

Die US-amerikanische Krypto-Börse Kraken hat durch ihre Partnerschaft mit DLT Finance den Sprung in den deutschen Kryptomarkt geschafft. Anleger haben über die Plattform Zugriff auf eine breites Auswahl hunderter Kryptowährungen und nutzen Features wie das Staking oder Auto-Earn, um Erträge zu erzielen.
Für viele Anleger wenig überraschend ist die Erkenntnis: Wer über die Plattform investiert, muss sich bei Gewinnen über Kraken mit Steuern beschäftigen. Dabei sind einige wichtige Punkte zu beachten. Kraken powered by DLT Finance führt nämlich keine Steuern ab – obwohl Anleger mit ihrem Krypto-Investment einen Gewinn erzielen.
Kapitalerträge werden in Deutschland über die Abgeltungssteuer direkt nach dem Zuflussprinzip besteuert. Heißt: Sobald Anleger über Aktien, Zinsen oder Dividenden einen Gewinn erzielen, wird von deutschen Brokern und Banken direkt bei der Auszahlung die Steuer einbehalten. Wo ordnen sich Kryptowährungen ein?
Bei den Kapitalerträgen spielen sie im Steuerrecht (aktuell) keine Rolle. Obwohl Bitcoin und Co. oft als digitale Währung umschrieben werden, sind es keine Devisen im Geldmarkt-Kontext. Damit ist auch bei Kraken die Steuer in eine andere Richtung ausgerichtet. Und trotzdem spielen für Kraken und Coinbase Steuern im Trading eine Rolle.
Die Coins werden als Wirtschaftsgüter kategorisiert und deren Verkauf gilt als privates Veräußerungsgeschäft nach § 23 EStG (Einkommensteuergesetz). Eine Einstufung, die in der Praxis weitreichende Folgen für Kraken-Anleger hat. Gewinne unterliegen nicht der Abgeltungsteuer, sondern dem persönlichen Einkommensteuersatz.
Solange ein Verkauf innerhalb der Frist stattfindet, zieht Kraken zwar immer noch nicht automatisch die Steuer ab. Anleger müssen die Gewinne über den persönlichen Steuersatz gegenüber dem Finanzamt anzeigen. Außerhalb der 12-Monats-Frist gilt eine steuerliche Begünstigung. Innerhalb einer Freigrenze (die derzeit bei 1.000 Euro liegt) bleibt der Verkaufsgewinne steuerfrei.

💡 Kraken zieht nicht automatisch die Steuer ab/ Shutterstock/ Dmytro Zinkevych
Gewinne aus Kryptoverkäufen über Kraken interessieren auch das Finanzamt – besonders, wenn damit ein Gewinn realisiert wird. Anleger nutzen für die Deklaration die Anlage zu den sonstigen Einkünften. Hier wird unter anderem nach den Anschaffungskosten, dem Veräußerungsgewinn und den Transaktionszeitpunkten gefragt. Diese Informationen sind im Steuerrecht von großer Bedeutung. Bei Mehrfachkauf des gleichen Assets entscheidet der Erwerbszeitpunkt, welche Anteile bei der steuerlichen Betrachtung relevant sind.
Dabei wird das FiFo Prinzip (First-In-First-Out) normalerweise herangezogen – um bei Teilverkäufen die Coins der Reihenfolge nach zu ordnen. Das Finanzamt setzt zur Ermittlung der Steuerlast die FIFO-Methode an. Die zuerst gekauften Coins werden als zuerst verkauft betrachtet (First-In-First-Out), was die Berechnung der Haltefrist und der Anschaffungskosten beeinflusst.
Neben dem Spothandel sind auch andere Aktivinachzuordnentäten steuerrelevant. Zu den Veräußerungen gehört nicht nur der Verkauf von Kryptos gegen Euro oder US-Dollar. Das Trading einer Kryptowährung gegen eine andere und die Zahlung von Waren oder Dienstleistungen mit Kryptowährungen sind in diesem Zusammenhang ebenfalls zu berücksichtigen
Anleger nutzen bei Kraken nicht nur den Spothandel, um Erträge zu generieren. Sowohl das Staking als auch die Auto-Earn-Funktion spielen in diesem Zusammenhang eine Rolle. Beim Staking stellen Trader bestimmte Coins zur Verfügung, um in Proof-of-Stake Netzwerke Validierungsaufgaben zu übernehmen.
Im Gegenzug werden Rewards, die wie Zinsen wirken, gutgeschrieben. Kraken zahlt diese wöchentlich aus und bietet neben dem Bonded Staking auch eine Variante mit sofortiger Verfügbarkeit der Coins (das Flexible Staking) an. Für die Rewards greift ebenfalls eine Freigrenze, die bei 256 Euro pro Jahr liegt. Ein Aspekt, der auch für das Coinbase Staking gilt.
Gewinne, die bei Kraken generiert werden, unterliegen einer Besteuerung – allerdings etwas anders, als es Einsteiger vielleicht denken. Für Bitcoin und Co. greift keine Abgeltungssteuer, deren Verkauf ist ein privates Veräußerungsgeschäft, für das eine Freigrenze von 1.000 Euro gilt. Mit der Tatsache, dass Kraken keine Steuer automatisch in Deutschland abführt, erwächst natürlich die Pflicht für Anleger, sich proaktiv zu verhalten und die Erträge von selbst anzugeben. Alles andere würde den Tatbestand der Steuerhinterziehung erfüllen. Ob mit einer Kraken oder Coinbase App Gewinne erzielt werden, spielt übrigens keine Rolle.

▶️ Anleger und Trader dürfen auch bei Kraken die Steuer nicht außer Acht lassen/ Shutterstock/
Nein, bei Kraken ist die Erteilung des Freistellungsauftrags nicht vorgesehen. Dieser basiert auf dem Sparer-Pauschbetrag, welcher hier nicht relevant ist. Kryptowährungen unterliegen nicht der Abgeltungssteuer, sondern werden als private Veräußerungsgeschäfte behandelt. Der Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro gilt nur für klassische Kapitalerträge wie Aktien oder Zinsen.
Aktuell meldet Kraken keine Daten automatisch an deutsche Finanzämter. Ab 2026 ändert sich dies jedoch, da mit der DAC8-Richtlinie Krypto-Börsen EU-weit verpflichtet werden, Transaktionsdaten automatisch an die nationalen Steuerbehörden zu melden. Deutsche Finanzämter können aber bereits heute bei einem begründeten Verdacht Daten von Kraken anfordern.
Jeder Tausch einer Kryptowährung in eine andere gilt steuerlich als Verkauf der ersten und Kauf der zweiten Währung. Dabei entsteht ein steuerpflichtiger Veräußerungsgewinn oder Verlust, wenn die getauschten Coins weniger als ein Jahr gehalten wurden. Wichtig: Auch Stablecoin-Trades sind steuerrelevante Tauschvorgänge.
Stammen die Coins aus der Verwahrlösung von Kraken, ist die Umschichtung durch den Transfer in eine andere Wallet steuerrechtlich nicht von Bedeutung, da hierbei kein Gewinn entsteht und sich das Vermögen nicht verändert.
Grundsätzlich wird die Freigrenze jedes Jahr wieder auf 1.000 Euro zurückgestellt. Anlegern muss aber bewusst sein, dass nicht nur Kryptowährungen ein Veräußerungsgeschäft sein können. Damit können andere Verkäufe diesen Vorteil abschmelzen lassen. Damit kann im ChatGPT Trading jedes Jahr neu investiert werden.



Finanzielle Differenzgeschäfte (sog. contracts for difference oder auch CFDs) sind komplexe Instrumente und gehen wegen der Hebelwirkung mit dem hohen Risiko einher, schnell Geld zu verlieren. Der überwiegende Anteil der Privatkundenkonten verliert Geld beim CFD-Handel. Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie CFD funktionieren, und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren.