

Handel mit einem umfangreichen Portfolio an über 50 Börsen – und das zu Großhandelskonditionen gibt es bei DEGIRO. Der niederländische Broker ist bei deutschen Kunden beliebt, unterhält ein deutsches Büro und ist teilweise BaFin-reguliert. Doch führt DEGIRO Steuern ab?
Wie der Blick auf die Details zeigt, ist das nicht der Fall. Selbst nach dem Zusammenschluss mit flatex gilt DEGIRO nach wie vor nicht als deutscher Finanzdienstleister. Daher führt DEGIRO Steuern in Deutschland nicht ab. Kunden sind also selbst in der Pflicht, ihre Gewinne im Zuge der Einkommenssteuererklärung anzugeben. DEGIRO unterstützt seine Kunden dabei mit verschiedenen Berichten, die im persönlichen Kundenbereich heruntergeladen werden können.
Die Besteuerung von Gewinnen aus Kapitalstrategien unterliegen eindeutigen rechtlichen Vorgaben. Die Renditen sind steuerpflichtig, die Höhe der sogenannten Abgeltungssteuer liegt bei 25% der Gewinne, hinzu kommen Soli und eventuell die Kirchensteuer. Zu den steuerpflichtigen Posten gehören
▶️ Erlöse aus Verkäufen mit Kursgewinnen
▶️ Renditen aus Zinsen und Dividenden
▶️ Gewinne aus dem Margin-Handel
Anleger, die ihre Transaktionen bei einem deutschen Broker oder eine deutschen Bank ausführen, müssen sich um die Versteuerung nicht kümmern. Denn Finanzdienstleister in der Bundesrepublik führen die Abgeltungssteuer automatisch ab. Möglich ist bestenfalls der Versuch, einen Teil der Steuern zurück zu erhalten, wenn eine Geringerveranschlagung Erfolg hat.
Anders sieht es aus bei Handel und Investition über einen ausländischen Broker – und dazu zählt auch DEGIRO. Hier können Kunden während des Steuerjahrs frei über die erzielten Gewinne verfügen und sie auch für weitere Strategien nutzen, müssen sie aber im Folgejahr selbst bei der Steuererklärung angeben. Eine eigene Anlage, kurz KAP, ist den Erträgen aus Kapitalmaßnahmen in der Steuererklärung vorbehalten.
Da DEGIRO Steuern für seine deutschen Kunden nicht einbehält, müssen diese selbst aktiv werden. Die Transaktionen bzw. die daraus erwachsenden Renditen eines Jahres nachzuhalten und detailliert aufzulisten, könnte sich als Herausforderung erweisen. Doch der Broker gibt Anlegern die nötigen Berichte an die Hand. Im persönlichen Kundenbereich können die folgenden Reports heruntergeladen und für die Steuererklärung verwendet werden:
Bei den Reports sind die zeitlichen Rahmen standardisiert auf einen Monat eingestellt, dies lässt sich jedoch durch Änderungen von Start- und Enddatum leicht anpassen. Die Berichte werden in Form von Excel-Dateien, im CSV-Format oder als PDF exportiert.

▶️ Bei DEGIRO unkompliziert Geld anlegen
Dass Gewinne besteuert werden, ist die Norm – von den erzielten Renditen werden die Verluste im Laufe eines Steuerjahres allerdings abgezogen. Sie sind in einem sogenannten Verlusttopf zusammengefasst. Broker führen diese Liste der Verluste für ihre Kunden, und zwar separat für jede Anlageklasse. Denn die Verluste können nicht gesamt, sondern nur innerhalb einer Kategorie verrechnet werden – für Aktien, Trading mit CFDs und andere Assetklassen.
Damit Trader und Anleger die Verluste auch nach einem Brokerwechsel aufrechnen können, muss der Verlusttopf im Zuge eines Depotübertrags unbedingt mitgenommen werden – das hilft Steuern sparen! Hilfreich ist, dass bei DEGIRO Gebühren für Depotübertrag oder Reporting nicht anfallen.
Trotz der Beliebtheit bei deutschen Kunden bleibt DEGIRO ein niederländisches Unternehmen. Die Abgeltungssteuer führt der Broker für deutsche Anleger also nicht ab. Die Gewinne bei DEGIRO in der Steuererklärung anzugeben ist Sache der Kunden.
Da DEGIRO kein steuereinfacher Broker ist, erübrigt sich ein DEGIRO Freistellungsauftrag – Kunden können dies nicht wie bei einem deutschen Finanzdienstleister geltend machen.
Für die DEGIRO Einlagensicherung ist die BaFin zusammen mit der niederländischen Autoriteit Financiele Markten verantwortlich. Der gesetzliche Einlagenschutz nach deutschem Standard sichert bis zu 100.000 Euro je Kunde.
Die Möglichkeit, einen DEGIRO Sparplan einzurichten, gibt es nicht. Für Steuern ist dies daher belanglos.



Finanzielle Differenzgeschäfte (sog. contracts for difference oder auch CFDs) sind komplexe Instrumente und gehen wegen der Hebelwirkung mit dem hohen Risiko einher, schnell Geld zu verlieren. Der überwiegende Anteil der Privatkundenkonten verliert Geld beim CFD-Handel. Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie CFD funktionieren, und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren.