Dollar deutlich verschärft. Dabei setzen drei zentrale Faktoren die Leitwährung unter Druck:
Die US-Staatsschulden übersteigen inzwischen die 35-Billionen-Dollar-Grenze. Unter US-Präsident Trump – so die Einschätzung der Analysten – wird die Verschuldung auch nicht sinken. Es ist vor dem Hintergrund der Big Beautiful Bill vom Gegenteil auszugehen. Gleichzeitig gehen die Zinskosten für Staatsanleihen nach oben, was zu einer weiteren Belastung wird.
Fitch und Moody’s haben wiederholt auf die zunehmenden Risiken für die US-Bonität hingewiesen. Sollte es tatsächlich zu einer weiteren Herabstufung durch eine der großen Ratingagenturen kommen, dürfte das Vertrauen in US-Staatsanleihen leiden. Steigende Risikoaufschläge und Renditen könnten die Geldpolitik der US-Notenbank zusätzlich unter Druck setzen.
Zusätzlich bauen sich Probleme durch eine starke innere politische Polarisierung auf. Die Schuldenobergrenze wird regelmäßig zum Instrument parteipolitischer Auseinandersetzungen, was Unsicherheit entstehen lässt. Investoren beobachten, wie die Regierung und der Kongress mit ihrer langfristigen Haushaltspolitik umgehen.
Je stärker die Ausgabendisziplin zwischen der Parteigrenze der Republikaner und Demokraten zerrieben wird, desto unsicherer reagieren Investoren, die Schulden werden zu einem massiven Problem – das am Ende zur Flucht aus dem Dollar führt und dessen Reputation massiv schädigt.
China, Russland und andere BRICS-Staaten treiben Handelsabkommen voran, bei denen sie verstärkt auf Zahlungen in Lokalwährungen statt in US-Dollar setzen. Russland hat sich seit dem Einmarsch in die Ukraine notgedrungen stärker China und Indien zugewandt und wickelt einen wachsenden Teil seines Außenhandels in Yuan, Rubel oder Rupien ab.
Saudi-Arabien prüft zudem, für einen Teil seiner Öllieferungen nach China Yuan-Zahlungen zu akzeptieren. Diese Entwicklungen sind bislang zwar regional und volumenseitig begrenzt, deuten aber klar in Richtung eines langfristigen De-Dollarisation-Trends.
Noch sind die Grenzen der Bestrebung, sich stärker vom Dollar zu lösen, klar zu erkennen. Beispiel Yuan: Der Renminbi unterliegt Kapitalverkehrskontrollen, was seine Konvertibilität einschränkt. Zudem reicht die Tiefe chinesischer Finanzmärkte nicht an die US-Märkte heran. Ein weiterer Punkt betrifft das Vertrauen in die Transparenz chinesischer Institutionen – das vielen internationalen Investoren fehlt.
Trotzdem gibt es gerade im BRICS-Umfeld Bemühungen, sich stärker von der US-Währung abzukoppeln – auch, um die Asymmetrie im Dollar-System zu verschieben. Diese wird von Washington immer wieder als Hebel in der Geopolitik benutzt. Sanktionen über SWIFT, das Einfrieren von Währungsreserven oder der Zugriff auf internationale Zahlungsströme sind die negativen Anreize für die Suche nach Alternativen.
Verschiebungen sind aber nicht nur für Volkswirtschaften wie Russland oder China zu erkennen. In der Vergangenheit haben verschiedene Zentralbanken den Trend zu einer Diversifizierung ihrer Portfolios erkennen lassen. Bedeutet: Dollar-Reserven werden graduell verringert, dafür steigen die Zukäufe anderer stabiler Assets. Investments in Gold haben zum Beispiel in China, Russland, Indien und der Türkei zugenommen.
Hintergrund: Gold, das physisch in den Zentralbanken hinterlegt ist, kann in Krisen als Liquiditätsquelle herangezogen werden – ohne dabei zwangsläufig auf den US-Dollar angewiesen zu sein. Die Reduzierung der Zentralbanken ist in der Zusammensetzung ihrer Portfolios deutlich zu spüren, wird allein den Dollar in seiner Funktion als Leitwährung wahrscheinlich nicht bedrohen.
2025 war für den US-Dollar aus mehreren Gründen ein kompliziertes Jahr. Die Wirtschaftspolitik der US-Regierung hat das Vertrauen vieler Investoren auf die Probe gestellt. Gerade im Hinblick auf den Bondmarkt hat das hohe Defizit der Vereinigten Staaten Anleger zuletzt nervöser gemacht.
Für die Finanzierung der Staatsschulden muss das Finanzministerium neue Treasuries mit einer höheren Verzinsung ausgeben – um das Risiko aufzufangen. Trotz solcher Schwierigkeiten und einer Abwertung gegenüber dem Euro gibt es Faktoren, die den Greenback als Leitwährung am Ende stützen.
US-Treasuries bleiben einer der wichtigsten und liquidesten Anleihesektoren. Über den Bondmarkt werden täglich Milliarden Dollar ohne starke Preisverzerrungen gehandelt. Die Liquidität ist für Marktakteure wie Zentralbanken (die Reserven schnell umschichten müssen) extrem wichtig.
Zudem ist das Dollar-System sehr stark in die Tiefe entwickelt und spielt im Rahmen internationaler Finanzierungen eine sehr große Rolle. FX-Swaps oder Handelsfinanzierung laufen primär über US-Dollar-Kanäle. Selbst Banken in der EU oder in Asien halten Dollar-Positionen, um Handelsgeschäfte abwickeln zu können.
Zu den zentralen Stützen für US-Dollar wird 2026 die Tatsache gehören, dass es schlicht an Alternativen fehlt, die aus dem Stand dessen Aufgabe übernehmen können. Der Yuan bleibt durch Kapitalverkehrskontrollen in seiner Verfügbarkeit limitiert. China öffnet den Finanzmarkt nur kontrolliert, womit Transparenz ein Problem bleibt. Es bleibt für Investoren eine Herausforderung, Reserven in einer Währung zu halten, deren Konvertierbarkeit von einer politischen Steuerung und nicht dem freien Kapitalmarkt abhängt.
Hinsichtlich des Euro als Alternative ist die politische Fragmentierung der Eurozone ein Problem sowie die unterschiedlichen Fiskalkapazitäten der einzelnen Mitgliedsstaaten. Erschwerend kommt eine starke Energieabhängigkeit als strukturelles Problem hinzu, durch welche die EU gerade unter schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen anfälliger wird. Die Krisenresilienz des Euro ist damit gegenüber den USA bzw. dem Dollar schwächer.
Ebenfalls nicht als Substitut kommen Gold und Kryptowährungen infrage. Beide sind als Handelswährungen unpraktisch, da für das Edelmetall kein digitaler Transfer möglich ist. Krypto-Assets bleiben sehr volatil und sind regulatorisch mit einer sehr starken Unsicherheit behaftet.
Warum fehlen Alternativen zum Dollar als Leitwährung:
Die starke Dominanz des Greenbacks manifestiert dessen Status als Leitwährung. Viele Marktteilnehmer nutzen den US-Dollar – zum Beispiel für internationale Verträge, in denen Handelspartner Dollar-Zahlungen erwarten. Außerdem spielt die Währung gerade im Zusammenhang mit Finanzierungsinstrumenten eine starke Rolle. Solche Netzwerk-Effekte sorgen dafür, dass ein Wechsel zu Alternativen hohe Kosten verursacht.

Der Dollar wird als Leitwährung von verschiedenen Säulen gestützt (Foto: Shutterstock/ fizkes)
Grundsätzlich ist für 2026 davon auszugehen, dass der Dollar die Leitwährung – trotz aller Probleme und Bemühungen einer De-Dollarisierung – bleiben wird. Es ist nicht zu erkennen, wie kurzfristig eine allgemein akzeptierte Alternative aussehen soll. Vor diesem Hintergrund werden US-Treasuries in jedem Fall relevant bleiben.
Aus Anlegersicht profitieren gerade US-Aktien von innovativen Sektoren wie KI und Technologie. Damit werden die Unternehmenspapiere in vielen Portfolios eine nicht zu unterschätzende Rolle spielen. Allerdings entstehen auch Risiken, mit denen Anleger umgehen müssen.
Risiken beim US-Dollar entstehen an mehreren Fronten, die sehr miteinander verknüpft sind. Die Staatsschulden Washingtons haben ein durchaus bedrohliches Niveau erreicht, der Volkswirtschaft wird aber nach wie vor ein hohes Potenzial eingeräumt.
Sollte der Supreme Court den Zöllen eine Absage erteilen und der US-Regierung daraufhin das Geld für deren Rückzahlung ausgehen, wäre womöglich ein Kipppunkt erreicht. Washington muss einen explodierenden Schuldenberg verkraften, der mit politischer Krisenstimmung und einem neuen Shutdown garniert wird. Das Ganze führt zu einem Dollarabsturz, der – sollte er auf eine Alternative treffen – den Greenback als Leitwährung massiv unter Druck setzen kann.
Wer sich als Anleger für 2026 in Stellung bringen und auf den US-Dollar in verschiedene Richtungen handeln will, braucht einen Broker mit einem breiten Handelsangebot, in dem auch Derivate eine Rolle spielen. Pepperstone ist genauso ein Anbieter. Dank einer komfortablen Anmeldung und der leicht bedienbaren Tradingplattform spricht der Broker auch Beginner an, die vor ihren ersten Schritten am Kapitalmarkt stehen.
Als Leitwährung wird der US-Dollar 2026 nicht einfach verschwinden. Dessen systemische Verankerung, die Tiefe der US-Finanzmärkte und das Fehlen echter Alternativen halten den Greenback aller Wahrscheinlichkeit in dieser Position. Auch die kurzfristigen Risiken sind nicht in der Lage, daran schnell etwas zu ändern. Aber: Langfristig zeigt sich eine reale Fragmentierung des globalen Währungssystems. Der Dollar wackelt nicht akut, aber dessen Dominanz wird zunehmend herausgefordert. Es bleibt abzuwarten, wie die Politik der USA und die De-Dollarization in Zukunft die Asymmetrie am Kapitalmarkt verschieben.

Es ist davon auszugehen, dass der Dollar 2026 weiter eine starke Leitwährung bleibt (Foto: Shutterstock/ Miha Creative)
Es ist durchaus möglich, dass der Dollar Anteile im Währungsmarkt verliert. Allerdings ist nicht von einem massiven Verfall auszugehen, der schlagartig eine neue Leitwährung platziert. Es ist eher von graduellen Veränderungen auszugehen, die sich aus verschiedenen Quellen speisen und differenziert auf den Greenback einwirken.
Ja, langfristig besteht hier durchaus die Gefahr, dass der US-Dollar unter Druck gerät. Kurzfristig bleibt das Vertrauen stabil, da Alternativen fehlen. Steigt die Verschuldung unkontrolliert weiter, wird der Vertrauensverlust den Dollar strukturell schwächen und kann den Trend zur De-Dollarisierung beschleunigen.
Hier stehen vor allem China, Russland, Iran und weitere BRICS-Staaten im Zentrum – also Staaten, die in der jüngeren Vergangenheit ein durchaus angespanntes Verhältnis zu den USA hatten (und haben). Bisher sind die Effekte allerdings überschaubar, können an Gewicht in Zukunft aber zunehmen.
Grundsätzlich werden USD-Exposure ihre Berechtigung vorerst behalten. Trotzdem sollten dem Portfolio Assets mit einer weniger umfassenden Bindung an den Dollar beigemischt werden. Diversifikation reduziert Risiken, die unter anderem durch eine wachsende Fraktionierung der Märkte entstehen.

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