

Die US-Notenbank steht vor ihrer ersten geldpolitischen Entscheidung des Jahres 2026. An den Märkten herrscht ein weitgehender Konsens vor, dass es eine Zinssenkung nicht geben wird. Nach einem Jahr 2025 mit drei Schritten (um insgesamt 75 Basispunkte), hat sich die Ausgangslage verändert. Der aktuelle Leitzins liegt im Korridor von 3,50 bis 3,75 Prozent – und dort dürfte er vorerst auch bleiben.
Damit bleibt die Fed um Jerome Powell ihrer Haltung treu, sich nicht vom politischen Klima beeinflussen zu lassen, sondern sich auf die harten Fakten zu verlassen. Seitens des Boards wird ein datengetriebener Ansatz bevorzugt – der ein spannungsgeladenes Umfeld signalisiert.
Auf der einen Seite stehen robuste Wirtschaftsdaten und eine Inflation, die sich hartnäckiger hält als erhofft. Auf der anderen Seite eskaliert der politische Konflikt zwischen Fed-Chef Jerome Powell und dem Weißen Haus. Präsident Donald Trump drängt auf eine aggressive Lockerungspolitik.
2025 leitete die Federal Reserve zum Jahresende eine Lockerungsphase ein. Im September, November und Dezember senkte das Federal Open Market Committee (FOMC) den Leitzins jeweils um 25 Basispunkte. Diese Entscheidungen basierten auf der Inflationsdynamik und Anzeichen einer moderaten Abschwächung am Arbeitsmarkt.
Die Zinsprojektion signalisierten zudem weitere Senkungen für 2026 und 2027. Experten gingen zum Jahresende noch davon aus, dass zwei weitere Zinssenkungen im Jahr 2026 drin sein könnten. Diese Erwartung hat sich mittlerweile als zu optimistisch herausgestellt. Die Wirtschaftsdaten der vergangenen Wochen zeichnen von der US-Wirtschaft ein anderes Bild – was die Fed dazu bewegen könnte, ihre abwartende Haltung beizubehalten und auf Zinssenkungen vorerst zu verzichten.
Zinsentscheidungen der Fed 2025 im Überblick:

Im Januar 2026 werden keine Zinssenkungen durch die Fed erwartet (Foto: Shutterstock/ miss.cabul)
Die US-Wirtschaft zeigt sich trotz der Zollpolitik des Weißen Hauses überraschend widerstandsfähig. Das BIP-Wachstum hat 2025 die Erwartungen vieler Ökonomen deutlich übertroffen und wird auf 2,0 bis 2,5 Prozent geschätzt. Eine Dynamik, von deren Fortsetzung auch zu Jahresbeginn 2026 auszugehen ist. Die Befürchtungen einer drohenden Rezession, die noch vor Monaten die Runde machten, scheinen sich nicht zu bestätigen.
Bemerkenswert ist auch die Entwicklung am Arbeitsmarkt. Die Arbeitslosenquote ist im Dezember 2025 wieder gesunken und verharrt unter 4,5 Prozent. Damit liegt die Quote immer noch deutlich unter dem Niveau der Coronajahre, als in den USA die Arbeitslosenquote teilweise über acht Prozent lag.
Der Arbeitsmarkt präsentiert sich damit vergleichsweise robust. Aber: Bei den Unternehmenspleiten bewegen sich die Zahlen auf einem sehr hohen Niveau. Im dritten Quartal 2025 erreichte die Zahl der Unternehmensinsolvenzen mehr als 6.500 Fälle – was dem Stand entsprach, den die USA zuletzt 2014 gesehen haben. Was wird als Grund für diese Entwicklung gesehen?
Obwohl die Fed eine eher abwartende Haltung bei den Zinsen einnimmt, sind es gerade die Finanzierungskosten, die für Unternehmen zum Problem werden. Die Sicherstellung schneller Liquidität – zum Beispiel, weil Bundesförderungen nicht schnell genug geprüft und bewilligt werden – treibt die Kosten für Unternehmen nach oben.
Die Wirtschaftspolitik der Trump-Regierung basiert auf der Erhebung von Zöllen – die aber nicht von ausländischen Exporteuren, sondern von US-amerikanischen Importeuren und Verbrauchern bezahlt werden. Dadurch entstehen höhere Preise im Groß- und Einzelhandel.
Diese eigentlich gegenläufigen Trends – BIP-Wachstum, Belastung des privaten Konsums durch Zölle und Insolvenzen – erklären sich aus den unterschiedlichen Entwicklungen der US-Wirtschaft. Auf der einen Seite sorgen Big Tech und KI dafür, dass durch einen hohen Bedarf an Chips sowie Speicher und Rechenzentren ein Aufschwung in diesem Sektor stattfindet.
Dieser steuert einen wesentlichen Anteil zum BIP bei. Parallel sorgen steigende Aktienkurse und steuerliche Erleichterungen – Stichwort „Big Beautiful Bill“ – gerade für die oberen Einkommensschichten mit umfangreichen Aktienpaketen für einen Vermögenszuwachs. Dieser übersetzt sich in höhere private Konsumausgaben.
Damit tragen sowohl der Tech-Sektor als auch der Konsum vermögender Haushalte das BIP in den USA. Genau hieraus können sich aber Szenarien entwickeln, in denen sich die Effekte letztlich gegenseitig verstärken. Gerade in den niedrigen und mittleren Einkommensschichten sind die hohen Lebenshaltungskosten mittlerweile angekommen.
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Fed-Chef Jerome Powell hat in den vergangenen Wochen wiederholt klargestellt, dass die Notenbank einen datengetriebenen Ansatz verfolgt. Die Zinsen befinden sich aus seiner Sicht auf einem neutralen Niveau – auf dem sie die Wirtschaft weder bremsen noch übermäßig stimulieren. Unter diesen Umständen sieht Powell keine Dringlichkeit für weitere Lockerungen.
Dieser Kurs wird auch von Ökonomen gestützt, die angesichts der robusten Konjunkturdaten weniger Senkungsbedarf sehen. Für die erste FOMC-Sitzung im Januar 2026 wird daher mit einer Zinspause gerechnet. Damit dürfte sich auch die Aussicht auf weitere Zinssenkungen verschieben – eher in Richtung der zweiten Jahreshälfte.
Faktoren, die in den kommenden Monaten die Fed-Zinspolitik beeinflussen werden:
Für Anleger bedeutet diese Entwicklung eine gewisse Unsicherheit. Gerade Investoren, die sich für fallende Zinsen bereits positioniert haben, werden ihre kurzfristige Strategie überdenken müssen.

Powell betont, dass die Notenbank weiter einen datengetriebenen Ansatz verfolgt (Foto: Shutterstock/ Robert V Schwemmer)
Die aktuelle Zurückhaltung der Fed kommt angesichts der Prognosen aus dem Dezember für einige Anleger überraschend. Umso wichtiger ist die Justierung der Anlagestrategie. Mit CFD-Brokern wie Pepperstone oder Capital.com nutzen Anleger Möglichkeiten, um schnell auf sich verändernde Marktsentiments zu reagieren. Beide bieten einen performancebasierten Tradingdesk mit Unterstützung für umfassenden Auswertungen und Analysen – lassen sich aber komfortabel bedienen.
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Parallel zur geldpolitischen Debatte verschärft sich der Konflikt zwischen der Federal Reserve und dem Weißen Haus. Präsident Donald Trump fordert seit Monaten aggressive Zinssenkungen, um das Wirtschaftswachstum weiter anzukurbeln. Die öffentliche Kritik an Jerome Powell aus dem Weißen Haus wird immer schärfer – und mittlerweile auch juristisch ausgetragen.
Das Justizministerium hat Powell im Rahmen einer Grand Jury vorgeladen, angeblich im Zusammenhang mit einem Renovierungsprojekt der Fed. Viele Beobachter werten dieses Vorgehen als Versuch, politischen Druck auf den Fed-Chef auszuüben. Eine bislang für die USA beispiellose Entwicklung mit fundamentalen Fragen zur geldpolitischen Autonomie in den USA.

Präsident Donald Trump erhöht weiter den Druck auf die Fed (Foto: Shutterstock/ Lucas Parker)
Im Dezember 2025 schien alles darauf zu deuten, dass die Fed auch 2026 mit der Zinssenkungspolitik weitermacht. Inzwischen sehen Analysten die Situation anders. Angesichts der wirtschaftlichen Daten, der Zahlen vom Arbeitsmarkt und den Inflationstrends wird sich die Fed in ihrer ersten Sitzung im Jahr 2026 aller Wahrscheinlichkeit zurückhalten und den Zinssatz in den USA unangetastet lassen. Was Analysten als die richtige Entscheidung sehen, dürfte den Konflikt zwischen der Federal Reserve und dem Weißen Haus allerdings nicht beruhigen, sondern birgt eher weiteres Konfliktpotenzial.

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