

Preistrends sind für Anleger ein wichtiges Signal, um an den Börsen eine Exposure aufzubauen – oder sich aus einer Position zurückzuziehen. Außerdem nutzen viele Indikatoren die Preiskurve, um im Rahmen der technischen Analyse – aus denen Trader Informationen über mögliche zukünftige Bewegungen herauslesen.
Charttrends sind aber nur eine Seite der Medaille: Das Volumen zeigt, wie viele Marktteilnehmer hinter den Preisbewegungen stehen. Erfahrene Trader nutzen diese Information, um Marktsentiments besser einzuschätzen. Einfaches Beispiel: Ein hohes Volumen in einem eigentlich überkauften Markt zeigt eine anhaltende Nachfrage, mit Kurskorrekturen ist ohne starke Trendumkehrsignale nicht zu rechnen.
Das Wichtigste im Überblick:
Die Volumenanalyse zeigt, wie stark ein Aufwärts- oder Abwärtstrend von den Anlegern getragen wird. Ein geringes Volumen kann in beiden Fällen bedeuten, dass schwache Gegensignale bereits ausreichen können, um den Markt in die entgegengesetzte Richtung zu drehen. Auch Börsenneulinge müssen sich deshalb mit Methoden beschäftigen, die das Volumen messen – um den Kauf- und Verkaufsdruck in einem Markt zu antizipieren.
Volumen und Preis sind dabei zwei zentrale Aspekte, auf denen Anleger ihre Entscheidungen treffen. Trends und Seitwärtsmärkte werden besonders klar über die Preiskurven sichtbar, die sich zwischen den Hoch- und Tiefpunkten bewegen. Dazwischen tauchen immer wieder Konsolidierungsphasen auf, die eine Seitwärtsbewegung nachbilden – und dem Beobachter einen unentschlossenen Markt mit einer hohen Unsicherheit anzeigen.
Das Volumen ist nicht direkt sichtbar, es bildet die Anzahl der in einem festen Zeitraum gehandelten Kontrakte ab. An den Börsen ist es aber genauso wichtig wie die Preiskurve und darauf basierende Indikatoren. Hintergrund: Über das Volumen bildet sich die Nachfrage nach einem Wertpapier, Rohstoffen oder ETFs ab.
am Markt zu. Beide sind aus Anlegersicht wichtige Signale. Eine hohe Liquidität, die von vielen Marktteilnehmern getragen wird, lässt den Kurs eines Assets robuster gegenüber Einzelinvestments werden. Ein Kontrakt von 10.000 Stück hat bei einer hohen Aktivität eine andere Wirkung als die gleiche Kontraktgröße bei einer deutlich geringeren Handelstätigkeit.

Eine Volumenanalyse kann helfen fundierte Handelsentscheidungen zu treffen (Foto: Shutterstock/ Zakharchuk)
Der Volumenbegriff wirkt anfangs gerade auf Börsenneulinge abstrakt. Dabei gibt er Anlegern wichtige Hinweise auf die einem Trend zugrundeliegenden Dynamiken. Einfaches Beispiel: Die Aktie eines Halbleiterunternehmens hat einen starken Anstieg erlebt und 25 Prozent Wachstum innerhalb des letzten 12-Monatszeitraums verzeichnet.
Allerdings flacht die Preiskurve seit einigen Tagen zunehmend ab. Der MACD kündigt durch das Abwärtskreuzen eine Korrektur an. Beim Volumen sind zwei Szenarien denkbar. Ein Rückgang würde die These des preisbezogenen Indikators ganz klar stützen. Bleibt das Volumen dagegen höher, kann sich die Konsolidierung weiter fortsetzen, es gibt weiterhin Marktteilnehmer, die bereitwillig den höheren Preis zahlen.
Auf der anderen Seite kann ein Auf- oder Abwärtstrend durch das Volumen ebenfalls gestützt werden, da eine hohe Aktivität bei den gehandelten Kontrakten allgemein als positives Signal zu werten ist.
Das Wichtigste im Überblick:
Anlegern steht eine Auswahl verschiedener Indikatoren für die Bewertung des Marktgeschehens über das Volumen zur Verfügung. Jeder Parameter deckt einen spezifischen Einsatzbereich ab, was für die jeweilige Marktsituation zuverlässige Signale liefert.
Der OBV wurde in den 1960er Jahren entwickelt und gehört zu den verbreitet genutzten Volumenindikatoren. Für Tage, an denen der Kurs steigt, wird das Tagesvolumen addiert. Bei fallenden Kursen erfolgt eine Subtraktion. Das Ergebnis ist eine Linie, die den akkumulierten Kauf- und Verkaufsdruck sichtbar macht. Besonders aufschlussreich ist der OBV im Zusammenspiel mit dem Preis: Steigt ein Kurs kontinuierlich, während der OBV stagnert oder fällt, liegt eine sogenannte bärische Divergenz vor – ein Warnsignal, das eine Trendwende ankündigen kann. Das Gegenteil – ein steigender OBV bei noch seitwärts tendierenden Kursen – gilt als frühzeitiges bullisches Signal, weil Käufer sich offenbar positionieren, bevor der Preis auf diese Entwicklung reagiert.
Der VWAP berechnet den Durchschnittspreis aller Trades eines Handelstages, gewichtet nach dem jeweiligen Volumen auf jedem Preisniveau. Das Ergebnis ist eine dynamische Linie, die Händlern als zentrale Referenz gilt. Liegt der Kurs über dem VWAP, wird der Wert in der Regel als kurzfristig stark eingestuft. Darunter gilt er als schwach.
Der MFI ergänzt die Volumenperspektive um eine Momentum-Komponente. Er funktioniert ähnlich wie der RSI, bezieht aber zusätzlich das Volumen in die Berechnung ein. Ein MFI-Wert über 80 signalisiert überkaufte Szenarien, ein Wert unter 20 deutet auf überverkaufte Bedingungen hin.

Verschiedene Indikatoren helfen bei der Volumenanalyse (Foto: Shutterstock/ GaudiLab)
Die Ergebnisse der Volumenanalyse lassen sich in konkrete Handlungsstrategien übersetzen. Trader nutzen die Indikatoren in diesem Zusammenhang für unterschiedliche Settings.
Am Markt nutzen Anleger die Volumendaten, um Ausbrüche von einem False-Breakout-Szenario zu unterscheiden. Das Grundprinzip ist einfach: Ein Kursausbruch über einen Widerstand ist dann als sicher zu bewerten, wenn das Volumen im Moment des Breakouts deutlich über Durchschnittslinien liegt. Bei einem schwachen Ausbruch mit niedrigem Volumen besteht das Risiko eines Rücksetzers.
Die OBV-Divergenz ist eine der Anwendungen aus dem Bereich der Volumenanalyse für Swing-Trader. Dabei wird beobachtet, ob der OBV und Preis in die gleiche Richtung laufen oder nicht. Im Fall einer bullischen Divergenz bildet der Kurs ein lokales Tief, während der OBV weiter steigt – was einen Kursanstieg andeutet.
Eine weitere Strategie betrachtet den VWAP und die Preiskurve. Weicht diese deutlich vom VWAP ab – zum Beispiel nach starken Wirtschaftsnachrichten – ist mit einer Rückkehr in Richtung des volumengewichteten Durchschnitts zu rechnen. Dieser Ansatz findet immer wieder im Daytrading und Scalping Anwendung.
Entscheidend bei allen Ansätzen die Kombination verschiedener Indikatoren und die Betrachtung der Preiskurve bzw. von sich ausbildenden Trends. Auf diese Weise werden Fehlsignale, die einzelne Indikatoren in den verschiedenen Marktphasen produzieren, geglättet – was die Anfälligkeit für falsche Vorhersagen und Entscheidungen verringert.

Durch eine gute Volumenanalyse können Fehlentscheidungen minimiert werden (Foto: Shutterstock/ Miha Creative)
Die reine Fokussierung auf Preistrends führt dazu, mit nur unzureichenden Signalen in Märkte einzusteigen. Erst eine Kombination aus Kurschart und Volumen liefert Informationen, die ein umfassendes Bild aktueller Phasen am Markt abbilden. Um dieses Wissen in der Praxis umzusetzen, braucht es Broker mit leistungsstarken Plattformen – wie zum Beispiel XTB.
Der Broker hebt sich im XTB Erfahrungsbericht durch sein komfortables Onboarding ab und zeigt, dass mobiles Trading für einen modernen Anbieter inzwischen zum Standard gehören sollte. Wer Aktien traden will, bekommt bei XTB mit der Handelsplattform ein starkes Werkzeug in die Hand, das im Brokervergleich einen klaren Wettbewerbsvorteil darstellt. Wir erkennen im Test deutlich, dass hierin die jahrelange Erfahrung von XTB mit dem Aktienhandel, ETFs und Derivaten eingeflossen ist.
Die Volumenanalyse gehört zu den Grundlagen des professionellen Tradings, wird aber immer wieder unterschätzt. Ein zu starker Fokus auf die preisbasierten Indikatoren zeigt die Richtung und das Momentum von Trends. Über das Volumen gewinnen Anleger aber einen tieferen Einblick in den Markt und erkennen Signale, bevor der Kurs überhaupt signifikant reagiert hat. Letztlich ist es die Kombination beider Aspekte, die ein umfassendes Bild davon vermitteln, was sich am Markt abspielt. Für Anleger bedeutet dies: Wer die Zeit ins Verstehen der Volumenanalyse investiert, kann die eigenen Einstiegssignale absichern und damit Entscheidungen validieren.
Grundsätzlich ist diese Frage pauschal schwer zu beantworten – da die Broker ihre Plattformen oft individuell entwickeln und sich damit bei den verfügbaren Indikatoren ein heterogenes Bild zeigt. Viele der Parameter, die heute allgemein als Standard betrachtet werden, sind gerade in Tools wie MetaTrader (eine verbreitet im Einsatz befindliche Plattform) aber integriert.
Nein, die Volumenanalyse erhöht die Signalqualität, garantiert aber keine hundertprozentige Treffsicherheit. Weder der OBV noch der VWAP liefern allein verlässliche Signale in jedem erdenklichen Marktumfeld. Volumendaten helfen Anlegern dabei, Unsicherheit zu reduzieren, eliminieren sie aber nicht vollständig. Professionelle Trader nutzen Volumenindikatoren daher in Kombination mit weiteren technischen Werkzeugen, um die Wahrscheinlichkeit eines erfolgreichen Trades zu verbessern.
Verlässlich sind Volumendaten an regulierten und zentral gehandelten Märkten verfügbar – wie etwa für Aktien an etablierten Börsen, Index-Futures wie DAX- oder S&P-500-Kontrakte sowie ETFs mit hohem Handelsvolumen. Für den Krypto- und Forex-Markt gibt es Einschränkungen, durch welche sich die Signalqualität reduziert.

Zum Anbieter
*



Finanzielle Differenzgeschäfte (sog. contracts for difference oder auch CFDs) sind komplexe Instrumente und gehen wegen der Hebelwirkung mit dem hohen Risiko einher, schnell Geld zu verlieren. Der überwiegende Anteil der Privatkundenkonten verliert Geld beim CFD-Handel. Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie CFD funktionieren, und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren.