

Der Wettbewerb unter den Online-Brokern wird intensiver. XTB setzt nun ein deutliches Zeichen. Nachdem Anleger und Trader beim Broker bislang vor allem Aktien, ETFs und CFDs handeln konnten, erweitert das Unternehmen sein Angebot um eine Anlageklasse: Optionen. Damit erhalten Kunden Zugang zu neuen Handelsstrategien und können gezielt auf steigende oder fallende Kurse setzen. Für viele Trader dürfte die Einführung des Optionshandels eine spannende Produkterweiterung sein.
XTB erweitert sein Angebot und ermöglicht seinen Kunden ab sofort den Handel mit Optionen direkt in der brokereigenen App. Anleger können dabei Optionen auf unter anderem folgende Basiswerte handeln:
Insgesamt stehen mehr als 140 verschiedene Optionen zur Verfügung und auch der Handel von Bruchstücken bei Optionen ist möglich. Die Einführung des neuen Produkts wurde von XTB offiziell bestätigt. Besonders interessant ist dabei die Kombination aus Hebelwirkung, begrenztem Verlustrisiko und theoretisch unbegrenztem Gewinnpotenzial bei Call-Optionen.
Während beim direkten Aktienkauf erhebliche Kapitalbeträge gebunden werden können, ermöglicht der Kauf von Optionen die Teilnahme an Kursbewegungen mit vergleichsweise geringem Kapitaleinsatz. Gleichzeitig bleibt das maximale Risiko auf die gezahlte Optionsprämie begrenzt.

XTB bietet Investitionen in steigende und fallende Märkte an
Aktuell können Kunden über XTB ausschließlich Optionen kaufen, denn der Verkauf bzw. das Schreiben von Optionen als Stillhalter wird nicht angeboten. Damit sind Strategien wie Covered Calls, Cash-Secured Puts oder andere Stillhaltergeschäfte derzeit nicht möglich. Anleger können lediglich Long-Positionen über Call- oder Put-Optionen eröffnen. Für manche Trader bedeutet das durchaus eine Einschränkung bei ihren Strategien.
Der Fokus liegt somit klar auf dem Kauf von Optionen, bei dem das maximale Verlustrisiko von Beginn an auf die gezahlte Prämie begrenzt ist. Gerade für Einsteiger reduziert dies die Komplexität und vermeidet die teilweise erheblichen Risiken, die beim Verkauf von Optionen entstehen können.
Der neue Optionshandel wurde von XTB bewusst einfach und benutzerfreundlich gestaltet. Der gesamte Prozess lässt sich direkt über die Handelsplattform bzw. die App durchführen.
Zu Beginn wählen Anleger den gewünschten Basiswert aus. Zur Verfügung stehen über 140 US-Aktien und ETFs. Anschließend entscheiden Sie, ob Sie steigende oder fallende Kurse erwarten. Wenn Sie von steigenden Kursen ausgehen, können Sie eine Call-Option erwerben. Setzen Sie hingegen auf sinkende Kurse, greifen Sie zu einer Put-Option.
Im nächsten Schritt legen Sie die wesentlichen Eigenschaften der Option fest. Dazu gehören insbesondere das Verfallsdatum sowie der gewünschte Strike-Preis bzw. der Ausübungspreis. Bereits vor dem Kauf erhalten Sie einen Überblick über mögliche Gewinn- und Verlustszenarien und können das Chancen-Risiko-Verhältnis bewerten.
Nach Auswahl der Parameter wird Ihre Order bestätigt und mit dem Kauf wird auch die Optionsprämie fällig. Diese stellt gleichzeitig den für Sie maximal möglichen Verlust dar. Entwickelt sich der Markt nicht wie erwartet, kann die Option wertlos verfallen, aber weitere Nachschusspflichten bestehen für Käufer nicht.
Nach dem Kauf können Sie Ihre Position jederzeit beobachten. Da XTB amerikanische Optionen anbietet, besteht grundsätzlich die Möglichkeit einer vorzeitigen Ausübung vor dem Verfallstag. Alternativ kann die Position vorzeitig geschlossen oder bis zum Laufzeitende gehalten werden.
Für viele Anleger und Trader dürfte es besonders erfreulich sein, dass XTB beim neuen Optionsangebot auf klassische Orderprovisionen verzichtet. Laut den aktuellen Informationen des Brokers fallen für den Kauf und Verkauf von Optionen grundsätzlich keine Orderkommissionen an. Stattdessen entstehen die Handelskosten primär über den jeweiligen Spread zwischen Kauf- und Verkaufskurs.
Dadurch wird die Kostenstruktur vergleichsweise transparent. Sie müssen nicht mit festen Gebühren pro Order kalkulieren, sondern berücksichtigen lediglich die Differenz zwischen Geld- und Briefkurs. Zusätzlich können eventuell Währungsumrechnungskosten entstehen, da die gehandelten Optionen auf US-Basiswerte lauten und somit in US-Dollar notiert werden.
Gerade für kleinere Positionen kann das provisionsfreie Modell attraktiv sein, da fixe Orderkosten häufig einen erheblichen Teil der Rendite auffressen. Dennoch sollten Sie stets den Spread sowie die Liquidität der jeweiligen Option im Blick behalten.

XTB bietet über 140 Optionen für den Handel an
Das neue Angebot von XTB wirft die Frage auf, welche Vor- und Nachteile der Optionshandel generell beinhaltet. Damit sollten Sie sich vorab beschäftigen, falls Sie keine größeren Erfahrungen mit dem Handel von Optionen haben. Die Vorteile sind unter anderem:
| ✅ Vorteile | ❌ Nachteile |
|---|---|
| Begrenztes Verlustrisiko: Beim Kauf von Optionen ist der maximale Verlust auf die gezahlte Prämie begrenzt. Es besteht keine Nachschusspflicht, wodurch das Risiko klar kalkulierbar bleibt. | Zeitwertverlust: Optionen verlieren mit zunehmender Restlaufzeit kontinuierlich an Zeitwert. Selbst bei einer richtigen Markteinschätzung kann dies die Rendite verringern. |
| Hebelwirkung: Mit vergleichsweise geringem Kapitaleinsatz können Sie größere Marktbewegungen nutzen. Bereits kleine Kursveränderungen des Basiswertes können deutliche Wertsteigerungen der Option auslösen. | Hohe Komplexität: Begriffe wie Delta, Theta, Volatilität oder Strike können Einsteiger schnell überfordern, sodass eine gründliche Einarbeitung notwendig ist. |
| Gewinnchancen in beiden Marktrichtungen: Sie können sowohl auf steigende als auch auf fallende Kurse setzen. Dadurch eröffnen sich Chancen auch in schwachen Marktphasen. | Totalverlust möglich: Läuft eine Option wertlos aus, geht unter Umständen die gesamte eingesetzte Prämie verloren. |
| Flexible Strategien: Optionen ermöglichen zahlreiche Handelsansätze, angefangen von kurzfristigen Spekulationen bis hin zur Absicherung bestehender Portfolios. | Volatilität beeinflusst den Preis: Nicht nur die Kursentwicklung des Basiswertes entscheidet über den Erfolg, sondern Veränderungen der impliziten Volatilität wirken sich ebenfalls auf den Optionspreis aus. |
| Kapital effizient einsetzen: Da Sie nur die Prämie bezahlen, bleibt ein großer Teil Ihres Kapitals für andere Investments verfügbar. | Kurze Laufzeiten erhöhen das Risiko: Insbesondere kurzfristige Optionen reagieren sehr empfindlich auf Marktbewegungen und Zeitwertverluste. |
Das ist teilweise möglich, aber nicht vollständig. Bereits vor der Einführung des Optionshandels konnten Anleger bei XTB über CFDs oder Knock-out-Zertifikate auf steigende und fallende Kurse setzen. Beide Produkte bieten ebenfalls eine Hebelwirkung und ermöglichen es, mit vergleichsweise geringem Kapitaleinsatz Marktbewegungen auszunutzen.
Allerdings unterscheiden sich diese Instrumente in wesentlichen Punkten von klassischen Optionen. CFDs besitzen keine feste Laufzeit und verursachen bei längerer Haltedauer Finanzierungskosten. Knock-out-Zertifikate wiederum können bei Erreichen einer bestimmten Kursschwelle sofort wertlos verfallen.
Optionen bieten dagegen ein klar definiertes Risiko in Höhe der gezahlten Prämie sowie zusätzliche Möglichkeiten durch unterschiedliche Laufzeiten und Ausübungspreise. CFDs und Knock-outs können daher ähnliche Marktmeinungen abbilden, stellen jedoch keinen vollständigen Ersatz für echte Optionen dar.
Gerade Anleger, die gezielt mit Zeitwert, Volatilität oder bestimmten Optionsstrategien arbeiten möchten, erhalten erst durch den neuen Optionshandel bei XTB die entsprechenden Möglichkeiten.
Mit der Einführung des Optionshandels schließt XTB eine wichtige Lücke im eigenen Produktangebot und erweitert die Möglichkeiten für aktive Anleger deutlich. Der Zugang zu mehr als 140 Optionen auf US-Aktien und ETFs, kombiniert mit provisionsfreiem Handel und einer benutzerfreundlichen Plattform, macht den Einstieg vergleichsweise einfach. Zwar sind derzeit keine Stillhaltergeschäfte möglich, doch insbesondere für Anleger, die Optionen kaufen und von steigenden oder fallenden Kursen profitieren möchten, stellt das neue Angebot eine interessante Erweiterung dar.





Finanzielle Differenzgeschäfte (sog. contracts for difference oder auch CFDs) sind komplexe Instrumente und gehen wegen der Hebelwirkung mit dem hohen Risiko einher, schnell Geld zu verlieren. Der überwiegende Anteil der Privatkundenkonten verliert Geld beim CFD-Handel. Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie CFD funktionieren, und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren.