

Bitstamp ist 2011 als europäischer Gegenentwurf zu den ersten großen Krypto-Börsen entstanden und in Slowenien an den Start gegangen. Wer sich hier für den Handel entscheidet, lässt sich in seiner Entscheidung vom Handelsangebot leiten – vielleicht aber auch von der Tatsache, dass Bitstamp in Luxemburg sitzt.
Mittlerweile betreut die Plattform mehrere Millionen Kunden. Wer sich für das Trading bei Bitstamp interessiert, hat aber auch die Kosten vor Augen. Hinsichtlich der Gebühren arbeitet Bitstamp mit einem Modell, das volumenbasiert abrechnet und sich am 30-Tage-Handelsvolumen der Anleger orientiert.
Bitstamp by Robinhood nutzt für die Abrechnung der Trades ein bewährtes Modell – die Maker-Taker-Fees. Hintergrund: Bei den Orderkosten haben sich am Markt zwei Modelle durchgesetzt. Eine Variante arbeitet mit festen Provisionen, die für jeden Trade eine Kommission einbehält. Diese kann für alle Coins in gleicher Weise gelten oder wird gestaffelt erhoben (wie zum Beispiel bei Bitpanda). Das Maker-Taker-Modell mit einer gestaffelten Gebührenstruktur, wie es bei Bitstamp im Einsatz ist, wird wesentlich häufiger eingesetzt.
Zugrunde wird der Bitstamp Gebühr der Umsatz über die Plattform für den letzten 30-Tage-Zeitraum gelegt. Dieser erfasst alle Trades gestaffelt – beginnend mit 0 bis 10.000 US-Dollar und endet mit Volumina von über einer Milliarde Euro. Damit ist Bitstamp im Vergleich mit anderen Krypto-Börsen tatsächlich einer der Spitzenreiter. Es gilt die Faustregel: Je mehr ein Anleger in den vergangenen 30 Tagen handelt, desto geringer wird die Gebühr.
Wer die 10.000 US-Dollar-Marke nicht überschreitet, muss pro Trade 0,40 Prozent Gebühren bei Bitstamp als Taker bzw. 0,30 Prozent als Maker aufbringen. Warum diese Unterscheidung? Taker sind Anleger, die ihre Position im Orderbuch sofort gegen eine andere Position glattstellen lassen – sie entziehen also Liquidität. Maker lassen ihre Position eintragen, ohne diese direkt gegenrechnen zu lassen – und verschaffen damit dem Markt Liquidität – weshalb Bitstamp bei den Kosten großzügiger reagiert.
Hinsichtlich der Handelsgebühr liegt Bitstamp im Vergleich mit anderen Krypto-Plattformen im Mittelfeld. Zu beachten ist beim Anbieter, dass das Maker-Taker-Modell einmal zwischen einer Standard-Gebühr und dem FX-Trading am Spotmarkt unterscheidet.

💡 Bitstamp bietet alle Gebühren transparent an/ Shutterstock/ fizkes
Bei der Entscheidung für Bitstamp als Handelsplattform muss klar sein, welche Gebühren die Krypto-Börse verlangt. Für die Eröffnung und Verwaltung des Accounts weist das Preisverzeichnis keine Kosten aus. Eine andere Erfahrung mit Bitstamp hätte uns an dieser Stelle auch stark gewundert, da die Plattform damit gegenüber dem Wettbewerb einen erheblichen Nachteil hätte verkraften müssen.
Allerdings überrascht beim Blick ins Gebührenverzeichnis, dass seitens Bitstamp zwar die Einzahlung auf das Handelskonto in Euro per Überweisung kostenfrei bearbeitet wird (was so auch bei anderen Plattformen, wie für die Coinbase Einzahlung, der Fall ist). Sobald Anleger aber einen Teil der Gewinne wieder abheben und auf das Bankkonto auszahlen wollen, wird eine Auszahlungsgebühr von drei Euro erhoben. Im direkten Vergleich mit anderen Wettbewerbern steht Bitstamp damit schlechter da.
Anleger, die sich bei Bitstamp für Zahlungen außerhalb der Standardverfahren bewegen, müssen noch tiefer in die greifen. Eine Auszahlung verursacht bei Bitstamp an dieser Stelle Kosten in Höhe von 0,25 Prozent – mindestens aber 25 Euro. Die erhobenen Verwaltungskosten der Plattform belaufen sich zudem auf 50 Euro.
Inzwischen nutzen Anleger neben dem Spothandel auch andere Möglichkeiten, um ihre Erträge über die Krypto-Plattformen zu optimieren. Eine Variante ist das sogenannte Staking. Hier werden Netzwerken, die mit dem Proof of Stake als Konsensmechanismus arbeiten, Coins zur Verfügung gestellt. Im Gegenzug zahlen Validatoren einen „Zins“ aus.
Bitstamp nimmt Anlegern die technische Verwaltung des Stakings ab, erhebt im Gegenzug aber eine Gebühr. Diese wird aus dem Staking-Pool entnommen, bevor die Rewards zur Auszahlung kommen. Für ETH beläuft sich die Gebühr auf 15 Prozent, beim ADA-Staking sind es 25 Prozent. Diese Kosten von Bitstamp sind keine Überraschung, der Wettbewerb reagiert in diesem Zusammenhang ähnlich. Zu beachten ist aus Anlegersicht, dass beim Staking variable Rewards gezahlt werden, die sich wie Zinsen aufs Tagesgeldkonto verändern und von mehreren Faktoren beeinflusst werden.
Bitstamp entscheidet sich dazu, Gebühren für den Handel mit Kryptowährungen nach einem bewährten und von vielen Anbietern praktizierten Modell abzurechnen – dem Maker-Taker-Prinzip. Die Höhe der Kosten bei Bitstamp liegt im Mittelfeld, hier gibt es keinen Grund für Kritik. Etwas anders sieht die Situation für das Thema Gebühr bei Bitstamp für Auszahlungen aus. Pauschal einen Betrag von drei Euro zu erheben, halten wir gerade im Vergleich mit dem Wettbewerb nicht für die beste Entscheidung.

▶️ Bei Bitstamp fallen Gebühren nach dem Maker-Taker-Prinzip an/ Shutterstock/ insta_photos
Wer bei den Kosten den Rotstift ansetzen will, hat bei Bitstamp nur begrenzte Möglichkeiten. Statt Coins direkt per Kreditkarte zu kaufen (etwa, wenn sich aus der ChatGPT Aktienanalyse günstige Signale ergeben) – was immerhin mit einer vierprozentigen Gebühr belegt ist – kann die Aufladung mittels Überweisung Geld sparen. Bei den Handelsgebühren werden die Kosten nur durch eine Erhöhung des Handelsvolumens niedriger.
Die Verwahrung von Kryptowährungen bei Bitstamp ist grundsätzlich kostenfrei. Gebühren fallen nur bei Auszahlungen auf externe Wallets (wie der Kraken Wallet) an, wobei diese je nach Kryptowährung und aktueller Netzwerkbelastung variieren. Die genauen Auszahlungsgebühren werden vor jeder Transaktion angezeigt.
Das hängt von der erwarteten Rendite ab. Mit 15 bis 25 Prozent als Gebühr auf die Staking-Rewards liegt Bitstamp im Vergleich mit anderen Anbietern immer noch im Mittelfeld. Prinzipiell sollte jeder Anleger die Konditionen vor der Entscheidung vergleichen und sich fragen, ob die Vorteile von Bitstamp hohe Gebühren aufwiegen können.
Anders als zum Beispiel der Coinbase Sparplan lässt sich bei Bitstamp kein Produkt zum regelmäßigen Investieren und Vermögensaufbau einrichten. Damit hat sich die Frage eigentlich bereits beantwortet.
Orderkosten werden für Kapitalanlagen über den Sparer-Pauschbetrag abgegolten (kein separater Abzug). Anders die Situation im Krypto-Trading. Da der Verkauf ein privates Veräußerungsgeschäft ist und Gewinne kein Kapitalertrag im steuerrechtlichen Sinn, sind die Ordergebühren als gewinnmindernd aufzufassen.



Finanzielle Differenzgeschäfte (sog. contracts for difference oder auch CFDs) sind komplexe Instrumente und gehen wegen der Hebelwirkung mit dem hohen Risiko einher, schnell Geld zu verlieren. Der überwiegende Anteil der Privatkundenkonten verliert Geld beim CFD-Handel. Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie CFD funktionieren, und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren.