

Gold nehmen viele Anleger als Asset wahr, das mit einer robusten Werthaltigkeit überzeugt und in Krisen zu den defensiven Investments zum Schutz des Portfolios gehört. Gold gilt einfach als der sichere Hafen – besonders, wenn es um Aspekte wie den Inflationsschutz geht. Was beim Blick auf den Goldmarkt und die Rolle der verschiedenen Investorengruppen gern vergessen wird: Den Preis treiben nicht nur Banken oder Fondsgesellschaften als institutionelle Anleger. Auch die Zentralbanken mischen am Goldmarkt aktiv mit.
2024 hielten allein die Zentralbanken Goldbestände von knapp 36.200 Tonnen. Ein Bestand, der 1,163 Milliarden Feinunzen entspricht. Auf den aktuellen Goldpreis umgerechnet, wird daraus eine riesige Summe. Wo liegen die Gründe für die Aktivität der Zentralbanken im Goldhandel?
Was bei einer Analyse der Zahlen auffällt: Die Notenbanken sind unterschiedlich aktiv. Interessant ist weiterhin, welche Notenbank Gold vorrangig kauft. Hier gibt es deutliche Unterschiede.
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📈 Gold erfreut sich derzeit einer hohen Nachfrage/ Shutterstock/ Alexander Limbach
2009 dann der Trendwechsel, die Notenbanken kauften plötzlich wieder mehr Gold. Seitdem verfolgen die Marktteilnehmer eine klare Strategie: Es wird wieder deutlich mehr Gold eingekauft. Was wissen Notenbanken, was Klein- und Privatanleger nicht wissen?
Gold gilt als wertstabil, schützt vor der Inflation und ist in den Augen vieler Anleger einfach der sichere Hafen, wenn an den Märkten die Turbulenzen zunehmen. Gold war lange auch die Garantie für eine stabile Währung. Das moderne Finanz- und Geldsystem (ohne eine Hinterlegung der Währung mit Gold) gibt es noch nicht so lange. Bis zum Abschied vom Bretton-Woods-System dominierte der Goldstandard. Eigentlich brauchen die Notenbanken kein Gold mehr? Dass die Nachfrage trotzdem hoch ist, erklärt sich aus verschiedenen Gründen. Dazu gehören:
Ein zentraler Grund ist die Diversifikation der Währungsreserven. Diese werden nicht ausschließlich in der jeweiligen Landeswährung gehalten. US-Dollar, Euro – die wichtigsten Fiatwährungen spielen für die Reserven der Zentralbanken ebenfalls eine Rolle. Aber: Am Devisenmarkt lassen sich regelmäßig starke Bewegungen ausmachen. Gold koppelt sich klassischen Währungen wie dem US-Dollar oder dem Euro an und hilft so, das Risiko im Portfolio der Zentralbanken zu streuen.
Der Trend wird durch mehrere politische Entwicklungen befeuert. Sanktionen gegen Russland und die Blockade von Währungsreserven machen deutlich, dass Fiatgeld gewissen Risiken ausgesetzt ist. Parallel unterstreicht die aktuelle Handels- und Wirtschaftspolitik der USA, wie schnell auch eine Leitwährung unter Druck geraten kann. Im Zuge der Entdollarisierung müssen sich auch die Zentralbanken nach Alternativen und einer breiteren Diversifikation umschauen.
Bei Finanzprodukten wie Anleihen besteht immer ein Ausfallrisiko. Gold ist ein physischer Vermögenswert, dessen Wert nicht von der Zahlungsfähigkeit eines Schuldners abhängt. Damit entfällt das Ausfallrisiko an dieser Stelle. Zentralbanken können das Edelmetall auf der anderen Seite nutzen, um Liquidität zu realisieren. Eine Eigenschaft, die in den Jahren vor dem Trendwechsel auf breiter Front genutzt wurde (und von diversen Zentralbanken, die ihre Bestände reduzieren, nach wie vor genutzt wird).
Die Tatsache, dass Gold ein Rohstoff ist und einen inneren (intrinsischen) Wert hat, erklärt noch einen anderen Grund für das Interesse der Zentralbanken an dem Edelmetall. Es sichert deren Portfolios gegen Inflationsrisiken ab. Gerade in Phasen einer wieder steigenden Teuerungsrate – mit der unter anderem durch die Zollpolitik der USA gerechnet wird – erweist sich Gold als Dämpfungsfaktor und kann einen Inflationsschutz erreichen. Zentralbanken nutzen Gold deshalb als Versicherung gegen inflationsbedingte Entwertung ihrer Reserven.
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Das Verhalten der Zentralbanken beim Thema hat direkte Auswirkungen auf den Goldmarkt – und damit auch auf Privatanleger. Wenn Notenbanken große Mengen Gold kaufen, steigt die Nachfrage und damit meist auch der Preis. Aus Anlegersicht ergibt sich ein zweiter Aspekt: Dass die Notenbanken auf das Edelmetall setzen, ist ein klares Signal für Anleger, sich ebenfalls damit zu beschäftigen. Auch für Privatanleger hat das Edelmetall Vorteile.

▶️ Die Investition in Gold hat viele Vorteile für Anleger/ Shutterstock/ Branislav Nenin
Allerdings ergeben sich auch gewisse Risiken und Grenzen. Gold wirft keine laufenden Erträge wie Zinsen oder Dividenden ab. Die Rendite hängt allein von der Preisentwicklung ab, die wiederum von Angebot und Nachfrage bestimmt wird. In ruhigen Marktphasen kann der Goldpreis stagnieren oder sogar fallen. Zudem entstehen beim Kauf und bei der Lagerung von physischem Gold Kosten, die von den Wertsteigerungen ausgeglichen werden müssen, es entsteht damit ein gewisser Preisdruck.
Anleger sollten zudem auf ein breit gestreutes Portfolio achten. Gold ist daher eher als Beimischung zu sehen. Wer sich nicht ausschließlich auf physisches Gold verlassen will, kann über Aktien aus dem Explorations- und Miningbereich eine zusätzliche Assetsäule in das Depot integrieren.
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Zentralbanken sind ein Mitspieler am Goldmarkt, den man als Anleger nicht unterschätzen darf – und von denen man vielleicht sogar noch etwas lernt. Mit dem Edelmetall betreiben diese einen Schutz der Währungsreserven gegenüber inflationären Trends und die Ausfallrisiken anderer Assets. Und Zentralbanken wissen, wann es sich lohnt, Gold zu kaufen – in ruhigen Phasen (wenn der Goldpreis erfahrungsgemäß an Dynamik verliert) oder bei kurzen Rücksetzern.
In jedem Fall kann es sich aus Anlegersicht lohnen, auf das Verhalten der Zentralbanken sehr genau zu achten. Auch wenn Gold modernes Fiatgeld nicht mehr hinterlegt, spielt es in den Tresoren der Notenbanken nach wie vor eine Rolle.

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