

Der Begriff Stablecoin bezieht sich auf eine spezielle Form von Kryptowährungen, die von einigen Anlegern gern auch als Kombination aus herkömmlichen Währungen mit Krypto-Coins aufgefasst werden.
Allerdings verhalten sich Stablecoins am Ende doch anders. Deren Wert wird an externe Vermögenswerte wie Fiatwährungen (zum Beispiel dem US-Dollar oder Euro), Rohstoffe oder andere Finanzinstrumente gekoppelt. Das Ziel dahinter: Der teilweise extremen Volatilität im Markt aus dem Weg zu gehen.

📈 Mit Stablecoins möchte man einer hohen Volatilität aus dem Weg gehen/ Shutterstock/ designstripe
Dieser Typus wird durch Einlagen in traditionelle Währungen gedeckt. Diese werden von Banken oder Treuhändern gehalten. Teilweise erfolgt die „Besicherung“ der Coins mit den Fiatwährungen in einem Verhältnis 1:1. Bekannte Coins sind zum Beispiel Tether (USDT, Ethereum-Token mit Kopplung an den US-Dollar) oder USD Coin (USDC).
Diese werden durch andere Kryptowährungen gedeckt. Damit die Volatilität ausgeglichen werden kann, braucht es in vielen Fällen eine Überbesicherung (Overcollateralization) notwendig. Hierbei ist das Verhältnis zwischen dem Stablecoin und den Sicherheiten in Richtung der zur Deckung herangezogenen Assets verschoben.
Dieser besondere Typus verzichtet auf die Deckung durch ein zweites Asset. Der Wert kann durch die Nutzung durch Algorithmen und Smart Contracts stabil gehalten werden, da es zu einer dynamischen Token-Anpassung kommt.
Stablecoins werden aufgrund verschiedener Vorteile zu interessanten Assets für Krypto-Investoren – wie einer schnellen Übertragbarkeit oder niedriger Transaktionskosten. Die wichtigste Aufgabe der Coins ist im Vergleich zu anderen Kryptowährungen die Erreichung eines stabilen Werts, was durch die Kopplung an den externen Referenzwert erreicht wird. Vor diesem Hintergrund werden sie als Zahlungsmittel und zur Wertaufbewahrung attraktiver, da sie in einem allgemein volatilen Markt Schwankungselemente dämpfen.
Dieser Aspekt erlaubt es Anlegern, an positiven Trends zu partizipieren – ohne die hohen Risiken von Marktschwankungen wie beim Bitcoin oder Ethereum einzugehen. Mit der Kopplung an stabile Werte realisieren Stablecoins einen Marktzugang zu mit Dollar oder Euro gedeckten Assets in Ländern ohne zuverlässiges Finanz-/Bankensystem. Mit deren Hilfe wird die Teilhabe am digitalen Zahlungsverkehr möglich. Diese Bedeutung wird deutlich, wenn der Blick auf die Verteilung im Transaktionsvolumen zwischen Bitcoin und Stablecoins betrachtet wird. Bitcoin sind in den entwickelten Märkten stärker nachgefragt, während Schwellen- und Entwicklungsländer Stablecoins eher den Vorzug geben.

✅ Stablecoins haben auch viele Vorteile/ Shutterstock/
In Phasen starker Schwankungen am Kryptomarkt fungieren Stablecoins augenscheinlich als sicherer Hafen. Während andere Werte fallen, generieren die Coins eine höhere Nachfrage und ziehen Liquidität an. Anleger, die genau hinschauen, erkennen Argumente, welche dieses Bild in einem kritischen Licht dastehen lassen. Entsteht ein Run auf die Coins (wenn Anleger Liquidität abziehen), droht die Gefahr von Liquiditätsengpässen. Eines der bekannteren Beispiele ist der Kollaps des Terra-Luna Stablecoin.
Für die Eignung als „Save Haven“ spielt weiterhin die starke Abhängigkeit von Vertrauen und Transparenz eine Rolle. Hintergrund: Das System Stablecoin funktioniert nur durch das Vertrauen in die Deckung und die Einlösbarkeit. Tauchen Zweifel an der Werthinterlegung oder zu regulatorischen Problemen auf und verschwindet das Vertrauen, hat dies dramatische Folgen für den Wert des Stablecoins. Gerade die fiatbesicherte Variante ist auf die Zahlungsfähigkeit und Integrität des Emittenten angewiesen. Dieses Emittentenrisiko ist eine der Gründe, warum die Coins in Krisenphasen mit sehr starken externen Marktbewegungen nur bedingt als Asset infrage kommen.
Zudem tauchen technische und operationelle Risiken auf. Stablecoins sind als digitale Zahlungssysteme anfällig für Cyberangriffe, Fehler in der Software oder Ausfälle von Smart Contracts. Treten solche Störungen in Krisenphasen auch, hat sehr starke Auswirkungen auf die Performance der Coins.
An den Kryptomärkten besteht – wie an den Kapitalmärkten – die Gefahr systemischer Risiken und Ansteckungseffekte. Dahinter verbirgt sich eine negative Marktbewegung, die durch den Ausfall bei nur einem Stablecoin entsteht. Übernimmt dieser eine zentrale Rolle im Kryptomarkt, strahlt dessen Ausfall auf andere Coins auf und es kommt zu Kettenreaktionen. Der Vertrauensverlust führt letztlich dazu, dass es zu einem Abfließen von Liquidität auf breiter Front kommt.
Krypto-Anleger brauchen regelmäßig starke Nerven, da die Coins stark schwanken. Mit Stablecoins macht die Krypto-Szene den Versuch, ein stabilisierendes Element zu schaffen. Aber: Gegen die Coins als der sichere Hafen sprechen verschiedene Argumente. Ein wichtiger Punkt: Deren Wert wird stark vom Vertrauen getrieben.
Fallen Stablecoins hinter die Erwartungen zurück, gerät das als sicher und zuverlässig geglaubte Asset erheblich unter Druck. Ein zweiter Punkt ist die begrenzte Akzeptanz im realen Wirtschaftskreislauf. Stablecoins sind nicht einfach in den Alltag übertragbar, da deren Akzeptanz in der Realwirtschaft nach wie vor gering ist. Bei einer Systemkrise fällt der sichere Hafen am Ende aus. Gold hat hier den Vorteil, als sicherer Hafen auf eine deutlich breitere Akzeptanz zu stoßen.

💡 Gold hat im Ernstfall eine höhere Akzeptanz/ Shutterstock/ sirikuan07
Stablecoins sind ein Krypto-Instrument, das Vorteile wie Wertstabilität oder schnelle und länderübergreifender Transaktionen verbindet. Sie werden inzwischen häufig in DeFi-Protokolle eingebunden und werden als Liquiditätspool ausgewählt. In wirtschaftlich schwierigen Phasen oder echten Krisenzeiten offenbaren sich allerdings Schwächen. Das System ist auf das Vertrauen in die Liquidität der Emittenten angewiesen. Leider zeigt die Vergangenheit, dass bei massiven Schocks auch ein Stablecoin ins Wanken geraten kann. Damit sind die Coins nicht der sichere Hafen, bringen im Hinblick auf andere digitale Assets aber durchaus Vorteile mit.


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